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UncleBens
Level 3
XP 133
Eintrag: 24.02.2017

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Maniac Cop

Boston

(Patriots Day)
Herstellungsland:USA (2016)
Standard-Freigabe:FSK 12
Genre:Drama, Thriller, Historie

Bewertung unserer Besucher:
Note: 7,00 (3 Stimmen) Details
inhalt:
Boston, 15. April 2013 – Wie jedes Jahr zieht es tausende Läufer und Zuschauer aus aller Welt an die Strecke des beliebten Bostoner Marathons. Doch die Feierlichkeiten verstummen schlagartig, als zwei Sprengsätze an der Zielgeraden detonieren. Noch ist unklar, ob den Explosionen weitere folgen werden. Aber Police Sergeant Tommy Saunders (Mark Wahlberg) versucht einen klaren Kopf zu bewahren und die ersten Rettungseinsätze zu koordinieren – obwohl seine Frau Carol (Michelle Monaghan) beinahe selbst den Detonationen zum Opfer gefallen wäre. Für die Ermittler beginnt ein packender Wettlauf gegen die Zeit und eine der nervenaufreibendsten Großfahndungen in der Geschichte Amerikas nimmt seinen Lauf…
eine kritik von unclebens:

Terror...das ist derzeit DAS Thema, welches die Welt beschäftigt. Nicht nur durch ständige Terroranschläge des IS (nicht zuletzt auch in Deutschland), sondern auch durch die Vergangenheit wie dem 11. September 2001, als Al Qaida Terroristen mit Flugzeugen in das World Trade Center in New York flogen und eines auch in das Pentagon in Washington, und bei diesen Anschlägen insgesamt an die 3000 Menschen starben. Terrorismus ist derzeit also aktuell wie nie und da bringt Regisseur Peter Berg passend einen Film ins Kino, welcher die Geschehnisse eines Anschlags in Amerika aufgreift. Nicht auf das World Trade Center, sondern auf den Boston-Marathon im Jahr 2013. Ich ging mit äußerst gemischten Gefühlen ins Kino, da ich einen Film erwartete, welcher durchweg gegen den Islam hetzt und die Amerikaner als die puren Gutmenschen darstellt. Jedoch muss ich gestehen: Ich wurde überrascht, wie gut Peter Berg diese schreckliche Geschichte in einen sehr guten Film umsetzen konnte.

"Boston" (oder Patriots Day im Originalen) thematisiert den Terroranschlag auf den Boston-Marathon am 15. April 2013, bei welchem insgesamt 3 Menschen starben und über 260 Menschen verletzt wurden. Im Fokus der Geschichte steht dabei Tommy Saunders (Mark Wahlberg), der die Strecke während des Boston-Marathons überwachen soll, als es plötzlich zum Terroranschlag kommt, bei dem 3 Bomben explodieren. Kurz nach der Tat beginnen die Ermittlungen und schnell stehen 2 Verdächtige im Visier der Ermittlungen. Eine gefährliche Verfolgungsjagd beginnt...

Schauspielerisch wurde hier auf einen prominenten, aber sehr guten Cast gesetzt. Mark Wahlberg, welcher bei vielen eher weniger gut wegkommt, mir aber ganz gut gefällt, liefert hier eine beachtliche Performance ab. Er als Polizist, der seinen Job liebt und Zeuge des Attentats wird, spielt seine Wut und gleichzeitig seine Trauer so gut, dass man es ihm sofort glauben kann. Selten habe ich von ihm eine bessere Leistung gesehen und das soll schon was heißen! Kevin Bacon, der mir in "R.I.P.D." absolut nicht gefiel und einen extrem schwachen Gegenspieler verkörperte, bietet hier ebenfalls eine sehr starke Leistung und beweist, dass er ein durchaus guter Darsteller sein kann. Er verkörpert Richard DesLauriers, einen Mann, der bei Terroranschlägen in den USA gerufen wird, um die Ermittlungen aufzunehmen. Und auch ihm merkt man an, dass er wegen des Attentats eine gewisse Wut in sich trägt, diese jedoch nur so dezent zeigt, sodass seine Rolle als tragende Nebenfigur sehr gut funtkioniert. Gleiches gilt auch für John Goodman als Commissioner Ed Davis, J.K.Simmons, welcher den Polizeichef von Watertown darstellt sowie für Michelle Monaghan, die die Ehefrau von Tommy Saunders verkörpert. Allerdings erhalten wir auch einen recht großen Einblick in die Welt der beiden Terroristen und wir können auch sehen, wie die beiden den Anschlag vorbereiten. Deren Leistungen gefielen mir auch sehr sehr gut.

Das Drehbuch, welches von 5 (!) Leuten geschrieben wurde, beherbergt zwar einige Schwachstellen, vor allem was die Spannung betrifft, ist an sich aber wirklich ordentlich geschrieben. Wir haben schöne Charakterzeichnungen von den ganzen agierenden Figuren, einen relativ guten Ablauf der Grundgeschichte und vor allem Anfangs einen schnell aufkommenden Spannungsaufbau, welcher leider aber nach dem Anschlag zu schnell wieder abfällt. Die Dialoge sind auch toll geschrieben und eben nicht das typisch-patriotische! Einer der beiden Attentäter hält sogar einen seltsam wirkenden Dialog über den 9/11 Anschlag und er selber glaubt, dass die WTC Türme von der amerikanischen Regierung selbst gesprengt wurden. Also man geht in diesem Film auch auf Verschwörungstheorien ein und nicht ein einziges Mal wird es zu Patriotisch. Heißt im Klartext: Dialoge gegen den Islam gibt es nicht und es gibt auch keine Dialoge darüber, dass die Amerikaner die armen sind, die nie etwas verbrochen haben. Es wird sogar kurzzeitig erläutert, warum es zum Boston-Anschlag kam. Ob da genau 100% alles stimmt, oder ob da doch was hinzu gedichtet wurde, kann ich jedoch leider nicht beurteilen. Und was ich wirlich stark fand, ist das hier der Zusammenhalt gegen den Terror betont wird und auf die Gemeinschaft. Explizit werden gegen Ende auch nochmal die Terroranschläge von Brüssel und von Frankreich erwähnt. Der Anschlag auf den Breitscheidplatz-Weihnachtsmarkt in Berlin wurde nicht erwähnt, allerdings gehe ich von aus, dass der Film bereits fertig gestellt wurde, bevor es zu diesem Anschlag kam. Außerdem habe ich erlebt, wie die Menschen in Berlin nach dem LKW Anschlag reagierten und zusammen hielten. Die Einwohner Berlins haben sich nicht von diesem Attentat unterkriegen lassen und da finde ich auch die Message des Films, sowie die Reaktion der Menschen in Berlin für Respektvoll.

Wenn es um die Inszenierung geht, muss ich hervorheben, dass "Boston" "nur" 45 Millionen Dollar kostete und dafür sieht "Boston" wirklich toll aus. Die gesamten Effekte sind Handgemacht. Seien es Explosionen, blutige Wunden und Zerstörte Straßen. Es sieht alles Handgemacht aus und ich gehe nicht davon aus, dass Peter Berg hier besonders viel CGI einsetzen wollte. Ich sehe auch keinen Grund dazu. "Boston" sieht keinesfalls wie eine Billigproduktion aus. Aber die Kameraarbeit gefiel mir zwischendurch gar nicht. Es gibt Szenen, in denen sich Figuren unterhalten und sonst nichts anderes passiert und die Kamera wackelt wie verrückt. Ich verstehe zwar den Sinn dahinter, dass Peter Berg hier einen dokumentarischen Stil erhalten wollte, aber das gewackel nervte mehr, als es überhaupt was brachte. Gut hingegen ist es wirklich, dass auch reale Aufnahmen vom Marathon gezeigt wurden und das am Ende auch die verstorbenen eingeblendet wurden. Die Freigabe ab 12 Jahren verstehe ich übrigens nicht, da man stellenweise auch abgerissene, blutige Füße auf dem Boden liegen sieht und aufgerissene, blutige Beine ins Bild gehalten werden. Außerdem wird der Schrecken des Terrors hier sehr intensiv gezeigt, weshalb ich eine Freigabe ab 16 Jahren bevorzugt hätte. Da halte ich das R-Rating in den USA für deutlich Sinnvoller.

"Boston" ist also ein Film, den solltet ihr euch unbedingt ansehen. Es ist kein klassischer, amerikanischer Terrorfilm, der den Islam als den puren Abschaum darstellt, sondern "Boston" stellt den Terror an sich als puren Abschaum dar und das war die richtige Entscheidung seitens Berg. Dieser Film bietet zahlreiche, tolle Darsteller, ein insgesamt mehr als solides Skript und an sich auch eine gute Inszenierung, wenn das Bild stellenweise nicht so verwackelt gewesen wäre. Die Optik ist übrigens nicht in tristen Farben gehalten und auch nicht grau in grau, sondern realistisch. Heißt: Nicht so Farbintensiv, allerdings auch nicht Farbarm. Es ist so, als wäre hier kein Colorgrading angwandt worden. "Boston" ist also ein Film, der das Wir-Gefühl mit sich bringt und sich eindeutig gegen den Terrorismus wendet. Die Botschaft ist, man solle sich durch Terroranschlägen nicht seine Freiheit nehmen lassen und egal was passiert: Man soll weiterleben und die Vergangenheit ruhen lassen. Eine tolle Botschaft, der ich nur zustimmen kann. Der Film erhält von mir 8,5/10 Punkte!

8/10
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Kommentare

24.02.2017 13:05 Uhr - tschaka17
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Für mich als Wahlberg-Fan natürlich Pflicht, find auch das Thema interessant. Kritiken bisher sind ja sehr positiv - so wie deine. Rezi erhöht meine Vorfreude auf die kommende Sichtung noch mehr ;)

24.02.2017 20:38 Uhr - Paratrooper
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und hier muss man anmerken, dass sowohl Kevin Bacons, als auch Mark Wahlbergs Figuren frei erfunden sind und diese Charaktere somit frei ins Drehbuch geschrieben wurden


Richard Deslauriers ist keine fiktive Figur.

http://swampland.time.com/2013/04/17/richard-deslauriers-the-special-agent-in-charge/

24.02.2017 23:23 Uhr - UncleBens
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24.02.2017 20:38 Uhr schrieb Paratrooper
und hier muss man anmerken, dass sowohl Kevin Bacons, als auch Mark Wahlbergs Figuren frei erfunden sind und diese Charaktere somit frei ins Drehbuch geschrieben wurden


Richard Deslauriers ist keine fiktive Figur.

http://swampland.time.com/2013/04/17/richard-deslauriers-the-special-agent-in-charge/


Entschuldigung, wird korrigiert :)

24.02.2017 23:27 Uhr - UncleBens
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24.02.2017 13:05 Uhr schrieb tschaka17
Für mich als Wahlberg-Fan natürlich Pflicht, find auch das Thema interessant. Kritiken bisher sind ja sehr positiv - so wie deine. Rezi erhöht meine Vorfreude auf die kommende Sichtung noch mehr ;)


Ich würde Dir dringend empfehlen, ins Kino zu gehen. So einen Film braucht die Welt wirklich und "Boston" ist gerade dabei,mächtig zu floppen...

24.02.2017 23:27 Uhr - UncleBens
1x
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sry, Doppelpost

25.02.2017 16:30 Uhr - tschaka17
User-Level von tschaka17 4
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Ich würde Dir dringend empfehlen, ins Kino zu gehen. So einen Film braucht die Welt wirklich und "Boston" ist gerade dabei,mächtig zu floppen...


Hatte ich sowieso vor, der steht schon länger auf meiner Liste. Tja, manche guten Filme bekommen halt nicht die Wertschätzung die sie verdient hätten, mancher Schund dafür schon.

Und der letzte Peter Berg Film - Deepwater Horizon - hat mich im Kino richtig geflasht! Finanziell ist der auch nicht gut gelaufen.

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