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MortAhead
Level 3
XP 185
Eintrag: 19.03.2017

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Der Tod hat schwarze Krallen

(I Was a Teenage Werewolf)
Herstellungsland:USA (1957)
Genre:Horror, Science-Fiction
Alternativtitel:Blood of the Werewolf

Bewertung unserer Besucher:
Note: 5,00 (1 Stimme) Details
inhalt:
Sein hitziges Temperament bringt Tony Rivers immer wieder in Schwierigkeiten, weswegen er bei dem Psychotherapeuten Dr. Alfred Brandon Hilfe sucht. Der jedoch therapiert ihn nicht, sondern sieht in ihm einen Kandidaten für seine Regressionsexperimente. Mit Hilfe von Drogen und Hypnose verwandelt er Tony in einen Werwolf. Doch nach einer Weile fängt Tony an, sich auch ohne Brandons Hilfe zu verwandeln und wird bald nicht mehr kontrollierbar...
eine kritik von mortahead:

1957 als I was a teenage Werewolf in die Kinos kam, war die Idee, dass ein Jugendlicher zu einem Monster wird, noch ein recht obszöner Gedanke, doch das hielt American International Pictures nicht davon ab diesen und zwei weitere Filme zu greenlighten. Der Tod hat schwarze Krallen, wie man ihn im deutschen nannte, war der erste dieser Reihe. Herman Cohen schrieb dazu die Drehbücher. Regie führte George Fowel Jr.  und in der Hauptrolle sehen wir Michael Landon als Tony Rivers.

Dieser hat Probleme damit seine Aggressionen zu kontrollieren. Schon zu Beginn des Films ist er in eine Prügelei mit einem Klassenkameraden verwickelt. Dies erregt die Aufmerksamkeit von Detektiv Donovan, der beide auseinander bringt und ihm rät, sich an einen Psychologen um diese Ausbrüche zu unterdrücken. Tony hält zuerst wenig von dieser Idee, doch als er bei einer Halloween-Party fast einen seiner Freunde zusammenschlägt, weil dieser ihn erschrecken will, denkt er um und wendet sich an Dr. Brandon. Dieser hat jedoch eigene Pläne und experimentiert, ob er Tonys Geist mittels Hypnose wieder in einen animalischen Urzustand versetzen kann. Dies gelingt sogar so gut, dass sich sein Körper mit ihm in ein wildes Tier verwandelt.

Zwei Jahre zuvor war … denn sie wissen nicht, was sie tun mit James Dean zum Kassenschlager geworden. Auch der Erfolg von I was a teenage Werewolf ist wenig verwunderlich, wenn man die Parallelen zwischen den beiden Protagonisten erkennt. Wie James Stark ist auch Tony sehr temperamentvoll und aufmüpfig. Beide sind Vertreter der der sogenannten „Silent Generation“, die nach dem Zweiten Weltkrieg aufwuchs und ihren Platz im Leben suchte. Ohne große Kriege und inneramerikanischen Krisen, die die Sensibilität der Jugend nachhaltig für ein politisches Denken prägte, wuchs man eher auf sich bezogen und die kleine Welt um einen herum auf. Die Sehnsucht sich selbst zu finden und zu definieren, war nur schwer zu verwirklichen, da die Eltern und Großeltern für gewöhnlich noch in einem festen Wertesystem aufgewachsen waren und nur selten Rat geben konnten. Dieser Hintergrund verbindet sowohl James als auch Tony mit dem Zuschauer. So ist auch Mr. Rivers ratlos, was den Umgang mit seinem Sohn angeht.

Interessant ist, wie sich die Stimmung des Films verändert. Wenn man ein paar Zeilen von Dr. Brandons Dialog außer Acht lässt, könnte es sich bei der ersten Hälfte des Film auch um den Anfang eines Jugenddramas handeln. Auf der Halloween-Party gibt es sogar eine amüsante Tanz- und Gesangseinlage. Der Nachfolgefilm How to make a Monster baute dieses Element sogar selbstironisch in seinen Plot mit ein. Erst in der zweiten Hälfte übernehmen die Horrorelemente die Überhand und das so plötzlich, dass man meinen könnte, der Film selbst hätte eine Art Emotionsausbruch. Unterdrückung und Freilassung von Gefühlen sind hier zentrale Themen, wie auch in vielen anderen Werewolffilmen oder Dr. Jekyll und Mr. Hide. Sexuelle Begierde ist für gewöhnliche die erste Assoziation, die einem dabei in den Sinn kommen. Verstecktes Verlangen, dass umso länger man es versucht zu verdrängen in immer perverseren Exzessen hervorbricht. Deutlich ist dies in einer Szene zu erkennen, in der Tony eine Mitschülerin beim Turnen beobachtet, als das Biest aus ihm herausbricht. In anderen Werken ist dies eher subtil oder nur interpretativ vorhanden, doch die Anwesenheit eines Psychologen, lässt hier wenig Spielraum etwas anderes zu sehen. Gleichzeitig ist Dr. Brandon auch ein negativer Verstärker, der Tony nur schadet, da er seine eigenen Ziele verfolgt. Im wahren Leben wäre er vermutlich ein Elternteil, welches versucht ihn ungeachtet seiner Probleme in ein bestimmtes Charakterschema zu pressen oder einen Psychoanalytiker, der mangels Fachwissen nicht richtig mit ihm umzugehen weiß. Ab der zweiten Hälfte verliert der Film den Fokus auf Tony, sondern richtet sich mehr auf Detektiv Donovan und andere, die ihm hinterherjagen, da er auch mehr Tier als Charakter wird. Der Tod des Werewolfs durch den langen Arm des Gesetzes ist die logische Schlussfolgerung, in einer Welt die weder Heilung bietet, noch Akzeptanz gewährt.

Dies alles erklärt, den unerwarteten Erfolg des Films, doch aus heutiger Sicht gibt es wenig, was andere nicht besser gemacht hätten. Michael Landons Darbietung und die groteske Werewolf-Maske sind am Ende das einzige, was ihm noch ein Alleinstellungsmerkmal gibt. Außerdem hat es die Phrase „I was a teenage something“ in den englischen Sprachgebrauch geschafft und findet immer noch gerne hauptsächlich in Komödien und Parodien Verwendung, was sicher auch dem Nachfolger zu verdanken ist. Sonst scheint er belanglos, da das Gesamtkonzept, sei es nun gewollt oder nur im Auge des Betrachters entstanden, keinen überzeugenden Eindruck hinterlässt.

5/10
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Kommentare

19.03.2017 14:06 Uhr - Intofilms
2x
Wieder so eine hochinteressante Titelwahl von dir, MortAhead.
Trotz deiner mauen Wertung hat der Titel definitiv mein Interesse geweckt. American International Pictures (AIP) mag ich sowieso irgendwie. Leider ist der Film zur Zeit offenbar nirgendwo verfügbar.
Deine Überlegungen und Deutungsansätze gefallen mir ausgesprochen gut. :))

19.03.2017 14:36 Uhr - MortAhead
1x
User-Level von MortAhead 3
Erfahrungspunkte von MortAhead 185
Es freut mich, dass meine Auswahl Anklang findet. Generell versuche ich mich mit Filmen zu beschäftigen, die bei anderen unter den Tisch fallen. Ich hab auch keine DVD vom Film finden können, deswegen hab ich ihn mir im O-Ton auf YouTube angeschaut.

19.03.2017 15:05 Uhr - NoCutsPlease
2x
DB-Helfer
User-Level von NoCutsPlease 20
Erfahrungspunkte von NoCutsPlease 8.840
Wirklich eine interessante Auswahl, Morti! :)
Und auch deine filmhistorische Einordnung weiß zu gefallen.

19.03.2017 15:15 Uhr - Intofilms
1x
19.03.2017 14:36 Uhr schrieb MortAhead
Ich hab auch keine DVD vom Film finden können, deswegen hab ich ihn mir im O-Ton auf YouTube angeschaut.


Das mache ich übrigens auch manchmal. Ich sitze dann halt immer vorm Laptop, weil ich mit meinem TV nicht online bin. Ist zwar unbequem und ein bisschen nervig. Aber besser als gar nichts. :)

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