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DriesVanHegen
Level 2
XP 96
Eintrag: 26.02.2017

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Nine Inch Nails - Live: Beside You In Time

(Beside You in Time)
Herstellungsland:USA (2007)
Standard-Freigabe:FSK 6
Genre:Musikfilm

Bewertung unserer Besucher:
Note: 10,00 (1 Stimme) Details
eine kritik von driesvanhegen:

Nine Inch Nails - drei Worte, die für mich eine absolute Größe im Musikbusiness bezeichnen.

Natürlich stellt sich erst einmal die Frage: was hat eine Review zu einem Konzert auf einer Filmseite zu suchen? Salopp könnte man argumentieren, dass es sich schließlich immer noch um eine DVD respektive Blu-ray handelt beziehungsweise man einen Konzert"film" präsentiert bekommt. Die befriedigendere Antwort lautet in meinen Ohren jedoch: weil der Frontmann dieser Kapelle schon diverse Filmsoundtracks (auch für diverse Spiele) komponiert hat und das ganz offiziell sogar als erfolgreich bezeichnet werden kann - Oscar für den OST von THE SOCIAL NETWORK. Durch die vermehrten Zusammenarbeiten mit Fincher kann weiterhin eine Affinität zum Film bezeichnet werden. Zu guter Letzt sind etliche NIN-Video selber kleine, auf Film gebannte, Kunstwerke.

Und genau so akribisch künstlerisch, geplant und durchgeführt ist eben jene Liveperformance dieses Konzerts von 2006. Zu meiner Schande muss ich zugeben, dass ich als Jungspund und Nachwendekind kein "truer" Fan der ersten Stunde sein kann und, ja, meine ersten Berührungen mit NIN verliefen über die obligatorischen Songs wie CLOSER oder STARFUCKERS INC., so wie die Huldigung von Marylin Manson. Logischerweise konnte ich so auch nicht in den Genuss der Tournee von 2006 kommen. Aber ich wage zu behaupten, dass der Konzertfilmes ein durchaus lohnenswertes Trostpflaster ist. Denn das, was während der knappen 90 Minuten auf der Bühne performed wird, ist schlichtweg beeindruckend. Sicher, wer mit der Musik nichts anfangen kann, dem wird wohl auch dieses unbeschreibliche Gefühl nicht erreichen. Als hoffentlich letzten Aufsflug in die Trivia vor der eigentlichen Besprechung sei noch angemerkt: NIN und Reznor haben mich durch emotional wackelige Zeiten begleitet und auch geprägt, was meine starke Hingabe selbstverständlich unterstreicht.

Und genau dieser Punkt ist so fantastisch. Denn die Band schafft es live mühelos ein Wechselbad der Gefühle zu erzeugen. Einerseits brechen die Songs laut und aggressiv über den Zuschauer ein und dann gibt es wieder unendlich melancholische Parts, auf die wieder schnelle und wütende Stücke folgen. So abgedroschen es auch klingen mag: man fühlt sich verstanden und wohl behütet, wenn Reznor seine Stücke zum Besten gibt, die selbst unter Depressionen entstanden sind. Wenn er selbst fast heulend am Mikro steht (SOMETHING I CAN NEVER HAVE), wenn er seine Wut herausbrüllt (SOMEWHAT DAMAGED), wenn sich der Schrecken langsam und bedrohlich aufbaut und dann umso heftiger zuschnappt (ERASER).

Es ist tatsächlich das eigentlich simple Spiel zwischen Laut & Leise, was die Faszination an NIN ausmacht. Unterstützt wird die Bühnenpräsenz von Reznor von vielen audiovisuellen Spielereien auf Leinwänden und Monitoren. Neben effektvollen Lichtspielereien sind es vor allem die Passagen mit Videoeinsatz, die vollends beeindrucken. So brilliert die Dreifaltigkeit von ERASER, RIGHT WHERE IT BELONGS und BESIDE YOU IN TIME mit absolutem Gänsehautfeeling, was neben den Songs absolut passend von den eingespielten Videos und Animationen untermalt wird, während die Band für die Dauer dieser Titel hinter einer Leinwand verschwindet und nur als Schatten wahrgenommen werden kann. Überhaupt dienen diese drei Titel als kleine Verschnaufpause, nachdem zuvor mit Songs wie BURN oder MARCH OF THE PIGS mit solider Rockkost eingeheizt wurde. Selbstverständlich darf im letzten Drittel das mächtige HURT nicht fehlen. Nach Destruktion auf der Bühne wird das Publikum dann energetisch aufgeladen mit HEAD LIKE A HOLE nach Hause entlassen.

Noch intensiver ist, ohne Frage, nur die eigene Erfahrung, schwitzend vor der Bühne stehend, wie ich mittlerweile endlich selber bestätigen darf. Dennoch: wer auf melodischen Krach steht, kommt um NIN nicht herum. Aus der Maße hervorstechen tut die Band alle Mal, allein wegen Reznors Einfallsreichtum und dieser Balance aus melancholisch und kraftstrotzend, die hier in absoluter Perfektion vorgetragen wird. 

Um den Kreis zu Akribie zu schließen: die Veröffentlichung besticht mit hervorragendem Klang und einer gestochenen Optik und lässt die Erfahrung eines Liveauftrittes überzeugend in das heimische Wohnzimmer poltern.

10/10
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Kommentare

27.02.2017 14:03 Uhr - cecil b
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"Es ist tatsächlich das eigentlich simple Spiel zwischen Laut & Leise, was die Faszination an NIN ausmacht. "

JA!!!!!!!!!!!!!!!

Schöne Vorstellung, einer bedeutenden Band, nennen wir sie Trent Raznor. ;)

Wie teilweise simpel dieser großartige Musiker viel Emotionen erreichen kann, unglaublich. Mein Lieblingsbeispiel: https://www.youtube.com/watch?v=j-5QuSd3TOQ NIN mal anders, und trotzdem so stark.

Hab am Freitag noch auf ner Gothik -Fete zu Songs von ihm gestampft, die gut zum EBM passten!

Dass NIN die Industriel-Rock-Szene wie kaum ein anderer beeinflusst hat, hätte aber auch noch in deine Review gepasst. ;)

Musikfilme hatten hier übrigens schon öfter Platz. Rammstein, Korn, David Bowie, Sepultura....... :)


28.02.2017 10:08 Uhr - DriesVanHegen
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Da muss ich zugeben, sonst kein großer Industrial-Hörer zu sein, mir reicht also eine Beeinflussung meiner Person ;)

28.02.2017 14:18 Uhr - cecil b
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Dass kannst du ja halten wie du möchtest, ist klar. :) Für die Leser kann es aber natürlich interessant sein, und Reviews sind ja für die Leser. So oder so, du hast mMn einen guten Eindruck von NINs Kunst gegeben, das zählt doch am meisten! :)

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