SCHNITTBERICHTE | # | A | B | C | D | E | F | G | H | I | J | K | L | M | N | O | P | Q | R | S | T | U | V | W | X | Y | Z
Suche:
Wolfenstein II: The New Colossus 100% uncut englische Version ab 59,99€ bei gameware Böses Spiel mit Zombies Uncut AT-PEGI mit superschnellem Gratisversand ab 39,99€ bei gameware
DriesVanHegen
Level 2
XP 96
Eintrag: 27.02.2017

Amazon.de


Hardcover - I Madman
Blu-ray/DVD Mediabook
Cover A 36,40
Cover B 36,40
Cover D 36,40



The Last Shot
Cover A 39,08
Cover B 39,08

Audition

(Ôdishon)
Herstellungsland:Japan, Südkorea (1999)
Standard-Freigabe:FSK keine Jugendfreigabe
Genre:Drama, Thriller

Bewertung unserer Besucher:
Note: 8,01 (46 Stimmen) Details
inhalt:
Sieben Jahre nach dem Tod seiner Frau beschließt Geschäftsmann Aoyama nach einer neuen Frau Ausschau zu halten. Mit Hilfe eines befreundeten TV-Produzenten inszeniert er eine ungewöhnliche Form der Partnersuche: Sie veranstalten ein Vorsprechen für ein fiktives Filmprojekt, um sich einen Überblick über die Damenwelt zu verschaffen. Aoyamas Wahl fällt schließlich auf die ebenso schöne wie rätselhafte Asami. Eine Entscheidung, die er alsbald bereuen wird...
Diese Kritik enthält Informationen über den späteren Handlungsverlauf der Geschichte.
eine kritik von driesvanhegen:

Heute, etliche Jahre nach meiner ersten Begegnung mit Miikes filmischen Wahnsinn, kenne ich noch immer nur einen Bruchteil seines Schaffens. Aber ich bin mir für mich ganz persönlich sicher, in AUDITION sein Magnum Opus gefunden zu haben. Vielleicht war es meine damalige Ehrfurcht, sich endlich dieser Filmgröße zu nähern, die mich verklärt alles in erhabenem Glanz wahrnehmen ließ. Doch nein, ich bin auch jetzt mit gewachsener Kenntnis der Materie noch immer der Ansicht, dass es sich um nichts geringeres handelt als ein Meisterwerk.

Miike hat einen anfänglich subtilen, schlussendlich aber bitterbösen Streich gespielt. Was beschaulich und ruhig beginnt, endet in solch einem albtraumhaften Szenario, was mir in dieser fiebrigen Intensität noch kein Film ein weiteres Mal bereiten konnte.

Vielerorts lautet die heftigste Kritik: unzumutbare Langatmigkeit und Banalitäten über die ersten zwei Drittel des Filmes. Ich gehöre jedoch zu aktiven Verfechtern, dass die Machart, und hier ganz besonders das enorm gemächliche Tempo, absolut unerlässlich für das Finale ist. Sicher, nähert man sich dem Film im Glauben an einen reinrassigen Horrorthriller, ist die Fallhöhe für eine Enttäuschung enorm. Es ist schwierig überhaupt eine Erwartungshaltung zu definieren. Die Klassifizierung zum Psychothriller erscheint als die beste mögliche Lösung, auch wenn so leider wieder eine gewisse Vorahnung geschürt wird.

Zurück jedoch zum Wesentlichen. Alles beginnt in zarten, schüchternen Annäherungen. Wir bekommen zwei einsame Personen nahegebracht, die sich auf ihrem Weg zueinander unsicher, einfach menschlich, verhalten. Mit fortschreitender Spielzeit werden jedoch Risse in der weißen Fassade sichtbar, das saubere und makellose Bild beginnt zu bröckeln und die anfangs romantische Stimmung, wandelt sich von subtilem Unbehagen schließlich zu absolutem Wahnsinn. Und genau dieser Übergang, das schlussendliche Ausbrechen des albtraumhaften Finales zehrt sich von der ausdauernden Charakterführung zuvor. Denn hier sind einem die Protagonisten nicht egal, da wir sie kennen und verstehen gelernt haben. Großes Lob an dieser Stelle muss eindeutig an Eihi Shiina ausgesprochen werden, die eine wahnsinnige Performance abliefert. Sie beherrscht das Spiel von der zerbrechlichen Blume hin zur eiskalten berechnenden Psychopathin perfekt.

Neben Shiinas ausgezeichneter schauspielerischer Leistung sind es vor allem die Bilder im Finale, die sich einbrennen und erschauern lassen. Es wird von Ort zu Ort gesprungen, die Bilder und Farben verschmelzen zu einem Kaleidoskop und der absolute, reine Wahnsinn hält Einzug. So platt und einfallslos die Worte klingen, aber es handelt sich hier tatsächlich um ein albtraumhaftes, fiebriges Kaleidoskop. Oder um einen Albtraum im Fieberwahn. Die finalen Bilder thronen höhnisch über den Geschehnissen und lassen den Zuschauer völlig zerstört zurück.

mehr reviews vom gleichen autor
Headshot
DriesVanHegen
7/10
Marquis
DriesVanHegen
Alien:
DriesVanHegen
Stitches
DriesVanHegen
die neuesten reviews
Absurd
dicker Hund
5/10
Walhalla
Ghostfacelooker
7/10
Joe
Ghostfacelooker
5/10
Grünen
Punisher77
5/10
Wicker
MortAhead
9/10
Black
TheRealAsh
6/10
Killer
NoCutsPlease
8/10

Kommentare

27.02.2017 00:51 Uhr - Intofilms
1x
Ich bin zwar J-Horror gegenüber sehr aufgeschlossen. Aber Miike finde ich einfach nicht so genial, wie er oft dargestellt wird. Und das gilt eben auch für "Audition", den ich keinesfalls schlecht oder auch nur mittelmäßig finden würde (ich würde hier eine 8/10 vergeben). Und das hat gar nichts mit Längen oder banalen Elementen in der Handlung usw. zu tun. Der Funke des Genialen will einfach nicht auf mich überspringen.

Trotz unserer unterschiedlichen Wahrnehmung ist deine Rezi für mich nachvollziehbar und einfach gut geschrieben, Dries! :))

27.02.2017 01:07 Uhr - DriesVanHegen
1x
User-Level von DriesVanHegen 2
Erfahrungspunkte von DriesVanHegen 96
Danke!

Ja, da fällt mir auf, dass ich die Eingangsworte über Miike habe fallenlassen ;)
Vergöttern tue ich ihn auch nicht, aber er ist eine sichere Bank um mein Interesse zu wecken. Allerdings auch nicht so, dass ich alles von ihm verschlingen muss. Ich kenne nach wie vor nur einen winzigen Bruchteil (8 Stück sollten es sogar nur sein, habe gerade mal durchgezählt...) seines Schaffens.
Und durch seine unterschiedlichen Arbeiten, kann er in meinen Augen mit Abwechslung glänzen.

27.02.2017 04:55 Uhr - Siegberts
User-Level von Siegberts 1
Erfahrungspunkte von Siegberts 26
Ich kenne bisher nicht alles von Miike, aber Audition hat mir bisher am besten gefallen. Mir gefallen die ruhigen Töne in dem Film und die Hauptdarstellerin ist wirklich klasse.
Mit seinem Kasperletheater alá Itchy kann ich nicht viel anfangen. Wenn er aber mal wieder einen Film in dieser Art dreht, bin ich auf jeden Fall wieder dabei.
Audition bekommt von mir 7/10 Punkten

27.02.2017 09:59 Uhr - leichenwurm
DB-Helfer
User-Level von leichenwurm 5
Erfahrungspunkte von leichenwurm 350
Ich kenne auch nur einen Bruchteil von Miikes bisherigen Filmen. Aber von denen die ich bisher gesehen gab, gefielen mir die ... nun ja... ich nenne es mal ernsthaften am besten. Filme wie "Izo", "Dead or alive", "Yakuza Apocalypse" oder "Ichy the killer" sind mir einfach zu absurd. "13 Assassins" oder "Lesson of the Evil" haben mir da wesentlich besser gefallen. Und auch "Audition" hatte mir sehr gut gefallen. Die Gründe dafür decken sich übrigens 1:1 mit den Ausführungen in deinem Review ;-) !

27.02.2017 11:49 Uhr - DriesVanHegen
User-Level von DriesVanHegen 2
Erfahrungspunkte von DriesVanHegen 96
Mit IZO konnte ich auch nicht viel anfangen und wollte ihm eigentlich noch einmal eine Chance geben. Aber irgendwie hatte ich bisher keine Lust mehr darauf.
13 ASSASSINS und LESSONS OF THE EVIL fand ich auch sehenswert.

27.02.2017 13:51 Uhr - Laughing Vampire
1x
DB-Helfer
User-Level von Laughing Vampire 5
Erfahrungspunkte von Laughing Vampire 339
"Itchy", gut gelacht... :) Schreibt sich "Ichi" und bedeutet prinzipiell "eins", auch wenn es Bestandteil des Namens der Hauptfigur ist. Großartige Comicvorlage übrigens, der Film konnte mich aber auch nie so ganz überzeugen.
"Audition" hingegen halte auch ich für Miikes Meisterwerk! Schön geschriebene, dezidiert knappe Kritik, die es auf den Punkt bringt. Miike selbst halte ich für überschätzt, er hat einfach zu viel Schwachsinn gedreht, auch wenn sich in seinem Schaffen noch ein paar weitere Filmperlen finden lassen.

27.02.2017 13:53 Uhr - cecil b
DB-Co-Admin
User-Level von cecil b 16
Erfahrungspunkte von cecil b 4.912
" Es ist schwierig überhaupt eine Erwartungshaltung zu definieren."

Trifft es wirklich gut!

Ich finde bei diesem Film ja auch die Vorlage und damit die Gesellschaftskritik interessant, wie du weißt, aber du hast mMn wesentliche Punkte benannt, und der Film funktioniert auch ziemlich gut ohne diese Hintergründe. :)

Miike: Rainy Dog empfehle ich sehr, ein überraschend ruhiger Film, für mich fast ein Touch Jim Jarmusch. GOZU finde auch sehr interessant, wobei der mehr als speziell ist. Ichi finde ich genial inszeniert, genauso wie IMPRINT. IZO ist für mich sehr philosophisch, aber etwas überinszeniert.


28.02.2017 10:06 Uhr - DriesVanHegen
User-Level von DriesVanHegen 2
Erfahrungspunkte von DriesVanHegen 96
Mir ist VISITOR Q in seiner Verrücktheit mein Zweitliebster nach AUDITION.
Demnächst werde ich DEAD OR ALIVE noch einer Erstsichtung unterziehen, wobei für mich allerdings KITANO auf dem Yakuza-Thron sitzt.

28.02.2017 11:51 Uhr - Horace Pinker
2x
User-Level von Horace Pinker 18
Erfahrungspunkte von Horace Pinker 6.942
Tolle Kritik, in welcher du mit einem angenehmen Schreibstil ein deutliches Bild vom Film zeichnest. Ich habe Audition bisher noch nicht gesehen (was ich aber bei Gelegenheit sicher noch nachholen werde), kenne aber einige Miike Filme und sehe das auch etwas zwiespältig, da er sowohl imho ziemlich schlechte Filme (Full Metal Yakuza), über gutes Mittelmaß (Sukyaki Western Django) bis zu tollen Filmen geliefert hat (da fand ich witzigerweise bisher Ichi am besten, da mir die Mischung aus Humor, Wahnsinn und Splatterszenen recht gut gefallen hat).

28.02.2017 19:45 Uhr - cecil b
DB-Co-Admin
User-Level von cecil b 16
Erfahrungspunkte von cecil b 4.912
VISITOR Q :krasses Ding, finde ich auch super!

KITANO ist ein Meister! Sonatine, Violent Cop und DAS MEER WAR RUHIG finde ich besonders gut. Sein Buch WARUM ICH FRAUEN TROTZDEM MAG empfehle ich auch sehr! Oder seine Bilder....

kommentar schreiben

Um Kommentare auf Schnittberichte.com veröffentlichen zu können, müssen Sie sich bei uns registrieren.

Registrieren (wenn Sie noch keinen Account hier haben)
Login (wenn Sie bereits einen Account haben)
SB.com