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Siegberts
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Eintrag: 28.02.2017

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Melancholie der Engel

Herstellungsland:Deutschland (2009)
Genre:Drama
Alternativtitel:Angels' Melancholia, The

Bewertung unserer Besucher:
Note: 6,36 (14 Stimmen) Details
inhalt:
Sieben Personen, die unterschiedlicher nicht sein könnten, begegnen sich in einem abgelegenen Gehöft. Die beiden sonderbar in Versen sprechenden Männer, zwei Brüder Katze und Brauth, die Mädchen Melanie und Bianca, sowie der geheimnisvolle Todeskünstler Heinrich mit der gehbehinderten Clarissa, die ihr Leben im Rollstuhl fristen muss. In dem ohne roten Faden auskommenden Film wird gefoltert und Koprophilie, Exkrementophilie, Nekrophilie und Zoophilie betrieben. Der Film kulminiert in einer Mordorgie mit Verstümmelungen...
Diese Kritik enthält Informationen über den späteren Handlungsverlauf der Geschichte.
eine kritik von siegberts:

Marian Doras "Melancholie der Engel" dürfte leider, aber ziemlich sicher nur sehr wenige Menschen ansprechen, aber genau für eben Diese möchte ich diese Review so gut und informativ wie möglich gestalten. Auserdem bedeutet mir der Film persönlich sehr viel, da er mir über eine extrem schwere Lebensphase hinweg geholfen hat.

Am Schluss werde ich noch zwei Interviews verlinken, zum einen mit Marian Dora, welches ich letztes Jahr geführt habe (wirklich nur für seeeehr Interessierte, Dauer: 1 Stunde ;-) ), zum Anderen mit Darsteller Zenza Raggi, welches mein Freund und Kollege Sebastian Reuter ebenfalls letztes Jahr führte.

MDE war bisher meine intensivste Filmerfahrung und ich hatte lange an ihm zu "nagen". Ich gebe zu, dass ich nach der ersten Sichtung ziemlich durcheinander war. Zum einen war ich tatsächlich sehr schockiert, denn das Gezeigte ist wirklich sehr schwer verdaulich, doch dazu gleich noch mehr. Zum Anderen hab ich rein gar nichts verstanden, um was es denn dort eigentlich geht. Gleichzeitig war ich aber total fasziniert von der gesammten Machart, welche ich nur mit einem Wort beschreiben kann: brilliant. Damit meine ich die bewegende Musik, die Settings, welche unglaublich detailiert und interessant ausgestattet sind, die Kameraeinstellungen und ganz besonders den Schnitt, das alles ergibt eine Atmosphäre, die ich nur als extrem dicht und intensiv beschreiben kann. Etwas vergleichbares habe ich bisher nocht nicht gesehen und dass alles erschaffen von einem einzelnen Menschen, denn Marian Dora macht alles selbst.

Zur Handlung: Es geht um einen Mann namens Katze (Carsten Frank), welcher tödlich erkrankt ist und nicht mehr lange zu leben hat. Er feiert ein Wiedersehen mit seinem Freund Brauth (Zenza Raggi), welchen er Jahre nicht gesehen hat. Sie machen sich, zusammen mit der ihnen Bekannten Patrizia (Patrizia Johann) und den zwei jungen Frauen Melanie (Jeanette Weller) und Bianca (Bianca Schneider), welche sie auf dem Rummel aufgelesen haben, auf den Weg zu einem abgelegenen Gehöfft, wo sich wenig später ein mysteriöser alter Mann namens Heinrich (Peter Martel) einfindet. Der wiederum wird begleitet von der jungen Clarissa (Margarete von Stern), welche aufgrund von Behinderungen an einen Rollstuhl gefesselt ist. Die ganze Geschichte wird aus der Sicht von Katze post mortem aus dem Off erzählt (Ulli Lommel) und behandelt hauptsächlich seine Gedanken und Gefühlswelt. Er ist geplagt von Einsamkeit, Letargie und Existenzzweifel. Es ist notwendig, den Film durch die Figur Katze zu erleben, denn alle anderen Charaktere, ausgenommen Heinrich, befinden sich (aus buddhistischer Sicht) in den niederen menschlichen (Entwicklungs-)Stadien und unterstreichen damit die Einsamkeit der Hauptfigur, welche natürlich nicht von seiner Umwelt verstanden wird.

Kommen wir nun zu den Kontroversen: MDE beinhaltet, abgesehen von sehr brutalen Gewaltszenen, welche auch sehr exploitationhaft eingesetzt werden (Tötung einer Hochschwangeren und deren Fötus, Herausschneiden der Gebährmutter mit dem Messer, Vergewaltigung, Ausweidung, Misshandlung der behinderten Clarissa..) auch Tiertötungen, die teilweise real sind (Regenwurm zerschneiden, Schweineschlachtung), teilweise aber auch Fake (Katzenszene am Schluss). Angeblich (laut Zenza Raggie, siehe Interview unten) waren alle Kleintiere bereits tot, die man dort zerquetscht und zertrampelt hat. Dazu kommt noch der massive Einsatz von Körperflüssigkeiten wie Sperma, Urin, Kot und Kotze, welches auch noch alles real ausgeschieden wird. Auch sind explitit pornografische Szenen enthalten, darüber hinaus wird, wenn auch nur kurz, der Geschlechtsakt zwischen einer Frau (Patrizia Johann) und einer Ziege gezeigt. Das dürfte wohl die meisten abschrecken und man sollte vorher wissen, worauf man sich hier einlässt.

Doch so drastisch und abstossend viele Szenen sind, darf man den Film nicht darauf reduzieren, denn MDE ist zwar teilweise extrem abartig und hässlich, aber auch wunderschön. Damit meine ich die ruhigen und sanften Töne, welche das Gefühl Melancholie, in dem ja eine gewisse traurige Romantik mitschwingt, sehr schön beschreiben. Die Szene am Schluss, als sich Katze und Patrizia am Lagerfeuer gegenüberstehen, im Hintergrund der Nebel, ist einfach Romantik pur. Oder wie Katze dem Sonnenuntergang entgegen läuft und die wunderbare Melodie einsetzt..Da ist mir richtig warm ums Herz geworden.

Man sollte noch wissen, das MDE zur Hälfte ein Carsten Frank-Film ist, welcher auch das Drehbuch verfasst hat. Marian Dora hat angegeben, dass er den Filmdreh eigentlich abbrechen wollte, aber Frank war "unerbittlich" (siehe Interview). Ich empfehle auch, zum besseren Verständnis von MDE, sich Debris Documentar anzusehen. Grundsätzlich hilft es auch, wenn man sich allgemein für Themen wie Existenz und Philosophie interessiert. Auch sind sehr viele Ansichten aus dem Buddhismus vertreten, welcher ja bekanntlich die einzige Religionsform ist, welche nicht wissenschaftlich widerlegt ist und passt daher sehr gut zum naturalistischen Grundton. Die im Film erwähnten Zitate und Gedichte kann man bei Interesse auch problemlos nachgoogeln.

Manche sehen in MDE Pararellen zu "Salo", aber abgesehen davon, dass das Thema Sadismus angeschnitten wird, hat MDE rein gar nichts mit Politik oder Gesellschaftskritik zu tun. Dora hat aber öfter erwähnt, dass er die Literatur von de Sade gelesen hat, was ja so gesehen nichts heisen muss.

Schade finde ich, dass Marian Dora im Ausland viel bekannter ist, als hier in Deutschland. Woran das liegt, will ich hier nicht weiter ausbreiten, dennoch traurig, weil er tatsächlich deutsche Filme dreht und nicht wie andere Regiesseure peinlich einen US-amerikanischen Stil kopiert.

Abschliessend möchte Marian Doras Melancholie der Engel allen Leuten empfehlen, die sich gerne philosophische Filme ansehen, an alle, die an "Extrem Cinema" interessiert sind, aber auch Menschen, die an einer Depression erkrankt sind und natürlich grundsätzlich an alle, die einen Film auch als Kunstwerk begreifen können, auch wenn natürlich Kunst immer im Auge des Betrachters liegt. Auf keinen Fall aber kann man Marian Dora seine genialen Fähigkeiten als Filmemacher absprechen, egal ob einem der Inhalt nun zusagt oder nicht.

Ich bedanke mich für das Lesen dieses recht langen Textes und wünsche allen ein intensives Filmerlebnis mit Melancholie der Engel

MFG -Knorrhahn Siegberts

 

 

 

 

 

 

 

 

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Kommentare

28.02.2017 11:35 Uhr - DriesVanHegen
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MELANCHOLIE DER ENGEL ist und bleibt ein Monster von einem Film: angefangen bei der enormen Laufzeit, über die Auslotung von Extremen bis hin zum nüchternen, fast schon dokumentarischen Stil.
Ich habe mir den Film bisher ein einziges Mal angesehen (liegt schon einige Jahre zurück) und bis heute fehlt mir tatsächlich die Lust, allein wegen der Laufzeit, eine weitere Sichtung vorzunehmen.
Dennoch war seitdem kein Film auf solch eine spezielle Art intensiv.
Ich muss allerdings zugeben: bewegt oder belehrt hat mich der Film in keinster Weise, bis auf Abscheu und vielleicht sogar Ekel wurden in mir keine Gefühlsregungen ausgelöst.
Aus der Erinnerung heraus finde ich auch die gebotenen schauspielerischen Leistungen mau - aber es ist unstrittig, dass deren Einsatz für die Rollen maßgeblich sind und man kann nur anerkennen, wie weit manche Darsteller gehen.
Was man dem Film wiederum überhaupt nicht abreden kann, ist seine wunderschöne Optik. Dora hat einfach ein fotografisches Gespür für eindrückliche Bilder. Deshalb ist es mir beinahe wieder schleierhaft warum Dora dieses mit grobkörnigen Amateurlook konterkariert (sicher, finanzieller und mitunter auch inhaltliche Vorgabe). Mir persönlich würden seine gezeichneten Panoramen und Landschaften in HD doch mehr überzeugen.

Was bleibt also für mich? In erster Linie (und eben aus langjähriger Erinnerung heraus) vor allem Ratlosigkeit. Technisches Können gepaart mit Grenzüberschreitung, bei dem ich mir nicht sicher bin, was es mir geben soll.
Ob ich jedoch jemals wieder den Versuch unternehme den Film mit analytischen Augen zu sehen: ich weiß es nicht.
Denn: er ist und bleibt ein schwer verdaulicher Brocken.

28.02.2017 12:33 Uhr - Siegberts
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@Dries: Finde ich sehr interessant, wie der Film bzw. Dora auf Dich wirkt. Naja Grenzüberschreitungen gibt es ja zur genüge auch in anderen Filmen, zwar ist es natürlich auch bei Dora oft selbstzweckhaft und auf Schock aus (was ich persönlich nicht schlimm finde) aber bei ihm wirkt es halt irgendwie alles krasser.. eine ganz besondere Mischung...
Vielleicht kuckst Du ihn Dir ja doch eines Tages nochmal an..Ich jedenfalls hätte mir beim ersten Mal kucken leichter getan mit etwas mehr Backround. Die Darsteller sind ja bis auf Peter Martel und Margarete von Stern keine Schauspieler. Raggi und Jeanette Weller sind Pornodarsteller, wobei ich Raggi ziemlich super finde. Dora fängt es eben sehr gut ein. Und Carsten Frank finde ich absolut grandios auch aufgrund seiner extremen Darstellung

28.02.2017 14:11 Uhr - cecil b
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Review: Ein gutes Review, welches einen prägnanten Eindruck dieses Films gibt, der bestimmt von vielen gehasst oder geliebt wird. Meine Parallellen: Hellraiser: Demons to some, Angel to others. Die Ästhetik des Grauens, Dario Argento: Der Akt des Tötens und der Geschlechtsakt sind die persönlichsten Begegnungen zwischen Menschen. Ich habe MdE noch nicht gesehen, ich warte auf den richtigen Moment, dieser vermutlich sehr kunstvollen Grenzerfahrung.

Ich finde auch, dass Dora es schafft, über den blanken Voyeurismus zu gehen, oder die simple Darstellung von scheußlicher Gewalt. Cannibal z. B. arbeitet für mich auch auf der psychischen Ebene, und das bringt das emotionale Fass zum überlaufen. ;)

Hüstel, ich schrieb Hudeley schon, ein bisschen Schauspielerfahrung im Theaterbereich habe ich, wenn Dora noch mal einen Grenzgänger sucht, an manchen Wochenenden, Urlaub gibt es auch mal... ;)

LINKS: Gerne, danke dafür! Allerdings sind Links zu anderen Seiten in Reviews nicht drin. KEIN PROBLEM, ich schiebe sie zu den Kommentaren. Außerdem sind sie nicht einfach zu anderen Seiten, sondern zu you tube-Videos, die können in Kommentaren auftauchen, solange es sich nicht um Links zu Filmen handelt. :)

Die ziehe ich mir auch noch rein, wann, weiß ich NOCH nicht. Wobei ich die schon kenne, wenn Dora seine Begeisterung zu Gesichter des Todes preisgibt.

Glaub mir, wenn man so öffentlich ist, braucht es kleine Regeln, die wir aber gerne so weit wie möglich relativieren. ;)



SIEGBERTS LINKS:

Interview mit Zenza Raggi von Sebastian Reutner:

https://www.youtube.com/watch?v=2g8uVEYsvTM

Interview mit Marian Dora von Knorrhan Siegberts:

https://www.youtube.com/watch?v=IU_5k8m16EM

Eines muss ich aber aus meiner Sicht auch relativieren: Menschen, die an Depressionen erkrankt sind, können ja nicht über einen Kamm geschert werden. So mancher wird nicht im geringsten auf so einen Film klarkommen. Dass solche Filme einen therapeutischen Wert haben können, stelle ich nicht in Frage, ich habe schon beruflich Berührungspunkte damit bekommmen. :)

28.02.2017 15:45 Uhr - Siegberts
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@Cecil: Wenn Du MDE dann gesehen hast, lass es mich doch bitte wissen, wie er auf Dich gewirkt hat, es würde mich sehr interessieren...

Das mit den Links verstehe ich natürlich sehr gut und danke Dir, dass du sie nicht gelöscht, sondern verschoben hast!

Weist Du, als ich MDE das erste Mal sah, stand ich da wie der Ochse vorm Berg und habe fieberhaft recherchiert bis in die tiefsten Winkel des Internets - aber alles was ich fand zum Thema Dora waren dämliche und wilde Spekulationen und ich wär froh gewesen, hätte ich irgendwas vernünftiges gefunden. Deshalb hoffe ich, gerade weil sehr viele Dora in den falschen Hals bekommen, etwas Aufklärungsarbeit geleistet zu haben.

Den Argento-Streifen kenne ich tatsächlich noch nicht, aber der Vergleich mit den Zenobiten ist ziemlich gut, da geb ich dir Recht!

Dass Du Theater Erfahrung hast finde ich äußerst interessant und ich bewundere das sehr - denn da gibts keine Chance zur Wiederholung, da kann man schwer tricksen, also auf jeden Fall Hut ab dafür! Und dass jemand freiwillig in einem Dora-Film mitmachen würde, hört man auch nicht alle Tage^^

28.02.2017 16:35 Uhr - cecil b
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:) Gerade diese vermeintlich unergründlichen Kunststücke mag ich meistens! Lars von Trier, Gasper Noe, Alejandro Jodorowsky, Argento, Gus Green Van Sant, alles große Künstler, in meinen Augen, von denen ich gerne Filme besprochen habe. Nicht jedem sind diese Filme zugänglich, aber auch das macht diese besonders! Und Cannibal war für mich auf diesem hohen künstlerischen Niveau, und dass mit so wenig Geld! Beeindruckend. Wie du siehst, Kunstblut braucht es für mich nicht, um kontroverse Kunst zu liefern. Nuit Noir besteht nur aus Bildmetaphern, habe ich auch mal besprochen, vor langer Zeit. BUTTGEREIT halte ich auch für genial und tief, selbst wenn er Komik einbaut. Hab Aufzeichnungen von einigen seiner Theaterstücke besprochen, die ich besucht habe, das war der Hammer!

Theater: Ich liebe es, aber man braucht viel Glück und Zeit, um ein Talent dort auszuleben. Das Stück in dem ich gesPielt habe, wurde sogar gut verfilmt, mit Isabelle Adjani....jauchz, man verzeihe mein gestriges Gejauchze. ;) HEUTE TRAGE ICH ROCK! Habe ich natürlich auch besprochen.

Argento: Ist einer seiner Aussagen, ich glaube aus Dario Argentos World of Horror.

28.02.2017 21:49 Uhr - dicker Hund
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Eines Tages hole ich den sicher nach, da bestätigt mich das starke Review in meiner Absicht. Dazu muss allerdings die Stimmung passen: Vor der zweiten Sichtung von "Cannibal" musste ich schon sehr tief Luft holen...

01.03.2017 22:21 Uhr - naSum
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Siegbert, hiermit stellst du dein stärkstes Review der Reihe vor, die ich gerne gelesen habe. Ich habe MdE noch nicht gesehen, habe es aber seit langem vor. Ist er in irgendeiner Weise mit den Vomit Gore Filmen zu vergleichen?

28.02.2017 16:35 Uhr schrieb cecil b
... vermeintlich unergründlichen Kunststücke mag ich meistens! Lars von Trier, Gasper Noe, Alejandro Jodorowsky, Argento, Gus Green Van Sant, ...


Lars von Trier sowie Gaspar Noe ist nach meiner Ansicht recht gut zu verstehen auch in den kleineren Details.
Selbst Jodorowsky fand ich in der heilige Berg nach 2-3 facher Sichtung verständlich. Die Symbolik ist abstrakt, basiert aber auf einem realen roten Faden.

Was mich massiv verstört hat, war Lynchs Inland Empire. Da bin ich voll ausgestiegen!

02.03.2017 10:24 Uhr - cecil b
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naSum: Für mich sind die Filme die ich gesehen habe auch deutlich interpretierbar, Antichrist und Enter the Void habe ich besprochen, Irreversible ist für mich verständlich. EL TOPO habe ich auch besprochen, auch interpretiert, allerdings ist die Deutung ja immer Auslegungssache. INLAND EMPIRE ist der einzige Lynch, den ich bisher besprochen habe. :) Unglaublich gut inszeniert, interpretierbar, aber nur sehr abstrakt. Da kam ich auch an meine Grenzen.

02.03.2017 13:12 Uhr - naSum
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Ah, ok. Dann werde ich benannten Titeln die Tage mal einen Besuch abstatten.
Und was Inland Empire angeht melde ich mich mal zwecks Verständnis, da hab ich echt keinerlei Sinn und Ordnung entdeckt...

04.03.2017 08:06 Uhr - Siegberts
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@naSum: Also mit Vomit Gore kann man das gar nicht vergleichen, das Einzige, was beider verbindet, ist die Tatsache, das es sich bei beiden Fällen um Experimentalfilme handelt.

Ich persönlich fand Vomit Gore 4 ziemlich interessant und gut gemacht, aber 1-3...finde ich einfach nur extrem beschissen. Ich vermute mal sehr stark, das Luzifer Valentine die Filme nur gedreht hat, um Kohle zu verdienen. Leider glauben die (meisten) Leute alles, was man ihnen vorgaukelt. Die Filme sind sehr krank, eigentlich Pornografie für Geisteskranke (was ich persönlich nicht schlimm finde, solang niemand verletzt wird und alle Beteiligten freiwillig mitwirken) aber die Filme werden als kontrovers und "hart" vermarktet, was ich nicht nachvollziehen kann. Die meisten waren nach dem Kauf sehr enttäuscht. Aber das ist nur meine persönliche Ansicht und wie immer gehen im Bereich Experimentalfilm die Meinungen seeeeehr weit auseinander ^^

Nein, Dora hat sehr sehr viel mehr zu bieten. Die Thematiken sind immer interessant, es ist sehr viel philosophisches enthalten und dazu kommt natürlich sein handwerkliches Können. Valentine kann man eigentlich nicht in einem Satz mit Dora nennen.

Vielen Dank für Deine netten Worte :-) LG

@Cecil: Von Jodorowski hab ich bisher nur El Topo gesehen, leider konnte ich bisher den berühmten Berg des Wahnsinns noch nicht sichten :-(

Gaspar Noe und Lars von Trier sind auch eine meiner Lieblingsregiesseure, Menschenfeind und Antichrist sind absolute Meisterwerke und Enter the Void beschreibt ja perfekt den buddhistischen Ansatz des Sterbens und der Zwischenwelt, schade, dass so wenig Menschen Zugang dazu finden

Mit Argento konnte ich bisher nicht viel anfangen, da mich seine Filme irgendwie nur audiovisuell angesprochen haben. Von ihm kenne ich bisher: Suspiria, Phenomena, Tanebrae und Giallo. Letzteren fand ich sogar richtig beschissen. Ich bin aber großer Freund des Italo-Kinos (Fulci, Deodato, Lenzi)

PS: Was hältst Du denn eigentlich von Irreversible von Noe? LG

05.03.2017 16:00 Uhr - cecil b
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Lars von Trier und Noe sind auch genau mein Ding, wobei meine Bandbreite recht groß ist.

Argento: Giallo sehe ich unter anderen Aspekten, mehr ironisch, auch seitens Argento. Tenebre, Das Stendhal Syndrom, Opera, Profondo Rosso, Jenifer und Suspiria habe ich besonders gern, Argento ist für mich irgendwie Punk. ;)

Irreversible: Großartig! Ich habe mit einer Freundin, die vergewaltigt worden ist, über diesen Film gesprochen. Sie hatte die Szene der Vergewaltigung vorspulen müssen, hat sich im Endeffekt aber verstanden gefühlt! Ähnlich ging es ihr mit dem Original I spit on your Grave! Man kann nie allgemein über die Wirkung solcher extremer Filme sprechen, ist klar, aber es ist tatsächlich immer wieder so, dass sie eine therapeutische Wirkung haben KÖNNEN, wie du ähnlich auch schon geschrieben hast.

Die Kino Kontroverse Reihe und die Filme von BILDSTÖRUNG haben auch einige Perlen. Ich empfehle unbedingt Ex-Drummer und Der Leichenverbrenner, z. B.. Und kennst du ANGST von Gerald Kargl ? Genialer Film, für mich.

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