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JasonXtreme
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Eintrag: 02.03.2017

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Zulu

Herstellungsland:Frankreich, Südafrika (2013)
Standard-Freigabe:FSK keine Jugendfreigabe
Genre:Drama, Krimi, Thriller

Bewertung unserer Besucher:
Note: 8,75 (12 Stimmen) Details
inhalt:
Ali Neuman (Forest Whitaker) entkam als Kind nur knapp einem Massaker, als er mit seiner Familie zwischen die Fronten der militanten Inkhata und Nelson Mandelas ANC geriet. Neuman ist heute Chef der Mordkommission in Kapstadt und scheint ein gutes Leben zu führen, doch seine Narben sind nur oberflächlich verheilt. Einer seiner Mitarbeiter ist Brian Epkeen (Orlando Bloom), ein unzähmbarer Weißer, dessen Familie einst für die Apartheid kämpfte, wovon sich Brian vehement distanziert. Gemeinsam arbeiten sie in einer Welt, deren Alltag von Bandenkriminalität, Drogenmissbrauch und Rassismus bestimmt wird. Als sie den Mord an zwei jungen Frauen aufklären sollen, geraten sie schnell in eine Spirale der Gewalt, in der ihre Gegenwart auf den Schmerz der Vergangenheit trifft. Denn die Schatten der Apartheid sind noch immer näher als gedacht...
eine kritik von jasonxtreme:

Kapstadt, Südafrika. Eine junge Frau wird in den botanischen Gärten tot aufgefunden. Sie wurde brutal totgeschlagen, in ihrem Blut eine neuartige Droge. Die Polizisten Ali Sokhela (Forest Whitaker), Brian Epkeen (Orlando Bloom) und Danny Fletcher beginnen zu ermitteln. Schon bald stoßen sie auf eine dealende Gang in den Townships, den Armenvierteln der Stadt. Die Ereignisse überstürzen sich plötzlich, und die Cops müssen ihre eigenen Probleme hinten anstellen, um der drohenden Gefahr Einhalt zu gebieten.

Mehr möchte ich zur Handlung schlicht nicht sagen, denn es würde zwangsläufig zu Spoilern führen. Andererseits ist es auch so, dass bereits sehr früh geklärt ist, was es mit dem Mord am Mädchen auf sich hat, und auch wohin die Reise insgesamt gehen wird. Überschattet wird das Ganze allerdings auch von den persönlichen Lebensumständen und Problemen von Ali und Brian, die sich mit in die Geschichte einflechten. Dadurch wird überdeutlich, dass es sich bei ZULU um eine Buchverfilmung handelt, die 2008 von Caryl Fereys geschrieben wurde. Problematisch finde ich, dass es sicher auch daran liegt, dass das Gesamtwerk zwar stimmig ist, aber durchaus etwas sprunghaft und holprig wirkt. Ich kenne das Buch noch nicht, aber kann mir wunderbar vorstellen, dass dort alles eine Runde gemächlicher und vor allem tiefgründiger daherkommt.

Brians Charakter ist ein versoffener und siffiger Cop, der gerne mal losballert, was auch damit zu tun hat, dass er von seiner Frau für einen Zahnarzt verlassen wurde, mit dem sie nun in seiner Villa lebt. Obendrein ist das Verhältnis zu seinem Sohn auch nicht wirklich gut. Ali ist das krasse Gegenteil. Ruhig, humorlos und mit Erinnerungen aus seiner Kindheit behaftet, in der er mitansehen musste wie Leute des Apartheitsregimes seinen Vater vor seinen Augen lebendig verbrannten und ihn fast zu Tode hetzten. Dies alles fließt in die Geschichte mit ein, allerdings erst gegen Ende richtig, und diese Eindrücke funktionieren in Schriftform sicherlich besser als in einem 100 Minuten Film. Sei es drum, hier wäre mir mehr Hintergrund wichtig gewesen, funktionieren kann der Streifen allerdings auch ohne ganz gut.

Härtemäßig geht es hier ganz gut nach vorne! Jerome Salle, hier für Regie und Drehbuch verantwortlich, (Drehte auch LARGO WINCH 1 und 2) macht keine Gefangenen, was beim ersten Scharmützel gleich mehr als deutlich wird, und auch den restlichen Verlauf gegenwärtig bleibt. Passt aber auch prima ins Bild, da Kapstadt nun einmal nicht Disneyland ist, und dort mit rauen Bandagen gekämpft wird. Darstellerisch für Orlando Bloom sicher Neuland, aber ich war wirklich überzeugt von seinem Schauspiel! Gut durchtrainiert, ständig irgendwie leicht lädiert und innerlich brodelnd - gerne mehr solche Rollen von ihm! Der Rest vom Cast sagte mir bis auf Whitaker jetzt nichts, hat aber keine Ausfälle zu vermerken, und über den alten Forest muss man heutzutage ja ohnehin kein Wort mehr verlieren. Er spielt den alternden Bullen mit Zulu-Background hervorragend, und verleiht auch seinem körperlichen Gebrechen eindrucksvoll ein Gesicht. Die Szenen mit ihm und der Prostituierten sind wirklich eindringlich in Szene gesetzt.

Über all dem schwebt natürlich das große Problem des ganzen Landes Südafrika. Das erfreuliche Ende der Apartheit, aber eben auch die dadurch entstandenen Probleme wie Vergebung an Tätern, Verbleiben der Opfer mit den Leiden die Ihnen und ihren Familien zugefügt wurden. Sicher würde es für einen Film dieser Coleur zu weit führen das alles so zu dechiffrieren, wie es angemessen wäre, aber da die Themen angeschnitten werden, hätte man sich um etwas mehr Vertiefung bemühen können. Zumal auch der Fall selbst eine gewichtige Sache aufgreift: Das Project Coast. Das Apartheits-Regime forschte an chemischen und biologischen Waffen, darunter auch Drogen, die ausschließlich die schwarzafrikanische Bevölkerung dezimieren sollte. Dinge wie Amnestie werden zwar angesprochen, gerade in Bezug auf Alis Vorgesetzten, aber leider nicht weit genug verfolgt.

Wer Bock auf einen ordentlichen Thriller hat ist hier trotz allem mehr als gut aufgehoben! Angenehm bodenständig kommt ZULU daher, mit einem interessanten, wenngleich auch doch etwas reißerisch wirkenden Thema, was aber ja überraschenderweise in der Wirklichkeit fußt. Kapstadt ist zudem ja auch eine Kulisse die angenehm anders daherkommt als üblich, und der Film wurde großteils auch in Südafrika gedreht.  An meiner Wertung sieht man sogleich, dass mir der Film weit besser gefallen hat, als es die genannten Mankos meinen lassen könnten. Aber manchmal ärgert es einen einfach, wenn Potential für so viel mehr da ist, es aber dann eher Stoff für eine Serie denn einen Film wäre ;)

8/10
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Kommentare

02.03.2017 12:47 Uhr - tschaka17
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Gute Rezi, wollte meine nochmal überarbeiten, aber dank deiner eilt es ja nun nicht mehr.

Wie gesagt: Ich finde den Film klasse, interessante Geschichte, starke Schauspieler - obwohl ich sonst weder großer Fan von Whitaker geschweige denn Bloom bin - und ordentliche Härte.

Hättest den sehr passenden Soundtrack noch erwähnen sollen, der das Ganze wirklich rund werden lässt.

02.03.2017 13:32 Uhr - NoCutsPlease
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Sehr ausführlich und ansprechend beschrieben, auch mit Bezug auf den alltäglichen Wahnsinn, der in den Cape Flats herrscht. Dahingehend kann ich die Romane von Roger Smith empfehlen, der diese Grundthematik wirklich packend aufgearbeitet hat. Als ich das erste Mal von "Zulu" hörte, musste ich gleich an Smith denken.
Wertungstechnisch kommt der Film bei mir eine Zahl höher weg, da ich ihn wirklich packend, dramaturgisch konsequent und in das Milieu eintauchend finde. Whitaker punktet als abgekämpfter Bär und Bloom ist der impulsive Heißsporn an der Schwelle zum Bad Guy. Ein starker und harter Thriller, der sich als französisch-südafrikanische Co-Produktion trotz einzelner Vorhersehbarkeiten schön von Hollywood-Heldengeschichten abhebt.

02.03.2017 13:45 Uhr - JasonXtreme
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Ne 9 is bei mir schon schwierig, das is verdammt hoch :D aber an Smiths Romane fühlte ich mich als begeisterter Leser natürlich auch sofort erinnert! Sollten von denen nicht auch mal welche verfilmt werden!?

Der OST war ordentlich, grade mit den landestypischen Instrumenten - den kann ich noch mit einpflegen, richtig. Er hat mich nur nicht so richtig geflasht, daher vergas ich den sicherlich. Ein Film in dem beispielsweise Sound und Bild eine richtiggehende Symbiose eingingen war Sicario - da hätte ich den mehr als nur lobend erwähnt btw. Dazu könnte ich auch mal was schreiben.... :D ;)

02.03.2017 13:56 Uhr - NoCutsPlease
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Klar, die Punktewertungen sind auch individuell unterschiedlich gewichtet. Manch einer gibt trotz deutlicher Mängel noch eine 10, was bei einem anderen sogar schon die 8 bedeuten würde.

Ja, "Kap der Finsternis" hatte sich Smith bereitd als Verfilmung mit Samuel L. Jackson und John Goodman ausgemalt, aber gehört habe ich seit 2011 nix mehr davon.

02.03.2017 14:04 Uhr - JasonXtreme
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Achja, danke für die Kommentare ;)

Schade, dass da nix kommt. Südafrika selbst als Kulisse wäre prädestiniert für gute Thrillerware!

02.03.2017 18:06 Uhr - dicker Hund
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Überaus interessanter Titel und starke Besprechung: Da wackelt das Ringelschwänzchen.

02.03.2017 20:02 Uhr - cecil b
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Die Herren schreiben fast immer das, was ich selbst formulieren möchte! Manno! ;)

02.03.2017 20:33 Uhr - JasonXtreme
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Ich les sowas auch ern von andwren :D und mir wackelt dabei auch das Geringelte... so isses nicht muahuaha sorry... ein Bier zuviel oder so

02.03.2017 21:28 Uhr - cecil b
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Prost. ;)

03.03.2017 09:46 Uhr - naSum
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Amtliche Besprechung, die einen detailreichen Eindruck vermittelt und zu überzeugen weiß. Speziell die Thematik und Szenerie in Afrika finde ich sehr reizvoll, daher ist es schön zu lesen, das auch dort gedreht wurde.
Ich habe bisher einen Bogen gemacht wegen Milchgebiss Bloom, aber das war scheinbar unbegründet. Danke für die überzeugende Vorstellung.

03.03.2017 11:18 Uhr - Horace Pinker
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Wiedermal hochinteressantes und gekonnt verfasstes Review Jason! Zulu kenne ich bisher nur vom hören her, allerdings klingt diese Mischung aus harten Actionszenen, politischem/gesellschaftskritischen Subtext und 2 fähigen Hauptdarstellern recht reizvoll, bei Gelegenheit werde ich den mal ausleihen.

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