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dicker Hund
Level 9
XP 1.092
Eintrag: 16.03.2017

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Zombie - Bloody Demons

(The Video Dead)
Herstellungsland:USA (1987)
Standard-Freigabe:FSK 18
Genre:Horror, Komödie, Splatter
Alternativtitel:Zombie TV

Bewertung unserer Besucher:
Note: 5,40 (5 Stimmen) Details
inhalt:
Der Schriftsteller Henry Jordan bekommt eine unerwartete Lieferung. Es ist ein merkwürdig aussehender Fernsehapparat. Am Abend kann Henry der Neugierde nicht mehr widerstehen und schaltet das Gerät an. Es läuft ein alter Horrorfilm, Zombies wandeln durch einen unheimlichen Wald. Die Fernbedienung funktioniert nicht und ein verrotteter Arm durchbricht das Glas des Bildschirms...
Familie Blair hat sich ein neues Haus gekauft und da die Eltern sich noch im Urlaub amüsieren, müssen die beiden Kinder Jeff und Zoe den Umzug alleine über die Bühne bringen. Sie ahnen nicht, daß in ihrem neuen Haus einst das Massaker an dem Schriftsteller stattfand. Beim Stöbern auf dem Dachboden entdeckt Jeff den verfluchten Fernseher und schaltet ihn ein. Es läuft der gleiche Film, "Zombie Bloody Demons" und eine Horde fleischfressender Monster beginnt aus dem Schirm zu steigen...
eine kritik von dicker hund:

Robert Scott hat in seinem Leben einen einzigen Spielfilm gedreht, und das ist der Zombie-Streifen "The Video Dead" von 1987. Ihm liegt eine recht amüsante Idee zu Grunde, indem hier eine Grusel-Glotze für den Eintritt der Untoten in die Welt der Lebenden verantwortlich ist. Das Gerät sieht auf den ersten Blick schon nicht gerade vertrauenerweckend aus, auf den zweiten Blick dreht sich sein Programm um Schwarz-Weiß-Klassiker des schlurfigen Subgenres und eine femme fatale, die sogar kurz hüllenfrei sichtbar ist (Sex 2/10). An der Stelle kann man dann sehen, wie langes, blondes Haar einen Büstenhalter ersetzen kann.

Im weiteren Verlauf wird eine Geschichte, die sich nicht ganz ernst nimmt, routiniert vorgetragen. So manches Manko muss dabei durch kompetentes Regie-Handwerk ausgeglichen werden, etwa die schauspielerischen Leistungen, die sich überwiegend auf gehobenem Schülertheater-Niveau bewegen. Mit der deutschen Vertonung wird dieses Defizit noch deutlicher, weil die Stimmen selten lippensynchron einsetzen und Merkwürdigkeiten wie der Aufenthalt der Eltern in "Süd-Arabien" (?) die ersten spöttischen Bemerkungen herausfordern. Klugerweise setzt Scott auf Humor (5/10), um sein Werk konsumabler zu gestalten. So entsteht ein ironischer Abstand, wenn der Paris-Hilton-Verschnitt April verspielt die Aufmerksamkeit des guten Jeff zum eigenen Vorteil nutzt und so manch ein Zombie leise kichert. Außerdem lassen diverse Spießer unwissentliche Kalauer vom Stapel, sobald ihr Abgang naht, ohne dass sie dessen modrige Ankunft erkennen würden. Bevor dieses Stilmittel durch das verbale Gekabbel von Jeff und Mr. Daniels zu viel wird, findet das Drehbuch sein Bremspedal und setzt auf typische Schockmomente (Horror 5/10).

Diese sind ungefähr gleichauf mit ihren witzigen Gefährten, indem sie in einer Alptraum-Sequenz, schäbigen Bildern verfaulter Zombies und dem Umstand, dass die Sympathieträger-Eigenschaft kein Survival-Garant ist, ihren Niederschlag finden. Leider ist die Qualität des Make-Ups der lebenden Toten starken Schwankungen unterworfen. Das Budget ging offenbar für die wenigen, aber teils auffällig expliziten Gore-Schübe drauf (Gewalt 6/10). In diesen Gefilden ist so eine Gewichtung selten eine schlechte Idee, stimmen die Splattereien den Rezipienten doch gnädig in Bezug auf die billige Einrahmung. Jene spiegelt sich unter anderem im Set wieder, das sich auf ein Vorstadt-Haus und ein Waldstück beschränkt. An der frischen Luft hilft allerdings die Kamera mit einigen sehr günstig gewählten Winkeln dabei, die gewöhnliche Flora der banalen Umgebung nicht weiter stören zu lassen. Beim Schlussteil vermag sie indes nicht mehr viel auszurichten, da dort Zoes Grinsekatzen-Darbietungs-Malus die Nerven des Zuschauers dann doch dezent überreizt. Dessen wunde Rezeptoren erhalten durch eine gediegene Verklammerung mit Prolog und Epilog immerhin eine inszenatorische Salbe, welche einen angemessenen Grad an Linderung verschafft.

"Zombie - Bloody Demons" ist klein und fast fein, ein trashig-charmanter Vertreter der preiswert produzierten Zombie-Kategorie, dem man seine Schwächen im Falle einer Vorliebe für das Subgenre durchaus verzeihen kann (6/10 Punkten). Obwohl eine Kettensäge zum Einsatz kommt, bekam das "Zombie-TV" (Alternativtitel) in Deutschland keine Probleme mit der Zensur. Falls das Etikett der "Red Edition" authentisch ist, liegt sogar eine Erwachsenenfreigabe der FSK vor.

6/10
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Kommentare

16.03.2017 14:10 Uhr - naSum
1x
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Ein stärkeres Formulierungswerk deiner sonst auch starken Wortgewandheit!

Nach Horaces gelungener Doppelformulierung der "gut dosierten Dosis" stoße ich dann nochmals am gleichen Tag auf ein solch amüsantes Schmankerl, wenn bei dir die "Grundidee zu Grunde" liegt. ;) Herrlich!

16.03.2017 14:43 Uhr - Horace Pinker
1x
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Wie immer schön formulierte, informative und unterhaltsame Kritik aus der Feder des etwas übergewichtigen besten Freund des Menschen ;) Von The Video Dead höre ich jetzt das erste Mal und da der insgesamt eher nach durchschnittlicher Kost klingt werde ich den eher nicht kaufen, vlt. wird der aber mal ausgeliehen.

16.03.2017 15:19 Uhr - TheRealAsh
1x
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Erfahrungspunkte von TheRealAsh 35
kannte den auch nicht und dachte gleich an Videodrome, aber "auf gehobenem Schültertheater-Niveau" find ich echt klasse! Wenns den mal im Filmladen meines Vertrauens für billig geben sollte, nehm ich den jetzt auch mit

16.03.2017 16:07 Uhr - dicker Hund
1x
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Erfahrungspunkte von dicker Hund 1.092
Danke! Die Idee habe ich von Grund auf erneuert;-)

16.03.2017 16:23 Uhr - naSum
2x
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16.03.2017 16:07 Uhr schrieb dicker Hund
Danke! Die Idee habe ich von Grund auf erneuert;-)


Da zieht er winselnd davon. Erst doppelt bellend Bellen und dann nicht beißen. ;)

17.03.2017 08:22 Uhr - NoCutsPlease
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Premiumreview zu einem recht annehmbar klingenden Zombiestreifen.

17.03.2017 08:42 Uhr - JasonXtreme
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Wie immer super zu lesen :) hab den seinerzeit mal aus der Leihe gehabt, und würde den ungefähr genauso einstufen.

17.03.2017 13:00 Uhr - cecil b
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Äußerst gelungener Eindruck vom Film! Wieder bombastisch formuliert!

Den habe ich in Reichweite, immer unentschlossen, ob ich zuschlage. Mein Entschluss ist mit dieser Review näher gekommen. So ein B-Film kann mir gefallen, aber es handelt sich um kein muss. ;)

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