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FranticFox
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Eintrag: 06.03.2017

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Headshot

Herstellungsland:Indonesien (2016)
Standard-Freigabe:SPIO/JK geprüft: keine schwere Jugendgefährdung
Genre:Action, Drama, Martial Arts, Thriller

Bewertung unserer Besucher:
Note: 7,50 (2 Stimmen) Details
inhalt:
Für den jungen Profikiller Abdi endet der geplante Ausstieg aus der Verbrecherorganisation des mächtigen Mr. Lee nach einem Kopfschuss beinahe tödlich. Ohne Erinnerung an sein früheres Leben erwacht er nach zwei Monaten im Koma in der Obhut der jungen Medizinstudentin Ailin, die bald darauf von seinem ehemaligen Arbeitgeber gekidnappt wird. Um sie zu befreien, muss sich der kampferprobte Ex-Killer seiner Vergangenheit stellen und sich durch eine Armee bestens ausgebildeter Schergen kämpfen.
eine kritik von franticfox:

Hintergrund

Headshot ist der erste Actionfilm vom Regisseurduo Kimo Stamboel und Timo Tjahjanto, auch bekannt als die Mo Brothers, welche sich bereits mit Killers und Macabre einen Namen machen konnten. Besonders Killers wurde durch das Marketing zumindest im westlichen Raum über Gareth Edwards‘ Raid-Filme in den Fokus gerückt ("FROM THE PRODUCERS OF THE RAID 2"...), denn die Filme der drei Regisseure teilen sich ein erstaunlich großes Raster an Schauspielern, Produktions- und Filmcrew. Ein Zufall ist das nicht, denn genau diese drei Herren bewegen sich spätestens seit „Safe Haven“-Segment aus S-VHS, bei dem alle drei gemeinschaftlich Regie führten, permanent im selben indonesischen Produktionsdunstrkeis.

Neben Iko Uwais, der hier die Hauptrolle übernimmt, finden sich an seiner Seite auch Julie Estelle und Very Tri Yulisman (Hammer Girl und Baseball Bat Man aus Raid 2), Epy Kusnandar, (Raid 2, Killers, S-VHS) sowie Zack Lee (Benny aus Raid 2) wieder.

Story

Ein junger Mann wird bewusstlos mit einer Kopfverletzung am Strand angespült, von wo aus er von einem freundlichen Fischer ins Krankenhaus gebracht wird. Dort wird er, noch im Koma liegend, von seiner behandelnden Ärztin auf den Namen Ishmael getauft, denn sie liest gerade Moby Dick und findet, dass der Name gut zu ihm passt (Ishmael ist nämlich der Erzähler in Moby Dick und der einzige Überlebende von Captain Ahabs Schiff… musste ich googlen, wieder was gelernt).

Ishmael erwacht kurz darauf aus dem Koma und kann sich an nichts erinnern. Da er sonst niemanden hat, baut er schnell eine sehr enge Beziehung zu seiner, gottseidank sehr attraktiven, Ärztin Ailin auf.

Doch seine Vergangenheit holt ihn schnell ein, als sein alter Arbeitgeber, der durch und durch böse Gangsterboss Lee, herausfindet, dass Ishmael, der eigentlich Abdi heißt, noch am Leben ist. Als Ishmael beim Besuch eines von Lees Schlägern eine Glasflasche gegen den Kopf bekommt, entfalten sich ungeahnte Fähigkeiten. Ailin wird kurz darauf auch noch entführt, und so begibt sich Ishmael auf Konfrontationskurs mit seiner Vergangenheit, um seine Holde zu retten. Keine Spoiler, all das passiert in den ersten 30 Minuten.

Kritik

Tja, wer jetzt denkt, dass er das so oder anders schon grob siebenundneunzig Mal gesehen hat, dem kann ich nur sagen, stimmt. Was den Tiefgang der Handlung angeht, hat Headshot wirklich nicht viel zu bieten. Leider trifft das neben Story und Charakterentwicklung noch auf einige andere Punkte zu, zu denen ich gleich komme.

Denn erstmal schreibe ich über das, was hier mit Bravour gemeistert wurde, nämlich die Gewaltdarstellung. Hier macht den Mo Brüdern nämlich niemand so schnell etwas vor. Man hat man sich die Raid-Filme wohl auch mehr als nur einmal angesehen und sich überlegt, wie man noch eine Schippe drauf legen konnte. Das ist auch durchaus gelungen, dennoch präsentiert der Film das ganze Gemetzel leider nicht sonderlich gut.

Die Gewalt ist außerdem nicht das einzige, was bei The Raid 2 großspurig abgekupfert wurde. Sämtliche Szenen sehen aus, wie direkt aus den Gareth-Edwards-Filmen herauskopiert und in Headshot eingefügt, was zumindest optisch nicht verwunderlich ist, denn das Kamera- und Elektronikdepartment ist ebenfalls dasselbe wie bei The Raid 2.

Was aber leider nicht kopiert wurde, ist das Tempo der Actionszenen. Auch wenn es bei den Kämpfen augenscheinlich wild zugeht, kam ich nicht umher, mich teilweise zu langweilen. Die Kämpfe sind zwar ganz gut durch Iko Uwais choreographiert worden, wurden allerdings schlecht in Szene gesetzt. Es wurde sehr oft über die Kamera versucht, zusätzliche Dynamik zu erzeugen. Sprich: Für meinen Geschmack zu viel Shakycam für zu unspektakuläre Sequenzen. 

Die Musik stammt aus der Feder derselben Leute wie… ach wisst Ihr was, ich spare mir das jetzt. Der synthetische Soundtrack gefiel mir eigentlich sehr gut und schaffte des Öfteren eine extrem gewollt unbehagliche Stimmung, jedoch kam es mir zwischenzeitlich so vor, als würde permanent dasselbe im Hintergrund laufen.

Fazit

Es tut mir irgendwie leid, permanent Bezug auf die anderen Titel zu nehmen, aber wenn Ihr den Film gesehen habt, werdet Ihr verstehen, warum. Und zur Info vorab, die Raid-Filme bekommen bei mir jeder locker 9 Punkte und sind mit das Beste, was ich in den letzten Jahren an Action zu sehen bekommen habe.

Wer hier einen Raid 3-Ersatz erwartet, der wird vermutlich zwar in nächster Zeit nichts zu sehen bekommen, was näher dran ist, trotz allem fühlt sich Headshot eher wie ein Plagiat an, als ein guter eigenständiger Actionfilm. Es sind einfach zu viele Parallelen und Versuche den Film wie Raid 2 aussehen zu lassen. Er schafft es aber darüber hinaus nicht, ein vernünftiges Tempo aufzubauen oder gar ein gutes Pay-Off für die ganze Gewalt zu erzeugen, da mir die Figuren aufgrund der Eindimensionalität überhaupt nicht wichtig waren. Und gerade das Pay-Off ist das, was zumindest mir bei John Wick oder den Bourne-Filmen so viel Spaß gemacht hat und mir hier gänzlich fehlte.

Zudem gingen mir bestimmte Entscheidungen der Hauptfigur, auch mitten in den Kämpfen, total auf den Sender und waren für mich überhaupt nicht nachvollziehbar. Auch dass der Film zwischenzeitlich wirklich schlechte Dialoge vom Stapel lässt, war nicht wirklich hilfreich. Im Endeffekt hat man permanent das Gefühl, der Film verliert den Fokus und die Konzentration auf das Wesentliche, und das nicht nur bei den Handlungssträngen sondern teilweise sogar mitten in den Actionszenen.

Auch wenn ich auf harte, blutige Actionstreifen stehe, kann ich Headshot nicht guten Gewissens mehr als 6 von 10 Punkte geben. Sehr schade.

6/10

6/10
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Kommentare

06.03.2017 16:06 Uhr - NoCutsPlease
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Hallo Fuchsinger! ;)
Cool, dass du nach Monaten mal wieder mit am Start bist. Dein bewährtes Konzept hat übrigens kein bisschen Rost angesetzt.
Auch wenn mich der Film nur am Rande interessiert und er darüber hinaus ohnehin mittelmäßig zu sein scheint, habe ich mich über dein Review sehr gefreut.

06.03.2017 16:18 Uhr - FranticFox
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06.03.2017 16:06 Uhr schrieb NoCutsPlease
Hallo Fuchsinger! ;)
Cool, dass du nach Monaten mal wieder mit am Start bist. Dein bewährtes Konzept hat übrigens kein bisschen Rost angesetzt.
Auch wenn mich der Film nur am Rande interessiert und er darüber hinaus ohnehin mittelmäßig zu sein scheint, habe ich mich über dein Review sehr gefreut.


Danke, das freut mich total. Die letzten Monate bin ich wegen Nachwuchs einfach zu nix gekommen und war in jeder freien Minute viel zu platt, hoffe mal, dass es jetzt wieder Bergauf geht. :D

06.03.2017 16:53 Uhr - cecil b
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Stimme NoCutsPlease zu! Tolle Review!

UND HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH!!!!!!!!!!!!!!! Die Kleinen machen jeden platt. Freunde von mir machen mir immer wieder klar: wenn die nicht so unglaublich süß und zum verlieben wären.............grrrrr ;)

06.03.2017 22:31 Uhr - tschaka17
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Klingt nach passabler und anspruchsloser Unterhaltung, also kommt der mal auf die Liste für Zwischendurch. Wobei ich dieses Vehikel ohne deine Review nicht auf dem Schirm gehabt hätte, danke dafür ;)

06.03.2017 23:22 Uhr - naSum
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Na dann mal Glückwunsch zu Nachwuchs und Review. Zumindest zum schriftlichen Teil kann ich sagen, dass er dir gut gelungen ist und du einen deutlichen Eindruck vermitteln konntest, weshalb ich dankend auf eine Sichtung verzichte. ;)

07.03.2017 11:24 Uhr - NoCutsPlease
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Auch von mir noch Glückwunsch zum Nachwuchs.
Hinzu kommt, dass es auch die Vielfalt der Community bereichert, wenn hier einige Eltern vertreten sind.
Außerdem macht das Rezensieren von Kinderfilmen dann nochmals doppelt Spaß.

Also lass einfach immer mal Lektüre von dir da und lass dich auch mal unter den Beiträgen der Kollegen blicken (alles wie es gerade eben zeitlich bei dir passt). ;)

07.03.2017 11:30 Uhr - JasonXtreme
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Schade, auf den hab ich mich echt gefreut :/ danke für die gute Rezi!

08.03.2017 13:35 Uhr - DriesVanHegen
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Bis zum Punkt mit dem allzu vielen Kameragewackel dachte ich mir, den kann man sich bestimmt trotzdem gut anschauen. Aber wenn die Kampfszenen dadurch leider ihre Langeweile übertünchen müssen, geht das verloren was ich mir erhofft habe: Actionchoreographien, die man sich in Ruhe ohne künstlich erzeugte Hektik ansehen kann.
Ich denke aber, dass ich trotzdem eine Sichtung wagen werde. Wenn ich also einfach einen schlechter in Szene gesetzten RAID-Abklatsch erwarte, sollte ich zufriedenzustellen sein.

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