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Horace Pinker
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Eintrag: 16.03.2017

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Die Vergessene Welt

(The Lost World)
Herstellungsland:Großbritannien, USA, Deutschland (2001)
Standard-Freigabe:FSK 12
Genre:Abenteuer, Fantasy
Alternativtitel:Dinosaurier - Die vergessene Welt: Die Expedition beginnt

Bewertung unserer Besucher:
Note: 7,50 (2 Stimmen) Details
inhalt:
Professor Challenger unternimmt zusammen mit einer Gruppe bestehend aus dem Biologen Professor Summerly, dem Großwildjäger Lord Roxston, dem Reporter Edward Mallone sowie der jungen Agnes eine Expedition in den brasilianischen Regenwald um den Beweis für die Existenz lebender Dinosaurier auf einem abgelegenen Plateau zu erbringen. Es gelingt der Gruppe zwar dieses zu entdecken allerdings wird ihnen der einzige Rückweg versperrt. Jetzt muss die Gruppe gegen riesige Raubsaurier und mordende Affenmenschen um ihr Überleben kämpfen und zugleich versuchen einen Fluchtweg vom Plateau zu finden.
eine kritik von horace pinker:

Arthur Conan Doyles Roman The Lost World  inspirierte schon kurz nach seinem Erscheinen Filmemacher so das eine erste Kinoadaption nicht lange auf sich warten ließ. Auf die erste Leinwandadaption in den 1920ern folgten noch ganze drei weitere Leinwandabenteuer sowie eine Serienversion in den 90ern. 2001 nahm sich schließlich der BBC dem Stoff in Form einer knapp 3 stündigen Miniserie an. Basierend auf Doyles literarischer Vorlage verfassten Adrian Hodges (Primeval, My Week with Marilyn) und Tony Mulholland (The Unsinkable Titanic) gemeinsam das Drehbuch, während Stuart Orme (Puppet Master 1994, Hands of a Murderer ) die Regie übernahm. Zur Story: Professor Challenger kehrt von seiner letzten Expedition in den brasilianischen Regenwald mit den sterblichen Überresten eines angeblich von ihm selbst erlegten Flugsauriers zurück. Da ihm keiner glauben schenkt organisiert er eine weitere Expedition mit der Hilfe des Großwildjägers Lord Roxton sowie der Londoner Gazette. In Südamerika angekommen gelingt es ihnen zwar das abgelegene Plateau zu entdecken, allerdings wird ihnen ihr einziger Rückweg versperrt, so das die Gruppe mit fleischfressenden Sauriern und mörderischen Affenmenschen um ihr Leben kämpfen muss und versuchen vom Plateau zu entfliehen.

In Grundsätzen enthält die Geschichte die bereits in der 1925er Version enthaltenen Elemente, allerdings gelingt es die Geschehnisse aufgrund der höheren Laufzeit gründlicher darzustellen und zudem eine mehrschichtige Charakterzeichnung zu liefern. Trotz der Laufzeit von beinahe 3 Stunden kommt dabei kaum Leerlauf auf, da eine gute Mischung aus actionreichen und spannenden sowie dramatischen Szenen mit einer gut dosierten Portion nicht zu vordergründigen oder lächerlichen Humor geliefert wird. Im Gegenteil zum Original wird sich hier auch die Zeit genommen die Vorbereitungen sowie die Reise zum Plateau durch den Regenwald etwas ausführlicher darzustellen, so dass die ersten Dinos erst nach ungefähr einer Stunde auftreten, dies fällt aber nicht negativ ins Gewicht, da die beschwerliche Reise durch den Urwald bereits mitreißend dargestellt wird und einige erinnerungswürdige Szenen enthält (insbesondere eine Szene die Korallenottern involviert). Hilfreich ist auch, dass man als Zuschauer mit den Protagonisten mitfühlen kann, da diese nicht als stereotype Abziehbilder, sondern als reale Menschen mit ihren Stärken und Schwächen dargestellt werden. Ebenfalls positiv fand ich die Einbringung wichtiger wissenschaftlicher Diskussionsfragen aus der dargestellten Zeit, wie etwa der Streitfrage Kreationismus gegen Darwinismus (diese ist selbst heutzutage noch von Bedeutung, da etwa in einigen US-Amerikanischen Bundesstaaten die Evolutionslehre immer noch nicht anerkannt wurde), welche zu einigen interessanten Dialogen führt.  Als faszinierend empfand ich die echten Debatten nachempfunden Theorien zu Aussehen und Wesensart der Dinosaurier, so wird etwa am Beispiel des Iguanodons gelungen klar gemacht, wie stark sich die wissenschaftlichen Theorien und Darstellungen der prähistorischen Riesenechsen im Laufe der Zeit verändert haben.  Anders als im Buch werden zusätzlich auch Fragen des Naturschutzes mit eingebunden und der negative Einfluss des Menschen auf solche unentdeckten Gebiete kritisch betrachtet. Recht authentisch gelungen ist die visuelle Präsentation des frühen 20 Jahrhunderts, die mithilfe der verwendeten Kostüme, Requisiten und Sprache den Zuschauer in diese Epoche zurückversetzt. Die Dreharbeiten fanden in Neuseeland statt und die  gezeigten Naturkulissen repräsentieren gut das prähistorische Aussehen des Plateaus.

Für die Umsetzung der Saurier, sowie anderer urzeitlicher Tiere wurde das Team engagiert, welches schon mit den Dokumentationen Walking with Dinosaurs und Walking with Beasts eindrucksvoll ihre Fähigkeiten in der visuellen Darstellung ausgestorbener Geschöpfe unter Beweis gestellt haben. Bei Lost World werden die animalischen Bewohners des Plateaus mit einer Mischung aus erstklassigen Animationen und vor allem für die Nahaufnahmen verwendeten animatronischen Puppen eindrucksvoll und authentisch zum Leben erweckt. Statt dem allseits beliebten T-Rex muss diesmal der bereits im Original auftretende Allosaurus als Hauptantagonist auftreten, ansonsten dürfen u.a. auch Pteranodons, Iguanodons und Diplodocus (ein riesiger, Brachiosaurus ähnlicher Pflanzenfresser) ihren Auftritt machen. Zudem kommen auch noch Affenmenschen vor, die im Gegenteil zum Original durch die gelungene Kostümierung recht furchteinflößend und realistisch erscheinen. Die Auseinandersetzungen zwischen Mensch und Tier wurden packend, abwechslungsreich und vor allem für eine TV-Produktion überraschend brutal und blutig in Szene gesetzt, so werden Menschen blutig von den Affenmenschen geschlachtet und gefressen und auch die Allosaurier dürfen sich in einer Szene an Homo Sapiens Fleisch gütlig tun, während im  Gegenzug auch die Erlegung der Tiere teils blutig ausfällt (etwa wenn ein Carnivor gepfählt wird), dargestellte Schusswechsel gehen hingegen meist blutleer von statten.

Auch vor der Kamera trifft man auf einige bekannte Gesichter, vor allem den 2014 verstorbenen Bob Hoskins (Enemy at the Gates, Paris je t’aime) als Professor Challenger. Es gelingt ihm sowohl das etwas aufbrausende Verhalten seiner Figur glaubhaft und nicht übertrieben zu vermitteln, aber auch seine Liebe zur Natur, Mitgefühl und Wagemut gelungen mit einzubinden. Seinen Gegenpol Professor Summer wird von James Fox (Patriot Games, Sherlock Holmes 2009) ordentlich dargestellt. Er spielt seine Rolle als einen etwas unterkühlten typisch englischen Wissenschaftler, der Traditionsverhaftet ist und sich schwer mit neuen Theorien tut und zudem eine starke Abneigung gegen den christlichen Glauben hat allerdings durch die Liebe zu seiner Frau und seinen Kindern doch noch einige Sympathiepunkte bekommt. Matthew Rhys (Titus, Deathwatch) spielt den jungen Zeitungskorrespondenten Mallone. Durch sein oftmals tollpatschiges Verhalten sowie seine Naivität sorgt er für einen Großteil des Humors, ist aber durch die Liebe zu seiner Verlobten Gladys sowie seiner später aufkeimenden Zuneigung zu Agnes das emotionale Zentrum des Films und liefert eine überdurchschnittliche Leistung. Erwähnenswert sind auch noch Tom Ward als Lord Roxton, der Risikofreudigkteit und Mut, aber auch Arroganz und teilweise Brutalität seiner Figur toll miteinander verbindet und Elaine Cassidy  (The Others, The Loft) die als Agnes Cluney eine starke und eigenständige Frauenrolle in den Film mit einbringt. In einer Nebenrolle als Reverend Kerr ist zudem der 2011 verstorbene Peter Falk (Columbo, The Princes Bride) zu sehen, der es ausgezeichnet schafft die tiefe Religiosität und Hilfsbereitschaft darzustellen als auch im späteren Filmverlauf den Abstieg seiner Figur in den Wahnsinn glaubwürdig und überzeugend zu präsentieren.

In Deutschland erfolgte ein Release der ungekürzten Fassung mit einem 12er Siegel der FSK auf DVD, zudem wurde  die Miniserie auf RTL ausgestrahlt.

Mit Lost World ist eine sehr unterhaltsame und qualitativ hochwertige Verfilmung der Saurierthematik mit ansehnlichen Effekten, fähigen Schauspielern und einer interessanten Geschichte gelungen, die außer einigen wenigen Längen an Anfang und Ende durchgehend zu überzeugen weiß. Dafür vergebe ich 8/10 Allosauriern.

 

Zusatzinfos: Einzige Verfilmung des Stoffs die zeitlich vor Doyles Roman spielt (dieser spielt im Jahr 1912 während die Adaption 1911 spielt).

Als kleine Hommage an   Walking with Beasts (deutscher Titel Die Erben der Saurier) hat ein Entelodont (eine ausgestorbene Schweineart) einen Gastauftritt.

 

8/10
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Kommentare

16.03.2017 13:06 Uhr - dicker Hund
2x
User-Level von dicker Hund 9
Erfahrungspunkte von dicker Hund 1.165
Herzblutige Vorstellung, die den Film in der zweiten Reihe meines Beuteschemas markiert;-)

16.03.2017 14:01 Uhr - naSum
1x
User-Level von naSum 7
Erfahrungspunkte von naSum 662
Danke für die gelungene Vorstellung. Der wird nochmal gesichtet, denn die kindliche Sichtung liegt allzuweit zurück! Beehrst du die Primeval Serie auch noch mit einem Review, da du sie oben erwähnt hast? Das würde mich aus deiner Ausgrabungsstätte doch sehr interessieren.

Habe mich anfangs köstlich über die "gut dosierte Dosis" amüsiert! Bitte unbedingt fett markieren! ;)

Achja, Reviewqualität wie immer hochkarätig, Herr Schreibosaurus Rex!

16.03.2017 14:20 Uhr - Horace Pinker
1x
User-Level von Horace Pinker 18
Erfahrungspunkte von Horace Pinker 6.254
Vielen Dank euch beiden treuen Stammlesern für Lob und Feedback!
dicker Hund: Du kannst dir The Lost World durchaus ansehen, denke der könnte dich durchaus gut unterhalten (zudem teils auch dezente Horrorelemente enthalten sind).
naSum: Schön das du den Film auch kennst Jack, dann kannst du ja nach erneuter Sichtung auch eine Punktewertung abgeben, dann fühlen sich meine 8 Punkte nicht mehr so allein ;) Zu deiner Frage: Wie unter meinem letzten Review schon angekündigt werde ich mich jetzt erstmals von den prähistorischen Welten ab und anderen filmischen Gefilden zu melden, da es mir mal wieder nach etwas Abwechslung gelüstet, ich werde mir deine Anfrage aber mal vormerken und unter Umständen im Laufe des Jahres mal eine Kritik zu Primeval nachliefern.
P.S. Danke für den Hinweis, werde den Satz gleichmal etwas umformulieren.

17.03.2017 12:47 Uhr - NoCutsPlease
1x
DB-Helfer
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Sehr anschaulich und interessant beschrieben und auch die Besetzung klingt toll.
Ich hoffe mal auf einen peitschenden Kampf zwischen Diplodocus und Allosaurus. ;)

17.03.2017 12:56 Uhr - cecil b
1x
DB-Co-Admin
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Erfahrungspunkte von cecil b 4.781
Wirklich beeindruckend, mit welchem Herzblut du diese Saurierfilme angehst! Und das gelingt dir sehr gut! Arthur Conan Doyles ist ja auch schon fast ein Genre für sich.

17.03.2017 14:40 Uhr - Horace Pinker
User-Level von Horace Pinker 18
Erfahrungspunkte von Horace Pinker 6.254
Vielen Dank auch an NoCuts und Cecil, freut mich das der Abschluss meiner Dinoreviewreihe gefallen hat.
NoCuts: Die Schauspieler liefern auch durchweg überzeugende Darstellungen ab. Was den Saurierfight angeht muss ich dich leider enttäuschen, tatsächlich ist einer der wenigen Kritikpunkte den man noch vorbringen könnte, dass (anders als im Original) keine einzige Auseinandersetzung zwischen Dinos gezeigt wird, sondern es nur immer gegen die armen Menschen geht, kann dir aber dennoch zu einer Sichtung raten, weil ansonsten alle weiteren Aspekte überzeugend ausfallen und die Dinoeffekte auch zu den besten der letzten Jahre zählen dürften.
Cecil: Vielen Dank, Dinofilme haben bei mir wegen den damit verbundenen Kindheitserinnerungen eine Sonderstellung. Was Conan Doyle angeht hat er die Challenger Bücher wohl verfasst, da es ihm auf die Nerven ging immer nur auf Sherlock Holmes reduziert zu werden und er einen komplett anderen Typ von Held erschaffen wollte.

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