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naSum
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Eintrag: 16.03.2017

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Logan - The Wolverine

(Logan)
Herstellungsland:USA (2017)
Standard-Freigabe:FSK 16
Genre:Abenteuer, Action, Comicverfilmung,
Fantasy, Science-Fiction
Alternativtitel:Wolverine 3

Bewertung unserer Besucher:
Note: 7,42 (21 Stimmen) Details
inhalt:
In naher Zukunft schützt ein abgekämpfter Logan einen gebrochenen Professor X in einem Versteck nahe der mexikanischen Grenze. Doch Logans Versuche, sich vor der Welt und seinem Vermächtnis zu verstecken, misslingen, als ein junger Mutant, von dunklen Kräften verfolgt, bei ihnen Zuflucht sucht.
eine kritik von nasum:

Logan - The Wolverine ist ein Film, der sicherlich von einigen Filmfans sehnlichst erwartet wurde und durch die dreckige und brutale Optik in den vorangegangenen Trailern auch einiges an Begeisterung heraufbeschwören konnte. Doch lohnt sich dieser mittlerweile kaum noch zählbare Beitrag zum X-Men Universum? Ganz deutlich: NEIN! Nachdem mir die ersten drei X-Men Teile sehr zugesagt hatten und nicht von einer Hochglanz-Optik der danach folgenden sehr glatten Fortsetzungen poliert wurden, die mir leider gar nicht gefielen, war ich nach der Sichtung der sehr rohen Trailer gespannt. Meine Erwartungen wurden leider vehement zerstört, da die dreckige und trostlose Optik, sowie die rauhe brutale Art das einzig positive an diesem filmischen Flickenteppich sind. Und selbst in diesen genannten positiven Aspekten lassen sich Mankos aufzählen, denn die so hoch gelobte Brutalität dieses Filmes geht leider erstens zu Lasten einer fürchterlich schlechten Action-Choreografie und zweitens versucht man mit dem gehobenen Gewaltfaktor einfach eine enorm schlechte und vorhersehbare Story zu überdecken. Handgemacht sind die Effekte auch nicht alle, denn immer wieder drängen sich erkennbare Animationen auf. Sehr Schade!

 

Aber fangen wir vorne an, dann können wir sortiert die Klischees einsammeln. Der neue Logan hat mit dem Logan der ersten X-Men Filme nichts mehr zu tun. In den ersten zwanzig Minuten gibt es leider keine einzige Szene in der er keinen Alkohol trinkt. Ebenso gibt es keinen Dialog, in dem er nicht flucht. Seine durch Husten, Narben, graue Haare und einen dauernd humpelnden Gang stereotyp dargestellte Gebrechlichkeit aufgrund seines hohen Alters torpediert sich selbst, wenn er ohne Shirt einen perfekt trainierten Oberkörper präsentiert. Eine sehnsüchtig morbide Melancholie, die man ihm abkaufen soll, wird durch die unfreiwillig komischen Gegensätze dabei leider unseriös. Charaktertiefe sucht man vergeblich, hier wird nur eine Oberfläche dargestellt. Intrinsische Motivationen bleiben aus. Ebenso fällt neben der (gelungenen) farblosen und matten Optik auf, dass nach den Kinovorspännen und Trailern, die Werbung irgendwie nicht aufhört. Immerwieder durchbrechen leuchtende Werbetafeln, Logos und Schleichwerbung den Film und springen dem Zuschauer aufdringlich ins Gesicht. Das ist leider enorm störend und unterstes Niveau.

Nunja, zwischen all diesen Patzern versucht ein alternder Logan, einen noch älteren Charles Xavier zu pflegen und stolpert deprimiert und wenig begeistert in die Rettung der jungen Laura hinein. Dabei wird er von einer leider teilweise amateurhaft wirkenden Kameraarbeit begleitet, die auch in ihren Lichteffekten nicht immer punkten kann und visuelle Schwankungen von angemessen bis mittelmäßig auffährt. In den Kämpfen fällt zudem auf, dass mehrere Szenen langsam gedreht wurden und dann schneller abgespielt wurden, was immer wieder in stakkatoartigen Schrittgeschwindigkeiten zu erkennen ist. Störend ist außerdem, das mir mehrfach aufgefallen ist, das die Seitenverhältnisse immer wieder wechseln und Figuren somit stellenweise von dick zu dünn oder umgekehrt switchen. Wer hat da mitgeholfen? Der Praktikant? Das sollte bei einem so hoch finanzierten Film eigentlich nicht passieren.

 

Also nach ein wenig Gekloppe flüchten Logan, Charles Xavier und Laura dann vor den leider sehr blassen Bösewichten, die wenig bedrohlich wirken. Und wie bereits nach dem Trailer sehr aufdringlich klar wurde, ist Laura ein Super-Mutant, der sowohl Wolverines, Charles Xaviers und diverse andere Fähigkeiten besitzt. Nur sprechen kann sie nicht. Ohne zu spoilern, sollte jedem hier bereits die gesamte Story um Erbgut, Experimente, Gut-Böse Verteilung und ein etwaiges Ende klar sein. Außer wegrennen ist hier nicht mehr viel zu erwarten, denn Subtexte sucht man vergebens, Atmosphäre kommt nicht wirklich packend auf und auch die schauspielerische Leistung ist allenfalls Mittelmaß. Da kann auch ein prominenter Hugh Jackman nicht viel mehr zu beitragen.

 

Der Soundtrack ist angemessen gewählt und unterstreicht mit orgellastigen Ambientklängen dezent hintergründig eine kaputte dreckige Welt, die nur von angepissten, fluchenden, saufenden und Klischee behafteten Charakteren bevölkert wird. Und als Schmankerl der Logiklöcher, die sich mit der Zeit anbahnen, bin ich echt abgestiegen, als das blöde Kind auf einmal ohne Grund eine weitere Super-Mutanten-Kraft aufgepackt hat. Sie kann spanisch sprechen! Ole, Nacho Nacho!

 

Der filmische Film (hehe) ist leider ein finanzgeiler Totalreinfall, über den ich mich tierisch aufgeregt habe! Mit X-Men hat das genauso wenig zu tun, wie mit der Figur des Wolverine. Eine Produktion um des Geldes Willen ist hier meiner Meinung nach deutlich zu spüren.

Daher vergebe ich nur 4 von 10 ungern ausgesprochenen Punkten für die Zerstörung einer von mir in der Jugend sehr hoch angesehenen und gefeierten Comic Figur.  

4/10
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Kommentare

17.03.2017 00:18 Uhr - Xavier_Storma
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Interessante Kritik. Weil sie so überhaupt nicht meiner Meinung entspricht und dennoch sehr gut und fundiert geschrieben ist.

17.03.2017 00:38 Uhr - naSum
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17.03.2017 00:18 Uhr schrieb Xavier_Storma
Interessante Kritik. Weil sie so überhaupt nicht meiner Meinung entspricht und dennoch sehr gut und fundiert geschrieben ist.

Danke sehr. Unterschiedliche Perspektiven sind immer interessant.
Habe deine Kritik auch lesen und nachvollziehen können, sowie ebenso den Standpunkt von Cyclonus.

17.03.2017 01:10 Uhr - UncleBens
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Ich finde Logan wirklich Klasse! Klar, der Bösewicht ist in meinen Augen auch recht schwach, aber das ist ja ein allgemeines Problem von Marvel. Und finanziell läuft Logan auch nicht schlecht. Der Film spielte Weltweit über 400 Millionen $ bisher ein. Zwar gut geschrieben, aber ich bin absolut nicht Deiner Meinung.

17.03.2017 08:45 Uhr - JasonXtreme
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Uff, richtig abgewatscht! Ich bin mal gespannt drauf, warte aber auf die Heimkino VÖ :) dass er flucht, säuft und raucht is ja aber der Vorlage geschuldet - und dank seiner Superkräfte sieht der Oberkörper halt auch so aus, egal wie alt er is :D

Nothing for ungood aber! Wie immer lesenswert und gut geschrieben - vielleicht sehe ich es ja dann genauso wie Du, schau mer mal

17.03.2017 09:38 Uhr - Horace Pinker
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Interessante Gegenposition zu den anderen, recht lobenden Kritiken nAsum, gut verfasst mit nachvollziehbar formulierten Kritikpunkten. Ich denke ich werde es wie Jason Handhaben und eine Sichtung auf DVD oder Blu-Ray vornehmen um zu sehen ob ich mich deiner Meinung über den Film anschließen kann.

17.03.2017 09:58 Uhr - naSum
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17.03.2017 08:45 Uhr schrieb JasonXtreme
Uff, richtig abgewatscht! Ich bin mal gespannt drauf, warte aber auf die Heimkino VÖ :) dass er flucht, säuft und raucht is ja aber der Vorlage geschuldet - und dank seiner Superkräfte sieht der Oberkörper halt auch so aus, egal wie alt er is :D

Nothing for ungood aber! Wie immer lesenswert und gut geschrieben - vielleicht sehe ich es ja dann genauso wie Du, schau mer mal


Vorlage hin oder her... Die Klischees stören. Vor allem in Kombi mit der aufdringlichen Werbung.
Und Superkräfte kann man nicht als Erklärung für alles und jeden Fehler vorschieben.
Das ist die faule Lösung, warum ich auch den Alleskönner Superman so schlecht finde.

Danke dennoch fürs Feedback und mit der DVD Sichtung macht ihr beiden es wahrscheinlich richtig.

17.03.2017 10:12 Uhr - leichenwurm
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Sorry... das ist jetzt echt nicht bös gemeint, aber HÄH!?

Viele deiner Kritikpunkte kann ich echt nicht nachvollziehen. Zum einen finde ich deine Einschätzung das die Ur-Trilogie der "X-Men"-Filme NICHT auf Hochglanz poliert waren etwas merkwürdig. Immerhin gelten sie ja beinahe schon als Initialzündung für den immernoch andauernden Superhelden-Hochglanz-Blockbusterboom (nicht negativ gemeint, denn ich finds super ;-)) ! Und das der "neue" Logan nichts mehr mit dem Charakter der früheren Filme zu tun hat kann ich auch nur bedingt unterschreiben. Zum ersten spielt dieser Film nun ja auch zu einem wesentlich späteren Zeitpunkt als die frühen "X-Men"-Filme (was eine Veränderung des Charakters natürlich mit sich bringt) und zum anderen ist dies hier KEIN "X-Men" sondern ein "Wolverine"-Film. Und der hier dargestellte Charakter war noch nie näher an seiner Comicvorlage. Übrigens verhält es sich mit Wolverine in Comicbuchform recht ähnlich, denn in vielen (nicht allen) X-Men Srtorys, in denen Wolvie im Team unterwegs ist präsentiert er sich ebenfalls etwas zahmer als in seinen Solo-Abenteuern.
Und die sache mit der "Charaktertiefe und dem Subtext"... da frag ich mich grad wirklich ob wir vom selben Film reden... ! Denn "Logan" spricht doch nun wirklich so viele Themen an, die zum nachdenken anregen, dass man sie kaum alle aufzählen kann. "Midlife-Crisis", "Umgang mit der eigenen Sterblichkeit", "PTBS", "was ist Heldentum" sind alles nur Schlagworte die mir grad durch den Kopf schiessen, und auch nur einen Teil der Themen ansprechen die "Logan" aufzeigt. Die Interaktion mit Xavier rührt einen bisweilen sogar zu Tränen, Wolvies "Gebrechlichkeit" wie du es nennst wird in meinen Augen nicht stereotyp sondern vielmehr unangenehm und für den Zuschauer nachvollziehbar dargestellt. Sein gezeichneter Körper und seine nicht mehr ganz so akkuraten, trotzdem noch enorm wirksamen Kampfmanöver sprechen Bände. Dieses Thema wird auf eine Art dargestellt mit dem sich jeder, der vielleicht ebenfalls schonmal eine schwere Erkrankung durchgemacht hat, die die eigenen Körperfunktionen beeinträchtigt, identifizieren kann, obwohl man einem "Superhelden" zuschaut. Die schmerzhaft inszenierte Szene, in der sich Logan eine seiner Krallen selbst aus seiner Hand ziehen muss, da sie nicht mehr richtig funktioniert, da sein Körper langsam schlapp macht ist doch z.B. weit weg von "stereotyper Darstellung". Die ganzen technischen Defizite, die du wahrgenommen hast kann ich ebenfalls nicht bestätigen. Das sich das Bildformat verändert hat lag evtl an der Projektion des Kinos in dem du warst ? Die Actionchoreografie war mMn. ebenfalls kaum zu beanstanden. Alles sauber gefilmt und wie ich finde gut zusammengeschnitten, wobei die Kamera in den ersten Actionszenen auch für meinen Geschmack etwas zu nah am Geschehen war. Die Schauwerte verdorben hat das aber nicht. Deinem Fazit, "Logan" wäre ein "finanzgeiler Totalreinfall" und "Eine Produktion um des Geldes Willen" kann ich ebenfalls nur wiedersprechen. Einen dermaßen melancholischen Abgesang auf die durch das moderne Blockbuster-Superhelden-Kino etablierten Heldenmythen, einen emotional dermaßen schweren Film, der einen mitunter deprimiert, im besten fall vorsichtig hoffungsvoll aus dem Kino entlässt und damit sicherlich ein grosses Risiko im Hinblick auf die Erwartungshaltung des zahlenden Publikums eingeht, ist kein simpler "Cash-Grab". Vielmehr ist "Logan" genau der Film der Clint Eastwoods "Erbarmungslos" für den Western war... die mutige Anti-These zum Superhelden-Film...

17.03.2017 10:26 Uhr - NoCutsPlease
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Ein wirklich harscher Verriss, der in starkem inhaltlichen Kontrast zu den bisherigen Kritiken zum Titel steht. Der Film ist eine Tür, deine Worte sind die Axtschläge.

Inwieweit du recht hast, kann ich leider nicht beurteilen. Kreativ verfasst liest sich das Ganze auf jeden Fall und dass du deine streng subjektive Meinung gern einbringst, ist schließlich auch eines deiner Markenzeichen.
Nichtsdestotrotz bin ich weiterhin auf den Streifen gespannt. Superheldenkino, bei dem es ordentlich aufs Fressbrett gibt, läuft ja selten genug.

17.03.2017 11:04 Uhr - JasonXtreme
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Eben, bei aller Kritik an seiner Meinung muss man ja immer sehen, dass diese subjektiv ist - und da naSum sie ausgiebig begründet hat sie auch mehr als ihre Daseinsberechtigung :)

17.03.2017 12:53 Uhr - cecil b
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Interessant, ich kann alle Sichtweisen auf diesen Film nachvollziehen, auch die von Leichenwurm, und die von naSum! Aber ich kann nicht mitreden, hab den Film nicht gesehen. Außerdem ist das nicht mein Ding.

DIese Review gefällt mir so oder so gut: "Seine durch Husten, Narben, graue Haare und einen dauernd humpelnden Gang stereotyp dargestellte Gebrechlichkeit aufgrund seines hohen Alters torpediert sich selbst, wenn er ohne Shirt einen perfekt trainierten Oberkörper präsentiert."

Dieser Satz ist für mich inhaltlich und im allgemeinen sehr überzeugend. ;)

17.03.2017 14:49 Uhr - naSum
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An leichenwurm:
Wow, danke für die ausführliche Gegenposition. Mir war klar, dass ich Gesprächsstoff aufreißen würde. Die subjektiv individuelle Wahrnehmung ist klar verschieden, aber deshalb umso interessanter. Den von dir angedeuteten Subtext fand ich zu dünn angerissen,als ihn ernst zu nehmen.
Die Choreo war auf die Bewegungen der Darsteller bezogen, die unspektakulär waren, Kamera aber wie von dir erwähnt auch zu nah dran.

Die von dir favorisierte Hochglanz Optik find ich persönlich nervig. Die alten X Men Filme waren aber dagegen recht düster um einen fast melancholischen Logan gestrickt.

Und die Comicvorlagen hab ich nicht gelesen, daher kann ich dazu nix sagen. Darum danke für diese Ergänzung.

17.03.2017 15:01 Uhr - naSum
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17.03.2017 10:26 Uhr schrieb NoCutsPlease
Der Film ist eine Tür, deine Worte sind die Axtschläge.


Besser hättest du ein Lob nicht formulieren können, danke ;)

Danke allen anderen für das Verständnis. Subjektiv musste ich werden, um bewußt den Gegenpositionen entgegentreten zu können. Und die hiesige Diskussion macht echt Spaß gerade!

17.03.2017 16:32 Uhr - leichenwurm
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@naSum: ich favorisiere den Hochglanz-Look nicht, ich wollte nur zum Ausdruck bringen, dass ich den durch die "X-Men"-Filme mitbegründete Comicverfilmungs-Boom nur allzu gerne weiterverfolge... ;-) ! Hab mich da aber auch nicht ganz klar ausgedrückt. Aber... wie definierst du den Hochglanz Optik? Das auch die frühen "X-Men"- Filme waschechte Blockbuster waren/sind und sich rein Formal (also qualität der effekte, algemeiner produktionsaufwand etc.pp) wenig von den modernen Beiträgen unterscheiden steht doch ausser Frage. Klar, die Effektequalität wird mit der Zeit besser und die Budgets höher, aber grundsätzlich finde ich nehmen sich die Filme da recht wenig. Nochmal zum Subtext: ich empfand es genau richtig in die Handlung miteingewoben ohne zu dick auf zu tragen... Besonders auch im Hinblick auf aktuelle Themen wie der amerikanischen Grenzpolitik oder der immer aufdringlicher werdenden genetischen Manipulation von Lebensmitteln... !
Bei der choreographie der Action fand ich es grade gut, dass sich das ganze treiben eher bodenständig präsentiert. Diese direkte und schnörkellose Inszenierung der Action steht ganz im Dienste der Geschichte und lässt sie nicht zum Selbstzweckhaften Spektakel verkommen...! Spektakuläre Actionchoregraphie wär hier eh fehl am Platz, da sie in dem Fall gar nicht zur körperlich eingeschränkten, des kämpfens müde gewordenen Hauptfigur passen würde...

17.03.2017 16:58 Uhr - naSum
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Die Charaktere sind stereotyper, jünger, ethisch korrekter, sowie mit positiveren Hintergrundgeschichten versehen. Ein Käfigkämpfer Logan wirkt für mich aggressiver in seiner auf alles scheißenden Haltung, als der alternde Wohltäter der er im Logan Film ist. Und generell fand ich die Stimmung der alten Filme einfach düsterer, sowie pessimistischer. Das hat mir sehr gut gefallen. Die neueren Werke lassen stets in transparenter Handlung das ausstehende Happy End durchscheinen, auf die eine oder andere Weise.

Nichtsdesto trotz, kann ich dich absolut verstehen, besonders deine Argumentation mit soliden, bodenständigen Kampfszenen. Du hast absolut Recht, was für dich eine höhere Wertung rechtfertigt.
Meine andere Meinung ist damit in keiner Weise in Einklang zu bringen.
Aber da wir das ja nicht müssen, macht diese Polarisierung der Wahrnehmung die aktuelle Diskussion so ansprechend.

17.03.2017 18:00 Uhr - CHOLLO
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Vielen Dank für die differenzierte Betrachtung zu diesem Werk.Auf mich haben die Trailer im Kino sehr ansprechend gewirkt.Werde aber wohl bis zur Heimkino-Premiere warten!

17.03.2017 20:05 Uhr - TheShield2013
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Gut geschriebene Kritik, Hut ab. Aber ich muss mich leider leichenwurm in jedem Punkt anschließen. Für mich war das ein abgesang auf einen Helden, wie ich sie mir kaum besser vorstellen konnte. Für mich der beste Film aller X oder Wolverine Filme. Und was das Thema Geld betrifft, finde ich es genau anders herum. Man hätte auf Nummer sicher gehen können und vielleicht Logan auch als PG13 bringen können , was sicherlich den ein oder anderen Dollar mehr in die Kassen gespült hätte. Daher freue ich mich wenn eben solche Filme wie Deadpool oder auch Logan ihr Geld einspielen und wir in Zukunft vielleicht den ein oder anderen Film aus dem Comic Bereich eben so serviert bekommen wie sie ihre vorlagen hergeben. Ich bin auf Ghost in the Shell gespannt. Ich werde ihn mir definitiv anschauen , aber ich bin gespannt wie sie das gehandelt haben da das original teilweise Sachen inne hatte , wo ich mich frage wie sie das mit dem PG 13 rating gemacht haben. Trotzdem nochmal, super Review von dir.

18.03.2017 11:38 Uhr - deNiro
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Ich glaube ebenfalls einen komplett anderen Film gesehen zu haben!

Für mich ist der Film nicht weniger als eine der besten Comicverfilmungen seit "Watchmen". Spätestens seit der Reminiszenz an "Mein großer Freund Shane" hatte der Film mich auf seiner Seite.

Mir gefällt Leichenwurm´s Vergleich sehr gut. "Logan" ist tatsächlich eine kleine Abrechnung mit dem unbesiegbaren strahlenden Superhelden der X-MEN Tage, insofern ergibt die Parallele zu "Erbarmungslos" durchaus Sinn!

18.03.2017 16:20 Uhr - MirkoKl
1x
Oh, oh, was für ein Verriss. Und er deckt sich natürlich in keinster Weise mit meiner Sichtweise des Films ( muss er ja auch nicht). Wie fast jeder hier bin ich da ganz auf Leichenwurms Seite. Zumindest nimmst du dir die Zeit, deine Meinung nachvollziehbar zu untermauern. Es gibt nichts schlimmeres als Leute, die einen Film verreissen, ohne ihre Meinung nachvollziehbar erklären zu können ( und davon gibt es ja leider eine Menge). Zwei Kritikpunkte stören mich dann aber doch: Zum einen ist die Erwähnung der wechselnden Seitenverhältnisse ein wenig abwegig. Wenn das bei deiner Vorführung der Fall war, müsste die Kritik wohl eher gegen den Kinobetreiber gerichtet werden. Ich kann mich da ja auch irren, vielleicht haben damit ja auch andere Erfahrungen gemacht? Aber warum ist das Schmankerl der Logiklöcher, das Laura spanisch sprechen kann? Und warum tut sie das ohne Grund? War für mich im Film eigentlich alles nachvollziehbar. Nichtsdestotrotz, es ist immer interessant mal eine andere Meinung zu einem Film zu hören. Besonders in Form einer so gut geschriebenen Kritik.

18.03.2017 17:15 Uhr - naSum
1x
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An wem die Seitenverhältnisse gemangelt sind, hab ich keine Ahnung, gestört hat es mich dennoch immer wieder. Evtl ist aber ja echt das Kino schuld.

Das Spanisch sprechen hat mich so tierisch aufgeregt, weil das Blag den ganzen Film das Maul nicht aufkriegt und auf einmal...Peng, alles gar kein Problem. Da habe ich mich direkt an Jay und Silent Bob erinnert gefühlt. Da ist mir das auch schon sauer aufgestoßen ;)

19.03.2017 22:17 Uhr - Yvespheus
2x
Ich schreibe ja nicht viel, aber hier melde ich mich mal zu Wort.

1. Gut formulierte Kritik.
2. Trotz aller Kritik nie unter der Gürtellinie.
3. Kurz und knackig.

ACHTUNG: Enthält evtl. Spoiler

ABER:

Ich muss jetzt deine Kritik leider zerpflücken, da du offensichtlich einige Details missverstanden hast bzw. vielleicht die Hintergründe nicht genau kennst. Ist auf jeden Fall nicht böse gemeint.

Und los geht´s:
Seine durch Husten, Narben, graue Haare und einen dauernd humpelnden Gang stereotyp dargestellte Gebrechlichkeit aufgrund seines hohen Alters torpediert sich selbst, wenn er ohne Shirt einen perfekt trainierten Oberkörper präsentiert.


Logan wird nicht nur alt, sondern das Adamanium zerstört seinen Körper. Ich meine, dass wurde auch im Film erwähnt. Er stirbt langsam vor sich hin und kann nichts dagegen unternehmen. Vergleichbar mit Krebs. Da darf man auch mal fluchen und saufen. Würde jeder von uns machen. Somit passt sein Zustand perfekt zur Optik des Films.
Es muss nicht alles immer hübsch bunt sein, wie z.B. in "Pacific Rim". Ich habe diese Optik sehr genossen. Es war nicht so deprimierend wie in "The Book of Eli", aber doch sehr passend.

[...]dem gehobenen Gewaltfaktor einfach eine enorm schlechte und vorhersehbare Story zu überdecken.

Der gehobene Gewaltfaktor musste sein. Wenn Wolverine kämpft, verteilt er keine Blümchen. Da flliegen die Fetzen. Denn seien wir mal ehrlich: Er hat Krallen aus einem nahezu unzerstörbaren Metal. Das schneidet überall durch. Da darf dann ruhig mal Blut spritzen und hier und da ein Bein durchs Bild fliegen. Sonst wäre es unglaubwürdig. Und diese "weichgespülte" Optik geht mir schon lange auf den Keks. Das hat ja auch Netflix erkannt und spendiert seinen Marvel Produktionen gerne mal einen extra Kanister Kunstblut. Und das ist auch gut so.

Und wie bereits nach dem Trailer sehr aufdringlich klar wurde, ist Laura ein Super-Mutant, der sowohl Wolverines, Charles Xaviers und diverse andere Fähigkeiten besitzt. Nur sprechen kann sie nicht.

Sie ist kein Supermutant. Sie ist mit der DNA von Logan erschaffen worden. Also seine Tochter. Sie hat lediglich die Heilungskräfte und die Krallen.
Charles hat schon immer telepatisch mit anderen kommuniziert, die selbst keine Telepathen waren. Als Beispiel sei mal Scott Summers aus "Wolverine: Origins" genannt, der von Charles via Telepathie aus dem Kraftwerk geführt wird.
Zum "nicht sprechen können" komme ich unten zu sprechen.

[...] den leider sehr blassen Bösewichten [...]

Hmm ... ich finde den Grundgedanken, dass eine Organisation die Mutanten mit Hilfe von Gentechnik ausrottet, dass heimlich in Lebensmittel gemischt wird, schon recht bedrohlich. Dass sie zudem eigene Killermutanten züchten um die letzten Mutanten zu töten, macht sie auch nicht gerade blasser. Das dem ganzen jetzt nicht ein spezielles Gesicht gegeben wird, stört mich nicht wirklich. Es gibt die Zahnräder, die Befehle ausführen. Das reicht mir. Es geht hier um Logan.

Und als Schmankerl der Logiklöcher, die sich mit der Zeit anbahnen, bin ich echt abgestiegen, als das blöde Kind auf einmal ohne Grund eine weitere Super-Mutanten-Kraft aufgepackt hat. Sie kann spanisch sprechen! Ole, Nacho Nacho!


Das "blöde" Kind wurde in einer Forschungsanstalt gequält. Es musste mit ansehen, wie Menschen starben. Zudem hat es selbst Menschen getötet. Es ist schlicht und einfach traumatisiert.
Laura wurde in Mexiko geboren und von mexikanischen Pflegerinnen erzogen, ist es doch eigentlich schlüssig, dass sie spanisch spricht. Und sie musste ja auch erstmal einen Vertrauensbasis zu Logan aufbauen, bevor sie sich ihm anvertraut und mit ihm spricht.
Man kann sich jetzt daran stören, dass sie dann auf einmal englisch kann, aber ich gehe davon aus, dass die in der Forschungsanlage auch unterrichtet wurden. Von daher passt das auch.

Der filmische Film (hehe) ist leider ein finanzgeiler Totalreinfall, über den ich mich tierisch aufgeregt habe! Mit X-Men hat das genauso wenig zu tun, wie mit der Figur des Wolverine.


Frage: Hast du jemals einen Wolverine Comic gelesen? Z.B. "Wolverine Origins" oder eben "Old Man Logan"? Oder bist du ein Fan vom Kino Wolverine? Denn dann kann ich es verstehen, dass du "Logan" nicht magst.
Für mich ist "Logan" der erste richtige Wolverine Film. Ich fand Teil 1 (6 von 10) und Teil 2 (im Extendend Cut immerhin ein 7 von 10) nett, aber mehr auch nicht. "Logan" bekommt von mir eine gute 9 von 10.

in diesem Sinne!

20.03.2017 19:53 Uhr - ash.0160
Yvespheus hat vollkommen recht ich selber besitze ein paar original Comics
das was sie jetzt prodoziert haben kommt noch am ehestens an die Comics heran.Und wer die Comics kennt weis das logan eine eigene Einheit unter den namen x force geleitet hat und die war fürs grobe zuständig.
Und rein theoretisch könnte das ende dieses film für eine neue Ähra bedeuten und zwar die new mutants deren Comics 1982 erschienen

26.03.2017 12:26 Uhr - Ghostfacelooker
1x
User-Level von Ghostfacelooker 12
Erfahrungspunkte von Ghostfacelooker 2.447
Ich gebe diesem Review eine 10 und da ich normalerweise selten Reviews anderer lese, mag das was heissen ( oder auch nicht^^^)
Diese Review zusammen mit meinem gibt wirklich einen sehr guten Blick auf einen Film ab, der durch Trailer ganz anders dargestellt wurde und somit zurecht bei Leuten falsch ankommen kann, die einen dreckigen Actionlastigen Abgesang auf eine Comic Heldenikone mit dem einzigen der ihn wirklich darstellen kann erwartet hatten, weil sie von den Vorgängern begeistert waren.

28.03.2017 12:58 Uhr - ash.0160
1x
ich habe den film gesehen und mich nicht vom Trailer irritieren lassen
und deswegen der stand das es am ehesten an den Comics anlehnen tut.
Und meine Meinung ist eh jeder hat einen anderen Geschmack und weil man einen film schlecht findet bedeutetet es nicht das andere es auch tun und das wiederum bedeutet das der film schlecht sein muss auf ganzer ebene wie manche es darstellen.
Ghostfacelooker deine aussage hier klingt nämlich so als lägen alle anderen falsch und das kann nicht sein.

03.05.2017 13:19 Uhr - Weltraumgott
1x
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Erfahrungspunkte von Weltraumgott 14
jaja so uinterschiedlich sind wohl Geschmäcker.

Ich persönlich fand, dass das der beste Superheldenfilm war den ich je gesehen habe.
Neben Watchmen und The Punisher natürlich.

08.05.2017 16:37 Uhr - naSum
User-Level von naSum 8
Erfahrungspunkte von naSum 985
The Punisher mit Thomas Jane und V for Vendetta sind meine Top Favoriten, da beide mit einer ruhigen Melancholie punkten. Besonders zweiter ist zudem sehr zu empfehlen, blüht er doch zusätzlich in seiner Symbolik enorm auf!

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