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Occator
Level 3
XP 124
Eintrag: 17.03.2017

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Arrival

Herstellungsland:USA (2016)
Standard-Freigabe:FSK 12
Genre:Science-Fiction
Alternativtitel:Story of Your Life

Bewertung unserer Besucher:
Note: 6,67 (12 Stimmen) Details
inhalt:
Zwölf mysteriöse Raumschiffe landen zeitgleich in unterschiedlichen Regionen der Welt. Ihre Besatzung und deren Intension – ein Rätsel. Um globale Paranoia und einen potentiellen Krieg zu verhindern, soll ein Elite-Team um die Linguistin Louise Banks (Amy Adams) und den Mathematiker Ian Donnelly (Jeremy Renner) im Auftrag des Militärs Kontakt herstellen. Doch das unermüdliche Streben nach Antworten gerät bald zum Rennen gegen die Zeit – die eigene und die der gesamten Menschheit.
Diese Kritik enthält Informationen über den späteren Handlungsverlauf der Geschichte.
eine kritik von occator:

Intelligente Science-Fiction-Filme sind nicht für jedermann. Viele, zumeist männliche Zuschauer fühlen sich leicht überfordert, wenn nicht alle fünf Minuten ein Schwarzenegger/Stallone die Umgebung zu Klump ballert. Ich habe selbstverständlich nichts gegen blei- bzw laserhaltige Testosteronschlachten in der Zukunft, bevorzuge aber trotzdem Sci-Fi mit Hirn; Sci-Fi, die sich traut, Fragen zu stellen und den Zuschauer auch lange nach dem Gesehenen noch in den Gedanken umhertreibt. Bei „Arrival“ ist das endlich mal wieder der Fall.

Der Film funktioniert auf zwei Ebenen. Zum einen haben wir die offensichtliche Geschichte. Eine Alienspezies will mit der Menschheit Kontakt aufnehmen und verteilt deswegen zwölf Raumschiffe auf der ganzen Welt. Eine Linguistin und ein Wissenschaftler werden auserkoren, diesen historischen Erstkontakt zu einem erfolgreichen Abschluss zu bringen.

Auf dieser Ebene zeigt der Film sehr realistisch und eindringlich, wie sich so ein Besuch von den Sternen wohl abspielen würde. Die Militärs erwarten den Weltenkrieg und möchten gerne alles zerbomben, rechtskonservative Spinner wie bei „Breitbartnews“ erwarten die Apokalypse und religiöse Gruppierungen tun es ihnen gleich, weil sie schockierenderweise erkennen müssen, dass sie nicht der Mittelpunkt des Universums sind. Die ganze Welt wird quasi von einer gigantischen Xenophobie ergriffen und wie man ja auch heute überall in den Nachrichten sieht, ist dieses Szenario mehr als realistisch. Hier erreicht der Film eine geradezu erschreckende Aktualität.

Doch zum Glück ist der oberste Militärmann Forest Whittaker und ist damit etwas klüger und geduldiger als die Militärs in ähnlichen Filmen. So knackt Linguistin Amy Adams zusammen mit Jeremy Renner im Verlauf des Films die knifflige Kommunikation mit den Aliens, als sie erkennt, dass deren „Schrift“ nicht nur aus Kreiszeichen besteht, sondern in der Tat diese Kreise eine Darstellung ihrer Sichtweise sind. Die Aliens haben die Barriere der Zeit überwunden; sind Beherrscher der vierten Dimension geworden.

Und dies ist die zweite, philosophische Ebene des Films. Amy Adams Charakter kann die Schrift der Aliens entschlüsseln und erlangt somit selbst die Fähigkeit in die Zukunft zu sehen. Sie wird eine Tochter haben, die jung sterben wird. Hier stellt der Film also seine Fragen: wenn man wüsste, dass die Liebe in gebrochenen Herzen und Tod endet, würde man darauf verzichten? Oder wäre es das wert? Und hat man überhaupt eine Entscheidungsmöglichkeit oder ist die Zukunft genauso festgelegt wie die Vergangenheit?

Stilistisch ist der Film erwartungsgemäß ganz großes Kino. Denis Villeneuve ist mit seinen letzten Filmen zu den großen Hollywood-Regisseuren aufgestiegen und das zurecht. Es ist kein Wunder, dass man ihm das „Bladerunner“-Sequel anvertraut hat. Auch in „Arrival“ inszeniert er wunderbare Bilderwelten voller Schönheit, aber auch Fremdheit. Gerade bei den Raumschiffen und den Aliens hat man sich Mühe gegeben, diese sehr andersartig darzustellen und sich von ähnlichen Konstrukten aus anderen Filmen abzusetzen. Wobei mich die Aliens irgendwie an Lovecraft erinnern. Den größten Teil des Filmes nehmen die Kommunikationsversuche ein und gerade in diese Bereich ist es einfach erstaunlich wie viel Mühe sich die Macher mit der Alienschrift gegeben haben. Und ich habe Linguistik während des Studiums wirklich aus tiefsten Herzen gehasst.

Die Darsteller sind natürlich ebenfalls hervorragend, was aber bei dem Cast kein großes Wunder ist. Amy Adams gehört sicherlich zu den besten Darstellerinnen, die sich zur Zeit auf der Leinwand tummeln, Forest Whittaker ist eh über jeden Zweifel erhaben und auch wenn ich nicht der größte Jeremy Renner Fan bin, so kann ich sein Schauspieltalent beim besten Willen nicht absprechen.

Der Film hat also das Zeug ein neuer Science-Fiction-Klassiker in einer Reihe mit Filmen wie „Contact“, „2001“ „Close encounter“ oder „Moon“ zu werden. Und es tut richtig gut, mal wieder einen Film über Aliens zu sehen, der eine friedliche Lösung bevorzugt. Von solchen Filmen sollte es in der heutigen Zeit mehr geben. 9/10

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Kommentare

17.03.2017 01:31 Uhr - TheRealAsh
User-Level von TheRealAsh 3
Erfahrungspunkte von TheRealAsh 162
Danke für die gute Review, ich bin schon sehr gespannt, warte aber erst die Blu-ray ab. Das macht jedenfalls Lust auf mehr!

17.03.2017 08:20 Uhr - dicker Hund
User-Level von dicker Hund 9
Erfahrungspunkte von dicker Hund 1.235
Ja, so kann man den Film deuten. Gut geschrieben und würdig bewertet.

Edith:
Vierter Absatz, vorletzter Satz: Plural bilden oder vielleicht etwas umformulieren? Ist so nicht wirklich verständlich.

17.03.2017 12:42 Uhr - cecil b
1x
DB-Co-Admin
User-Level von cecil b 16
Erfahrungspunkte von cecil b 4.843
Ich schließe mich da an. :)

17.03.2017 17:49 Uhr - CHOLLO
1x
User-Level von CHOLLO 2
Erfahrungspunkte von CHOLLO 83
Habe den Film noch nicht gesehen.Dein Review befeuert meine Lust auf Sichtung aber enorm.Danke dafür!

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