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Eintrag: 17.03.2017

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Das Grauen von Schloss Montserrat

(Christina, princesse de l'érotisme)
Herstellungsland:Frankreich, Italien, Belgien, Liechtenstein (1971)
Standard-Freigabe:FSK 16
Genre:Horror, Erotik/Sex, Trash
Alternativtitel:Christine, Princess of Eroticism
I Desideri erotici di Christine
Eine Jungfrau in den Krallen von Zombies
Exorcismo per un Vergine
L Labyrinthe
La Nuit des Etoiles Filantes
A Virgin Among the Living Dead
Une Vierge chez les morts vivants

Bewertung unserer Besucher:
Note: 4,00 (7 Stimmen) Details
inhalt:
Die junge Christina erhält die Nachricht, dass ihr Vater gestorben ist. Sie macht sich auf den Weg zur Testamentseröffnung, die auf dem Schloss mitten in England stattfinden soll. Sie unterbricht ihre Reise in einem Gasthaus. Dort wird sie nicht nur von schrecklichen Träumen heimgesucht, sondern auch von der Wirtin gewarnt nicht zum Schloss Monteserrat zu fahren. Angeblich ist es verlassen und keiner ihrer Verwandten mehr am Leben. Trotzdem trifft am Morgen Basillio ein, der geschickt wurde, Christina abzuholen. Im Schloss angekommen muss Christina feststellen, dass es doch bewohnt ist. Seltsamerweise wirken aber alle sehr emotionslos und kalt. Direkt im Anschluss an die Testamentsverkündung erscheint ihr der tote Vater als Geist mit einem strick um den Hals. Er verrät ihr, dass er ermordet wurde und auch sie von den "untoten" Verwandten geopfert werden soll. Bevor Christina jedoch flüchten kann, muss sie mehrere Vergewaltigungen, explizite eroitische Ausschweifungen und eine "Orgie des Todes" über sich ergehen lassen. Der Tod in Form einer nakten, schwarzhaarigen Frau öffnet die Arme nach ihr!
Diese Kritik enthält Informationen über den späteren Handlungsverlauf der Geschichte.
eine kritik von moviecrusher:

Francisco Franco: General, Diktator und bis 1975 uneingeschränkter Machthaber im Königreich Spanien. Im Grunde also nix weiter als eine Art iberischer Hitler. Jess Franco: In Madrid geborener Vielfilmer (laut Imdb stand er bei 203 Machwerken hinter der Kamera), dessen vom Gros der Kinobegeisterten zumeist als stümperhaft eingestufe Gehversuche im Medium Film Gerüchten zufolge als Folterinstrument in "Geheimgefängnissen" á la Guantanamo zum Einsatz kommen. Francos "Sleaze for Sleaze's Sake" in der Endlosschleife ... danach gestehst du alles! Im Klartext: Spanien und die Francos - eine Geschichte voller Missverständnisse. Ärger als jene von Frauen und Tampons ... und das will schon was heißen!

 

Deshalb folgender Selbstversuch: Setze dich einem "Franco-Klassiker" aus und stehe ihn bis zum bitteren Ende durch. Ignoriere einsetzende Augen- und Hirnkrämpfe getreu der guten, alten Ivan Drago-Devise "KEINE SCHMERZEN!". Bist du danach wirklich bereit, alle Missetaten dieser Welt zu beichten, da dir Francos hemmungsloser Einsatz seiner heißgeliebten Zoom Lens jedwede Lebenslust erfolgreich austrieb? Mal sehen. Die Wahl fiel auf "A Virgin Among the Living Dead" (geguckt wurde die US-Blu-ray aus dem Hause Redemption), Franco-Fans zufolge (ja, auch die soll's geben ...) einer der "besten Streifen, die der Meister je auf Zelluloid bannte". Eins gleich vorweg: Wie bei Franco so üblich, wäre es durchaus gestattet, das Wort "Streifen" auch ohne "r" zu verwenden ... leiden doch sämtliche Mädels an augenscheinlich chronischer Textil-Allergie. Sollten sich heterosexuelle Herren der Schöpfung daran allerdings stören, empfehlen wir schon jetzt die Anmeldung zum nächsten Women's March. Mal ehrlich: 70er-Jahre Beauties wie Christina von Blanc und Britt Nichols im Evakostüm - das hat schon was! Keine OP-Narben, keine Tattoo-Schmierereien, kein feministisch verblendetes Powerfrau-Gehabe ... ach wie herrlich waren doch die Siebziger. Und den Dschungel im Beckenbereich dürfen sich Anhänger der gepflegten Glattrasur ja gerne mal wegdenken ...

Verdammt, wie leicht Mann "Onkel Jess" doch auf Leim geht! Ach deshalb diese Nackedei-Inflation ... um männliche Sinne zu verwirren. Scheinbar funktioniert's. Denn fokussiert man sich zur Abwechslung mal auf den Plot, stellt sich sogleich die Frage, weshalb Franco 90 Minuten benötigt, um eine Story zu erzählen, deren detaillierte Zusammenfassung grade mal den Platz eines Post-its benötigt. Christina, die titelgebende Jungfrau, reist in ein entlegenes Kaff irgendwo im Nirgendwo (gedreht wurde in Portugal), begleitet von groovigen Jazzklängen aus der Feder eines gewissen Bruno Nicolai. Sie hat geerbt! Und zwar ein riesiges Anwesen, das laut Einheimischen allerdings seit Jahren leer steht. Kann nicht sein. Schließlich trifft die Hobby-Nudistin dort auf ihre Familie: Einen Haufen verschrobener Typen (darunter Franco-Regular Howard Vernon) ohne erkennbare Motivation, die Handlung auch nur einen Schritt voranzutreiben. Ebenfalls Teil der illustren Runde: Franco himself als wortloser, dafür munter dahingrunzender Hausdiener und Paul Muller, der als Christinas toter Paps geistvoll und geistlos zugleich regelmäßig auftaucht, um das Mädel vor dem Zugriff des "Schattenreichs" zu warnen.

Klingt öd? Ist es aber überraschenderweise nicht! Franco schafft es doch tatsächlich, mit surrealen Bildern irgendwo zwischen Alb- und Fiebertraum zu punkten und eine bizarr-schräge Atmosphäre zu kreieren, der man sich letztendlich doch nicht einfach so entziehen kann. Dazu jede Menge nackte Frauenhaut, skurrile Momente (Christinas Begegnung mit ‘nem schwarzen Monsterdildo!) sowie gar nicht mal schlechte Kamerafahrten - und fertig ist der laszive Franco-Brei, den man als Zuschauer dann doch bereitwillig und sich halbwegs unterhalten fühlend runterwürgt. Aber was soll nun das Ganze? Schreit nach einem Twist, oder? Genau: Christina selbst gibt den Löffel ab ... und wir beobachten ihren Kampf mit Gevatter Tod. Schon zigmal gesehen - aber vor allem für Franco doch eine erstaunliche Prise Sinn. Zudem wird gemunkelt, Jess habe damit den Verlust von Muse Soledad Miranda, die 1970 bei einem Autounfall ihr Leben ließ, verarbeitet - und unter diesem Aspekt betrachtet, mutiert "A Virgin Among the Living Dead" plötzlich fast zu einer Art rührendem Love Letter.

Bleibt noch eins zu klären: Wie kommen eigentlich die Untoten ins Spiel? Als "Afterthought" zum Zwecke, den Film Anfang der 80er, zur Zeit der grassierenden Zombie-Welle, nochmals aufs verdutzte Bahnhofskino-Publikum loslassen zu können. Jean Rollin, eigentlich sowas wie der französische Franco, drehte zehn Jahre nach dem Erst-Release des Streifens eine Handvoll bescheuerter Zombie-Szenen nach, die lieblos und ohne jedes Gefühl für Kontinuität eingefügt wurden, um den Untoten-Stempel im Titel auch rechtfertigen zu können. Sieht so aus: Einer Tussi, die sich im "Christina von Blanc-Originalkostüm" (z.B. einem Nachthemd) vor die Kamera verirrte, rücken "Zombies" auf die Pelle. Also schlecht geschminkte Knallchargen, die umhertorkeln, als hätten sie einen Beaujolais zu viel gekippt. Sind übrigens "Zombies" von der Sorte, die sich damit begnügen, unser Christina-Double (deren Haarpracht ins Gesicht gekämmt wurde, damit der geneigte Zuschauer den Schwindel auch abkauft ... hahahaha!!!) ein wenig anzurempeln ... Blutdurst ist Fehlanzeige. Handelt es sich dabei gar um Untote aus dem vegetarischen Lager? Nein. Wohl eher um Diskont-Zombies um 3,50 Euro. Mehr KANN Rollins Nachdreh-Flop einfach nicht gekostet haben.

Damit nicht genug: Es existiert sogar noch eine Version mit zusätzlichen Szenen, in denen sich Nackedei Alice Arno (die ihrerseits ebenfalls einige Filme mit Franco "verbrach") als eine Art Fruchtbarkeitsgöttin zelebriert, die anfangs drei Pärchen zum Rudelbumsen vergattert, um sich danach selbst vernaschen zu lassen. Inszeniert von einem französischen Werbefilmer, dessen "Talent" nicht mal dazu reichte, simple Kopulation stimulierend einzufangen. Der Grund dafür? Den Produzenten lieferte Francos Originalversion (Titel: "Christina, Princess of Eroticism" mit einer Laufzeit von 79 MInuten) nicht genug Nacktheit, um das männliche 70er Jahre-Trashkino-Klientel zum regelmäßigen Griff in den Hosenschlitz zu motivieren. Tja, wenn der Filmindustrie etwas nicht passt, wird dem schnöden Mammon zuliebe auf alles gepfiffen ... damals wie heute.

Wie bitte? Es wurde ja "nur" ein Jess Franco-Film verstümmelt bzw. hirnlos erweitert? Ja, aber auch Franco hatte eine Vision - und der sollte man doch, wie bei jedem Regisseur, 'ne Chance einräumen. Daher Finger weg von Rollin-Zombies und Werbefritzen-Erotik. "Christina, Princess of Eroticism" ist die Version, die es sich reinzuziehen gilt ... sofern man gewillt ist, Franco-Machwerke zu verdauen. In diesem Fall ein zwar kurioses, am Ende aber durchaus lohnendes Unterfangen. Kino mal anders: Absurd, surreal, traumwandlerisch ... und gerade deshalb um Längen besser als ein Großteil des trashigen Horrormülls, der heutzutage das Blu-ray-Regal versaut. Nicht falsch verstehen: Es handelt sich weder um ‘nen Klassiker oder gar ein Meisterwerk. Als Anschauungsexemplar einer längst vergangenen Schmuddel-Epoche ist das Teil aber alle Ehren wert. Und nein, für Guantanamo ist der Film ebenfalls nicht zu empfehlen. Zu viele klebrige Reste am Fußboden. Ich denke, wir verstehen uns ...

 

 

5/10
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Kommentare

17.03.2017 21:04 Uhr - dicker Hund
3x
User-Level von dicker Hund 10
Erfahrungspunkte von dicker Hund 1.362
Unglaublich unterhaltsame Besprechung voller galligem Humor zu einem kuriosen Werk, dem ich durchaus mal eine Chance geben könnte;-)

17.03.2017 22:26 Uhr - cecil b
2x
DB-Co-Admin
User-Level von cecil b 16
Erfahrungspunkte von cecil b 4.912
Yeap, ein weiterer kreativer Schreiber!

18.03.2017 00:04 Uhr - TheRealAsh
1x
User-Level von TheRealAsh 5
Erfahrungspunkte von TheRealAsh 302
So muss das sein, thumbs up!

18.03.2017 08:04 Uhr - NoCutsPlease
1x
DB-Helfer
User-Level von NoCutsPlease 22
Erfahrungspunkte von NoCutsPlease 10.100
Sehr wortgewandt, kreativ und angenehm bissig verfasst. :)

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