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TheRealAsh
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Eintrag: 18.03.2017

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Trouble Every Day

Herstellungsland:Frankreich, Deutschland, Japan (2001)
Genre:Horror, Drama, Liebe/Romantik
Alternativtitel:Gargoyle

Bewertung unserer Besucher:
Note: 8,50 (2 Stimmen) Details
inhalt:
Die beiden jungverheirateten Shane und June sind auf ihrer Hochzeitsreise in Paris. Shane interessiert sich allerdings gar nicht so sehr für seine junge Frau, sondern er besucht heimlich eine Klinik, in der er früher einmal wissenschaftlich geforscht hat. Parallel sieht man Coré, eine gefährliche Predatorin, die auf der Lauer nach menschlicher Beute ist, die sie im Liebesspiel töten kann. Leo, der ebenfalls in der Klinik forscht, beseitigt die Leichen für Coré und sperrt sie bei sich im Haus ein. Bald wird klar, dass Shane und Coré etwas verbindet, das mit den medizinischen Forschungen zu tun hat. Shane kann schließlich die Spur von Coré aufnehmen und findet sie über und über im Blut eines weiteren Opfers. Shane bringt Coré schließlich um. Aber von da an stimmt etwas nicht mehr mit ihm. Er verliert sich zusehends selbst in einer Gier nach sexueller Mordlust.
Diese Kritik enthält Informationen über den späteren Handlungsverlauf der Geschichte.
eine kritik von therealash:

Fragt mich nicht, wie ich auf diesen Film gekommen bin. Es gibt ein paar Listen, da taucht er auf, aber es gibt lediglich eine DVD in Großbritannien, die englisch untertitelt ist und für völlig unverschämte Preise vercheckt wird. Dann habe ich von dem Film durch die Tindersticks gehört, eine meiner Lieblingsbands, die den Soundtrack dazu geschrieben haben, der wirklich sehr stimmungsvoll ist. Der Filmhändler meines Vertrauens hatte die französische DVD ohne Untertitel zufällig für ein paar Euro in der Ramschkiste und ich habe zugegriffen.

Was den Zuschauer bei "Trouble Every Day" allerdings erwartet ist wirklich ein ungewöhnliches Seherlebnis. Zunächst einmal zur Regisseurin, was ja auch nicht gang und gäbe ist. Claire Denis ist eigentlich eine waschechte Arthouse-Regisseurin, die mit Horrorfilmen nullkommanix zu tun hat. "Trouble Every Day" ist dann auch ihr einziger Ausflug in das Genre. Das Arthouse merkt man dem Film tatsächlich an, da er sehr langsam inszeniert ist, ganz eindringliche Bilder bietet und oft auch etwas handkameramäßig daherkommt, allerdings nicht wie Dogma. Man merkt jedenfalls, dass der Film kein großes Budget hatte, was aber ja nichts heißen muss.

Eine der absoluten Qualitätsmerkmale ist aber Béatrice Dalle, die in "Trouble Every Day" die Coré spielt, und dem geneigten Horrorfan aus krassen Orgien wie dem beschlagnahmten "Inside - Was sie will ist in dir" bekannt ist. Béatrice Dalle ist auch hier eine grandiose Schauspielerin, die mit ihrem speziellen Aussehen, ihren sexy Lippen und dem lüsternen Blick wirklich von vorne bis hinten überzeugt. Da möchte man gern vernascht werden, auch wenn man dafür mit dem Leben bezahlen muss. Denn Coré ist so eine Art (man könnte sagen) Vampir. Wirklich ausgesprochen wird das nicht. Das ist wohl auch dem Arthouse geschuldet. Aber im Grunde geht es darum, dass sie Nachts auf der Pirsch ist, sich Männer schnappt, um mit ihnen den Beischlaf anzupeilen, sie aber stattdessen totbeißt. Das ist so in etwa das Grundgerüst.

Da mein Französisch leider kaum vorhanden ist, sind mir sicher einige Feinheiten entgangen, aber im Film wird eigentlich nicht so viel gesprochen und die Hälfte des Filmes ist sowieso in Englisch, was sehr erfreulich ist. Zweisprachige Filme sind ja auch nicht ganz so oft verbreitet.

Daneben gibt es zwei Männerfiguren. Shane und Léo. Shane wird von Vincent Gallo wunderbar schmierig und lüstern verkörpert. Er sucht die ganze Zeit nach Coré, weil ihn mit ihr wohl eine gemeinsame Forschungsarbeit und auch Begierde verbindet, bei der sie quasi das Versuchskaninchen gewesen sein muss. Klar ausgesprochen wird das auch nicht. Aber irgendwie scheint es um eine Art abartige Sexbesessenheit zu gehen, bei der man eben gerne Leute beim Beischlaf tötet. Die Schwarze Witwe hätte jedenfalls ihre Freude daran, da diese Spinne das Männchen nach dem Sex ja auch erstmal um die Ecke bringt. Dieses tierische Element, dieser Trieb quasi, zeigt sich auch bei Coré. Diese ist dann meist nur noch mit einem blutüberströmten Nachthemdchen bekleidet ziemlich befriedigt, wenn sie in der Blutsuppe ihrer Opfer watet und sich genüsslich damit einreibt.

Auf der anderen Seite ist da Léo. Dieser arbeitet in einer medizinischen Klinik, wo irgendwelche Hirnforschungen unternommen werden, die wohl etwas mit dieser sexuellen Verirrung zu tun haben, oder eben diesem Vampirismus ohne Verwandlung des Opfers. Shane hat da wohl auch mal gearbeitet, da er hierüber Coré sucht. Léo derweil lebt mit Coré zusammen in einem schönen Häuschen in Paris und hält sie dort abgeschottet gefangen. Wenn sie wieder mal ausbüchst und jemanden tötet, ist Léo derjenige, der die Opfer fachmännisch entsorgt. Ist ja schließlich alles für das Wohl der Wissenschaft.

Die Story ist jetzt nicht so unheimlich komplex, auch wenn man erstmal eine Weile braucht, bis man sich einfindet. Es empfiehlt sich auf jeden Fall vorher eine Inhaltsangabe zu lesen, sonst ist man doch leicht verloren.

Insgesamt betrachtet bietet "Trouble Every Day" eine sehr ungewöhnliche Seherfahrung, die einen aber absolut entlohnt, wenn man sich auf sie einlässt. Das ist kein typischer Franzosenschocker à la "Martyrs" und Konsorten, sondern eher ein leiser und dabei durchaus blutiger Kunsthorrorfilm, der stellenweise an "So finster die Nacht" erinnert. Jedenfalls kam mir das von der Stimmung etwas in den Sinn.

Der Film wirkt jedenfalls extrem nach und muss mehrfach geschaut werden. Dass es hierzu keine deutsche Veröffentlichung gibt, ist einfach völlig behämmert und bedarf keiner weiteren Kommentierung im Hinblick auf gewisse Veröffentlichungspolitiken. Vor allem da sich hier eine Regisseurin, die sonst nichts mit diesem Genre zu tun hat, heranwagt, bedarf besonderer Erwähnung.

Mich hat der Film wirklich komplett überzeugt und ich empfehle ihn jedem, der was mit ein bisschen anderen und langsameren Filmen anfangen kann, oder der Lust hat Vincent Gallo beim Wichsen zuzusehen, während seine jungvermählte Frau unbefriedigt an die Badezimmertür klopft. Für jeden ist er auf keinen Fall und er wird viele sicher auch sehr langweilen. Ich fand ihn aber echt einfach nur saugeil.

Ich gebe es zu, auch und vor allem wegen der wahnsinnig sexy Lippen von Béatrice "Sabba, die Hexe" Dalle.

9/10
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Kommentare

18.03.2017 07:09 Uhr - dicker Hund
1x
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Ich bilde mir gerade ein, den schon einmal auf Arte gesehen zu haben. Habe jedenfalls eine sehr positive Assoziation mir dem Titel, die sich mit dem schicken Review deckt.

18.03.2017 08:30 Uhr - TheRealAsh
2x
User-Level von TheRealAsh 5
Erfahrungspunkte von TheRealAsh 302
Das wäre ja cool, das hieße, dass es ihn auf jeden Fall deutsch untertitelt gibt, wenn nicht sogar synchronisiert? Sauerei!

20.03.2017 09:41 Uhr - JasonXtreme
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Vincent darf also wiedermal seinen Gallo in die Kamera halten?^^ Macht der eigentlich auch was anderes? Komischer Kerl - aber echt informative Rezi zu einem Film, der mir in der Tat nichtmal vom Titel her untergekommen ist.

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