SCHNITTBERICHTE | # | A | B | C | D | E | F | G | H | I | J | K | L | M | N | O | P | Q | R | S | T | U | V | W | X | Y | Z
Suche:
Böses Spiel mit Zombies Uncut AT-PEGI mit superschnellem Gratisversand ab 39,99€ bei gameware Outlast: Trinity Uncut AT-PEGI mit superschnellem Gratisversand ab 38,99€ bei gameware
dicker Hund
Level 9
XP 1.165
Eintrag: 20.04.2017

Amazon.de


Asura - The City of Madness
Blu-ray 11,48
DVD 10,98



The Devil's Dolls
Blu-ray 13,98
DVD 11,98

Reise zurück in der Zeit

(Waxwork)
Herstellungsland:USA, Großbritannien, Deutschland (1988)
Standard-Freigabe:FSK 16
Genre:Horror, Komödie

Bewertung unserer Besucher:
Note: 8,03 (40 Stimmen) Details
inhalt:
Über Nacht steht es da – das bizarre Wachsfigurenkabinett – keiner weiß, wie es dort hinkam. Lincoln, der bedrohlich wirkende Besitzer, lädt Mark und seine Freunde zu einer Führung ein – um Mitternacht.
Ein Stelldichein der 18 legendärsten Horrorgestalten wie Dracula, Werwolf und der Marquis de Sade, sechs von ihnen suchen noch Opfer. Für die Teenager beginnt eine Reise zurück in der Zeit.
Sie müssen den Phantasien der Geschichte entkommen, sonst werden alle diese Kreaturen zu neuem Leben erweckt und starten den entsetzlichsten Horror aller Zeiten ... SIE LEBEN ... UND SUCHEN NEUE OPFER!
eine kritik von dicker hund:

Die "Reise zurück in der Zeit" war das Regiedebut von Anthony Hickox, auf dessen Konto später der kürzlich besprochene zweite "Warlock" gehen sollte. Es handelt sich um einen Episodenfilm, dessen einzelne Abschnitte durch ein Wachsfigurenkabinett mit schicken, makaberen Exponaten verknüpft sind. Das erklärt den Originaltitel "Waxwork".

Die wrap-around-story verärgert zunächst mit College-Kids, die keine Lust auf das Lernen haben und sich stattdessen lieber in abgedroschenen Eifersüchteleien verlieren. Obendrein wurde wieder einmal nicht altersgerecht gecastet, woraus die Darsteller das Beste zu machen versuchen: Die 18 Jahre alte China übernimmt die 22jährige Michelle Johnson, die noch als Tamara in dem recht deftigen "Dr. Giggles" das Slashergenre beglücken sollte. Ihr Möchtegern-Lover Mark ist mit dem 24 Jahre alten Zach Galligan besetzt, aus dessen Karriere hier mal die Rollen als Billy in den "Gremlins"-Filmen und jene des Sheriff Fowler im dritten "Hatchet" hervorgehoben seien. Am meisten überzeugt aber Deborah Foreman als die vor Erregung für den Prinzen entrückte Sarah mit dem Peitschen-Rücken, die mit ihren 25 Jahren die älteste der genannten Schauspieler ist, aber eben in ihrer Leistung nicht alt aussieht. Optisch wissen zudem die Sets zu gefallen: Eine Waldhütte tut dies mit ihrer kargen, goldbraunen Beleuchtung, die durch silberne Strahlenaufhellungen veredelt wurde. Sie gesellt sich zu einem Speisesaal unter einem hoch oben verborgenen Pentagrammfenster, dessen Kerzenschein so blendet wie die vornehmen Kostüme der Gastgeber.

Letztere Umgebung stellt den Schauplatz der zweiten Einzelgeschichte dar, die mit Gewalt (6/10) am wenigsten geizt: Hier wird der Splatter-aficionado mit explodierenden Körperteilen, Blutstößen und Kannibalismus bei Laune gehalten - und sodann von der folgenden Kombination aus Zähigkeit und spartanischer Effekt-Arbeit regelrecht überrumpelt. Die Rahmengeschichte erhält im Anschluss nämlich auf einmal eine üppige Laufzeit spendiert, deren übelste Länge wohl der Vortrag von Marks Onkel über die Hintergründe der titelgebenden Ausstellung sein dürfte. Jene werden breiter getreten als ein Alien-Ei unter einem pinken, säuregeschützten Stiefel. Apropos, Anspielungen auf bekannte Genreprodukte sind auch jenseits der ummittelbaren Zitate durch die Imitationen aus Kerzenmaterial vorhanden. Zusammen mit den bisweilen bissigen Wortgefechten der "Teenager" sorgen sie für einen guten Schub Ironie (Humor 4/10).

Dazu passt der eingangs jazzige und am Ende poppige Score, der sich in spannenderen Momenten zwischen kitzelnden und majestätischen Tönen bewegt. Die mehr oder weniger humanoiden Kreaturen der Nacht geben sich mit seiner Begleitung zwar stilistisch, nicht aber eindrücklich als Geschöpfe aus dem Genre Horror (5/10). Für zusätzliche Abstraktion sorgen Verfremdungen wie die Schwarz/Weiß-Präsentation der Zombie-Einlage. Mit derartigen performativen Finessen kann die Geschichte allerdings nicht mithalten. Sie leidet unter diversen Klischees wie dem Motiv der Rettung in letzter Sekunde und groben Widersprüchen innerhalb der filmeigenen Regeln. So spielt in der Passage um den Marquis de Sade, die noch dazu eine ausreichende Dosis Freizügigkeit vermissen lässt (Sex 2/10), der Glaube der Betroffenen an die Echtheit der Wachs-Welten auf einmal eine Rolle für ihre Überlebens-Chancen. In der ersten Episode mit dem Werwolf-Motiv waren entsprechende Zweifel noch nutzlos.

Schließlich gewinnt das "Waxwork" erst zum Finale hin wieder an Fahrt, wo dann auch der Bodycount noch einmal anziehen darf. Die Tricktechnik erleidet dort aber sporadische Ausfälle, auf die man nach der Expertise im ersten Drittel nicht so recht gefasst ist. Nach alledem geht die Reise vielleicht nicht zurück in der Zeit, aber eben doch nur in Ordnung (6/10 Punkten). Allein wegen der Vampirgeschichte und einiger drolliger Späße lohnt sich die Sichtung zumindest für Viel-Seher mit schwarzem Herzen und räudigem Lachen. Hätte Hickox die frühen Abschnitte an den Schluss gesetzt, wäre das Manko des abflachend spektakulären Verlaufs sicher weniger gewichtig ausgefallen. Parallel zur Gore-Volatilität des Films verlief auch seine Zensurgeschichte mit einem späten Abschwung: Zunächst wurde nur eine geschnittene Fassung veröffentlicht, die trotzdem erst ab 18 freigegeben wurde; inzwischen gibt es vollständige Versionen schon mit dem blauen Flatschen. Jugendfreiheit nach 21 Jahren, von 1988 bis 2009: Das ist ein Zeitabschnitt von der Geburt eines amerikanischen Säuglings bis zum seinem ersten legalen Bier im "TGI-Fridays".

6/10
mehr reviews vom gleichen autor
We
dicker Hund
7/10
Warlock
dicker Hund
6/10
Vögel,
dicker Hund
8/10
die neuesten reviews
Todesinsel,
TheRealAsh
8/10
Moonlight
Ghostfacelooker
2/10
Lavender
Ghostfacelooker
3/10
Warlock
Ghostfacelooker
8/10
My
Occator
7/10
Blade
TheRealAsh
10/10

Kommentare

20.04.2017 19:18 Uhr - TheRealAsh
1x
User-Level von TheRealAsh 2
Erfahrungspunkte von TheRealAsh 59
Ein schmackhaftes Review zu einem Film, den ich seit langem sehen will und ihn mir aufgrund deines Reviews jetzt endlich zulegen werde.

Dafür hast du dir ein paar Extraleckerlis verdient.

21.04.2017 00:16 Uhr - Intofilms
2x
Heute hat mich in der U-Bahn-Haltestelle doch glatt so ein verplanter Mops-Welpe 'gestalkt'. Mann, war das ein knuffiges Geschöpf! ;) Ich habe jedenfalls sogleich an SB.com denken müssen, hihi...

Kritik ist absolute Extraklasse, deine verbalen Verschnörkelungen treffen bei mir ja sowieso immer voll ins Schwarze. Großes Kompliment, Hundchen!

Der Film samt Sequel steht bei mir schon ewig lange auf der Sichtungsliste. Wenn ich region free wäre, hätte ich mir mit Sicherheit schon die "Waxwork 1 & 2"-VÖ von Vestron Video/Lionsgate angeschafft. Deine Review, die nachvollziehbar auf vorhandene Schwächen hinweist, hat an meinem akuten Sichtungsinteresse kaum etwas geändert. Schließlich muss (und kann!) nicht jeder Horrorfilm in der Liga von "Halloween" oder "Der Exorzist" usw. spielen.

Mein Lieblingshorrorfilm mit Wachsfiguren ist und bleibt indes "House of Wax 3D / Das Kabinett des Professor Bondi" mit Vincent Price. Diesen Film habe ich ja neulich schon mal lobend erwähnt. Das Paris Hilton-Vehikel, das auf den gleichen Namen (bis auf den Zusatz "3D") hört, habe ich bis jetzt einmal gesehen und das reicht dann wohl auch, obwohl der mich durchaus ganz gut unterhalten hat (die BJ-Szene während der Autofahrt bzw. im Auto (fährt der Wagen da gerade?) ist mir besonders im Gedächtnis geblieben, hehe).

21.04.2017 03:32 Uhr - naSum
1x
User-Level von naSum 7
Erfahrungspunkte von naSum 662
Präzise fasst du die separierten Episoden wieder zusammen. An dir ist ein Hütehund verloren gegangen. ;)

Da ich Episodenfilme absolut nicht ausstehen kann, werde ich hier passen. Am Review hatte ich dennoch Spaß.

21.04.2017 06:59 Uhr - dicker Hund
2x
User-Level von dicker Hund 9
Erfahrungspunkte von dicker Hund 1.165
Danke für Eure netten Kommentare!

Ich denke, die Kategorie "6" ist so ein Zwischenwesen unter der Schwelle zur Empfehlung, aber eben auch über dem "Mittelmaß", was ja schon etwas nach gerümpfter Nase klingt. Wobei ich nicht so recht weiß, wie ich meine Stupsnase in dem faltigen Mopsgesicht überzeugend rümpfen sollte...

21.04.2017 07:38 Uhr - leichenwurm
1x
DB-Helfer
User-Level von leichenwurm 5
Erfahrungspunkte von leichenwurm 350
Klasse Review Dicker Hund, obwohl ich den Film deutlich besser bewerten würde. Für mich ist "Waxwork" ein kleiner Klassiker. Splatterfest-, Genreparodie- und künstlerische Verbeugung vor Horrorklassikern in Zentralunion. Einziger Kritikpunkt meinerseits ist ebenfalls der etwas unglückliche Umstand, dass vor allem der Goreanteil im Finale extrem abflacht. Aber Hey, dafür gibt's ganz "Hammer-typisch" den marodierenden Lynchmob, der die Festung des Bösen stürmt... ;-) ! Ich würde "Waxwork" bei 8 Punkten mit leichter Tendenz nach oben bewerten... !

21.04.2017 13:57 Uhr - cecil b
1x
DB-Co-Admin
User-Level von cecil b 16
Erfahrungspunkte von cecil b 4.781
Exquisite Review!

Film: Ich würde dem vielleicht 7 Punkte geben, da es schon ein paar schöne Szenen gibt. Aber 6 kann ich nachvollziehen. Über dem Mittelmaß würde ich den auf jeden Fall ansiedeln.

kommentar schreiben

Um Kommentare auf Schnittberichte.com veröffentlichen zu können, müssen Sie sich bei uns registrieren.

Registrieren (wenn Sie noch keinen Account hier haben)
Login (wenn Sie bereits einen Account haben)
SB.com