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dicker Hund
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Eintrag: 21.04.2017

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We Are Still Here

Herstellungsland:USA (2015)
Standard-Freigabe:FSK 16
Genre:Horror

Bewertung unserer Besucher:
Note: 7,00 (10 Stimmen) Details
inhalt:
Ein Ehepaar zieht in ein Landhaus in New England, nachdem ihr Sohn bei einem Autounfall ums Leben gekommen ist. Doch bald mehren sich in dem Haus einige unheimliche und unerklärliche Vorkommnisse. Anne und Paul suchen nach Hilfe und laden ein befreundetes Paar ein, das sich schon mit vielen mysteriösen Phänomenen beschäftigt hat und dem Spuk ein Ende bereiten soll. Schnell wird klar, dass eine rachsüchtige Geister-Familie das Haus bewohnt und alle Neuankömmlinge attakiert. Von den Einwohnern der Stadt ist keine Hilfe zu erwarten – hütet doch das ganze Dorf ein kollektives und sehr dunkles Geheimnis.
eine kritik von dicker hund:

Der aus dem vorletzten Jahr datierende und für den gemächlichen Autoren damit noch sehr aktuelle Beitrag zum Haunted-House-Subgenre "We are still here" ist die bisher einzige Regiearbeit von Ted Geoghegan. Angesichts des mit großem Fleiß erstellten Reviews vom Kollegen insanity667 erübrigen sich eigentlich Ausführungen zu den Referenzen der Beteiligten. Hier sei nur noch einmal gesondert hervorgehoben, dass die weibliche Hauptrolle Anne von Barbara Crampton, also der Megan aus "Re-Animator" gespielt wird. Die in der erwähnten Kritik nachvollziehbar begründete Ernüchterung über die Qualität des Films muss sich allerdings nicht zwingend einstellen.

Sicherlich kommt der Auftakt etwas unbeholfen daher, zumal die helle Schneelandschaft rund um das von außen scheinbar langweilige Haus erst einmal keine typische Schauerbasis aufbereitet. Auch lässt die zähe Autofahrt des Protagonistenpaares mit wenig Gesprächsinhalten nichtssagende, blasse Charaktere vermuten. Das bewahrheitet sich sogar, weil die Figuren zwar jenseits der beliebtesten Klischees zu verorten sind, hierbei aber dennoch bemerkenswert oberflächlich bleiben. Schon besorgt der Zuschauer eine atmosphärische Katastrophe mit miserablem Pacing.

Diese Sorge führt dann allerdings in die Irre. Denn die immerhin im Vergleich zu den sonst so oft zu ertragenden Teenagern schon geradezu betagten Gatten sind nicht etwa die urigsten "Antiquitäten". Vor allem die Einrichtung des Gebäudes wirkt vergilbt und noch dazu geschmacksverirrt, was sich mit der erzählerischen Zeitschiene vor Erfindung von Smartphone und Tablet allein nicht erklären lässt. Vielmehr hat dieses biedere Spukhaus im Innern einen eigensinnigeren touch als ein miefender Gebrauchtwagen aus dritter Hand. Die Kamera stellt die ambitioniert konzipierten Räumlichkeiten mit konsequenter Ruhe und routinierten Blickwinkeln so vor, dass Neugier entsteht für den kategoriebedingt eigentlichen Hauptdarsteller: Das verwunschene Gebäude, genauer dessen heißen Keller.

Nachdem das Interesse dann doch geweckt ist, steigern sich die Unannehmlichkeiten für die Besucher des vorgestellten Ortes und mit ihnen die Spannung, die in einer ausgewogenen Geschwindigkeit entwickelt wird. Mit Bedacht setzt der Score immer dann ein, wenn es der Stimmung dienlich ist, und zwar mit dezentem Moll oder leisem Grollen. Viel früher als erwartet haben die Schocks ihren Platz, wobei sie sich zunächst vorhersehbar und harmlos geben. Um so wuchtiger entfalten sie ihre Wirkung, nachdem der Rezipient ordnungsgemäß eingelullt wurde. Das gelungene Design der kokeligen Untoten erweist sich hierfür als äußerst nützlich. Dazu bieten die mehrheitlich spät eingesetzten Goreszenen weitere Überraschungen. Hier ist gelegentlich sogar richtig derbe Kost dabei, die attraktiv angerichtet und mit zunehmender Intensität serviert wird.

Natürlich macht das alles die lückenhafte und ein wenig depperte Geschichte nicht schlüssiger, das naive Ende nicht weniger unbefriedigend. Die erzählerische Funktion des verstorbenen Sohnes der Eheleute will sich nicht so recht erschließen. Und auch die 30-Jahres-Regel, wonach die Geisterfamilie in entsprechenden Intervallen wiederkehrt, erscheint ziellos daher-erzählt. Der Konsum macht bis dahin trotzdem über weite Strecken derart viel schaurigen Spaß, dass man dieser kleinen Filmperle solche Macken nachzusehen bereit ist. Die eingeschränkte Jugendfreigabe verblüfft ob der gezeigten, unbedingten Härten (Gewalt und Horror je 6/10, Sex und Humor je 1/10). Dank bisweilen gänsehautigem Grusel, atypischem Look, angemessenem Tempo und spritzigen, schön dick aufgetragenen Splatterspitzen sind 7 Punkte drin.

7/10
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Kommentare

21.04.2017 09:44 Uhr - JasonXtreme
2x
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Erfahrungspunkte von JasonXtreme 2.214
Der wurde bei mir im Bekanntenkreis schon mehrfach lobend erwähnt, hier nu auch nochmal.... ich denke nach Deiner tollen Rezi, muss ich doch langsam mal ran da :D

21.04.2017 11:20 Uhr - leichenwurm
2x
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Erfahrungspunkte von leichenwurm 350
Ich fand den ebenfalls überraschend stark. Und beim gorelastigen Finale war ich glatt richtig von den Socken. Erwähnenswert ist auch das Regisseur Ted Geoghegan mit "We are still here" Fulcis "Haus an der Friedhofsmauer" Tribut zollen wollte, was man u.a. an einigen Namen der Figuren erkennt... ;-) !

21.04.2017 12:11 Uhr - TheRealAsh
2x
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Erfahrungspunkte von TheRealAsh 59
danke für die Ehrenrettung dieses klasse Films, ich würde sogar noch ein Pünktchen zulegen.

Einen Kritikpunkt habe ich aber auch wie Leichenwurm, die Verweise auf Fulci und Lovecraft vor allem sind hier schon sehr deutlich und wichtig, sodass der Film ein wahrer Grower ist.

Außerdem ist der Soundtrack für mich als Soundtrackfreak ein absolutes Sahnestückchen

21.04.2017 12:16 Uhr - dicker Hund
2x
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Danke für Lob und Kritik: So runden Kommentare ein Review ab.

21.04.2017 12:37 Uhr - Intofilms
1x
'Kokelige Untote'... Hoppel mal her zu mir mit deinen drolligen Stummelbeinchen, ich muss dich mal knuddeln! ;)))

"We are still here" zündet bei mir immer noch (hihi, 'zünden' im wahrsten Sinne des Wortes). Anfang dieses Jahres, im saukalten Januar, voller Begeisterung erst wieder gesehen, kann ich dir nur zustimmen: Das ist wirklich eine "kleine[] Filmperle" für Horrorfans. Ein stiller, melancholischer Film, der es gekonnt versteht, eine düster-bedrückende Atmosphäre aufzubauen. Die Fotografie wird dabei von einem kongenialen, minimalistischen Synthiescore perfekt ergänzt. Und dann noch dieses saugeile Design der Feuerwesen. Zugute kommt dem Film wohl auch die äußerst knappe Spielzeit von ca. 73 Minuten. Denn die restlichen rund sieben Minuten sind im Grunde nur Abspann / Endcredits. Dies - in Verbindung mit dem recht actionreichen 'grande finale' - bewahrt den Film mit sicherem Instinkt davor, vielleicht doch irgendwann ins Langweilig-Monotone abzudriften.

Deine quirlige Rezi spielt mal wieder in der obersten Liga. Ganz tolle Arbeit! ;))

@leichenwurm
Der Film ist definitiv eine grandiose Fulci-Hommage! ;)

@Ash
Score ist absolut genial! Kann man gar nicht oft genug sagen! ;)

21.04.2017 14:02 Uhr - cecil b
1x
DB-Co-Admin
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Danke für den großartigen Typ!

22.04.2017 00:48 Uhr - Horace Pinker
1x
User-Level von Horace Pinker 18
Erfahrungspunkte von Horace Pinker 6.254
Nach einigen Horrorklassikern hast du dich jetzt mal wieder neuerer Genreware zugewendet und das wie nicht anders zu erwarten mit Erfolg! Mit deinen charakteristischen wunderbar verspielt kreativen Stil, der Einbringung der wichtigsten Infos und dem nachvollziehbaren Fazit schaffst du es mal wieder zu überzeugen. We are Still Here setze ich gleich mal auf meine Watchlist und hol den bei Gelegenheit nach

22.04.2017 16:29 Uhr - NoCutsPlease
1x
DB-Helfer
User-Level von NoCutsPlease 21
Erfahrungspunkte von NoCutsPlease 9.205
7 Wuffs vom dicken Hund für den Film und beide Daumen von mir für diese Rezension!

22.04.2017 18:41 Uhr - DriesVanHegen
1x
User-Level von DriesVanHegen 2
Erfahrungspunkte von DriesVanHegen 47
Ich bin eigentlich ein Liebhaber und mitnichten Kostverächter von dicker roter Blutsuppe. Aber hier hat mir das splattrige Finale nicht zwingend zugesagt.

Da wurde eine abwechslungsreiche Figurenzeichnung (mal keine Teens, sondern ein erwachsenes Paar!) gepaart mit atmosphärischem Score und einer angenehm düster-schaurigen Haunted House Geschichte spannend und straff erzählt - nur um dann in einem (in meinen Augen fehlplatzierten) Splatterfinale zu münden.
Nein, der Film war keineswegs schlecht, war mir aber am Ende nicht "rund".

Die Kamera führte übrigens Karim Hussain und die Effekte wurden von Markus Koch angeleitet!

23.04.2017 20:06 Uhr - Intofilms
1x
22.04.2017 18:41 Uhr schrieb DriesVanHegen
Ich bin eigentlich ein Liebhaber und mitnichten Kostverächter von dicker roter Blutsuppe. Aber hier hat mir das splattrige Finale nicht zwingend zugesagt.

Da wurde eine abwechslungsreiche Figurenzeichnung (mal keine Teens, sondern ein erwachsenes Paar!) gepaart mit atmosphärischem Score und einer angenehm düster-schaurigen Haunted House Geschichte spannend und straff erzählt - nur um dann in einem (in meinen Augen fehlplatzierten) Splatterfinale zu münden.
Nein, der Film war keineswegs schlecht, war mir aber am Ende nicht "rund".

Dein Einwand ist durchaus nicht ganz von der Hand zu weisen. Ich bin jedoch der Meinung, dass dieses Gemetzel sich durchaus 'organisch' in das Gesamtgeschehen einfügt - nicht zuletzt deshalb, weil ja schon weit vor dem äußerst blutigen Finale eine recht deftige Splattereinlage (Szene im Auto) sozusagen wohldosiert und als kleiner Vorgeschmack auf das Kommende eingestreut wird. Aber selbst ohne diese 'Vorwarnung' hätte ich den finalen Gewaltexzess nicht als disparat und unpassend empfunden, da er insbesondere auch - je länger der Film läuft - durch die immer stärker hervortretenden Fulci-Assoziationen keinesfalls völlig unerwartet kommt. Für mich ist das einfach die besondere Signatur dieses Films: eine ziemlich ungewöhnliche, aber (in meinen Augen) überzeugende Mischung aus atmosphärischer Geisterhausgruselstory und derben Splattereinlagen. Mir hat's hervorragend gefallen. Aber ich kann wie gesagt auch nachvollziehen, wenn diese Verquickung auf nicht ganz so viel Gegenliebe stößt. ;))

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