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Ivan_Danko
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Eintrag: 19.04.2017

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Space Cowboys

Herstellungsland:USA, Australien (2000)
Standard-Freigabe:FSK 12
Genre:Abenteuer, Komödie, Science-Fiction,
Thriller

Bewertung unserer Besucher:
Note: 8,00 (7 Stimmen) Details
inhalt:
1958: Die vier besten Piloten der Air-Force waren ausgewählt, das Weltall zu erobern. Als "Team Daedalus" sollten sie Geschichten schreiben. Doch in letzter Sekunde tauschte die NASA sie aus - gegen einen Schimpansen. Vierzig Jahre später: Russische Behörden melden ein Problem. Einer ihrer Satelliten droht, auf die Erde zu fallen. Um die Katastrophe zu verhindern, bietet die NASA ihre Hilfe an. Doch es gibt nur noch einen Menschen, der die alte Technik beherrscht: Ex Daedalus-Astronaut uns Systementwickler Frank Corvin (Clint Eastwood). Corvin erklärt sich bereit zu helfen, wenn ihn seine Mannschaft von 1958 begleitet: Hawk Hawkins (Tommy Lee Jones), Jerry O′Neil (Donald Sutherland) und Tank Sullivan (James Garner). Das Team Daedalus meldet sich zurück. Und diesmal gibt es nichts, was sie aufhalten
eine kritik von ivan_danko:

Was macht man, wenn man alt wird? Den halben Tag Zeitung lesen? Die Familie mit Geschichten aus der guten alten Zeit unterhalten? Mit Hut Autofahren? Ins All fliegen? Richtig gehört, ins All fliegen wäre doch mal eine neue Seniorenbeschäftigung! Klingt einigermaßen skurril, aber wenn man nach kurzer Einleitung den Hintergrund dieses Films erklärt bekommt, ist es sogar einigermaßen plausibel. Wir sprechen hier von einer Abenteuer-Comedy namens

 

SPACE COWBOYS (2000)

 

Clint Eastwood, Tommy Lee Jones, James Garner, Donald Sutherland, James Cromwell, William Devane und Courtney B. Vance. Wer kann schon von sich sagen, diese göttliche Besetzung in einem einzigen Film vor die Kamera bekommen zu haben. Klare Antwort: Oscar-Preisträger, Schauspiel- und Regie-Legende und Kultstar Clint Eastwood selbst hat es geschafft! Das Ergebnis: Eine leicht patriotische, spritzig-humoristische und doch irgendwie tragische Komödie mit Anleihen bei Science-Fiction, Drama und Abenteuer. Ein Genre-Mix, den wohl nur ein Meister seines Faches unter einen Hut bekommen kann. 

Aufgrund der drohenden Absturzgefahr eines veralteten Satelliten bleibt der NASA nichts anderes übrig, als auf die Hilfe von Frank Corvin (Clint Eastwood: "Gran Torino", "Erbarmungslos") zurückzugreifen. Dieser hatte den Trabant vor langen Jahren mitentwickelt und ist der einzige noch lebende, der sich mit der gnadenlos überholten Technik des Satelliten auskennt. Corvin wurde seinerzeit vor einem Weltraumflug durch einen Schimpansen ersetzt und erpresst daraufhin die NASA, nur unter Mitnahme seines alten Teams ins All Hilfe zu leisten. Eine offene Rechnung wird also beglichen und somit bleibt den Vertretern der modernen Technik nichts anderes übrig, als zum Schein auf diese Forderung einzugehen. Bald tummelt sich also eine Bande von Rentnern auf dem Raumfahrtsstützpunkt und bringt so einigen Wirbel mit sich.

Kommen wir zuerst zu den großen Stärken des Films. Man kann es gut erahnen, sowohl die Konflikte zwischen Jung und Alt als auch ein aus früherer Zeit stammendes Konkurrenzdenken zwischen Corvin und Hawkins (Tommy Lee Jones: "Auf der Flucht", "Die Stunde des Jägers") führen zu köstlichen Dialogen, die vor lauter Wortwitz streckenweise nur so sprühen. Auch die herrliche Überzeichnung von gängigen Seniorenklischees, die vorwiegend von Donald Sutherland ("The Assignment", "Wenn die Gondeln Trauer tragen") nahezu in Perfektion auf die Leinwand gebracht werden, lassen kaum ein Auge trocken bleiben. Wenn man schon nicht mehr mit körperlicher Fitness und scharfen Augen punkten kann, muss man sich eben Lebenserfahrung und Gewitztheit zunutze machen. Eine durchwegs positive Geschichte also, die von Beharrlichkeit und Mut berichtet, dabei aber niemals zu sehr auf die Tränendrüsen drückt. 

Außer den bereits erwähnten Eastwood, Jones und Sutherland sticht James Garner ("Der Tank") besonders hervor. Wie seine Schauspielkollegen bringt auch er die notwendige Erfahrung in seine Rolle mit ein, weshalb mir die persönliche Entscheidung immer schwer gefallen ist, wer aus dieser großartigen Besetzung am besten spielt. Aber auch die Nebenrollen sind bis in die hinterste Reihe exzellent ausgewählt und durchwegs großartig von den jeweiligen Darstellern verkörpert. 

Clint Eastwoods unaufdringliche Regiearbeit ist über jeden Zweifel erhaben, mit all seiner Routine schafft er den Übergang von Pointen und Gags zu dramatischer Spannung eigentlich mühelos. Auch die Kameraarbeit von Eastwoods Lieblingscinematographer Jack N. Green ("Heartbreak Ridge", "Rookie - Der Anfänger") ist gekonnt und fernab von jeglichem Gewackel umgesetzt worden, eine willkommene Abwechslung im Vergleich zu den Schnittstakkatos von manch aktuellen Filmen. Ein perfekter Film ist "Space Cowboys" dennoch nicht geworden.

Das Drehbuch versucht zwar ambitioniert, die natürlich vollkommen abstruse Geschichte mit einer schweren Krankheit, einer aufkeimenden Romanze und einer gehörigen Prise amerikanischem Patriotismus zu verschleiern, ganz will dies allerdings nicht gelingen. Genau diese eingefügten Nebenhandlungen führen doch zu einigen Längen, die den sonst lockeren, bärbeissigen Humor des Films deutlich einbremsen. Hier wäre weniger mehr gewesen, man hätte sich mehr darauf konzentrieren sollen, die schon oben erwähnte positive Grundstimmung nicht immer zu unterbrechen. Eastwood ist bekennender Republikaner und Patriot, einige Staatsflaggen weniger im Bild hätten dem Film allerdings ebenfalls gutgetan, um nicht in jedem Augenblick daran erinnert zu werden, dass nur amerikanische Senioren die Welt retten können. 

Im Bereich der Altersfreigabe gibt es mit einer Einstufung der FSK ab 12 Jahren auch für die Prime-Time-Ausstrahlung keinerlei Probleme, sowohl die Thematik als auch die Umsetzung des Stoffes waren niemals für höhere Freigaben konzipiert.

Trotz kleiner Kritikpunkte bleibt "Space Cowboys" durch ein sympathisches, spielfreudiges Ensemble, gekonnte Regiearbeit und einem recht hohen Unterhaltungwert natürlich immer noch ein Top-Vertreter des/der Genres und weiß auch bei mehrfacher Sichtung noch immer zu gefallen. Kleine Abzüge in der B-Note definieren allerdings den Unterschied zu Eastwoods Regie-Meisterwerken wie "Erbarmungslos", "Gran Torino" oder "Million Dollar Baby", weswegen ich meine Wertung nach langer Überlegung auf 7 immer noch gute Punkte festlegen will.

 

7/10
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Kommentare

20.04.2017 10:05 Uhr - cecil b
2x
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Sehr schön geschrieben! Ein guter Eindruck vom Film, wirklich gute Review!

Man hätte ein paar Dialoge zitieren können, und die Inszenierung mehr beleuchten können, aber das ist in diesem Fall irgendwie irrelevant, finde ich. Die Schwerpunkte sind mMn so gesetzt, dass das Wesentliche besprochen wurde!

20.04.2017 11:15 Uhr - Ivan_Danko
1x
User-Level von Ivan_Danko 4
Erfahrungspunkte von Ivan_Danko 285
Danke cecil, freut mich, wenns Dir gefällt!

Wollte wirklich in diesem Fall nicht zu sehr auf die Gags eingehen, weil der Titel bei einigen doch noch auf der Watchlist stehen könnte...

20.04.2017 12:43 Uhr - NoCutsPlease
1x
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Schön, dass du mal wieder mit am Start bist, alte Pelzmütze! ;)

20.04.2017 12:54 Uhr - JasonXtreme
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Jap, wie immer - schön geschrieben, man kriegt ein gutes Bild von dem Teilchen. Ich mag den auch recht gerne

20.04.2017 14:16 Uhr - Ivan_Danko
3x
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Erfahrungspunkte von Ivan_Danko 285
Danke Euch, NoCutsPlease und Jason!

Dank Großfamilie ist das immer so eine Sache, mal mehr mal weniger Zeit, meistens halt leider weniger... Hab aber momentan richtig Bock auf schreiben, wird also mehr kommen :-)

20.04.2017 20:23 Uhr - Pratt
1x
DB-Helfer
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Interessant und lesenswert, für mich ist der Film einfach 'ne gute Laune Sache mit hohem Nostalgiefaktor, daher sehe ich den punktemäßig weiter oben, aber ansonsten, Top!!!

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