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CHOLLO
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Eintrag: 21.04.2017

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Masters of Horror - Cigarette Burns

Herstellungsland:USA (2005)
Standard-Freigabe:SPIO/JK geprüft: keine schwere Jugendgefährdung
Genre:Horror, Thriller

Bewertung unserer Besucher:
Note: 8,02 (69 Stimmen) Details
inhalt:
Jimmy Sweetman weiß, wie man seltene, alte Filme aufspürt. Doch nichts kann ihn auf die Suche nach 'Le Fin du Monde' vorbereiten, ein Werk, das der Legende nach nur einmal gezeigt wurde und sein Publikum in einen hemmungslosen blutigen Mordrausch versetzte! Jimmy wird immer besessener von der Suche, und seine Nachforschungen gestalten sich zunehmend alptraumhaft und schließlich sogar tödlich!
eine kritik von chollo:

2005 brachte Mick Garris die Horror-Film-Serie "Masters of Horror" an den Start, die sich über 2 Staffeln mit je 13 Episoden bis zum Jahre 2007 halten sollte. Mick Garris, seines Zeichens Regisseur (Psycho 4; Critters 2) und Drehbuchautor (Das Wunder in der 8 Straße), entwickelte hier ein bisher einzigartiges wie innovatives Konzept. Ausgewählte Regisseure, vornehmlich bekannte Größen aus besagtem Genre, durften sich hier mit überschaubaren Budget aber höchst möglicher Kreativer Freiheit mal so richtig austoben. Da ließen sich die Meister des Horrors natürlich nicht zweimal bitten, und Rückblickend betrachtet kann man beim überfliegen der Episoden Listen beider Staffeln nur mit der Zunge schnalzen. Namen wie Stuart Gorden, Tobe Hopper, John Carpenter, Dario Argento und Joe Dante machen da die Runde und lassen jeden geneigten Liebhaber und Veteran sogleich Freudentränen über die Wangen kullern.

Ich persönlich bin eher durch Zufall auf die Serie und den hier besprochenen Film gestoßen. Nachdem ich mich (mal wieder) mehr mit Carpenter und seinen Filmen beschäftigt hatte bekam ich Lust auf mehr und durchstöberte das Internet. Mich interessierte ob ich eventuell ein Werk aus seiner Vita vergessen oder übersehen hatte und entdeckte so Cigarette Burns.

Beginnen möchte ich zunächst mit der Story die, in meinen Augen, hervorragend ist. Der Plot befasst sich, nicht ohne Ironie, mit der Sensationsgier des Publikums und der Manipulation durch das Medium Film. Ich vermeide es an dieser Stelle zu ausführlich zu werden, da ich den Inhalt ungern spoilern möchte und hier jedes Wort zu viel wäre. Obwohl die Handlung auch locker einen abendfüllenden Spielfilm hätte decken können, findet sie auch in der begrenzten Episoden Laufzeit von knapp einer Stunde einen exzellenten Rahmen. Nach Sichtung wirkt die Geschichte aus erzählt ohne den Eindruck zu vermitteln, in einigen Passagen zu hastig herunter gekurbelt oder gar zu oberflächlich abgehandelt worden zu sein. Spannungs-Momente werden gut gesetzt und ausgespielt und sogar die ein oder andere Wendung hat der Film noch zu bieten. Insgesamt wirkt der Beitrag einfach stimmig ausbalanciert.

Als nächstes wären da die Beteiligten. Mit Norman Reedus und Udo Kier hat Cigarette Burns zwei Namenhafte Darsteller zu bieten. Udo Kier spielt den zwischen Dekadenz und Sadismus schwankenden und von purer Sensationslust getriebenen Millionär gewohnt stark. Allein ein Blick reicht bei diesem-nach meiner Meinung am besten in der Verkörperung dunkler Persönlichkeiten aufspielenden Charakterdarsteller- völlig aus, um Schaudern zu verursachen. Auch Norman Reedus (The Walking Dead) macht seine Sache ausgezeichnet und verleiht der Rolle, durch seinen Habitus aber zum Teil auch durch seine Optik, die nötige Tiefe und Glaubwürdigkeit die diese benötigt. Die Nebendarsteller sind bis in die kleinsten Rollen ebenfalls gut gewählt und machen ihren Job mindestens zufriedenstellend.

Bevor ich zum Mann hinter der Kamera bzw. auf dem Regiestuhl zu sprechen komme, möchte ich noch auf die Splatter-Effekte eingehen die in einem Horror Film dieser Art natürlich Obligatorisch sind. Diese sind, obwohl über den gesamten Film recht sparsam eingesetzt, in ihrer Darstellung doch recht deftig und kompromisslos. So gut wie alles ist hier On-screen zu bewundern und lässt selbst erfahrene Zuschauer zuweilen schlucken. Vor allem die "Enthauptungsszene" macht besonderen Eindruck.Die Qualität der gezeigten Schauwerte ist, wie von der "KNB-Group" nicht anders zu erwarten, hochwertig.

Das nun John Carpenter für die Inszenierung zuständig war, lässt sich von Beginn an und über die gesamte Lauflänge hinweg förmlich schmecken. Der Meister zeigt hier nochmal, u.a. in der bedrohlichen Aufmachung seiner Settings und dem herausarbeiten von Suspense/Schock Momenten, das er sein Handwerk und seine Finesse in diesem Metier noch nicht verloren hat. Auch eine Referenz an Freund und Kollege Argento wird noch gekonnt untergebracht. Völlig unverständlich ist für mich die Tatsache, das diese kleine Perle gerade zwischen seine meines Erachtens unmotiviertesten Werke (Ghosts of Mars; The Ward) fällt. Es braucht, das fällt immer wieder in seiner Biografie auf, gerade diesen schmalen Rahmen-in Sachen Budget und Publicity- um Carpenter's fraglos vorhandene Qualitäten zu erwecken und ihn zu alter Stärke zurück zuführen.

Ein paar Minuspunkte verteile ich dennoch obwohl man diese nur als Luxusproblematik bezeichnen kann. Schön wäre es gewesen Carpenter hätte die volle Kontrolle über das Projekt übernommen. Das bedeutet in diesem Fall am Drehbuch/Musik in noch erheblicheren Umfang mitzuwirken oder auch Posten mit Männern seiner "Stammcrew" zu besetzen (z.B. Kibbe oder Cundey für die Kamera). Das alles ist Jammern auf höchstem Niveau, hätte ihn meines Erachtens aber noch ein Stück weit genialer gemacht.

Ich zähle Cigarette Burns zu seinen gelungensten Werken und würde ihn, unabhängig vom Jahr der Entstehung, in eine frühere/bessere Periode des Schaffens John Carpenters einordnen wollen. Dieser Film erreicht seine Wirkung durch die interessante Rahmenhandlung, das motivierte Spiel der Darsteller und nicht zuletzt die wieder aufkeimenden Fähigkeiten eines begabten Regisseurs.

8/10
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cecil b
3/10

Kommentare

21.04.2017 20:35 Uhr - cecil b
2x
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Du hast diese Episode echt gut erfasst, und die Infos zu dieser finde ich wirklich gut ausgeglichen wiedergegeben!

Deine Vorliebe für Carpenter fliesst selbstverständlich wieder mit ein, was nicht wenige teilen können. :)

Du erwähnst ja auch seine Tiefpunkte, Ghost of Mars und The Ward. Ich glaube dass es sich um Auftragsarbeiten handelte. In dem Dokufilm über Carpenter, FÜRST DER DUNKELHEIT, spricht er darüber, dass er irgendwann damit anfangen musste, Filme aufgrund des Geldes zu drehen, und er seine künstlerischen Ambition zurückhalten musste. Hollywood habe sich verändern, sagt er. Die würden ihn auch nicht das drehen lassen, was er noch drehen wollen würde. Bei der Masters of Horror Reihe hatte er bestimmt etwas mehr Freiheit.

21.04.2017 21:32 Uhr - CHOLLO
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Danke cecil!

Es ist schade das die Kreativität Einzelner immer mehr der Profitgier Anderer zum Opfer fällt.Aber ich denke das die Zukunft was den Film angeht nicht mehr Heiß oder Kalt sein wird, sondern eher Lauwarm für jedermann;) Kennst du evtl auch den zweiten Beitrag von Carpenter "Pro Life"? Der soll ja wieder eher ein Rückschritt sein!

21.04.2017 22:04 Uhr - dicker Hund
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Lieber Chollo, Deine Meinung zu dieser Episode teile ich weitgehend. Zufällige Recherchen zur Serie "Masters of Horror" sind aber gar nicht nötig, zumal der Kollege Horace Pinker sehr aufschlussreiche Kritiken zu der Reihe verfasst hat. "Pro Life" konnte er auch etwas abgewinnen, den ich wiederum für mittelmäßig halte. Hier kann man als SB.com-Nutzer also schon sehr gezielte und gut aufbereitete Informationen bekommen.

Deine Texte wären mit einem Leerzeichen nach jedem Punkt besser lesbar. Da hat der Kollege naSum schon bei Deiner Besprechung zu "Robocop" drauf hingewiesen. Spaß macht die Lektüre aber auch so schon. Mir gefiel etwa die Anmerkung zu Udo Kier besonders.

21.04.2017 23:08 Uhr - CHOLLO
3x
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Danke dicker Hund für die lobenden Worte. Das fehlen der Leerzeichen wird beim nächsten Review, und wenn ich dazu komme, auch rückwirkend korrigiert! Möchte natürlich dabei helfen die Hohe Qualität der hier veröffentlichten Review's aufrecht zu erhalten.

22.04.2017 00:38 Uhr - Horace Pinker
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Tolle Kritik in welcher du schön ausformuliert diesem Kurzfilmjuwel eine würdige Besprechung bescherst und dabei auf alle wichtigen Teilpunkte eingehst. Für mich ist Cigarette Burns gemeinsam mit Argentos Pelts der definitive Höhepunkt der Reihe und zugleich auch eine wunderbare Würdigung des Genrekinos, weshalb es von mir auch die volle Punktzahl gab. Bezüglich Pro Life: Auch wenn die Folge nicht ganz so stark ist, fand ich sie sehr unterhaltsam, dank der grandiosen Leistung von Ron Perlman, den tollen Goreeffekten von KNB sowie der durchaus gelungenen und kontroversen Geschichte welche eine tolle Verbindung aus Thriller- und Horrorelementen mit einem kritischen Subtext ist (ich würde 7 Punkte vergeben). Auch allgemein kann ich dir die weiteren Masters of Horror Beiträge nur ans Herz legen, da noch einige echte Horrorperlen dabei sind und imho bis auf 3-4 Ausnahmen alle Folgen überdurchschnittlich geraten sind und auch viel Abwechslung bieten.

22.04.2017 02:36 Uhr - TheRealAsh
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Sehr schön chollo, ich würde dem Film wie allen carpenter ja sogar ne 10 geben, aber ich bin bei ihm auch inflationär, weil ich ihn für einen der unterschätzesten regisseure überhaupt halte, was den offiziellen kanon betrifft.

Absolue fin du monde, wie er auch in Frankreich heißt ist ein wahres Meisterwerk

22.04.2017 08:09 Uhr - cecil b
2x
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@dicker Hund/Chollo: Ich mach die Leerzeichen eben, habe ich vergessen. Recherchen zur Serie: Ich finde dass die gut wiederholt werden können, man kann ja nicht davon ausgehen, dass Leser immer alle Reviews gelesen haben. ;) Allerdings kann man natürlich so vorgehen, wie dicker Hund und auch ich manchmal vorgeheN, indem man einen Verweis an solche Reviews macht, vielleicht sogar eine Link. :)

Chollo: Pro Life finde ich besser als viele andere, da ich darin eine bissige Satire auf die Abtreibungs-Debatten der U.S.A. sehe. Trash ist auch dabei, aber das finde ich ganz gut. Aber kauf nur die Black Edition, sonst ist der Film stark geschnitten!

22.04.2017 12:53 Uhr - leichenwurm
1x
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Hi CHOLLO. Ein wirklich tolles Review zu einem unumstrittenen Highlight dieser Serie. Diese Episode war nach dem katastrophalen Flop "Ghosts of Mars" ja für längere Zeit das einzige inszenatorische Lebenszeichen von Carpenter. Und es hat nun wirklich gezeigt das mit ihm immernoch zu rechnen ist. Seine "Pro Life"- Episode aus der zweiten Staffel allerdings. ... oh mann.... da muss selbst ich als Carpenter Verehrer tief luft holen und die Zähne zusammen beißen... denn die war echt mies ;-)) !

22.04.2017 18:54 Uhr - DriesVanHegen
1x
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Erfahrungspunkte von DriesVanHegen 96
Mir sind aus der MoH-Reihe nur die bei uns in Deutschland aufgrund der Gewalt eher kritisierten Folgen PELTS, IMPRINT und eben CIGARETTE BURNS bekannt.
Und mit mittlerweile einigen Jahren Abstand zu den Sichtungen dieser drei kann ich sagen: CIGARETTE BURNS ist der beste Beitrag.
Die Story wird auf den Punkt genau präsentiert, bietet eine als Filmfreund und -sammler ungeheuer anziehenden Inhalt und hat tatsächlich sehr deftige Szenen (die angesprochene Enthauptung!) auf Lager. Außerdem wird die Handlung dank diverser Umstände/Figuren angenehm mysteriös beflügelt und entkommt so der Kategorisierung als 08/15 Torture Porn.

An dieser Stelle noch schnell eine Empfehlung an die beiden anderen eingangs erwähnten Episoden.
PELTS besticht durch eine absolut fiese Härte und hat einen Meat Loaf in Bestform im Gepäck - bleibt inhaltlich aber deutlich hinter den anderen beiden zurück.
IMPRINT wiederum besitzt eine nett vertrackte Geschichte, einen overactenden Billy Drago und die wohl fieseste Folterszene dieser abwechslungsreichen Trias.

24.04.2017 17:47 Uhr - naSum
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Ein tolles Review zu dem meiner Meinung nach besten Beitrag zur MoH Serie. Ich kann dir in vielen Punkten auch zustimmen, war ebenso von Udo Kier begeistert und der düsteren Atmosphäre verfallen.
Ich persönlich hätte hier auf jeden Fall 9-10 Punkte vergeben, da Cigarette Burns das Filmgenre an vielerlei Stelle gekonnt reflektiert und auch eine Distanz zum Zuschauer durch pointierte Dialoge zu durchbrechen vermag.

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