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DriesVanHegen
Level 2
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Eintrag: 08.05.2017

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Der Affe im Menschen

Ebola Syndrome

(Yi boh lai beng duk)
Herstellungsland:Hongkong (1996)
Genre:Horror, Drama, Komödie, Thriller
Alternativtitel:Ebola Syndrom
Ebora shindorômu: Akuma no satsujin wirusu
Ebola tünetek
Yi bo la bing du

Bewertung unserer Besucher:
Note: 8,05 (39 Stimmen) Details
inhalt:
Der grobschlächtige Kai ist Angestellter eines Restaurants in Hongkong. Als sein Chef ihn beim Sex mit seiner Frau erwischt, dreht Kai durch und tötet beide bestialisch. Er flieht daraufhin nach Afrika, damit Gras über die ganze Angelegenheit wachsen kann. Als er dort in einem Dorf eine Einheimische vergewaltigt, steckt er sich mit dem Ebola-Virus an, das aber bei ihm nicht tödlich verläuft. Er wird zum Überträger der Krankheit, ist dessen aber vorerst nicht bewusst. Als er wieder aufgrund seines Sexualtriebes ein Massaker veranstaltet, dreht er völlig durch. Er verarbeit seine Opfer zu Fleischbällchen und verkauft sie an ahnungslose Restaurantbesucher, die ebenfalls an Ebola erkranken. Inmitten diese teuflischen Chaos kehrt Kai nach Hongkong zurück. Als Souvenir trägt er immer noch das Virus in sich ...
Diese Kritik enthält Informationen über den späteren Handlungsverlauf der Geschichte.
eine kritik von driesvanhegen:

Wir entsinnen uns zurück in das Jahr 2010: ILLUSIONS UNLTD hatte vor Kurzem ihre, auch unter Fans aus diversen Gründen kritisierte, CAT III-Reihe gestartet. Pionierfilm war damals der im Vorfeld stark gehypte GROTESQUE, welcher seinen Erwartungen dann gemeinhin nicht zwingend gerecht werden konnte. So entschied man sich bei ILLUSIONS UNLTD für die nächsten Titel auf bekannte Streifen zu setzen. Nach RED TO KILL folgte damit als #3 der Reihe EBOLA SYNDROME. Mir als damals unwissenden Naivling im Sicko-Bereich war er nur als Art Heiliger Gral bekannt - und ich war der CAT III-Reihe recht wohl gesonnen, da ich so als Jungspund in den "Genuss" diverser Klassiker und Neuerscheinungen im Bällebad für die harten Jungs kommen konnte.

Gespannt wartete ich also auf den Veröffentlichungstermin, zusätzlich in besonders hoher Erwatung, da erstmals die komplett ungekürzte und ursprüngliche Fassung auf Scheibe zu erhalten war. Selbst in Hongkong gab es den Film nocht nicht in dieser Langfassung zu sehen - man kann ILUSSIONS UNLTD auch heute noch zu diesem Fangeschenk gratulieren!

Als ich EBOLA SYNDROME dann endlich mein Eigen nennen und damit meinem erstan Mal im klassischen Sicko-Bereich nichts mehr im Wege stand, konnte ich nur feststellen: der Kultcharakter kommt nicht von ungefähr.

Selten wird man einen Film so vollgestopft mit Zynismus, Nihilismus und reiner Misanthropie gesehen haben.
Und dies dank eines Mannes: Anthony Wong, dem leidlich begeisterten Asia- und Thrillerfan wohl eher aus Filmen wie der INFERNAL AFFAIRS-Reihe bekannt, verleiht dem Koch Kai eine unvergleichliche Aura.
Wo der charakterlich ähnlich gelagerte, einsame Schlächter aus Noés MENSCHENFEIND mit packenden Monologen fasziniert und phantasiert, ist Kai von Beginn an nicht um erzwungenen Sex, Lug und Trug sowie kaltblütigen Mord verlegen.
Doch es ist nicht die grafische Gewalt - auf die Zeigefreude reduziert sind HOSTEL 2 oder selbst der Funsplatter CABIN FEVER 2 deutlich bluttriefender - die diesem Film seine kranke Note verpassen.Stattdessen ist es die nüchterne Beobachtung eines absolut kaputten Geistes, eines Psychopathen, eines Menschenfeindes, der tut was er will, wo er will und wann er es will.

Selbst als Kai erfährt, dass er ein Überträger des tödlichen Ebola Virus ist, hurt und spuckt er sich durch Hongkong oder bereitet Speisen mit verseuchtem Fleisch zu.
Ihm ist egal, was aus dem Rest wird, ihm hat auch niemand etwas geschenkt - so werden kurzerhand der Chef und dessen ebenso sadistische wie hübsche Frau dahingemeuchelt. Während man fast vermuten könnte, dass Kais Chef etwas an seinem Koch liegt, wird schnell klar, dass er ihn nur ärztlich behandeln lassen möchte, um keine billige Arbeitskraft zu verlieren...
Im Grunde gibt Kai seiner Umwelt nur das wieder, was sie ihm eben (nicht) gibt.

Letzten Endes wurde hier ein waschechter Cat III-Film geschaffen, denn neben mitunter derben Gewaltausbrüchen, ist es vor allem der kalte und nihilistische Grundton aus dem EBOLA SYNDROME seine Kontroverse bezieht.
Die Idee einen absoluten Egomanen, Triebtäter und Menschenhasser mit Ebola infiziert auf die Welt loszulassen, dreht vielleicht manch einem beim bloßen Gedanken den Magen um.
Doch dank der grandiosen Darstellerleistung Wongs, ist hier weitaus mehr geschaffen wurden - selten wurde unsympathischer, triebhafter, verachtender, schmieriger und zynischer gemordet und vergewaltigt.
Hut ab für Wong, der dem Film so seine ganz eigene Note gibt und mit einer Qualität ausstattet, die ihn rausholt aus einer hektisch heruntergekurbelten Schundproduktion.
 

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Kommentare

08.05.2017 07:37 Uhr - dicker Hund
1x
User-Level von dicker Hund 10
Erfahrungspunkte von dicker Hund 1.302
Ja, der Sicko hat etwas für sich - und so wie hier kann man das durchaus begründen. Für meinen Geschmack sind die Ausführungen zum Label etwas lang, aber man kriegt trotzdem ein gutes Bild vom Film - und das ist schließlich das Wichtigste.

08.05.2017 10:05 Uhr - DriesVanHegen
1x
User-Level von DriesVanHegen 2
Erfahrungspunkte von DriesVanHegen 82
Da die Review schon eine recht alte ist, habe ich das Intro abgeändert - dabei ist es dann tatsächlich umfangreicher geworden ;)

08.05.2017 07:37 Uhr schrieb dicker Hund
Ja, der Sicko hat etwas für sich

Dich überzeugt er also nicht wirklich?

08.05.2017 11:11 Uhr - naSum
1x
User-Level von naSum 9
Erfahrungspunkte von naSum 1.037
Dein letzter Satz trifft es in Kombi mit der Erwähnung des grandiosen Hauptdarstellers sehr gut. Denn ohne diesen wäre der Film nicht, was er ist.

Besonders genial fand ich den "Amoklauf" ohne Waffen und lediglich mit infizierter Spucke. Da hab ich mich nicht mehr eingekriegt!

08.05.2017 16:12 Uhr - Laughing Vampire
1x
DB-Helfer
User-Level von Laughing Vampire 5
Erfahrungspunkte von Laughing Vampire 339
Hab den Film leider nur in der Kinofassung und in der fürchterlichen VHS-Optik der alten (holländischen?) DVD, die ich mir mal für einen Fünfer besorgen konnte. Da hat er mich nicht ganz überzeugt, aber ich müßte ihn wirklich mal in ordentlicher Qualität sehen. "The Untold Story", ebenfalls mit Wong und vom selben Regisseur, gefiel mir bislang jedenfalls besser. :)

09.05.2017 00:30 Uhr - DriesVanHegen
1x
User-Level von DriesVanHegen 2
Erfahrungspunkte von DriesVanHegen 82
UNTOLD STORY ist auch ziemlich garstig (Massaker an der Familie), das stimmt. EBOLA SYNDROME hat sich aber irgendwie tiefer verwurzelt. Aber in beiden glänzt Anthony Wong absolut.
Was mich bei der UNTOLD STORY doch recht gestört hat: der Film ist natürlich auf's Tiefste schmierig und abstoßend, aber die dämlichen Polizeiszenen haben mich persönlich zu sehr genervt. Dennoch eine Empfehlung

12.05.2017 15:59 Uhr - Dissection78
1x
DB-Co-Admin
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Erfahrungspunkte von Dissection78 3.869
Zutreffende Kritik zu einem schön ekligen Schocker. Bei „Ebola Syndrome“ handelt es sich um einen durch und durch übertriebenen Film, der sich glücklicherweise nicht zu ernst nimmt. Gefällt mir doch etwas besser als "The Untold Story". Anthony Wong spielt auch hier wieder mal herausragend.

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