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CHOLLO
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Eintrag: 17.05.2017

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Die City Cobra

(Cobra)
Herstellungsland:USA (1986)
Standard-Freigabe:FSK keine Jugendfreigabe
Genre:Action, Krimi, Thriller

Bewertung unserer Besucher:
Note: 8,12 (120 Stimmen) Details
inhalt:
Cobra (Sylvester Stallone), der härteste Cop in Los Angeles, macht Jagd auf den Nachtschlitzer, der bereits mehr als ein Dutzend Menschen brutal ermordet hat. Als ein Model (Brigitte Nielsen) zufällig Zeugin eines der Morde wird und der Polizei mitteilen kann, dass es wohl mehr als nur ein Killer ist, gerät sie selbst ins Visier der Killerbande.
eine kritik von chollo:

Mitte der Siebziger machten sich die Cousins Menahem Golan und Yoram Globus auf, aus dem fernen Israel in das sagenumwobene Film-Mekka USA auszuwandern. Große Ideen und ein Haufen Enthusiasmus hatten sie dabei auch mit im Gepäck. Nichts anderes als ihr eigenes Filmstudio unter den großen Major Studios zu etablieren und dabei ordentlich Knete zu scheffeln hatten sie bei dieser Unternehmung im Sinn.

So dauerte es nicht lange bis sie ein passendes Objekt gefunden hatten, es mit einem Grundvermögen versahen und darunter ihre ganz eigene Firmen Politik verwirklichten. Die Cannon Film Group war geboren. Die Masche um ihre hochgesteckten Ziele zu erreichen war so einfach wie genial. Zunächst wurde Promotion für einen Film betrieben der so noch gar nicht existierte um ihn dann möglichst Gewinn bringend im In- und Ausland zu verkaufen. Hatte das Marketing Erfolg ging der Titel sogleich in Produktion. Diese Ergüsse wurden mit einem überschaubaren Budget (1-5 Millionen Dollar) und einem mehr oder minder zugkräftigen Namen (Bronson, Norris, Dudikoff) ausgestattet sowie mit einem Skript für, nun ja sagen wir mal, einfache Gemüter versehen. Zu Anfang lief diese Herangehensweise hervorragend und man konnte z.B. durch die Fortsetzungen zur Death Wish Reihe oder schnell und billig produzierte Machwerke wie die American Ninja Serie ordentlich Gewinn abgreifen. Dieses Erfolgsrezept endete aber schon ein paar Jahre später als die Cousins versuchten, mehr Budget und Anspruch in ihren Werken unterzubringen. Zudem änderten sie ihre Strategie indem sie auf den "Vorverkauf" ihrer Werke verzichteten, sondern sie gleich als fertiges Produkt auf den Markt warfen ohne deren Chancen ausreichend zu überprüfen. Überambitionierte aber Sinnfreie Streifen wie Over the Top oder Invasion U.S.A. bedeuteten mit ihren höher gesteckten Budgets (beide ca. 20 Millionen) und den ausbleibenden Erfolg den Sarg Nagel für das noch relativ junge Unternehmen. Außerdem schätzten sie Publikumsgeschmack und/oder Intention eines Regisseurs oft falsch ein sodass sie irgendwann nicht mehr Recht wussten, wie sie mit den von ihnen produzierten Filmen umgehen bzw. sie vermarkten sollten. Bestes Beispiel sind hier die von Tobe Hopper inszenierten und mittlerweile als Kult gehandelten Werke Texas Chainsaw Massacre 2 und Invasion vom Mars.

Von solchen Schwierigkeiten war in ihrer Blütezeit freilich nicht zu merken und man durfte sogar ab und an für eines der großen Studios, in diesem Fall Warner Brothers, drehen. So geschehen in hier besprochenen Werk: Die City Cobra (OT: Cobra). Diesen kann man ohne weiteres als Perle aus der Cannon Schmiede betrachten und er vereinigt so ziemlich alles für was dieses Studio stand.

Die Handlung dieses Films ist natürlich schnell erzählt und spielt hier eher eine untergeordnete Rolle. Macho-Cop Cobretti vertritt das Gesetz auf seine ganz eigene Art und Weise. Geiselnehmer, Mörder, korrupte Polizisten und deren Handlanger haben ihr Leben in den Augen des Überpolizisten allesamt verwirkt. Wer ihm in dieser Form unter die Fittiche kommt wird mit markigen Sprüchen wie: "Du bist die Krankheit und ich die Medizin" oder "Du hast das Recht zu Schweigen" ins Jenseits befördert. Bei dem Versuch eine Mordserie aufzudecken gerät dieser an eine Sekte von Serienmördern und darf nebenbei auch noch das Herz einer blonden 'Schönheit'gewinnen. Genug Stoff also um sich mal so richtig auszutoben.

Die Darstellerriege ist in diesem Fall einzig und allein auf einen Mann zugeschnitten und darf auch nur soweit walten und schalten, wie es diesem in den Kram passt. Dieser Mann ist Superbulle, Alleskönner und Frauenversteher in Personal-Union von Sylvester Stallone. Gerade diesem nimmt man seine Attitüden in Wort und Tat freudig Grinsend ab und man könnte den Film nach Sichtung locker als drittes Standbein neben Rocky Balboa und John Rambo in Stallones Karriere verorten. Wären da nicht die fehlenden Fortsetzungen. Auch mit Nebendarstellern kann der Film punkten und hat mit Reni Santoni, Brian Thompson und Brigitte Nielsen zumindest B-Movie erfahrene Akteure zu bieten. Selbstverständlich darf man sich von den dargestellten Leistungen nicht zu viel erhoffen, doch ist sie für einen Streifen dieses Formates völlig ausreichend. Die Schauspieler hatten Spaß mit dem was sie taten und witterten offenbar die Chance, in einem weiteren Stallone Kino-Hit mitzuwirken.

Für die Inszenierung griff man, vermutlich mit tatkräftiger Unterstützung von Sly, auf Regisseur George P. Cosmatos zurück. Die beiden hatten schon mit Rambo 2 einen beachtlichen Erfolg abgeliefert und man erhoffte sich von der routinierten Zusammenarbeit einen ähnlichen Verlauf. Und man sieht das Cosmatos sein (Action)-Handwerk versteht. Die Verfolgungsjagd mit Cobretti's Oldtimer und diverse Aufeinandertreffen mit Bösen Buben sind sehr gut in Szene gesetzt und vor allem in Hinblick auf die Entstehung des Films äußerst gut gealtert. Die Explosionen und Schießereien sind geschickt über die knapp 90 Minuten Laufzeit verteilt und lassen etwaige Längen erst gar nicht aufkommen. Außerdem ist die Grundstimmung des Films eher düster gehalten, was dem Plot äußerst gut zu Gesicht steht.

Ein besonderes Kabinett Stückchen muss dann noch gesondert von mir Erwähnung finden. Das betrifft das eigens von den Verantwortlichen, vermutlich Stallone und Cosmatos gleichermaßen, untergebrachte "Musikvideo" von Brigitte Nielsen während der Robo-Foto-Session. So etwas ist in dieser Form heutzutage überhaupt nicht mehr vorstellbar und versprüht einen so ungeheueren Charme, das man gar nicht anders kann als in 80'er Jahre Fantasien zu schwelgen. Den passenden Ohrwurm bietet die Szene, mit Robert Tepper's "Angel of the City" untermalt, noch obendrauf. Dieser hatte schon zu Rocky 4 den Song "No easy Way out" beigesteuert und damit den Film ungemein aufgewertet. In meinen Augen ganz ähnlich wie in diesem Fall.

Zum Abschluss möchte ich noch auf die Gewalt dieses Werks zu sprechen kommen für den er lange Zeit berüchtigt war und auf dem Index zubringen musste. Diese ist nach heutigen Maßstäben beurteilt und auch Objektiv betrachtet nicht wirklich der Rede wert. So gut wie alle Morde geschehen hier im Off und auch die Auseinandersetzungen bei denen eine Waffe zum Einsatz kommt sind zwar zahlreich, aber alles andere als blutig. Allein die Finale Konfrontation mit dem Bad Guy ist zugegebenermaßen äußerst brutal in Szene gesetzt und rechtfertigt eventuell die 'keine Jugendfreigabe'. Eine Begründung die meines Erachtens bei der Thematik dieses Streifens, die Gewalt als einzige Möglichkeit der Konfliktbewältigung propagiert, nicht mehr zieht. Dieser Aspekt ist nämlich damals wie heute ein Instrument der Unterhaltung und kommt in weitaus (familienfreundlicheren) Filmen zum Einsatz.

Mit Die City Cobra ist Cannon Films und Sylvester Stallone ein B-Film mit A-Unterhaltungswert gelungen der durchweg Freude macht. Ein paar Punkte muss ich aufgrund der doch viel zu einfach gehaltenen Story und verpasste Chancen in der Charaktergestaltung (Backround des Nightslashers) dann doch noch abziehen.

7/10
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Kommentare

17.05.2017 15:05 Uhr - JasonXtreme
1x
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Der kriegt bei mir ne glatte 8! Herrlicher Streifen, saucooler Sly, Santoni rockt ebenso, und der OST ist genial! Leider mussten damals ja fürs R Rating diverse Szenen weichen. Die Karre war übrigens Slys eigener Wagen, saugeiles Gefährt! Basiert übrigens auf einem Buch namens Fair Game, was wohl die wenigsten Filme die mit Cannon was am Hut haben von sich behaupten können. Mitunter war er ja auch finanziell sehr erfolgreich, gemessen an der Goldenen Himbeere die er bekam :D

17.05.2017 17:11 Uhr - TheRealAsh
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Da braucht man nichts anderes sagen als: GROSS!

Du hast alles erwähnt, was wichtig ist. Deine Einschätzung bezüglich Gewalt fand ich sehr gut.

Und ja, auch ich würde ihm eine liebevolle 7, mit Tendenz nach oben geben. Das musste ich ja auch bei Piranha machen. Eine 7 ist ja auch nicht schlecht, oder? Tiptop!

17.05.2017 20:33 Uhr - CHOLLO
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@JasonXtreme;TheRealAsh
Danke für die löblichen Worte.Habe vielleicht zu viele Worte über die Cannon Schmiede verloren,finde deren Werdegang aber einfach hochinteressant.

18.05.2017 08:35 Uhr - JasonXtreme
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Das passt doch absolut so! :-)

18.05.2017 10:44 Uhr - TheRealAsh
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17.05.2017 20:33 Uhr schrieb CHOLLO
@JasonXtreme;TheRealAsh
Danke für die löblichen Worte.Habe vielleicht zu viele Worte über die Cannon Schmiede verloren,finde deren Werdegang aber einfach hochinteressant.


Ne, wieso denn? finde die Kontextualisierung sehr treffend und auch wichtig!

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