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Dimetrodon12
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Eintrag: 16.05.2017

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King Arthur: Legend of the Sword

Herstellungsland:USA (2017)
Standard-Freigabe:FSK 12
Genre:Abenteuer, Action, Drama, Fantasy

Bewertung unserer Besucher:
Note: 7,50 (4 Stimmen) Details
inhalt:
Als der Vater des kleinen Arthur ermordet wird, reißt Arthurs Onkel Vortigern die Macht an sich. Arthur wird seines Geburtsrechts beraubt und ahnt nicht, welche Position ihm eigentlich zusteht – stattdessen wächst er unter härtesten Bedingungen in den Hinterhöfen der Stadt auf. Doch als er dann das Schwert aus dem Stein zieht, steht sein Leben plötzlich Kopf – endlich wird er gezwungen, sich seinem wahren Schicksal zu stellen … ob ihm das passt oder nicht.
Diese Kritik enthält Informationen über den späteren Handlungsverlauf der Geschichte.
eine kritik von dimetrodon12:

Review: King Arthur: Legend of the Sword

 

Riesige Megafanten (= Megagroße Elefanten), Zauberer, ein böser Herrscher, eine letzte Festung der Menschen und Feuerbälle plus ein magisches Schwert – die ersten zehn Minuten der neusten Verfilmung der Artuslegende scheint diese sehr frei auszulegen. Es wirkt eher wie eine weitere „Zu­sammenarbeit“ zwischen J. R. R. Tolkin und Peter Jackson. Das lassen auch die Trailer glauben, dem ist allerdings nicht so, mit Ausnahme dieser zehn Minuten.

Viel eher erzählt der Film die Aufstiegsgeschichte des jungen Arthur, der unwissend der nächste rechtmäßige König Britanniens ist. Während er sich als Gangster Geld durch Schmuggel und ähnliches verdient, regiert sein Onkel Vortigern das Land mit eiserner Faust. Als Excalibur, das magische Schwert im Stein, entdeckt wird, fürchtet er den Aufstieg des rechtmäßigen Königs, des­sen Familie er einst verraten hatte. Um es kurz zu machen: Arthur bekommt das Schwert und muss sich mit einer kleinen Gruppe Aussätziger gegen die Übermacht seines Onkels stellen.

Der Rest des Films klingt nicht mehr allzu stark nach Herr der Ringe, so wirklich nach der Arutssage aber auch nicht. Außer ein paar Charaktere, die zufällig ihre Namen teilen und dem magi­schen Schwert gibt es kaum Übereinstimmungen mit dem Mythos. Wer lieber eine möglichst ge­schichtennahe Verfilmung sehen möchte, der sollte sich lieber an John Boormans Excalibur halten, der fast schon episodenhaft die verschiedenen Kapitel von Sir Thomas Malorys Le Morte d'Arthur umsetzt. Wer lieber einen geschichtsnahen (Achtung: genau lesen) Film sehen möchte, der hat mit King Arthur von 2004 mehr Glück, dieser bemüht sich wenigstens die ganze Legende in einen his­torischen Kontext zu betten, auch wenn Till Schweiger als fieser Sachsenprinz nie und nimmer in ir­gendeiner Weise realistisch oder authentisch ist. Aber genug davon, es steht hier ein anderer King Arthur im Mittelpunkt, der neue Film von Guy Richie. Und mit dem Namen des Regisseurs sollte schon alles gesagt sein. Stärker noch als in seinen anderen Blockbusterfilmen Sherlock Holmes und The Man from U.N.C.L.E. sticht hier dieser ganz gewisse Guy-Richie-Touch heraus, der Filme wie Snatch zu kleinen Filmperlen gemacht hat.

Um das genauer zu erklären sollte man festhalten das King Arthur: Legend of the Sword nicht probiert ein akkurates Mittelalterbild zu präsentieren. Stattdessen fühlt sich der Film an vielen Stellen eher wie ein Gangsterfilm an. Das geht soweit, dass ein geplanter Anschlag auf den König geplant wird, wie es Bruce Willis einst in Der Schakal tat, nur das hier Gewehr durch Bogen ausge­tauscht wurden. Und genau das ist eine der größten Stärken des Films. Guy Richie kehrt zu seinen Wurzeln zurück, während er auch weiterhin beim Blockbusterkino bleibt. Der Film weißt seinen ty­pischen Humor auf, der in vielen Szenen gut ausgespielt wird und dem Publikum viele Lacher ent­ziehen wird. Besonders auffallend sind einige großartige Szenen, in denen Charaktere von etwas Berichten und alles als zwischen verschiedenen Flashbacks und den sprechenden Charakteren hin und her wechselt. Trotz der vielen schnellen Schnitte bekommt man hier alles wunderbar mit.

Das ist leider etwas, was man von den Actionsequenzen nicht behaupten kann. Im Film gibt es drei nennenswerte Schlachten. Die beste davon ist die Herr-der-Ringe-ähnliche Sequenz, die ich in meiner Einleitung bereits erwähnt hatte, zu Beginn des Films. Hat zwar nichts mit Arthur zu tun, aber die Effekte sind Bombe, der Soundtrack stimmt und der Einsatz von Schnitten und Slow-Moti­on passt. Die anderen beiden Actionsequenzen, eine in der Mitte und eine am Ende des Films, sind leider deutlich unübersichtlicher. Bei der zweiten entdeckt Arthur die Macht, die in Excalibur ent­halten ist. Weder er noch seine Weggenfähren bekommen richtig mit, was Arthur mit Excalibur an­stellt, aber am Ende sind alle Gegner tot. Das kann vielleicht gewollt sein, dass der Zuschauer ähn­lich im schwarzen gelassen wird wie die Charaktere, toll ist das aber nicht. Die letzte große Schlacht wirkt dagegen einfach aus einem Videospiel kopiert, inklusive dickem CGI-Endboss mit Dämonenfratze und magischer Waffe. Das ist ebenfalls schwer zu verfolgen und selbst die Effekte sind eher untere Schublade.

Wo ich jetzt schon am meckern bin, sollte ich vielleicht noch die dramatischen Elemente er­wähnen, die im Film auch nicht besonders gut stehen. Zuerst wird die humorvolle Erzählweise da­durch immer wieder unterbrochen. Viel schlimmer ist jedoch, dass sich diese dramatischen Szenen nicht auf den Zuschauer auswirken. Ich habe hier zwei bestimmte Szenen im Kopf, die jeweils den Tod eines Charakters darstellen (insgesamt gibt es sogar vier solcher Szenen, aber zwei sind gleich am Anfang, so dass man mit den Charakteren gar keine Bindung aufbauen konnte). Aber das was ich da grade in Klammern geschrieben habe, trifft leider auch auf die anderen zu. In diesen beiden Szenen werden Charaktere getötet, für die der Zuschauer nichts empfindet. Einen der beiden Charaktere hat der Zuschauer vorher höchsten dreimal kurz gesehen.

Wo ich jetzt schon von Charakteren spreche: Im Mittelpunkt steht ganz klar Arthur, der rechtmäßige König von Britannien. Der Film erzählt seine Originstory, etwas das dem normalen Ki­nogänger dankt der vielen Marvel Cinematic Universe Filme mehr als bekannt vorkommen sollte. Charlie Hunnam (Sons of Anarchy) gibt dabei eine coole Performance ab. Er beweist jede Menge Charisma und Humor als Arthur, und spielt sich damit in vielen Szenen in den Vordergrund, der ja auch rechtmäßig ihm gehört. Sein Arthur ist jedoch einer, den man so noch nicht gesehen hat, zu­mindest von den Charakterzügen, was sicherlich dem Drehbuch und dem von mir als Guy-Ri­chie-Touch erwähnten Phänomen zu schulden ist. Nach zwei Sherlock Holmes Filmen ist dies Jude La­w's dritte Zusammenarbeit mit Guy Richie. Law spielt Arthurs Gegenspieler, der verräterischen Vortigern. Charisma und Humor fehlen seinem Charakter, dafür hat er genug Boshaftigkeit um einen angemessenen Antagonisten abzugeben. Neben den beiden Hauptakteuren tauchen unter an­derem auch Aidan Gillen (The Wire, Game of Thrones), Djimon Hounsou (Blood Diamond, The Is­land) und Eric Bana (Erlöse uns von dem Bösen, München) als Arthurs Vater Uther auf. Man kann hier bei allen eine gute Leistung erwarten, jedoch nichts, was einen vom Hocker hauen würde.

Die technischen Aspekte meistert der Film meistens sehr gekonnt. Ausnahme sind hier die zwei bereits erwähnten Kampfszenen, bei denen Schnitt und Effekte nicht allzu zuschauerfreundlich sind. Ansonsten ist besonders der Schnitt des Films und die Soundeffekte gut umgesetzt und tragen zu einem hektischen (hier positiv zu sehen) Filmerlebnis bei. Die Effekte sind oftmals auch sehr gut umgesetzt und wirken besonders in der epischen Eröffnungsschlacht. Besonderen Lob an dieser Stelle an Daniel Pemberton für einen großartigen Soundtrack, der das Feeling von einem Mix aus Mittelalter und Gangsterfilm perfekt rüberkommen lässt. Für die Gamer unter euch würde ich mal den Soundtrack aus The Witcher 3: Wild Hunt zum Vergleich in die Waagschale werfen, aus dem Bereich Film fällt mir nämlich nichts Vergleichbares ein.

Alles in allem ist King Arthur: Legend of the Sword ein wirklich cooler und sehr unterhaltsa­mer Film geworden. Die zwei Stunden Laufzeit vergehen wie im Flug. Der Film setzt auf einen spe­ziellen, ungewohnten Mix aus Mittelalter, Fantasy und Gangster, der jedoch sehr gut aufgeht. Bei den Actionsequenzen muss man allerdings einige Abstriche machen. Der Film hat hierbei ein ähnli­ches Problem wie Guy Richies letzter Film, The Man from U.N.C.L.E., der auch seine beste Action­szene am Anfang verpulvert hatte. Aber dankt sympathischer Charaktere und dem grandiosen So­undtrack bleibt man als Zuschauer dabei. Ich hoffe jedenfalls auf eine Fortsetzung, auch wen der spezielle Mix, der diesem Film seine eigenen Note gegeben hat, sehr schwer erneut einsetzbar sein wird. Von meiner Stelle gibt es 7-8 Punkte für die (glücklicherweise) nicht erfüllten Erwartungen aus dem Trailer.

8/10
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Kommentare

16.05.2017 10:26 Uhr - JasonXtreme
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Tja was soll ich sagen - danke für diese enorm aussagekräftige Rezi! Gefällt mir um ein vielfaches besser als die Letzte zu dem Streifen. Zumal sie mir das bestätgt, was ich wissen wollte: Wie geht sie mir der Artussage um.

Ich erwarte nun was gänzlich anderes, und freue mich auf die Sichtung.

16.05.2017 11:24 Uhr - deNiro
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Sehr schön, da hat sich jemand Mühe gegeben!!

16.05.2017 11:44 Uhr - TheRealAsh
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danke für die ausführliche und objektive Kritik, du hast meine Bedenken über den Haufen geworfen und ich werde nun doch sogar schone eine Kinosichtung in Betracht ziehen

16.05.2017 11:44 Uhr - NoCutsPlease
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Sehr ordentlich, Herr Rückensegler!
Wie gewohnt aussagekräftig und schön formuliert. :)

PS: Habe auch das noch ausstehende Feedback zu "Super 8" mittlerweile nachgeholt.

16.05.2017 12:02 Uhr - tschaka17
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Genau so eine Review wollt ich gerne lesen. Scheint aber leider meine Erwartungen bzw. Befürchtungen zu bestätigen. Dann lass ich den Arthur im Kino lieber in Ruhe. Da laufen dann momentan doch stärkere Filme.

16.05.2017 14:55 Uhr - Ghostfacelooker
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:))))))))

16.05.2017 19:51 Uhr - cecil b
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Da ist mal wieder ein bewährter Review-Gigant zu uns gekrabbelt, und hat mit voller Stärke zugebissen! Danke!

16.05.2017 20:11 Uhr - Dimetrodon12
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Vielen Dank an alle hier, für die lobenden Worte. Es freut mich sehr, dass ich ein gutes Bild von dem Film vermitteln konnte und einige hier in ihrer Erwartungshaltung auf Kino (oder Heimkino) einstellen konnte. Ich hoffe mal, euch gefällt dieses Style-over-Substance-Fest ebenso wie mir.
An dieser Stelle sollte ich vielleicht noch zu meiner Schande gestehen, dass ich nie besonders großer Fan des vielgelobten Excalibur war, weshalb diese sehr lose Adaptation der Sage mir vielleicht auch besser gelegen hat. Unterhaltsam ist sie aber auf jeden Fall, Guy-Richie Fan hin oder her.
Zusätzlich werde ich probieren in Zukunft wieder etwas häufiger in Erscheinung zu treten (ich weiß das habe ich bei Life schonmal behauptet, probiere mich jetzt aber daran zu halten).

17.05.2017 00:31 Uhr - Horace Pinker
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Sehr aufschlussreiche, gekonnt verfasste und unterhaltsame Kritik Dimetrodon! Anders als dein tolles Review ist Legend of the Sword dank schlechten Actionszenen und starker Abweichung vom Ausgangsstoff wohl eher nichts für mich, denke ich bleibe da lieber bei King Arthur mit Clive Owen bzw. was Guy Ritchie angeht bei seinen Klassikern Lock, Stock & Two Smoking Barrels und Snatch.

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