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dicker Hund
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Eintrag: 16.06.2017

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City of the Dead

Zombie III - Sie kommen wieder

(Zombi 3)
Herstellungsland:Italien (1988)
Standard-Freigabe:FSK 18
Genre:Action, Horror, Splatter
Alternativtitel:Zombi 3 - Ein neuer Anfang
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Bewertung unserer Besucher:
Note: 5,01 (41 Stimmen) Details
inhalt:
Professor Dr. Holder, wissenschaftlichen Leiter einer geheimen Forschungsanstalt auf den Philippinen, gelingt es im Regierungsauftrag ein noch unbekanntes, farbloses Gas zu analysieren und eine Gefährdungsbeurteilung für das Militär zu erstellen. Die toxische Substanz, ein neuartiger bakteriologischer Kampfstoff namens „Death One“, führt bei Körperkontakt zum Ableben eines Probanden und eine Luftübertragung ist ebenfalls möglich. Gleichzeitig wird eine gefährliche Mutation ausgelöst, die den Betroffenen in einen aggressiven Zombie verwandelt. Nach Abschluss der geheimen Forschungsreihe wird die leicht flüchtige Substanz zusammen mit brisanten Aufzeichnungen bei einem terroristischen Übergriff gestohlen. Die reaktionären US-Truppen unter dem Kommando von General Morton töten zwar die meisten Angreifer, dennoch gelingt einem Terroristen die Flucht und infiziert sich dabei mit dem Death-One-Gas und verwandelt sich in eine lebenden Toten. General Morton befiehlt eigenmächtig die Ergreifung des Infizierten, sowie die Eliminierung und die Evakuierung des ganzen Gebietes, ohne jedoch die Wissenschaftler zu benachrichtigen. Der Flüchtige wird bald getötet und auf Befehl des Kommandanten im örtlichen Krematorium verbrannt. Unwissentlich beschwört man durch die Verbrennung eine Katastrophe ungeahnten Ausmaßes herauf...
eine kritik von dicker hund:

"Zombie III", der wohl korrekter in der italienischen Schreibweise mit "Zombi 3" bezeichnet werden sollte, entstand neun Jahre nach Fulcis im Original "Zombi 2" lautenden "Woodoo". Es ist nicht wirklich eine Fortsetzung. Stimmung und Inszenierung erinnern mehr an "Hölle der lebenden Toten" als an den vermeintlichen Vorgänger. Gemeinsamkeiten wie das gestürmte Haus oder die Fabrik als Herkunftsort der zombifizierenden Pestilenz unterstreichen diese Tendenz. Ist ja auch kein Wunder - schließlich warf Fulci irgendwann das Handtuch und überließ Bruno Mattei das Feld für die Vollendung (mit freundlicher Unterstützung von Claudio Fragasso). Entsprechend überdeutlich etabliert sich im Resultat dieser Produktionsgeschichte das Trash-Niveau, das über die gesamte Laufzeit konsequent gehalten wird:

Robert Marius mimt einen Professor mit einem reichlich steifen Schauspiel, bei dem sich anscheinend mehrmals sein Zeigefinger verkrampft, so dass er ihn die meiste Zeit ausgestreckt halten muss. Damit steckt er seinen Kollegen Mike Monty an, der als Soldat noch in "Escape to Nowhere" zu sehen sein sollte und auch sonst die darstellerische Uniform gewohnt ist, hier aber als streitbarer General von einer Stilleben-Gestik zur nächsten übergeht. Die hampelige Performance der übrigen Beteiligten, deren Vita bereits im amüsanten Review von Dissection78 sehr schön nachzulesen ist, harmoniert mit diesem Dilettantismus genauso wie die dumpfe und teilnahmslose Synchro, die sich jeder Aufregung über das Ende der Welt verweigert.

Lässiger Rock und leierige Synthie-Eskapaden drücken allerdings auf das bereits tiefstehende Gaspedal, so dass sie die vielen schwächeren Szenen ausreichend vorantreiben, um keine Langeweile aufkommen zu lassen. Es ist schön, wenn Nerv-Abschnitte wie die Flirterei zwischen Soldaten und jungen Frauen im Straßenverkehr schnell vorübergehen, zumal die genannte Sequenz obendrein noch mit nackter Haut geizt. Der oberste Knopf der Bluse muss langen - wie "freizügig" (Sex 2/10). Angesichts des hohen Tempos erscheint es nur zweckmäßig, dass die Schauplätze häufig wechseln, woraus die Doppel-Regie wider Willen durchaus respektable Ergebnisse herausholt. Diverse Gebäude sind ambitioniert als unübersichtlich, unheilschwanger und von der Seuche überrollt präsentiert. Dort wie in den Gewässer-reichen Außenbereichen hat der Kameramann ein Händchen für ansehnliche Perspektiven, bis er den schon einmal drastischen Gore zum Fressen gern hat und ihm dann dicht auf den Fersen bleibt (Gewalt 7/10). Solche können bei den Zombies groß wie Hobbit-Füße sein, wobei die Erscheinungsformen der Untoten sowieso recht innovativ daherkommen. Einige überspitzte Motive finden sich ähnlich in dem vier Jahre später veröffentlichten "Braindead" wieder, sind dort allerdings von vornherein lustig gemeint, während hier die unfreiwillige Komik vorherrscht (Humor 3/10).

Diese manifestiert sich nicht nur in Schrulligkeiten wie unechten Spinnweben und der Beschilderung von Räumen und Gebäuden durch provisorische Papp-Stücke mit Filzmaler-Aufschrieb. Auch die giftgrüne Ausleuchtung und die im Dauerbetrieb befindliche Nebelmaschine haben ihren Anteil daran. Nicht zuletzt sei die schwachsinnige Handlung mit ihren hanebüchenen Dialogen erwähnt: So sitzen zum Beispiel mehrere Wissenschaftler wie die Hühner auf der Stange an einem langen Tisch, wo sie lediglich mit Stiften und Papier versuchen, ein Gegenmittel gegen den biologischen Kampfstoff zu entwickeln. Dabei reden sie so daher, als sei eine solche Maßnahme eine Sache von Stunden. Mühsam versuchen eklige Verwandlungsvorgänge mit brauchbarem Untoten-Make-Up in diesem Murks-Gewitter die Horror-Fahne hochzuhalten (5/10). Die zahlreichen Unwägbarkeiten verhindern aber mit Nachdruck, dass so etwas wie ernsthaftes Unbehagen aufkommt, auch wenn die Schauspieler dergleichen manchmal eigentlich vermitteln sollen.

Wer Matteis oben zum Vergleich herangezogenen Knallfrosch mochte, ist bei "Zombi 3" sicherlich ebenfalls solide aufgehoben (5/10 Punkten). Unter den zahlreichen Vertretern der Trash-Kategorie gehört der Film zu denjenigen, über die man herzlich lachen und trotzdem noch etwas Schmiere wie unterschiedslos mordende Soldaten und expliziten Kannibalismus mitnehmen kann. Die Bildästhetik ist in einigen Einstellungen übrigens sehr nahe an dem stilvollen ersten "Resident Evil" für die Ur-Playstation. Punktuell blitzt also sogar echtes Talent auf, wodurch der Unsinn erst konsumabel wird - außer für die Zensoren, die gleich die Beschlagnahmekeule auspackten. 

5/10
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Kommentare

16.06.2017 10:47 Uhr - Horace Pinker
2x
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Wiedermal erstklassiges und sehr unterhaltsames Review dicker Hund. Zombi 3 habe ich zwar erst einmal gesehen, fand den damals aber eher schlecht gemacht und lächerlich und würde dem aus der Erinnerung noch ein Pünktchen weniger geben.

16.06.2017 13:32 Uhr - Intofilms
2x
Schundiger, aber total spaßiger Film, den ich tatsächlich oft und gerne schaue. Rezi ist natürlich nicht schundig, sondern hochwertig und ebenfalls total spaßig. Gut gemacht, Hundchen. Wie immer! :)

16.06.2017 14:45 Uhr - TheRealAsh
2x
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Matteis Knallfrosch^^^

super Review, die alles, was Zombi 3 ausmacht, auf den Punkt bringt. Ich würde allerdings auch einen oder sogar zwei Punkte mehr geben, allein wegen Fulcis Mitwirken

16.06.2017 19:52 Uhr - JasonXtreme
1x
DB-Helfer
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Wie habe ich in ner alten Fangoria mal gelesen? Die Zombies hier sehen aus, als hätte ihnen einer ins Gesicht gekotzt. Richtig, und trotzdem fand ich den hier immer trashig nett. Treffend rezensiert!

16.06.2017 23:15 Uhr - dicker Hund
3x
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Erfahrungspunkte von dicker Hund 1.534
Vielen lieben Dank! Irgendwie schaue ich die Filme von Mattei immer wieder gerne, auch wenn sie eigentlich nicht viel taugen. Seine tollpatschige Regie in Verbindung mit der derben Härte bilden einen bizarren Mix, der mich jedes mal aufs Neue staunen lässt.

17.06.2017 10:13 Uhr - NoCutsPlease
1x
DB-Helfer
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Erstklassige Kritik zu dieser Trash-Mittelklasse, die im prominenten Fahrwasser von "Zombie" daherschippert.
Spaß macht der Film auf jeden Fall, aber es ist schon ziemlicher Schund. ;)

20.06.2017 23:18 Uhr - Calahan
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oh Gott, ihr seid alle verrückt, lach. Das ist echter Mist auf den ich mit 16 in der Videothek reingefallen bin. Das habe ich einmal gesehen und dann nie wieder.

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