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Ivan_Danko
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Eintrag: 18.06.2017

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Sabotage - Dark Assassin

(Sabotage)
Herstellungsland:Kanada (1996)
Standard-Freigabe:FSK keine Jugendfreigabe
Genre:Action, Thriller

Bewertung unserer Besucher:
Note: 7,67 (12 Stimmen) Details
inhalt:
Michael ist der einzige Überlebende eines mißglückten Versuchs der CIA, Geiseln aus der Gewalt von Terroristen zu befreien. Gleich bei seinem ersten zivilen Job als Bodyguard wird sein Schützling von einem Attentäter erschossen. Ein zweiter Anschlag gilt kurz darauf der hübschen Witwe. Sie überlebt und feuert Michael wegen Unfähigkeit. Auf einem Bild erkennt er in dem Attentäter Sherwood, den ehemaligen Anführer der Terroristen und meistgesuchtesten Killer der Welt. Wer sind seine Auftraggeber und warum ist Michael stets im Mittelpunkt dieser Attacken? Bei seinen Nachforschungen sticht Michael in ein Wespennest aus Intrigen, politischen Machtkämpfen und privaten Racheakten. Wer ist noch sein Freund, wer sein Feind? Michael ist allein bei seinem Kampf gegen Sherwood, einem unberechenbaren, eiskalten Gegner mit der Zerstörungskraft einer Armee...
Diese Kritik enthält Informationen über den späteren Handlungsverlauf der Geschichte.
eine kritik von ivan_danko:

Mitte der 90er Jahre rückte ein Name relativ unverhofft in den Vordergrund, da die überraschend anspruchsvolle Manga-Verfilmung "Crying Freeman - Der Sohn des Drachen" nicht nur Martial-Arts- und Manga-Fans beeindruckte, sondern mit seinen ästhetischen Bildern auch viele Kritiker überzeugte. Hauptdarsteller Mark Dacascos, bis dahin nur mit Genre-Filmchen wie "Only the Strong", "Double Dragon" oder "Kickboxer 5" im Blickfeld, zeigte nicht nur Kampfkünste vom Feinsten, sondern auch durchaus schauspielerisches Talent mit Melancholie im Blick und hoher optischer Präsenz.

Nach den zwei mäßig erfolgreichen Fantasy-Horror-Filmen "D.N.A" und "Genetic Code", die obendrein auch noch von Kritik und Publikum verrissen wurden, besann er sich noch im gleichen Jahr 1996 wieder seiner alten Qualitäten und wechselte zurück ins reine Actionfach, dabei entstand ein zwar kostengünstiger, aber effektvoller Reißer der alten Schule:

 

SABOTAGE - DARK ASSASSIN

 

Die Story über eine gescheiterte CIA-Operation ist alles andere als neu. Die Einsatztruppe um Michael Bishop ("Mark Dacascos") wird verraten und aufgerieben, nur er selbst überlebt den Angriff schwerst verletzt. Wieder genesen wird Bishop unehrenhaft entlassen und arbeitet fortan als Bodyguard, wobei er innerhalb kürzester Zeit mit seiner Vergangenheit konfrontiert wird. Der gefährliche Auftragskiller Sherwood, der bereits hinter dem verunglückten Einsatz zu Beginn steckte, ist wieder aufgetaucht und hinterlässt eine Spur von Leichen. Erst im späteren Verlauf muss Bishop bemerken, dass viel mehr dahintersteckt, als die Ermittlungsbehörden dachten und die Spur in höchste Kreise führt.

Wie schon erwähnt, übermäßig kreativ ist die Handlung nicht gerade, immerhin bemühten sich die Drehbuchautoren aber redlich, mit etlichen Twists so etwas wie Komplexität zu vermitteln, was leider nicht wirklich gelungen ist. So wird vieles dem Zufall überlassen und einiges überflüssiges konstruiert, obwohl der Hauptaugenmerk deutlich auf der Action liegt, die übrigens wuchtig, ungeschönt und durchaus blutig inszeniert wurde. Lob gebührt hier dem ungarischen Regisseur Tiber Takacs, der zuvor "Gate 1 + 2" und das Lorenzo Lamas Vehikel "Viper" drehte, später allerdings nur noch durch C-Movie und Thrashproduktionen auffiel.

Neben Mark Dacascos als gut gewähltem Hauptdarsteller findet man einige bekannte Namen in den Nebenrollen wieder. Carrie-Anne Moss ("Matrix 1 - 3") als FBI-Ermittlerin und Partnerin wider Willen macht ihre Sache routiniert, obwohl man deutlich bemerkt, dass ihr schauspielerischer Zenit erst Jahre später erreicht werden sollte. Paradeindianer Graham Greene ("Der Mit Dem Wolf Tanzt") spielt den Strippenzieher im Hintergrund grundsolide, wie man es von einem Charakterdarsteller mit hohem filmischen Output auch erwartet, geht aber leider im konstruierten Drehbuch etwas unter. Ebenso ist die deutsche Synchronisation offensichtlich sehr kostengünstig umgesetzt worden, was die schauspielerische Leistung im Allgemeinen etwas uninspiriert wirken lässt.

Wirklich eindrucksvoll hingegen spielt B-Movie-Ikone Tony Todd ("Candyman's Fluch") den Superschurken Sherwood. Ständig pfeifend, stoisch ruhig und scheinbar vollkommen gewissenlos mordet er sich durch die Reihen und schafft es dabei tatsächlich, auch die gefährliche Bedrohung zu vermitteln, die seine Rolle widerspiegeln soll. Er ist dabei seinen Verfolgern stets einen Schritt voraus, erst im klug gewählten Finale schafft es Bishop, ihm durch eine taktische Finesse Paroli zu bieten.

Die klare Stärke des Films ist die kompromisslose Härte der Actionszenen. Positiv ist hier zu erwähnen, dass noch echte Handarbeit abgeliefert wurde, die dosierten Explosionen wirken realistisch, bei den Shootouts wurde nicht mit Bloodpacks gespart. Derart detailfreudige Nahaufnahmen von blutigen Einschüssen findet man heute nur noch CGI-unterstützt, vergleichbar zu "Sabotage" wäre hier in etwa der handlungstechnisch ähnlich aufgebaute Lundgren-Actionthriller  "Silent Trigger". Wer sich allerdings ausgedehnte Martial-Arts-Sequenzen mit Dacascos erwartet, dürfte enttäuscht werden, da die Handlung dafür kaum Spielraum lässt. Aufgrund der Attentäter-Thematik und des durchaus vorhandenen politisch-geheimdienstlichen Einflusses ist direkte Konfrontation nur am Rande vorhanden und wurde löblicherweise auch nicht unmotiviert in den Film integriert. Wenig überraschend erhielt "Sabotage" von der FSK eine Einstufung ab 18 Jahren für die ungeschnittene Fassung, von einer Indizierung blieb der Film allerdings verschont.  

Bei einem geschätzten Budget von angeblich nur 5 Mio. US-Dollar wurde es hier geschafft, den Film teurer wirken zu lassen, als er tatsächlich war. Eine klassische Videothekenperle also, ins Kino hat es die Produktion damals nicht geschafft. Im B-Movie-Sektor ist er jedoch ein richtiger Geheimtipp, Fans von knallharter Action werden hier voll auf ihre Kosten kommen, Langeweile kommt während der gesamten Spieldauer ebenfalls keine auf. 

Vergleicht man so manche hochglanzpolierte Actiongurke der heutigen Zeit, war ich bei aktueller Sichtung von "Sabotage - Dark Assassin" durchaus überrascht, wie geschmeidig sich der Film auch nach über 20 Jahren noch ansehen lässt. Etwas unbekannter als andere, bekanntere DTV-Produktionen, ist eine Sichtung jedenfalls äußerst empfehlenswert, weswegen ich auf eine wohlverdiente Wertung von 7,5 Punkten komme.

8/10
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Kommentare

18.06.2017 16:47 Uhr - Intofilms
1x
Na, wenn das mal nicht verlockend klingt! Mein Interesse hast du definitiv geweckt. An dem Titel bleibe ich mal dran.

Bärenstarke Rezi aus der Kategorie 'Edellektüre' und ein sehr schöner Tipp: Vielen Dank, Herr Danko! :)

18.06.2017 19:21 Uhr - Ivan_Danko
2x
User-Level von Ivan_Danko 4
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Vielen Dank Intofilms! Freut mich, und ja, den kann sich der alte Actionfan mit klassischen, harten Wurzeln aus den 80er und 90ern durchaus anschauen.

18.06.2017 19:54 Uhr - Weltraumgott
1x
User-Level von Weltraumgott 1
Erfahrungspunkte von Weltraumgott 14
Klingt lecker!
Danko, Danko :-)

18.06.2017 20:12 Uhr - Ivan_Danko
1x
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Gern geschehen.

19.06.2017 23:45 Uhr - Tom Cody
2x
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Sehr interessante und gut formulierte Kritik zu einer kleinen, knackigen B-Movie Perle. Den Film habe ich mir zufälligerweise selber gerade vor 3 Tagen auf Blu-ray gekauft. Mit deiner Wertung stimme ich zu 100% überein.
"Sabotage" ist sicher auch einer von Dacascos' gelungensten Filmen, auch wenn der Streifen nicht an seine Arbeiten für Christophe Gans heranreicht. Wie du schon sehr richtig bemerkt hast - definitiv ein (kleiner) Geheimtipp für die Action-Freunde.

20.06.2017 11:42 Uhr - Ivan_Danko
1x
User-Level von Ivan_Danko 4
Erfahrungspunkte von Ivan_Danko 250
Danke Tom! Dem kann ich nur zustimmen.

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