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Ghostfacelooker
Level 14
XP 3.163
Eintrag: 19.06.2017

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Marvel’s Daredevil

(Daredevil)
Herstellungsland:USA (2015)
Genre:Action, Comicverfilmung, Drama, Krimi,
Science-Fiction

Bewertung unserer Besucher:
Note: 9,35 (17 Stimmen) Details
inhalt:
Marvel's Daredevil - Tagsüber Anwalt, nachts Hüter der Stadt. Matt Murdock (Charlie Cox), der als Kind sein Augenlicht verlor, besitzt außergewöhnliche sensorische Fähigkeiten und kämpft als Daredevil nach Einbruch der Dunkelheit auf den Straßen New Yorks gegen das Böse. Hierbei gerät er immer wieder mit dem skrupellosen Geschäftsmann Wilson Fisk alias Kingpin (Vincent D'Onofrio) aneinander. Obwohl er als Anwalt eigentlich an das Rechtssystem glauben sollte, beweist Murdock durch seine zweite Identität das Gegenteil: Er greift zur Selbstjustiz, um seine Nachbarschaft in "Hell's Kitchen" und die restliche Stadt zu beschützen.
eine kritik von ghostfacelooker:

Auch wenn ich ein Fan des affleckschen Daredevils bin und vor allem die Rolle von Bullseye sehr düster darin fand, während das Zusammenspiel von Affleck und Garner als Elektra bereits deutlich machte das die beiden in der echten Welt mehr verbinden wird, und auch die Musik richtig toll ist, muss ich sagen dass diese Serie dem Comic, soweit ich es beurteilen kann in vielen Punkten näher kommt.

Vincent D'Onofrio legt hier deutlich das Dämlichkeitsprädikat des einstigen Privat Paula ab und ist in der Rolle als Kingpin düsterer und verschlagener als es der gute Michael Clarke Duncan seinerzeit sein hätte können, möge er in Frieden ruhen, obwohl er natürlich auch eine Oberschurkenpräsenz zu bieten hatte. Doch D'Onofrio verleiht seiner Version des Fisk, die nötige zwiegespaltene Aura und mystische Tiefe, die man von einer Person erwarten will, die eine ganze Stadt kontrolliert und bei der allein das erwähnen seines Namens schon für genug Schwierigkeiten sorgen kann.

Auch hat man diese teilweise schizoide Struktur in seinem Verhalten durch den Schauspieler und seiner Mimik sehr gut charakterisieren können, die in den Comics dazu führt, dass er seine Frau, die er über alles liebt und die die einzige ist die ihn wirklich versteht und zu ihm hält, verjagt und mit seinem späteren Sohn in Konflikt gerät.

Wie gesagt die Comicstoryline ist in dieser Serie sehr vorbildhaft und deshalb lasse ich seine Frau darin auch einfließen, zumal sie in der Serie genau die Eigenschaften übernimmt, die ihre Figur aus den Comics inne hält. Sie ist loyal, furcht und bedingungslos in ihrer schwer nachvollziehbaren Liebe zu Fisk. Ayelet Zurer spielt Vanessa und somit zukünftige Mrs. Wilson Fisk und wird in der ersten Staffel zum Gleichgewicht für Fisks Agonie und gleichsam zur Antriebsfeder seiner eigenen Wünsche.

Toby Leonard Moore hingegen ist Fisks rechte Hand und spielt die Figur des Wesley und ist androgyner und undurchsichtiger, ja sogar in seinem abgeklärten Niveau wesentlich präsenter als Leland Orser im Film in seinen wenigen Szenen je sein konnte. Dieser Weasley wird dem Helfer des Kingpin ebenfalls wesentlich gerechter und ist eine Figur die trotz ihrer schurkischen Seite aufgrund ihres Verhaltens in der Serie Sympathie verdient.

Ähnlich verhält es sich mit der Figur des Franklin Foggy Nelson, die in der Serie von Eldon Henson aus Butterfly Effect oder Mighty Ducks, im Film von John Farvreau gespielt wird. Edon´s Foggy hat wesentlich mehr Charme und Präsenz als Farvreau´s Figur, was eventuell daran lag das man die Bedeutung im Fim mehr auf Murdock fokusieren wollte. Der Foggy der Serie wirkt auch weniger dümmlich und naiv, sondern loyal und wie ein wahrer Freund, der wenn es darauf ankommt auch Mut beweisen kann.

Die wesentlichsten Figuren die der Film teilweise gar nicht enthält, die Serie aber als Bestandteil oder Charaktererweiterung führt, sind:

Karen Page, mit der Murdock im Comic ebenso ein Verhältnis hat wie zu der Ärztin, Claire Temple, die in der Serie von Rosario Dawson verkörpert wird. Karen ist jedoch eine Mischung aus einem vor Selbstzweifeln und Reue zerfressener Charakter, der aber auch Stärke besitzt. Während Claire eine rechtschaffene Ärztin mit der nötigen Durchsetzungskraft ist, die anders als Karen nicht innerlich zusammenbricht, wenn es ernst wird.

Der Geschäftspartner und Buchalter von Fisk, Mr. Owl, der von Bob Guten als sehr aufmüpfiger und sich selbst als unantastbarer Nörger dargestellt wird, der sich aufgrund seines Wissens auch noch für unverzichtbar hält.

Den Zeitungsreporter Ben Urich, der auf seine alten Tage die Zustände in Hells Kitchen zwar teilweise durchschaut, aber erst durch Karen den Anreiz früherer journalistischer Aufklärung wiederfindet wirklich dagegen vorgehen zu wollen.

Frank Castle alias Punisher, ist für mich, der die Comics nicht wirklich im Detail kennt und diese Aussagen zum Comic aus verschiedenen Internetseiten zusammengetragen hat, die wohl überraschendste Figur, nicht weil ich sie nicht kenne sondern weil ich immer dachte das er mehr mit Spider Man in Verbindung gebracht wird als mit Daredevil. Aber es gibt ja hier genug Comic Wissende, die sich gern in den Kommentaren dazu äußern können.

Die wohl undurchschaubarste Figur der Serie und Grund warum Murdock zu all diesen Fähigkeiten in der Lage ist, ist jedoch Stick, der von keinem geringeren als Scott Glenn gegeben wird. Stick ist kein gutmütiger Lehrmeister, sondern ein kaltherzig und scheinbar emotionsloser Egoist, der Matt nur als Werkzeug für einen unsichtbaren Krieg geformt und zu benutzen scheint. Und obwohl er selbst auch blind ist scheint er mehr zu „sehen“ als er Matt wissen lassen will.

In der zweiten Staffel bekommt Stick auch einen weicheren Charakterzug und weiht Murdock in die Wahrheit des „Krieges“ ein und was es mit Black Sky / The Chaste auf sich hat. Und wir sehen Elektra wieder, die sehr androgyn wirkt und nicht den Flair von Jennifer Garners Interpretation der Figur aufbringen kann, was sehr schade ist, aber zum düsteren Grundton der Serie passt.

Kommen wir zu Daredevil selbst, der von Charlie Cox gegeben wird und eine optische Symbiose aus dem jungen Daredevil aus dem Affleck Film und dem großen Burder von Harry Potter sein könnte. Cox´s Daredevil wird in der ersten Staffel mehr an den Ursprüngen der farblichen Gestaltung des Comics von Frank Miller gehalten, der 1979 Daredevil so schuf, wie wir ihn heute kennen.

Auch den Kampf zwischen Kingpin und Daredevil, sowie Elektra oder Stick als Murdocks Lehrmeister wurden von Miller ins Leben gerufen und führten nicht zuletzt wegen dem für die Außenwelt unsichtbaren Krieg des Samurai/Ninja Clans von Meister Izo, der Lehrmeister von Stick und Elektra (indirekt somit auch von Daredevil) und des verfeindeten Ninja Clans Yami no te, auch bekannt als die Hand, zu großem Erfolg.

Aber der Daredevil der Serie wirkt manchmal wie ein Alleskönner. Da hat mir die Erklärung im affleckschen Film durch die Schallwellen Resonanz besser gefallen. Man glaubt manchmal nicht das dieser Daredevil tatsächlich blind wäre. Naja aber es ist eine Superheldenserie.

In Staffel Eins geht es überwiegend um den Kingpin und Murdocks Affinität seine Stadt sauber zu halten, während Wisk seine Vision seiner Stadt mit allen verfügbaren Mitteln durchsetzt. Anders als zum Beispiel in der Serie „From Dusk till Dawn“, bei deren ersten Staffel, wird hier der Plot nicht wie im Film nacherzählt sondern steigt direkt in Murdocks leben ein. Somit fällt der „Kenn ich ja schon“ Effekt den als beispiel genannte Serie in der ersten Staffel meines Erachtens etwas falsch angeht weg.

Staffel Zwei ist vom Gewaltgrad ebenso härter und beschäftigt sich überwiegend mit dem Punisher. Fest steht für mich jedenfalls, dass dieser Punisher, zwar härter wirkt, aber von Jane´s und Lundgren´s Version meilenweit entfernt ist, was den Sympathiefaktor betrifft. Die Kälte und Unnahbarkeit mag ihm Hinblick auf seine Geschichte passen, trägt aber in der Serie eher für mich dazu bei, mir zu wünschen er würde verschwinden, obwohl ich die süffisante Diskussion mit Murdock auf dem Dach in der dritten Episode der zweiten Staffel sehr amüsant und tiefgründig fand. Jedenfalls besteht die Quintessenz der zweiten Staffel aus der Geschichte des Punishers.

Seien wir doch mal ehrlich. Jeder hat Eltern, Geschwister, möglicherweise Kinder, Bla Bla. Würdest du Osama bin Laden, Adolf Hitler oder irgendeinen IS / Nazi Idioten von dem du weißt das er ein Mörder ist oder auch nur Leute missbraucht und quält schlagen, so wie es Daredevil tut, oder ihn weg pusten wie der Punisher? Also ich für meinen Teil kenne die Antwort. 

Ohne noch ins Spoilern verfallen zu wollen, ist die Serie weniger mit dem schmalzigen Comickram mancher Verfilmungen überfrachtet sondern hat einen düster, tiefsinnigen Touch, der durchaus die Realität einer amerikanischen oder europäischen Großstadt widerspiegeln kann, in der Korruption und Bandenmentalität sich größtenteils unwissend von der Masse der Bevölkerung abspielen und deren Größen von staatlichen Elementen unterstützt oder zum Zwecke des Allgemeinwohls geduldet werden. Dardevil hebt sich somit von dem trivialen Serienelement für mich ab und rangiert, wohlgemerkt mit beiden Staffeln zusammengenommen auf einer soliden 8.

8/10
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Kommentare

19.06.2017 22:34 Uhr - leichenwurm
1x
DB-Helfer
User-Level von leichenwurm 5
Erfahrungspunkte von leichenwurm 420
W...O...W !!! Alter... ein echtes Hammer-Review Ghost... Mein lieber Scholli. Da hast du aber in die Tasten gehauen. Und ich kann mich dir eigentlich in fast jedem Punkt nur anschließen. Cool auch, dass du den Affleck-DD positiv erwähnt hast... denn ich fand den auch gar nicht sooo übel wie er oft gemacht wird (vor allen Dingen im wesentlich besseren Directors Cut). Zum Thema Punisher/Spider-Man kann ich sagen, das der Punisher damals zum ersten mal als Gegenspieler von Spidey in den Comics auftrat. Und ich finde ihn hier in der Serie sehr treffend dargestellt. Mein liebster Punisher ist übrigens Ray Stevenson in "Punisher: War Zone"... allerdings ist mein liebster "Punisher"-Film der Lundgren-Kracher (jaja... die gute alte Nostalgie) ;-) !

19.06.2017 22:36 Uhr - Watchman013
1x
Super Review zu einer hervorragenden Marvel Verfilmung. Und ja, die Serie ist deutlich näher an der Comic Vorlage als die in meinen Augen ziemlich missglückte Affleck Film Fassung. Was denn Punisher angeht, ist es den Serienmachern zum ersten mal gelungen, die Figur der Vorlage entsprechend auf die Leinwand bzw. den Fernsehschirm zu bringen. Bin schon sehr gespannt, ob die Punisher Serie das Niveau halten kann, das Daredevil vorgelegt hat.

19.06.2017 22:53 Uhr - Weltraumgott
User-Level von Weltraumgott 4
Erfahrungspunkte von Weltraumgott 208
Leichenwurm hat all das gesagt was ich schreiben wollte! ;-)

Zum Punisher in der Serie: auch wenn ich Jon Bernthal unpassend finde, macht er seinen Job verdammt gut und ich freue mich nach Staffel 2 umso mehr auf die Punisherserie!

19.06.2017 23:15 Uhr - Ghostfacelooker
User-Level von Ghostfacelooker 14
Erfahrungspunkte von Ghostfacelooker 3.163
19.06.2017 22:34 Uhr schrieb leichenwurm
W...O...W !!! Alter... ein echtes Hammer-Review Ghost... Mein lieber Scholli. Da hast du aber in die Tasten gehauen. Und ich kann mich dir eigentlich in fast jedem Punkt nur anschließen. Cool auch, dass du den Affleck-DD positiv erwähnt hast... denn ich fand den auch gar nicht sooo übel wie er oft gemacht wird (vor allen Dingen im wesentlich besseren Directors Cut). Zum Thema Punisher/Spider-Man kann ich sagen, das der Punisher damals zum ersten mal als Gegenspieler von Spidey in den Comics auftrat. Und ich finde ihn hier in der Serie sehr treffend dargestellt. Mein liebster Punisher ist übrigens Ray Stevenson in "Punisher: War Zone"... allerdings ist mein liebster "Punisher"-Film der Lundgren-Kracher (jaja... die gute alte Nostalgie) ;-) !


Danke als Kenner der Szene zählt dein Kompliment doppelt für mich!

19.06.2017 23:16 Uhr - Ghostfacelooker
User-Level von Ghostfacelooker 14
Erfahrungspunkte von Ghostfacelooker 3.163
19.06.2017 22:36 Uhr schrieb Watchman013
Super Review zu einer hervorragenden Marvel Verfilmung. Und ja, die Serie ist deutlich näher an der Comic Vorlage als die in meinen Augen ziemlich missglückte Affleck Film Fassung. Was denn Punisher angeht, ist es den Serienmachern zum ersten mal gelungen, die Figur der Vorlage entsprechend auf die Leinwand bzw. den Fernsehschirm zu bringen. Bin schon sehr gespannt, ob die Punisher Serie das Niveau halten kann, das Daredevil vorgelegt hat.


Danke, weiss zwar nicht ob ich den selben Hauptdarsteller darin sehen wollen würde aber ne Chance bekommt sie dann auch von mir

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