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Ghostfacelooker
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Monty Python's wunderbare Welt der Schwerkraft
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Sense8

Herstellungsland:USA (2015)
Genre:Action, Drama, Science-Fiction, Mystery

Bewertung unserer Besucher:
Note: 6,80 (5 Stimmen) Details
eine kritik von ghostfacelooker:

Diese Serie in ihren Episoden zu beschreiben, wäre als würde man die Matrix haarklein analysieren wollen und es kommt nicht von ungefähr, dass man das Gefühl hat in einem Multiversum zu stecken, respektive einer surrealen Existenzebene, denn die Warchowski Geschwister stecken hinter dem Vorhang und spielen den visuellen Zauberer von Oz für uns.

Vielleicht ist es eine Art persönliche Therapie, die sich Larry und Andrew Wachoski mit dieser Serie unterzogen haben, denn der schon früher als Transsexuell geroutete Larry ist jetzt Lana und Andrew ist jetzt Lilly Wachowski, nebenbei ist Raider immernoch Twix und die Matrix die echte Welt aber sonst ändert sich nichts.

Fest steht jedenfalls, dass man es zumindest zu Beginn versteht, in der Serie mit der komplexen Story einen Spannungsbogen aufzubauen. Durch kleine Story-Twists, die geschickt genau in den Momenten eingesetzt werden, in denen es langweilig zu werden droht.

Dabei reicht es zum Beispiel vom Selbstmord der ersten Folge, dem großen Cliffhanger zwischen Episode zwei und drei, bis hin zu Kleinigkeiten, wie zum Beispiel dem Überfall auf den Bus in der dritten Episode.

In den ersten drei Episoden, erfährt man also in kleineren Abschnitten, ein wenig über das Leben der acht Leute die scheinbar durch die von Daryl Hannah gespielte Rolle, der „Mutter“ neu wiedergeboren wurden und emotional und telepathisch miteinander verbunden sind, ohne es jedoch zu wissen.

Nur in manchen Szenen überlappen sich deren Existenzbereiche und sie haben eine Art Vision der aktuellen Situation des anderen. Bis zu dem Moment ihrer Wieder oder respektive „Neugeburt“ haben sie eigenständige Leben geführt.

Einmal als Schauspieler, Djane, Kampfsportlerin, Polizist, als Mann der jetzt eine Frau ist (was auf Jamie Clayton alias Nomi auch im wahren Leben zutrifft. Zusätzlich ein Safeknacker, oder einfach einem indisches Mädchen, das kurz vor der Heirat mit einem Mann steht, den es nicht liebt und einem kenianischen Jugendlichen, dessen Mutter an Aids erkrankte und der sich wegen den Tabletten eben durchschlagen muss.

Verbunden scheinen sie aber auch durch Jonas Maliki (Andrew „Lost“ Naveen) zu sein, der unter vielen falschen Namen anscheinend auch einer der Neugeborenen ist und als eine Art transzendentaler Coach der Gruppe auftritt. Man könnte sagen, er ist der Morpheus dieser Welt.

Wobei die Schwierigkeit zunächst für ihn selbst darin besteht, die Gruppenmitglieder einerseits zu finden und anderseits sie von seiner Wahrheit zu überzeugen, ohne dabei aber von staatlichen Organisationen wie dem FBI oder den Cops geschnappt zu werden.

Die ab der vierten und fünften Episode gezeigte Action die sich meist um Capheus dreht, wird leider immer wieder durch langwierige Dialogie unterbrochen, die ungefähr so wirkt als würde Morpheus gerade Neo vor die Wahl zwischen der blauen und der roten Pille stellen, nur ohne die coole kryptische Stimmung.

Der absolute Hohn für mich als Zuschauer folgt aber in der Szenerie in der Lito, der Schauspieler einen auf Desperado macht und das Ganze sogar noch wie ein Filmset mit Drähten und sichtbaren Fehlschüssen durch schief gehaltene Waffen inszeniert ist.

Keine Ahnung ob die Wachowski Sisters hier Hollywood unterschwellig den Mittelfinger zeigen wollten oder es ein lieb gemeinter Gruß an Mr. Rodriguez war, mit ihm gemeinsam eine neue Trilogie zu starten, jedenfalls ist spätestens ab da der Reiz der ersten Folgen auf ein Miniaturausmaß geschrumpft.

Das zusätzliche Problem der Serie ist, dass auch wenn für jede sexuelle Neigung und Ausrichtung optisch was geboten wird, dies doch sehr in den Episoden hervorgehoben wird, so dass man sich vielmehr in einer surrealen Sex in the City Version wiederfindet als in einer Mystery-Serie.

Die Symbiose der einzelnen Personen auf Gefühlsebene darzustellen, ist zwar spannend aber wenn es in den ersten sechs Folgen fast ausschließlich darum geht, kann das schon sehr ermüdend sein. Komprimiert hätte dies mehr Sinn gemacht. Bei Harry Potter hat man ja auch nicht in jedem Film 90 Minuten über seine Pubertätsprobleme und Situationen seiner Erektion gesprochen.

Wenn man die Geschichte einer Figur mit tiefen der Persönlichkeit hätte erzählen wollen, hätte man jeder Figur auch eine separate Folge widmen können, anstatt alles und alle immer wieder nur halbgar zu vermischen während man anderseits einzelne Personen der Handlung länger beleuchtet nur um dann wieder alles andere drumherum in die Länge zu ziehen.

Während Möchtegern Desperado mit Vorliebe mit einer anderen „Kanone“ umzugehen weiß oder wie Nomi und ihre Freundin, die im echten Leben weniger intensiv auf Frauen steht, mit einer „Ersatzkanone“, verstehe ich die Serie stellenweise als Selbstfindungstrip der emotionalen Seelenwanderung der Wachowskis, den sie unter den Deckmantel einer komplexen Story zu hüllen suchen und um es den Zuschauern schmackhafter zu machen mit Action und Mystery Beilagen garnieren.

Die Hoffnung endlich mal wieder Spannung neben als dem unnötigen Männerschweiß und zugegeben sinnlicher Frauennacktheit zu bekommen, keimt im letzten Drittel der siebten Folge auf als man wieder ein bißchen mehr über Capheus Geschichte erfährt, die auch die bisher actionreichste Hintergrundgeschichte ist.

Versteht mich richtig, kopulierende Menschen ist eine Sache, aber fast in jeder Folge? Die zarten Bande die in Folge acht zwischen Riley der Djane und Will, dem Cop entstehen finde ich sehr sinnlich dargestellt, aber stellt euch Matrix mit allen möglichen Beteiligten vor die, ihre Lust mal durcheinander mal miteinander ausleben und euch dann keuchend vor Erschöpfung im kryptischen Tonfall erklären wollen: „nimmst du die blaue Pille...“

Vordergründig wollte ich die Serie wegen den Machern von Matrix sehen und nicht weil ich einem verwirklichtem feuchten Traum eines transsexuellen Geschwisterpaares beiwohnen wollte, der im visuellen Ausdruck angefüllten scheint als wäre es ein Hybriden aus Orange is the new Black und Sex in the City.

Das immer wiederkehrende Aufblitzen von Dramaturgie und Spannung, sollte konstant gehalten werden und nicht nur Häppchenweise serviert, auch wenn Lito und Hernando ein niedliches Paar zusammen abgeben und auch emotionale Seiten zeigen, oder Armita und Nomi nackte Tatsachen präsentieren. Gerade deshalb hätte man hier durch eine Konstante entweder der Spannung oder des Dramas die Liebesakte oder die Langweile in Kauf genommen, zumindest ich.

Doch über weite Strecken immer wieder, um mal im sexuellen Subkontext der Serie zu bleiben, vor dem Höhepunkt gestoppt zu werden, und das dadurch entstandenen Interesse wieder durch Belangloses fast bis zum Nullpunkt abschwächen zu lassen, sollte gerade bei einer Serie eher kein Rezept sein, gerade wenn sie experimentell gehalten und komplex gestaltet wird.

Ein gutes Beispiel, dass verdeutlicht was mich so stört. ist die achte Folge, die sich Mut im Herzen nennt, und zeigt eine für diese Serie fast atemberaubend anmutende Flucht gegen Ende der Folge die auch richtig witzig inszeniert ist, und läuft so ab:

Mehrere Existenzen unterstützen sich in einer Gefahrensituation plötzlich gegenseitig. Chapeus, den wir ja schon kennen und Fan von Jean Claude Van Dame ist, rezitiert aus einem der Filme als Begründung für seine Aktion mit dem Auto, worauf der Chief des Polizisten im folgenden Szenenwechsel den Dialog mit den Worten aufgreift, dass das kein Film und keine beschissene Fernsehserie sei. An sich toll. Leider nur die halbe Wahrheit.

Anstatt das man nun nahtlos in der aufgebauten Spannung bliebe, folgt in der nächsten Einstellung Lito der wieder am Set seines Films einen auf Desperado macht und das mit schwülstigen Soapserien Dialogen, die man aus solchen Telenovelas abgekupfert hat und, um dem ganzen dann völlig den Saft abzudrehen, blendet man nach Indien zu Kala, was meiner Meinung nach überhaupt keinen Sinn ergibt.

Der minimale Hauch von Lost sowie die emotionale Tiefe mit all ihren Facetten von Leid, Hoffnung, Schmerz, Verlust und Glaube, der neunten Folge, haben mich dazu gebracht auch der zehnten Episode eine Chance zu geben.

Endlich bekommt man die Mystik, die Spannungsebene, um die sich diese Serie laut Trailer eigentlich drehen sollten präsentiert, als Will Maliki´s Seele, Aura oder Astrale Projektion trifft und Maliki zu einer Symbiose aus Yoda und Morpheus wird und ihm die Hintergrunde der Erwachten ein wenig näher schildert. Dazu passt auch die spätere Symbolik und Ästhetik als Riley´s Vater in der Oper das Klavierkonzert spielt.

Das hält sich auch in der folgenden Episode und steigert sich in einem Touch von Verschwörungswahn oder vielmehr Die Anderen Thema aus Lost, während Will mit Nomi und Maliki versuchen Riley zu finden, versucht Wolfgang seine Vergangenheit auf die Reihe zu kriegen.

Die Aufarbeitung der Reste seiner Vergangenheit sind dann in fulminantem, blutigem Maße ebenso Thema wie Rileys in emotionaler, trauriger Hinsicht. Somit hat wenigsten das Staffelfinale die ausgewogene Balance von allem, was ich persönlich in den anderen Episoden, von den Macherinnen der Matrix erwartet hatte.

Aber es ist wie ein kurzer Flügelschlag, denn nicht nur das der Schauspieler Aml Ameen, in der Rolle des Chapeus wegen kreativer Differenzen aus der Serie ausstieg und nun durch Toby Onwumere mit der Antwort auf die Aussage seines Freundes der ersten Staffel „ Du siehst anders aus“ mit „Neuer Barbier“, ersetzt wurde, nein, es geht auch im alten Dramastil weiter anstatt an den spannenden Cliffhanger anzuknüpfen den man erschaffen hatte.

Da hilft es auch nichts das man das Ganze mit dem Geburtstagsfeiern der Gruppe, die ja alle am selben Tag geboren wurden zu kaschieren sucht, vor allem, wenn die Feier mehr wie ein Videoclip für die Cola oder Bier Industrie wirkt oder man am Ende wieder einen obligatorisch actiongeladenen Cliffhanger setzt.

Freudsche Theorien und evolutionäre Aspekte in ästhetisch wirkenden Bildern zu verstecken und dadurch den dramaturgischen Gehalt der die Serie wirklich ermüdend macht, scheint das auch Grundkonzept der zweiten Staffel zu bleiben obwohl es Will aufgrund der Ereignisse immer schlechter geht.

Ab und an blitzen Matrix ähnliche Elemente auf, die an die Verfolgung der Agenten denken lassen aber es sobald es spannend zu werden scheint, drosselt man auch hier wieder unverständlicherweise das aufkeimende Tempo. Der Anflug um das Geheimnis von Sarah, dass Will seit seiner Kindheit mit sich trägt wird in gewisser Form gelüftet.

So zieht es sich in Episode für Episode. Ein kurzes Aufflammen länger Atempausen die einer visuellen Ohnmacht gleichen der man entkommen will, auch wenn die Action dazwischen wie eine Adrenalininjektion wirkt, die man eingejagt bekommt und dranzubleiben.

Auch wenn die Lokations respektive Settings authentisch gewählt wurden und man tatsächlich in Amsterdam, Island, Spanien, Indien, Nairobi, London, Berlin usw. gefilmt hat ist mir die Serie mit all ihren ästhetisch, moralisch, gesellschaftlichen religiösen und evolutionären Statements und ihren marginalen Anteil an Action und der sexuellen Eskapaden nicht für eine höhere Bewertung oder gar Bewunderung gereicht, denn zu groß sind gegenteilig dazu die langweile grenzenden Passagen.

Selbst wenn die letzte Folge einen höheren Grad an Action besitzt und man die lösen Fäden der „Warum sind wir anders und wer steckt dahinter und Wieso Geschichte“ soweit zusammen laufen läßt und auflöst als dass es ein Unknown Ending und Auftakt zur dritten Staffel geben kann ist dies für mich als Zuschauer weder Perfektion noch Schund, weder Gold noch Blei und eine dritte Staffel für mich keine Option.

5/10
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Kommentare

16.07.2017 21:56 Uhr - NoCutsPlease
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Klingt nach einer Matrix, in die ich nicht unbedingt eintauchen will/muss! ;)
Die Lektüre mit den knochentrockenen Seitenhieben dazu hat sich aber gelohnt!

16.07.2017 22:31 Uhr - TheRealAsh
User-Level von TheRealAsh 5
Erfahrungspunkte von TheRealAsh 302
Wow, da hast du aber echt ein riesenreview gestemmt, Respekt, ich hab erst die erste Staffel, von daher bin ich noch gespannt

16.07.2017 22:37 Uhr - Ghostfacelooker
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16.07.2017 21:56 Uhr schrieb NoCutsPleaseKlingt nach einer Matrix, in die ich nicht unbedingt eintauchen will/muss! ;)
Die Lektüre mit den knochentrockenen Seitenhieben dazu hat sich aber gelohnt!


danke euch beiden. yeah die "Matrix" hätte ich mir "schenkeln" können :))))

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