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dicker Hund
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Alien - Das unheimliche Wesen aus einer fremden Welt

(Alien)
Herstellungsland:USA, Großbritannien (1979)
Standard-Freigabe:FSK 16
Genre:Horror, Science-Fiction, Thriller

Bewertung unserer Besucher:
Note: 9,47 (202 Stimmen) Details
inhalt:
Der Raumfrachter Nostromo befindet sich Lichtjahre von der Erde entfernt, als die Besatzung vom Steuercomputer aus dem Hyperschlaf geweckt wird. Ein unbekanntes Signal veranlasst die Mannschaft zur Landung auf einem fremden Planeten. Ein Besuch der ihnen zum Verhängnis wird: Ein Besatzungsmitglied wird von einem 'Parasiten' befallen und stirbt. Das fremde Wesen entwickelt sich an Bord des Raumschiffes zu einer Bestie und wird zur tödlichen Bedrohung für die gesamte Mannschaft. In der klaustrophobischen Enge des Raumfrachters kann keiner dem Alien entkommen. Als einzige Überlebende nimmt Offizierin Ripley (Sigourney Weaver) den ungleichen Kampf auf...
eine kritik von dicker hund:

Die obige Inhaltsangabe ist leider sehr spoilerig, was ein Werk wie "Alien" einfach nicht verdient hat. Immerhin war niemand geringerer als Ridley Scott für den Auftakt der später auf vier Teile angewachsenen Ur-Reihe dieses Science-Fiction-Klassikers verantwortlich. Der Regisseur drehte drei Jahre später noch mit "Blade Runner" eine weitere Genrekapazität, die man als Freund von Zukunfts-Szenarien kennen sollte. Er greift das Sujet seit "Prometheus" und zuletzt "Alien: Covenant" aktuell wieder auf.

Angesichts der Bedeutung dieses cineastischen Kunstprodukts sei hier mal eine alternative Umschreibung der Geschichte erlaubt, die nicht die ersten 100 Minuten vorwegnimmt: 

Sieben Besatzungsmitglieder sind mit dem Raumfrachter "Nostromo" auf dem Rückweg zum Planeten Erde, als das Bordsystem sie auf ein havariertes Sternenschiff aufmerksam macht. Die Crew macht sich an die Untersuchung dieses Fundes, wobei sie eine Kreatur mit an Bord nimmt, deren Gefährlichkeit die Vorstellungskraft bei Weitem übersteigt.

Storys dieser Art gibt es inzwischen viele, die meisten davon haben schlichtweg bei "Alien" abgeschaut oder dort zumindest Inspiration getankt. Doch auch nach 38 Jahren gibt es kaum ein Produkt, das sich ernsthaft mit seinem Vorbild messen kann. Erstaunlicherweise besticht sogar die Optik noch heute, und das bei einem Thema, das nach CGI-Unterstützung förmlich schreit. Im Jahr 1979 musste Scott noch ohne diese Technik zurandekommen. Und das Ergebnis überzeugt trotzdem (oder gerade deshalb) auf nahezu ganzer Linie. Der Raumfrachter wechselt in den Innenbereichen von sterilem Weiß zu gedeckten Rot- und Brauntönen, während die Kamera ausbalanciert zwischen eleganter Bewegung und statischer Präzision die detailverliebten Flure und Stationen festhält. Von außen ist dieses Flugobjekt so aufwendig modelliert wie das Lebenswerk eines fanatischen "Revell"-Sammlers. Lediglich den häufig eingeblendeten Bildschirmen merkt man ihr Alter an, so dass deren grobschlächtige Fassade der Illusion ein Stück weit den Lack abkratzt. 

Von einer glänzenden Oberfläche mit tiefgehendem Kern geprägt sind dagegen die knappen, zielführenden Dialoge, die alles Wesentliche mitteilen, ohne das Sehvergnügen zu zerfasern. Zunächst ist die Mannschaft zumindest in den unteren Rängen noch zum Scherzen aufgelegt (Humor 2/10). Rasch kommt es aber zu internen Konflikten, die insbesondere zwischen Ash (Ian Holm, zuletzt der alte Bilbo Beutlin im "Hobbit") und Ripley (Sigourney Weaver, in den Folgeteilen Star des Franchises) entfachen. Dadurch wird die Besatzung gegenüber der Bedrohung von außen geschwächt, was sie sich angesichts der Überlegenheit der wenig kompromissbereiten außerirdischen Lebensform eigentlich nicht leisten kann. Machtmissbrauch in großen Unternehmen hinterfragt Scott bei derlei Gelegenheiten ebenso beiläufig wie die zweifelhaften Elemente von Hierarchien. Schauspielerisch gibt sich keiner der Darsteller angesichts der phantastischen Erzählung irgendwelche Blößen. Angst und Sorge sind den Charakteren vielmehr in optimaler Dosierung ins Gesicht geschrieben.

So kann sich die Schockwirkung (Horror 7/10) prima entfalten. Das Unbehagen kriecht durch die von Misstrauen und Furcht verseuchte Grundstimmung, bis es sich in plötzlichen Ausbrüchen quasi aus dem Bauch heraus entlädt. Ein frühes Highlight stellt insofern die Kulisse des gestrandeten Alien-Gleiters dar, die mit ihren gestörten Funkübertragungen einen PS-gewaltigen Atmosphäre-Motor ankurbelt. Seinen Boden erhält das Fass (respektive der Schiffs-Rumpf) aber durch das legendär gewordene Creature-Design ausgehauen. Ekelhafte und zugleich verblüffend kreative Ideen lassen die zur Lebensform gewandelte Gefahr für die Menschheit glaubhaft ernst erscheinen. Die Musik verleiht dem damit einhergehenden Grauen eine doppelte Unterstreichung, für die sich Jerry Goldsmith (Komponist auch für "Star Trek", "Rambo" und weitere große Namen) mächtig ins Zeug gelegt hat.

So schaut der Rezipient für die mit knapp zwei Stunden angesetzte Spielzeit gebannt auf die Mattscheibe - und das selbst im Verlaufe der mit aller Ruhe konzipierten Fahrten durch die vorzüglich konstruierte, klaustrophobische Umgebung des Weltall-Flitzers, die die hier zu Grunde gelegte Kinofassung besonders gemächlich aufbereitet. Mit dem roten Lebenssaft lässt sich "Das unheimliche Wesen aus einer fremden Welt" (deutscher Beititel) dabei fast eine Stunde lang Zeit. Jener beißt sich dann allerdings in einer berühmten Szene durch, deren Effekt-Nachzügler nicht mehr ganz mithalten können oder sogar mit dem Offscreen verärgern (Gewalt 5/10). Hier schafft der Director's Cut ein wenig Abhilfe, ohne das Ungleichgewicht ganz ausräumen zu können, welches erst bei Gelegenheit eines stark überraschenden Plot-Twists ein wenig späte Korrektur erhält. Angesichts der eingängigen Inszenierung genügt das Gezeigte indes ohne Vorbehalt, um dem Schrecken den erwünschten Nachdruck zu verleihen.

"Alien" ist ein hervorragender Film (9/10 Punkten). Die stärkste Alterserscheinung hat Ripleys seltsame Unterwäsche (Sex 2/10), alles andere blieb nahezu zeitlos - und ist mit eingeschränkter Jugendfreigabe der FSK auch ohne jede Schikane erhältlich.

9/10
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Kommentare

10.08.2017 10:05 Uhr - FranticFox
1x
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Ein Meisterwerk. Also deine Review. Der Film natürlich auch, aber die Umschreibungen und Formulierungen, in die Du deine großartige Wortwahl einbettest, ist für jemanden, der selbst schreibt, wirklich inspirierend. Ich habe ja schon die eine oder andere Rezension von Dir gelesen, aber hier fällt es mir irgendwie besonders auf.

Vielleicht auch, weil ich tatsächlich zweimal den Duden zurate ziehen musste (und zwar mit einem Lächeln und einer hochgezogenen Augenbraue), das ist auch länger nicht passiert. :D
Man merkt einfach, dass Du schon viel geschrieben hast. Also Chapeau und bitte weiter so. :)

10.08.2017 10:40 Uhr - Intofilms
1x
Ein Film der Superlative, wahrscheinlich sogar der beste des Regisseurs.
Für mich der Inbegriff von SciFi-Horror schlechthin und einer der hundert besten Filme aller Zeiten. Auch wenn diese Phrase noch so platt klingt, aber hier stimmt wirklich alles: Die Konzeption und praktische Umsetzung des Monsters, das Setdesign, die Story, die Schauspieler (allen voran natürlich Sigourney Weaver!), die Dramaturgie usw.
"Alien" finde ich übrigens auch heute noch megaspannend. Ja, das ist wirklich einer der spannendsten Filme, die ich kenne. Hängt vermutlich auch mit dem klaustrophobischen Setting zusammen.
Und dann noch dieser einfach geniale und genial einfache Filmtitel: "Alien"...!
Die Siebziger haben sicherlich die bedeutendsten Werke des modernen (Hollywood-)Kinos hervorgebracht, deren Wirkung bis heute ungebrochen ist. Und "Alien" sticht selbst daraus hervor. Meisterwerk!

Rezi ist wirklich hervorragend. Du gehst sogar, so ganz en passant, auf die beiden unterschiedlichen Fassungen ein. Sehr schön. Aus Nostalgiegründen schaue ich übrigens meistens die Originalversion. 10/10 meinerseits.

10.08.2017 11:04 Uhr - Ghostfacelooker
1x
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Mein virtueller Lieblingswuffi jagt Aliens (Postboten wären ja auch langweiliger). Herrlich. Und grandios formuliert mit deinen beiden Lieblingsbegriffen Sujet und Rezipient^^^Wird es ein Alien-Review Saga von dir wie mit den Zombies? Wenn ja wedel ich auch schon mal mit dem Schweif

10.08.2017 11:59 Uhr - TheRealAsh
1x
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Du bist aber auch ein scharfer Hund^^ Nur 9 schlappe Pünktchen???
Das mit dem Machtmissbrauch in großen Unternehmen fand ich richtig gut und davon hätte ich mir gerne noch eine ausführlichere Darstellung gewünscht, weil das echt spannend ist. Sprachlich mal wieder wunderbar.

10.08.2017 12:42 Uhr - Horace Pinker
1x
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Exzellente, sprachlich über jeden Zweifel erhabene und sehr lesenswerte Kritik dicker Hund, dein Leckerli hast du dir redlich verdient ;) Alien ist definitiv ein Genreklassiker den man sich immer wieder ansehen kann, mein Favorit der Reihe ist allerdings Camerons Fortsetzung Aliens.

10.08.2017 13:07 Uhr - NoCutsPlease
2x
DB-Helfer
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Wuffi auf Eiersuche im All, das musste ja ein Erfolg werden. :)
Spitzenbesprechung zu einem Spitzenfilm.
Und Jerry Goldsmith hat so viele geniale Scores komponiert, dass man gar nicht weiß, welche Beispiele man nennen soll.
Edith: ein Stück weit.

10.08.2017 15:06 Uhr - dicker Hund
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Vielen Dank!

@Ghost
Sehr gut möglich.

@Ash & NCP
Nicht zu scharf, um dem Miststück nicht noch etwas Kleines ganz groß werden zu lassen;-)

(stück für Stück editiert)

Beim Subtext besteht hohe Spoilergefahr, weshalb ich das so knapp gehalten habe.

11.08.2017 11:09 Uhr - naSum
1x
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Der Film, das Review und auch der Verfasser sind hier eine runde Sache.

Unschlagbares Schreibwerk eines kreativen Wörterschmiedes. Wie immer staune ich über deine Gabe, Formulierungen wie den "PS-gewaltigen Atmosphäre-Motor" zu finden.



Horace, die Fortsetzung fand ich wegen der Action als Jugendlicher spitze, mittlerweile geht sie mir wegen der prollig primitiven Dialoge gehörig gegen den Strich und schmählert das Sehvergnügen.

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