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dicker Hund
Level 10
XP 1.492
Eintrag: 17.08.2017

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Alien³

Herstellungsland:USA (1992)
Standard-Freigabe:FSK 16
Genre:Horror, Science-Fiction
Alternativtitel:Alien 3

Bewertung unserer Besucher:
Note: 8,31 (129 Stimmen) Details
inhalt:
Einst war der Planet Fiorina 16 eine gigantische Strafkolonie. Inzwischen wurde der ungastliche, kalte Stern evakuiert - bis auf eine kleine Schar Ex-Sträflinge, die es vorzogen, dort zu bleiben. Eines Tages werden sie durch die Notlandung eines kleinen Raumgleiters aus ihrem täglichen Trott gerissen: Einzige Überlebende der Besatzung ist eine Frau: Lieutenant Ellen Ripley. Schon ist ein von der Erde angeforderter Rettungstrupp unterwegs, um sich um Ripley zu kümmern, da stellt sie fest, daß der Raumgleiter noch einen weitaus unangenehmeren Gast eingeschleust hat! Da es auf Fiorina keine Waffen gibt, muß das Alien diesmal mit Mut, List und Tücke zur Strecke gebracht werden. Doch das ist nur das geringste Problem, wie sich bald zeigt: Ripley stellt fest, daß in ihrem Körper ein Alien-Baby heranwächst...
eine kritik von dicker hund:

Ein dritter Streich folgte für die "Alien"-Saga 1992 - mit einem dritten Top-Regisseur am Werke: Dem damals erst 30 Jahre alten David Fincher, der noch für Kracher wie "Sieben", "Fight Club", "Panic Room" und "Gone Girl" berühmt werden sollte, hier aber noch ein unbekannter Debütant war. In den genannten Edelproduktionen hat er sich als Experte für Spannung erwiesen, wobei sein Talent hier nicht minder zu Buche schlägt.

Bereits der Übergang zum neuen Setting geschah mutig, fast schon dreist: Einzige Überlebende der letzten Flucht ist Ripley (Sigourney Weaver bald ohne Haare, aber mit vollem Einsatz). Für die kleine Newt gibt es nicht mehr als eine ruhmlose Einblendung und ein paar Tränen, dann geht es ins Leichenschauhaus zur Obduktion. Derart heftige Kost ist kein Dauergast, doch verfehlen solche Härten ihre Wirkung nicht (Horror 6/10). Dazu trägt besonders die sinistre Örtlichkeit bei, auf welcher der Raumgleiter abgestürzt ist. Der abgeschiedene Knast verfügt über eine beschämend mangelhafte Ausstattung und ausschließlich männliche Gewaltverbrecher, mit denen es fast nichts zu lachen gibt (Humor 2/10). Seine rostbraune Gießerei, in der die Knackis schuften, wird mit ihrem heißen Blei und den kargen Gängen zur Spielwiese für die wilde Kamera, die sich nach Herzenslust austoben kann: Hier mal ein Wandlauf mit schwindelerregenden Drehungen, dort ein Zoom auf einen Stiefel, den kürzlich noch jemand getragen hat. 

Nun nicht mehr, versteht sich, denn der Bodycount lässt nicht lange auf sich warten. In der hier geprüften Kinofassung löst sich die Brut des Facehuggers aus einem Hund, der qualitativ ebenbürtige Director's Cut lässt eine Kuh im Schlachtbereich hierfür herhalten. An ekeligen Bildern mangelt es in keiner der beiden Fassungen. Und der Blutzoll ist diesmal auch ausreichend gesetzt, um die Effizienz des mörderischen Viechs zu unterstreichen (Gewalt 5/10), das wie im Original alleine unterwegs ist. Kommt es in die schmalen Gänge, zischt und grollt der Score zu verzweifelten Versuchen, mit der defizitären Ausrüstung dem Ungetüm Paroli zu bieten. Dramaturgisch geschickt gibt die unzureichende bis völlig fehlende Bewaffnung der menschlichen Bewohner des Planeten der alarmierenden Gefahrensituation eine ausgeprägte Brisanz. Noch dazu sorgt die Geschlechterverteilung mit Ripley als einziger Frau für psychologischen Sprengstoff angesichts der teilweise wegen Triebtaten vorbestraften Delinquenten um sie herum. Die mehr oder weniger zärtlichen Risiko-Begegnungen sind allerdings nur angedeutet (Sex 2/10).

Ausführlicher befasst sich "Alien³" mit den Charakteren, deren Äußerungen bis in die kleinste Silbe ausgefeilt klingen und selbst in der deutschen Synchro nichts von ihrer Treffsicherheit einbüßen. Der medizinische Betreuer Clemens (Charles Dance) erhält eine interessante Hintergrundgeschichte verliehen - und auch Charles S. Dutton mit dem Rollennamen Dillon hat als rauher Prediger mit dunkler Vergangenheit die Aufmerksamkeit des Zuschauers auf seiner Seite. Kritisch anzumerken bleibt indes, dass das Drehbuch das so aufwändig markierte Potential dieser Figuren oft nicht ganz ausschöpft. Rundum überzeugend geriet dagegen die tragische Rolle der schon wieder mit der aggressiven Spezies konfrontierten Ripley, die hier glaubhaft und mitreißend gezeichnet ist. Nur schade, dass einige der Alien-Modelle aus mieser CGI bestehen. Der Film hätte besseres verdient.

Denn wo Abstriche bei der Action zu verzeichnen sind, überholt der viel gescholtene Teil 3 bei Atmosphäre und Schocks, wodurch er mit dem Vorgänger annähernd gleich zieht. Auch die zweite Fortsetzung wurde zu einer großen Filmperle (8/10 Punkten), die noch immer nicht mit plakativer Militarismus-Kritik spart. Und die Freigabe? Wie gehabt ab 16.

8/10
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Kommentare

17.08.2017 11:01 Uhr - Ghostfacelooker
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Wuffi Lost in Space die Dritte! und weniger düster als der Film selbst, doch wieder ein gewohnt lesenswertes Pendant. Der einzige Teil ist der mit W. Ryder, der mir säuerlicher aufstößt, wobei das Muttersyndrom schon mit der ganzen Klongeschichte inhaltlich hervorsticht. Liegt wahrscheinlich an Ryder, die bis heute so eine bulimisch, depressive Ausstrahlung für mich hat.

Da ich den Film erst nach Sieben mit Fincher bewusst verband bekam er für mich danach nochmal eine andere Art des Ansehens, die auf mehr auf der Bildsprache lag als die "Sichtungen" davor

17.08.2017 19:58 Uhr - naSum
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Den hab ich auch als äußerst düstere und atmosphärische Fortsetzung in Erinnerung, wie du passend erläuterst. Besonders die graue Farblosigkeit und die nackten, kalten Gänge empfand ich als teilweise recht beklemmend und trist. Eine super Umsetzung eines Filmes, dem du in deinem Review gerecht wirst. Als Kritikpunkt habe ich allerdings noch das etwas konstruierte Finale empfunden, auf das ich natürlich aus Spoilergründen nicht näher eingehen kann.

Und dass in der Kinofassung der Hund Schuld am Alienwirt trägt, passt natürlich auch zu dir als Autor. Ich hoffe doch du bevorzugst diese Fassung ?

18.08.2017 12:54 Uhr - Fratze
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Fulminante Kritik zum Abschluss der ursprünglichen Trilogie, ebenso wie deine Revs zu den beiden Vorgängern. Alles, was danach kam, war irgendwie nur noch halbgar, Alien: Resurrection war noch eben abnehmbar, die AvP-Teile so lala, und Prometheus… ging so, aber halt nicht wirklich Alien. Covenant kenn ich noch nicht, hab aber nicht viel gutes gehört (bin gespannt, was dazu noch von dir kommt ^^).

Einzig dem Humor würde ich 2 Punkte einräumen, da hier schon einige witzige Sprüche gekloppt werden, etwa "Scheiße darf man schon sagen, das ist keine Blasphemie!", oder auch die Geschichte mit "85"… aber wat soll's, genug Haare gespalten. Gesamtwertung passt auf jeden Fall wieder ; )

18.08.2017 14:51 Uhr - dicker Hund
1x
User-Level von dicker Hund 10
Erfahrungspunkte von dicker Hund 1.492
Danke Leute!

Ghost:
Zur "Wiedergeburt" kommt noch was, das ich hier noch nicht vorwegnehmen mag.

naSum:
Die Fassungen tun sich meiner Meinung nach nicht viel.

Fratze:
Dein Einwand hat mich überzeugt, aus 1 mach' 2;-)

18.08.2017 16:47 Uhr - Fratze
1x
DB-Helfer
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18.08.2017 14:51 Uhr schrieb dicker Hund
Fratze:
Dein Einwand hat mich überzeugt, aus 1 mach' 2;-)

XD

19.08.2017 10:20 Uhr - cecil b
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Straight to the Point, großartig!

Ich habe diesen Teil lange nicht gesehen, aber ich sehe da vermutlich immer noch einen gigantischen Film drin, der zum philosophieren anregen kann, und der so dreckig düster und ästethisch ist, als ob man sich in einer Brutstätte des Grauens aufhält. Ob die von Aliens, oder von Menschen.

19.08.2017 11:01 Uhr - leichenwurm
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Jau... ein wirklich tolles Review. Ich mag den dritten Teil ebenfalls sehr gerne. Das düstere Setting, die trostlose Atmosphäre, die entfesselte Kamera, der morbide Soundtrack... toll, und das trotz der mehr als problematischen Entstehungsgeschichte des Films. Der Film gehört zu den seltenen fällen, bei denen mir die Kinofassung wesentlich besser gefällt als die später veröffentlichte "Special Editipn" (die Finchers damaliger Wunschfassung wohl am ehesten entspricht). Die dort auftauchende Idee, das ein Alien sich auch in einem bereits toten Wirtskörper entwickeln kann (ich meine doch das es aus einem toten Rind schlüpft, wenn ich mich richtig erinnere) empfand ich einfach als zu befremdlich und im Gesamtkontext der bis dahin aufgebauten Regeln rund um den Entwicklungszyklus des Aliens komplett unpassend... ;-) !

19.08.2017 18:46 Uhr - cecil b
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@leichenwurm Ich glaube es ist ein Hund. Aber weiß es auch nicht mehr genau. Ich denke dass das Tier schon innerlich verblutet ist, da das Alien dann auch weniger Platz hat, um es sich gemütlich zu machen.

19.08.2017 21:03 Uhr - NoCutsPlease
2x
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Sehr angenehm zu lesende Kritik zu diesem Fincher-Frühwerk. Die Saga wird adäquat fortgesetzt, auch wenn Teil 3 etwas im Schatten der großen Vorgänger steht.
8/10 hat er aber auf jeden Fall verdient.

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