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BFG97
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Eintrag: 07.08.2017

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Michael Bay's Texas Chainsaw Massacre

(The Texas Chainsaw Massacre)
Herstellungsland:USA (2003)
Standard-Freigabe:FSK keine Jugendfreigabe
Genre:Horror, Thriller

Bewertung unserer Besucher:
Note: 7,42 (61 Stimmen) Details
inhalt:
Sommer 1973: Eine Gruppe junger Leute ist im Van über die staubigen Straßen von Texas unterwegs. Plötzlich erscheint wie aus dem Nichts eine Frau auf der Landstraße und wird fast von dem Bus erfasst. Sie redet unverständlich und von Todesangst gezeichnet vor sich hin. Widerwillig lässt sie sich von der Gruppe mitnehmen, doch als die Fahrt sie scheinbar an den Ort des Grauens zurückbringt, dreht sie völlig durch. Der Schrecken hat ein Gesicht - Leatherface. Auf der Suche nach Hilfe stößt die Clique in einer abgelegenen Gegend auf deren bizarre Bewohner. Die Tankstellenwirtin, der Polizist und der alte Mann im Rollstuhl scheinen etwas Schreckliches zu verbergen...
Diese Kritik enthält Informationen über den späteren Handlungsverlauf der Geschichte.
eine kritik von bfg97:

Im Jahr 1957 ging Ed Gein als einer der brutalsten Killer aller Zeiten in die Geschichte ein. Er tötete nachweislich zwei Menschen und exhumierte mindestens 15 weitere um sie zu zerlegen und aus ihren Einzelteilen Gebrauchsgegenstände und Möbel zu fertigen. Sein wohl bekanntestes "Werk" sind aber die Gesichtsmasken, die er sich aus der Haut seiner Opfer nähte und auch selbst trug. Nur einen Tag nachdem er sein letztes Opfer Bernice Worden tötete, wurde er von der Polizei festgenommen. Vor Gericht wurde er aufgrund seiner psychischen Erkrankung als nicht schuldfähig angesehen, weswegen er in eine Heilanstalt eingewiesen wurde, in der er 1984 starb.

Dies war nur ein kleiner Einblick in Ed Geins Leben und der Hauptgrund dafür, dass ich das gemacht habe ist der, dass man durch Michael Bay's Texas Chainsaw Massacre eigentlich nichts über die wahren Hintergründe des Filmes erfährt. Viel schlimmer noch man versucht dem Zuschauer eine alternative Wahrheit einzureden, die wenig bis gar nichts mit den wahren Geschehnissen zu tun hat. Dazu werden schwarz/weiß Aufnahmen von Polizisten genutzt, die in das Haus des Mörders gehen und von diesem getötet werden (die Maske, die Leatherface in der Szene trägt sieht der aus dem Original zum Verwechseln ähnlich). Außerdem wird dem Zuschauer eingeredet, dass das Verbrechen um den Mörder bis heute nicht aufgeklärt wurde, was den Film nochmals reißerischer macht und wahrscheinlich noch mehr Geld in die Kassen spülte. Selbstvertsändlich dient der Film reinen Unterhaltungszwecken, jedoch wäre es nicht zu viel verlangt, wenn man am Ende des Filmes einen kurzen Einblick in die wahre Geschichte, die hinter TCM steht gegeben hätte. So bleibt die einzigste Wahrheit, die der Film enthält, dass sich der Mörder Gesichtsmasken aus der Haut seiner Opfer gemacht hat, was man in einer relativ verstörenden Szene zur Mitte des Filmes zu Gesicht bekommt.
Naja, nachdem ich mich nun etwas über den Wahrheitsgehalt aufgeregt habe, komme ich nun zur eigentlichen Review des Filmes:

Normalerweise sind Michael Bay's Filme reine Krawall-Filme mit massig Action und noch mehr Explosionen. In diesem Werk aber hat er auf beinahe alle seine Angewohnheiten verzichtet und mehr auf Spannung und Terror gesetzt und davon enthält der Film mehr als genug. Das einzigste, was mir aufgefallen ist, ist, dass Herr Bay auch hier auf seine Hochglanzoptik gesetzt hat, die dem Film aber sehr zugute kommt, vor allem in den Kellerszenen und bei Nacht. Hier entfaltet der Film seine volle Wirkung, nämlich puren Terror und das wird sogar ohne explizite Gewaltdarstellung oder Blutfontänen bewerkstelligt. Die Morde spielen sich beinahe ausschließlich im Off ab, sodass sich der Zuschauer selbst ausmalen kann, wie die Opfer durch die Kettensäge zugerichtet werden. Die daraus folgende Intensität der Szenen hat mich weitaus mehr geschockt, als wenn man auf jede abgeschnittene Gliedmaße draufgehalten hätte. So kommt der Film zwar erstaunlich blutleer daher und bietet für Gorehounds eigentlich keine Reize, dafür kommen Freunde von Terror und Spannung aber voll auf ihre Kosten. Man hat sich also mehr an dem Original von Tobe Hooper orientiert, welches selbst auch mehr auf Terror, als auf Splatter gesetzt hat.
Absolutes Highlight ist die minutenlange Kettensägenverfolgungsjagd zum Ende des Filmes hin, die die ganze angestaute Spannung auf einmal entlädt und dazu führt, dass man sich selbst unwohl in seiner Haut fühlt.

Diese Szenen werden von Musik begleitet, die weder schlecht noch besonders gut ist. Sie ist einfach zweckmäßig und untermalt manche Szenen mal mehr, mal weniger gut. Viel mehr kann ich zur musikalischen Untermalung nicht sagen, da sie mir in den meisten Szenen einfach nicht aufgefallen ist.

So nun aber zum allergrößten Pluspunkt des Filmes nämlich den Schauspielern Jessica Biel als Erin und R. Lee Ermey als sadistischer Sheriff Hoyt. Neben diesen beiden haben alle anderen Darsteller keinerlei Chance und verkommen zu blassem Sägenfutter, da sie weder sonderlich gut spielen noch eine Charaktertiefe besitzen. Anders bei den beiden genannten, denn Jessica Biel spielt ihre Rolle als taffe Erin mehr als überzeugend und man muss einfach mit ihr mitfühlen, was die Spannung während der Verfolgung nochmals steigert, da man auf gar keinen Fall will, dass sie in ihre Einzelteile zerlegt wird. Selten habe ich mir in einem Slasherfilm so sehr gewünscht, dass jemand davonkommt, wie hier. Zudem ist ihre Figur auch kein naives Dummchen, das in jede erdenkliche und offensichtliche Falle tappt. Vielmehr bietet sie Leatherface die Stirn und nimmt es mehrmals mit ihm auf ohne vor Angst kreischend weg zu rennen und auf irgendeine dämliche Art zu stolpern.
Tja und dann ist da noch Sergeant Hartman, der den Kiddies erstmal zeigt, wer hier der Boss ist. Die Rede ist natürlich von R. Lee Ermey, der den sadistischen Sheriff Hoyt einfach unnachahmlich spielt. In jedem seiner Gesichtszüge sieht man, wie viel Spaß es ihm macht diesen respektlosen und unerfahrenen Bälgern Respekt beizubringen. Seine relative kurzen Auftritte sind widerwärtig, intensiv und angsteinflößend und es liegt vor allem an ihm und Miss Biel, dass dieser Film für mich zu einem Highlight im Slashergenre geworden ist.


Als letzten Punkt in meiner beinahe schon überlangen Review möchte ich erwähnen, dass es mir sehr gefallen hat, dass Leatherface nicht als ein unbesiegbares Monster dargestellt wird, sondern genauso verletzlich ist, wie alle anderen Charaktere. Somit ist er neben anderen Kultkillern wie Jason Vorhees oder Michael Myers der wohl verletzlichste und menschlichste, da er auch Körperteile einbüßt und ihn seine Verletzungen auch beeinträchtigen. Trotzdem kommt der Film nicht ohne die gängigen Horrorfilmklischees auf (Gruppe trennt sich und ist perfektes Sägefutter etc.), die mich persönlich aber kaum stören, da er solch eine immense Spannung und Terror geboten hat, dass sie den Film kaum beeinträchtigt haben.

Fazit: Letztenendes ist Michael Bay's Texas Chainsaw Massacre ein überdurchschnittlich guter Horrorfilm, der den meisten gängigen Vertretern des Genres um mehrere Nasenlängen voraus ist. Für solche die Splatter etc erwarten mag er eine herbe Enttäuschung sein, aber alle anderen bekommen einen der besten Terrorfilme der letzten Jahre, der eine echte Nervenzerreißprobe darstellt. Von mir gibt es 9 von 10 Chainsaws, obwohl er keinerlei wahren Hintergründe behandelt

 

9/10
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Kommentare

07.08.2017 16:45 Uhr - dicker Hund
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Erfahrungspunkte von dicker Hund 1.418
Du gehst auf entscheidenke Punkte wie Sheriff Hoyt, den glatten Look, die Verfolgungsjagd und die Off-Szenen ein. Dass letztere allerdings spannungsfördernd wirken sollen, habe ich bisher selten gehört. Auf mich wirkt so etwas einfach nur billig und weichgespült. Aber das ist natürlich Ansichtssache. Bay war übrigens lediglich Produzent;-)

07.08.2017 16:53 Uhr - BFG97
1x
User-Level von BFG97 2
Erfahrungspunkte von BFG97 100
07.08.2017 16:45 Uhr schrieb dicker Hund
Du gehst auf entscheidenke Punkte wie Sheriff Hoyt, den glatten Look, die Verfolgungsjagd und die Off-Szenen ein. Dass letztere allerdings spannungsfördernd wirken sollen, habe ich bisher selten gehört. Auf mich wirkt so etwas einfach nur billig und weichgespült. Aber das ist natürlich Ansichtssache. Bay war übrigens lediglich Produzent;-)


Ups, danke für den Hinweis ^^

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