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Punisher77
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Eintrag: 24.09.2017

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Fire Down Below

Herstellungsland:USA (1997)
Standard-Freigabe:FSK 16
Genre:Action, Drama, Martial Arts, Thriller

Bewertung unserer Besucher:
Note: 6,69 (22 Stimmen) Details
inhalt:
Ein mysteriöser Mordfall führt den Bundesmarschall Jack Taggart in eine Kleinstadt im US-Staat Kentucky. Doch bei seinen Ermittlungen stößt er auf eine Mauer aus Schweigen. Angst beherrscht die Stadt, und alle Spuren führen zu dem undurchsichtigen Minen-Tycoon Orin Hanner. Offenbar werden in der friedlichen Berglandschaft gigantische Mengen an Giftmüll verschoben - mit unkalkulierbaren Risiken. Um eine Katastrophe abzuwenden, räumt Taggart gnadenlos auf ...
Diese Kritik enthält Informationen über den späteren Handlungsverlauf der Geschichte.
eine kritik von punisher77:

                                         FIRE DOWN BELOW

Fire Down Below (1997) war der vorerst letzte Steven Seagal-Film, der in die amerikanischen Kinos kam. Während Seagals Filme von Nico (1988) bis Alarmstufe: Rot (1992) immer mehr Geld eingespielt hatten, geriet seine Karriere mit dem hinter den finanziellen Erwartungen zurückgebliebenem Alarmstufe: Rot 2 (1995) und den Flops Auf Brennendem Eis (1994) und The Glimmer Man (1996) kräftig ins Schlingern. Und das Einspielergebnis von Fire Down Below (ca. 16 Million Dollar in den USA bei Produktionskosten von angeblich 60 Millionen Dollar) belegte es endgültig: Seagal taugte nicht mehr zum Kassenmagneten. In Deutschland veröffentlichte man den Film daher ohne Umweg auf Video. Dabei ist der Film gar nicht so übel, wie sein schlechtes Abschneiden an den amerikanischen Kinokassen vermuten lässt – vor allem, wenn man bedenkt, was Seagal seinen Fans mit dem 1998 folgenden The Patriot und diversen anderen „Direct-to-Video“-Heulern noch zumuten sollte.

Die Regie ging mit Felix Enriquez Alcala an einen Regisseur, der vor Fire Down Below bisher nur einzelne Episoden zu TV-Serien wie Superman – Die Abenteuer Von Lois und Clark (1994) oder Emergency Room – Die Notaufnahme (1994 – 2007) gedreht hatte und auch heute noch Gastregisseur beim Fernsehen ist. Das Drehbuch stammte von Philip Morton und Jeb Stuart, der u.a. an den Drehbüchern zu Stirb Langsam (1988) und Auf Der Flucht (1993) mitgeschrieben hatte. Mit dem leider jüngst verstorbenen Harry Dean Stanton (Alien, 1979), Kris Kristofferson (Blade, 1998) und Stephen Lang (Avatar, 2009) verfügte Fire Down Below über prominente und interessante Nebendarsteller. Eigentlich keine schlechten Voraussetzungen, wenn man von dem eher unbekannten Regisseur absieht, der hier zum ersten (und letzten) Mal einen reinen Actionfilm stemmen musste.

In Fire Down Below untersucht Jack Taggart (Steven Seagal), ein Agent der Umweltschutzbehörde, in einem kleinen Städtchen in Kentucky den Mord an einem Kollegen. Dieser sollte einem anonymen Hinweis auf Giftmüll, der in der wunderschönen Berglandschaft des Dorfs verklappt werden soll, nachgehen. Als Gemeindehandwerker getarnt, nimmt Taggart seine Ermittlungen auf, findet aber kaum jemanden, der mit ihm sprechen will. Dafür zieht sich der US-Agent schnell den Zorn des Minen-Tycoons Orin Hanner (Kris Kristofferson) zu, der ihm seine Schergen auf den Hals hetzt …

Fire Down Below ist sicherlich kein Film, der das Potenzial mitbringt, über 100 Millionen Dollar an den US-Kinokassen einzuspielen. Dafür ist der Film im Grunde „zu klein“ und „zu unspektakulär“, weshalb es auch unwahrscheinlich ist, dass er 60 Millionen Dollar gekostet hat, denn dafür bringt er einfach nicht genügend Schauwerte mit und auch unter den Mitgliedern von Cast & Crew befindet sich niemand, dessen Gage diese Summe rechtfertigen würde. Trotzdem handelt es sich – besonders wenn man die Seagal-Streifen der letzten zehn Jahre kennt -  um einen guten, soliden Actionfilm, der zwar keinerlei Klassikerambitionen hat, aber dennoch gut unterhält und sich inhaltlich wohltuend von den üblichen Vehikeln des Aikidomeisters abhebt.

So setzt der von Alcala inszenierte Actionstreifen mit einem von Seagals Lieblingsthemen auseinander, dem Umweltschutz. Allerdings tut er das diesmal etwas subtiler. Seagal scheint gemerkt zu haben, dass Predigten wie in Auf Brennendem Eis (1994) eher dazu in der Lage sind, das Publikum zu vergraulen als es zu überzeugen, weshalb sich Fire Down Below lediglich darauf beschränkt, (gelegentlich) die Folgen des Verschiebens von Giftmüll für Mensch und Umwelt darzustellen. Außerdem bringt Seagal in Fire Down Below eine weitere persönliche Note ein: Seine Liebe zur Musik. In Fire Down Below sieht man hier zum ersten Mal, dass Seagal, der in seiner Karriere bisher zwei Musikalben (Songs From The Crystal Cave & Mojo Priest, 2005 & 2006) veröffentlicht hat, selbst zur Gitarre greift und sich dabei gar nicht mal schlecht macht. Außerdem haben Country-Musiker wie Randy Travis, Mark Collie, Ed Bruce und Marty Stuart Cameo-Auftritte in Fire Down Below.

Zusätzlich weicht Fire Down Below inhaltlich wohltuend vom Gros der anderen Seagal-Filme ab, in denen Seagal als ehemaliger Marine/Navy Seal/CIA-Agent/Was-auch-immer reaktiviert wird, bzw. seine Familie und/oder Freunde verteidigen oder rächen muss. Der Film weist einige Western-Anleihen auf, da mit Taggart/Seagal eine Art „neuer Sheriff“ in die Stadt kommt, der für Recht und Ordnung sorgt und sich dabei auf sich allein gestellt gegen einen übermächtigen, die Stadt beherrschenden Feind durchsetzen muss. Ebenfalls interessant ist, dass Seagal hier in einer Nebenhandlung eine aufrichtige Romanze gestattet wird, die sich ausnahmsweise mal nicht auf eine 20-30 Jahre jüngere Partnerin bezieht und nicht auf Sex basiert.

Auch darstellerisch hat Fire Down Below mehr zu bieten als so manch anderer Seagal-Film, wobei der Hauptdarsteller mal wieder ausgeklammert werden muss. In den Action – und Kampfszenen agiert Seagal – wie man es damals von ihm gewohnt war – gewohnt souverän und auch das Sprücheklopfen hat er hier noch bestens drauf, aber in den Schauspielszenen wirkt er gewohnt hölzern. Kris Kristofferson spielt den Hauptdarsteller dagegen mühelos gegen die Wand. Als wunderbar arroganter, schmieriger und skrupelloser Orin Hanner spielt Kristofferson in der „Schurken, die man gern hasst“-Liga ganz weit oben und bietet die beste darstellerische Leistung des Films. Aber auch Harry Dean Stanton als verschrobener, wortkarger Dorfbewohner und Stephen Lang als vermeintlicher Beschützer seiner Schwester machen eine gute Figur. Interessanterweise verfügt Fire Down Below aber auch über eine interessante Frauenfigur, die von Marg Helgenberger (Erin Brockovich, 2000) gespielt wird. Helgenberger mimt überzeugend das ausgestoßene Mitglied der Dorfgemeinschaft, das versucht, sich irgendwie über Wasser zu halten, was die Under The Dome-Darstellerin mit einer Mischung aus Stärke und Zerbrechlichkeit auch schafft.

Steven Seagal-Filme stehen und fallen letztlich aber nicht nur mit den Leistungen ihrer Besetzung, sondern vor allem mit den Action – und Kampfszenen und hier merkt man teilweise, dass Regisseur Felix Enriquez Alcala auf diesem Gebiet noch die nötige Erfahrung fehlt. Die Actionsequenzen sind weder so spektakulär wie in Alarmstufe: Rot 1 & 2 (1992 & 1995), noch so brachial wie in Zum Töten Freigegeben (1990) oder Deadly Revenge – Das Brooklynmassaker (1991). Die Schießerei in der mit Giftmüllfässern vollgestopften Höhle hätte ein Andrew Davis oder Dwight H. Little wesentlich spektakulärer und übersichtlicher gestaltet, da Alcala hier bereits den schnellen Schnitt und die Wackelkamera späterer, deutlich schlechterer Seagal-Filme vorweg nimmt. Trotzdem verfügt Fire Down Below auch über eine Reihe von gelungenen Actionszenen, wie z.B. eine Verfolgungsjagd mit einem Truck oder die Schießerei an der Tankstelle. Und auch die Kampfszenen sind gut gelungen. Hier zeigt Seagal noch deutlichen Körpereinsatz und wendet ein ziemlich breites Repertoire an Aktionen an, während er seine Kontrahenten heutzutage meistens mit den ewig gleichen 2-3 Moves zu Boden schickt. Auch von daher ist Fire Down Below keine schlechte Wahl.

Bevor diese Rezension allzu überschwänglich ausfällt – Fire Down Below kommt nicht an die ersten fünf Seagal-Klassiker heran und dürfte vielen Hardcore-Fans nicht genug Action für eine Spieldauer von 100 Minuten bieten. Dennoch ist er – auch heute noch – ein solider, unterhaltsamer Seagal-Actioner, der zudem ein wenig aus dem üblichen Schema ausbricht, weshalb er interessanter ist als so manch anderer Film des exzentrischen (Ex-)Zopfträgers ist.

7/10
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Kommentare

25.09.2017 08:58 Uhr - Ivan_Danko
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Mmmhh, ja, genau! Gehe da vollkommen mit Deiner Meinung konform... Super-Rezi, wie immer, übrigens.

Ist irgendjemandem eigentlich bei der Kampfszene in der Giftmüllhöhle auch mal ein Cut aufgefallen? Mir kommt es bei jeder Sichtung so vor, als würde da ein klassischer Neckbreaker o.ä. fehlen. Vielleicht ist es aber auch nur ein äußerst schlampiger Filmschnitt. Oder doch leichte Zensur, um den etwas milderen Grundton zu erhalten?

Wesentlich harmloser als die anderen Seagal-Klassiker ist der allerdings von Haus aus schon. Hat mir wegen der stark verbesserten Handlung aber auch nichts ausgemacht, sogar der alte Steven zeigt doch ein wenig mehr Mimik als sonst. Für einen Oscar wirds aber trotzdem wohl kaum jemals reichen ;-)

25.09.2017 09:13 Uhr - JasonXtreme
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Würde ich genau so unterschreiben! Ich mochte den auch immer, auch wenn er kein Ausbund an Action ist. Die Kleinstadt-Atmo passt, die Darsteller sowieso, und Stevie singt! Hey wenn das nix is. Am besten fand ich aber immer die Maulschellen für Orins unfähigen Sohnemann - da kam richtig Laune auf^^

25.09.2017 09:36 Uhr - Pratt
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Tolle Rezension wie immer, mit den Aussagen stimme ich auch überein, hatte den aber sogar etwas höher in Erinnerung und mit 8 bewertet, nicht so gut wie Glimmer Man aber mit phantastischen Naturaufnahmen und starker Supporting Besetzung!!! Wurde vor dem Start massiv umgeschnitten, sogar einige Actionszenen fehlen, im Trailer sieht man ein paar kurze Bilder...
Am Startwochenende in den USA mit nur 6,000,000 $ (!!) noch auf Platz 1 der Kinocharts...

25.09.2017 14:08 Uhr - TheRealAsh
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Dein Seagal-Damme-Lundgren-Slalom ist wirklich genial, wieder mal einer, den ich nicht kenne, der mich aber anspricht. Es gibt einfach zu viele Filme, habs grad letztens erst geschafft "Killer Elite" anzuschauen:D

25.09.2017 20:20 Uhr - Tom Cody
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Sehr schöne Kritik zu einem unterschätzen Seagal-Film. Seine (versteckten) Stärken werden aber sehr gut von dir analysiert. Wie oben schon erwähnt, kein Top-Reißer, aber definitiv besser als sein Ruf.

Witzigerweise hat mir der Film bei der ersten Sichtung so gar nicht gefallen. Zu zahm und zu langsam vom Erzähltempo her. Inzwischen, nach wiederholtem Sehen, gefällt mir der Streifen sogar ziemlich gut. Insbesondere sein geradliniger Stil als eine Art "Neo-Western" (wie zum Beispiel Filme wie "Malone", "Red Hill" oder "Conspiracy") ist ja eigentlich auch genau mein Fall.
Und Marg Helgenberger ist ebenfalls großartig in ihrer Mischung aus Tapferkeit und Verletzlichkeit.

Meine Lieblingsszene ist, wenn Taggart die Cops, die ihn verhaften wollen, zusammenfaltet und dann (im Originalton) diese großartige Drohung ausstößt:
"How do you wanna do this? Do you wanna play this game all the way? I'll have 300 agents come up here in this hick town and crawl up every orifice you got. When it's over, you can go to your favorite proctologist and get a nice soothing ointment for the hole that hurts the most."

Schade, dass es den Film nicht auf Blu-ray gibt. Da würde ich sofort die Brieftasche zücken...

26.09.2017 23:01 Uhr - Punisher77
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Herzlichen Dank, schön, dass Euch das Review gefällt!

Schön auch, dass Ihr was mit dem Film anfangen könnt, obwohl er nicht zum "offiziellen klassischen Seagal-Kanon" ("Nico" bis "Glimmer Man") gehört und bei weitem nicht so rabiat ist wie z.B. "Out For Justice". Dafür hat er andere, interessante Elemente, die einige von euch ja erwähnt haben. Und im Vergleich zu heutigen Seagal-Filmen ist "Fire Down Below" Gold wert!

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