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Der Höllentrip

(Altered States)
Herstellungsland:USA (1980)
Genre:Horror, Fantasy

Bewertung unserer Besucher:
Note: 7,40 (5 Stimmen) Details
inhalt:
Ein hochbegabter, junger Wissenschaftler (William Hurt), der die Auswirkungen von Drogen auf den menschlichen Geist erforschen will, läßt sich auf einen gefährlichen Selbstversuch ein. Er steigt in einen völlig isolierten, mit Salzwasser gefüllten Tank, dessen Temperatur der des Körpers angeglichen sein muß. Er macht Unkontrollierbare, schreckenserregende Veränderungen durch und wird von ebenso faszinierende wie grauenhafte Halluzinationen heimgesucht. Frappierende neue Welten werden sichtbar durch die meisterhafte, phantastische Bildwelt Ken Russels!
eine kritik von nocutsplease:

Der britischstämmige Regisseur Ken Russell (Gothic, Crimes of Passion, 1971 Oscar-Nominierung für Liebende Frauen) hatte sich insbesondere mit der Thematisierung sexueller Obsessionen und seelischer Abgründe einen Namen gemacht. Einen typischen Vertreter bildet auch sein US-Debüt Altered States, das aus dem Jahr 1980 stammt und hierzulande auf den Namen Der Höllentrip hört. Das Drehbuch zu diesem Bodyhorror-Streifen verfasste Paddy Chayevsky (1956, 1972 bzw. 1977 Oscar für Marty, The Hospital und Network sowie 1959 Nominierung für Die Göttin) auf Basis seines eigenen Romans. Als Lohn der Mühe gab es nicht nur ein Einspielergebnis von 25 Millionen US-Dollar, sondern auch zwei Oscar-Nominierungen, allerdings hatten bei den 1981er Verleihungen der Sci-Fi-Meilenstein Das Imperium schlägt zurück (Bester Ton) und das Musicaldrama Fame - Der Weg zum Ruhm (Beste Filmmusik) die Nase vorn.


Die Story widmet sich dem Harvard-Wissenschaftler Eddie Jessup, der Ende der 60er Jahre mittels halluzinogener Substanzen und stundenlanger Aufenthalte in einem Isolationstank riskante Selbstversuche unternimmt. Im Laufe seiner Forschungen sieht er sich mit immer plastischer werdenden Visionen konfrontiert, sodass er körperlich und charakterlich alsbald erschreckende Veränderungen durchmacht. Der sich daraus entwickelnde Plot kann ein paar erzählerische Längen zwar nicht verbergen, aber die morbide und mitunter archaische Atmosphäre hat auf jeden Fall ihren Reiz. Des Weiteren ist der inhaltliche Hintergrund gar nicht so fiktiv wie er zunächst scheint, da während des Kalten Krieges beide Machtblöcke fleißig mit halluzinogenen Drogen und Sinnesdeprivation experimentiert hatten.


Die Schauspielerriege setzt sich aus kompetenten Akteuren zusammen. William Hurt (1986 Oscar als Bester Hauptdarsteller in Der Kuss der Spinnenfrau, insgesamt drei weitere Nominierungen, u.a für Gottes vergessene Kinder und A History of Violence) gibt in der Rolle des Eddie Jessup sein Kinodebüt und bringt die akribische Besessenheit eines Wissenschaftlers, der für seine mysteriöse Forschungsarbeit nahezu alles riskiert, glaubhaft rüber. Blair Brown (Dogville, Die Chorknaben, The Paper Chase) stellt seine spätere Ehefrau Emily dar, welche die Experimente ihres Mannes mit wachsendem Unbehagen verfolgt. Bob Balaban (Unheimliche Begegnung der dritten Art, 2002 Ocar-Nominierung für Gosford Park in der Kategorie Bester Film) spielt Eddies loyalsten Forscherkollegen Arthur Rosenberg, der in seinem 70's-Nerdlook einen spaßigen Stereotypen mit Hippienote abgibt. Des Weiteren ist eine fünfjährige Drew Barrymore (E.T., Der Feuerteufel, Scream) als brave Tochter der Jessups in ihrer ersten Kinorolle am Start.


Was haben die technischen Aspekte zu bieten? Hinter der Kamera leitete Jordan Cronenwerth (Der Blade Runner, Im Vorhof der Hölle, 1987 Oscar-Nominierung für Peggy Sue hat geheiratet) die Geschicke und griff auf diverse Schauplätze zurück, die von der vielseitigen Kulisse New Yorks über die Harvard Medical School bis hin zum mexikanischen Chihuahua reichen. Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf Jessups Halluzinationen und seinen weitreichenden Veränderungen. Manche Elemente liefern ein für damalige Verhältnisse beeindruckendes Maskenbild, während andere Sequenzen das genutzte Screenverfahren auffällig erkennen lassen und in den Kinderschuhen steckende CGI-Effekte zum Einsatz gelangten. Darüber hinaus bescheren ein paar sexuell aufgeheizte und blutige Szenen dem Ganzen eine pikante Würze. Bezüglich der akustischen Komponente fördert die Musik von John Corigliano (Revolution, 2000 Oscar für Die rote Violine) gezielt den Spannungsaufbau und verleiht dieser psychedelischen Reise ihren besonderen Reiz. 


Fazit: Der Höllentrip ist ein sehr gelungener Vertreter des Bodyhorrors und fügt sich passend in Russells Gesamtwerk ein. Obwohl der Plot ein paar Längen aufweist und das Geschehen an mancher Stelle auffällige Alterungserscheinungen angesetzt hat, weiß die abgründige Atmosphäre auf jeden Fall zu fesseln. Somit spreche ich für Genrefans eine klare Empfehlung aus.

8/10
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Kommentare

12.08.2017 12:49 Uhr - TheRealAsh
1x
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Absolut geniale Filmauswahl und wieder einmal delektable Review mit weitreichenden Informationen, welche nicht nur die vielzitierte "Meinung" vermitteln, sondern eine allgemeine Einordnung in den Filmkanon (nicht nur Russells).

Der Soundtrack kriegt bei mir Höchstwertung, weil das hier neben Corioglanis offiziellem kompositorischen Werk seine Meisterleistung ist. Einer meiner absoluten Lieblingssoundtracks nicht nur an der Gelenkstelle zur, sondern voll in der Neuen Musik.

Hier sieht man wunderbar, wie ein anspruchsvoller Regisseur wie Russell einen Genrefilm als Möglichkeitsform für Künstler bereitgestellt hat. Musikalisch war Russell bekannterweise sowieso sehr versiert (siehe Tommy, Lisztomania, Mahler, etc.).

Das mit den CGI-Kinderschuhen fand ich gut. Wobei er ein annehmbares Ergebnis herausgeholt hat, dass bei mir sogar eine eher positive CGI-Nostalgie aufkommt (da könnte sich der Weltraumschlingel mal in Punkto CGI-Bashing weiterbilden;-)

PS: Der deutsche Titel ist ganz schrecklich!


12.08.2017 13:05 Uhr - Ghostfacelooker
1x
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Mit dir macht man gern einen Höllentrip Bro. Also du schreibst ja leider oder zum Glück nur bei ausgewählten Titeln, leider deshalb da dein fast schon künstlerischer Stil (das ist keine Ironie oder Lobhudelei sondern Fakt) sehr lesenswert ist und zum Glück, da man bei dir sicher sein kann das es ein interessanter Titel ist.

12.08.2017 13:18 Uhr - NoCutsPlease
1x
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Vielen Dank liebe Kollegen! :)
Freut mich, dass ihr so prompt und so gut gelaunt am Start seid.

@ Ash:
Mit dir hatte ich schon gerechnet, da du dich erst vor ein paar Wochen mit "Die Teufel" einem mir unbekannten Werk von Russell gewidmest hast.
Der Soundtrack gefällt mir auch sehr und dieser hat sich die Nominierung redlich verdient.
Und ja, die CGI-Effekte sehen für das Alter ordentlich aus.
Den deutschen Titel finde ich ehrlich gesagt gar nicht so schlimm. Da gab es in jenen Tagen weitaus größere Namenssünden, aber "Altered States (of Consciousness)" trifft es inhaltlich besser.
Welche Punktzahl bekommt denn der Film von dir?

@ Ghost:
Lohnende Filmtipps gebe ich gern weiter und Prost auf den nächsten Höllentrip! :)

12.08.2017 13:45 Uhr - TheRealAsh
1x
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Der Titel im Sinne von "Trip" war wohl in diesem Sinne von bewusstseinserweiternden "Stadien" gemeint. Aber Höllentrip ist halt schon sehr reißerisch, ich hatte ursprünglich ne ganz andere Erwartung an den Film und fand den zunächst irritierend. Der Film hat mich dann aber auf seine eigene Art einfach überzeugt und der Originaltitel ist einfach alles andere als reißerisch, sondern voll und ganz Russell (siehe Titel wie: The Devils, Gothic).

Ich würde ihm 9 Punkte geben, da der Soundtrack für mich noch mehr zählen würde;-)

12.08.2017 20:31 Uhr - NoCutsPlease
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Dann empfehle ich doch mal einen dezenten Klick auf die 9. ;)

In Bezug auf die Verwendung von Drogen passt der Begriff "Trip" ja recht gut, wobei "Höllentrip" eher das Auftauchen dämonischer Wesen vermuten lässt. Heutzutage würde man den Film wohl mit sehr großer Wahrscheinlichkeit unter dem Originaltitel veröffentlichen.

12.08.2017 22:27 Uhr - dicker Hund
1x
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Uhh, sehr sehr lange her, dass ich den gesehen habe. Damals hatte ich die von Ash beschriebene Erwartungshaltung mit ähnlicher Irritation. War obendrein eine Fernsehausstrahlung, so dass noch Werbung und Schnitte das Bild verfälscht haben könnten. Diese gar nicht so positive Erinnerung weicht nach so einem gelungenen Review dem dezenten Wunsch nach einem Rewatch.

13.08.2017 09:19 Uhr - naSum
1x
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Da hast du aus deinem ganz eigenen Filmkanon mal wieder eine Perle ausgegraben, die mir so gar nichts sagt. Wie so oft... ;) Der audiovisuelle Trip weiß dank deiner kompetenten Schreibe aber definitiv zu überzeugen.

13.08.2017 12:00 Uhr - NoCutsPlease
2x
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Ein herzliches Dankeschön für euer Lob.

@ Wuff:
So ist das ja häufig mit alten TV-Erinnerungen. Manche empfindet man bei der erneuten Sichtung besser, andere schlechter. Da hilft dann nur die Probe aufs Exempel.

@ Jack:
Russell lohnt sich allein schon wegen seines provokanten Stils und dass Ash dem Film 9/10 Waldhütten gibt, ist auch ein Argument.

13.08.2017 13:25 Uhr - Tom Cody
1x
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Kommt der Sonntag...kommt die Zeit, sich in Ruhe der neuen, wie immer tadellosen, NCP-Kritik zu widmen.

Erstmal ein Lob für die erneut gelungene Filmauswahl. Ich bin jetzt allerdings nicht der größte Fan von Ken Russell. Den Film hier habe ich vor Jahrzehnten gesehen, ihn aber auch als recht interessant (und teilweise auch als durchaus spannend) in Erinnerung behalten. Ich denke mal, heute würde ich ungefähr bei 7 von 10 Punkten liegen.

13.08.2017 22:15 Uhr - NoCutsPlease
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Thanks Tom! :)
Mit dir hatte ich hier übrigens gar nicht gerechnet, da man dich im Horrorbereich eher seltener antrifft, aber die Kommentarsektion ist eben immer wieder für eine Überraschung gut.

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