SCHNITTBERICHTE | # | A | B | C | D | E | F | G | H | I | J | K | L | M | N | O | P | Q | R | S | T | U | V | W | X | Y | Z
Suche:
Wolfenstein II: The New Colossus 100% uncut englische Version ab 59,99€ bei gameware Dead Island Definitive Edition Uncut AT-PEGI mit superschnellem Gratisversand ab 29,99€ bei gameware
TheUn4givenII
Level 3
XP 182
Eintrag: 12.08.2017

Amazon.de


Outrage Beyond
Blu-ray 13,99
DVD 13,99
Amazon Video 9,99



Die Kröte
Blu-ray/DVD Mediabook
Cover A 36,00
Cover B 36,00
Cover C 36,00

Der dunkle Turm

(The Dark Tower)
Herstellungsland:USA (2017)
Standard-Freigabe:FSK 12
Genre:Abenteuer, Action, Horror, Fantasy,
Science-Fiction, Western

Bewertung unserer Besucher:
Note: 4,67 (6 Stimmen) Details
inhalt:
Revolvermann Roland Deschain (IDRIS ELBA) ist der letzte seiner Art und gefangen in einem ewigen Kampf mit Walter O’Dim, auch bekannt als der Mann in Schwarz (MATTHEW MCCONAUGHEY). Roland ist fest entschlossen, ihn daran zu hindern, den Dunklen Turm zu Fall zu bringen, der das ganze Universum zusammenhält. Das Schicksal aller Welten steht auf dem Spiel, als das Gute und das Böse in einer ultimativen Schlacht aufeinanderprallen. Denn Roland ist der Einzige, der den Dunklen Turm vor dem Mann in Schwarz verteidigen kann.
eine kritik von theun4givenii:

Stephen King ist mein absoluter Lieblingsautor und im Fundus seiner beinahe unüberblickbaren Veröffentlichungen sticht der Dunkle Turm-Zyklus wie das Zentrum und Bindeglied seines Schaffens hervor und hat mich seit dem ersten Band ("Schwarz") fasziniert. Mittlerweile erstreckt sich die Buchreihe auf acht Bände, der letzte Band, das Zwischenspiel "Wind" erschien bei uns 2012 und spielt zwischen Band 4 ("Glas") und Band 5 ("Wolfsmond"). Seit 2014 werden zusätzlich auch Graphic Novels veröffentlicht (bisher 13 Teile), die das Epos ergänzen sollen und den Fokus auch auf Handlungsstränge legen, die in den Romanen nicht oder nur am Rande erwähnt werden. Die Geschichte in "Schwarz" beginnt relativ bodenständig mit dem letzten Revolvermann, Roland Deschain, der den Mann in Schwarz durch eine Wüste in der sterbenden Mittwelt verfolgt und im späteren Verlauf auf den (Erden-)Jungen Jake Chambers trifft. Der Beginn ist eine Mischung aus (Endzeit-)Western und Fantasyroman mit ein paar Sci-Fi-Einschüben. Mit zunehmendem Verlauf wird die Geschichte immer komplexer (geistesgestörte High-Tech-Züge, Parallelwelten, Künstler die durch Ihre Bilder die Realität verändern können, bis hin zum Auftritt von Stephen King selbst). Ich habe hier auch gar nicht den Anspruch die Geschichte zusammenfassen zu wollen, da dies den Rahmen eines Reviews sprengen würde.

War bereits die Verfilmung von "Der Herr der Ringe" ein jahrelanges Unterfangen (wenn man von dem Ralph Bakshi-Film von 1978 absieht), habe ich mich beim Lesen des dunklen Turms immer wieder gefragt wie und ob man diese Geschichte am besten filmisch umsetzen kann. Wie bringt man eine derart komplexe Geschichte, die mehrere tausend Seiten, unzählige Schauplätze, Figuren und mehrere tausend Seiten umfasst auf die Leinwand? Oder bietet sich hier eher eine hochbudgetierte TV-Serie im Stile von "Game of Thrones" an? Eine Verfilmung war schon seit längerer Zeit im Gespräch und die Rechte wurden von Studio zu Studio weitergereicht und landeten letztendlich bei Sony und MRC (Media Rights Capital). Es waren Namen wie J.J. Abrams und Ron Howard im Gespräch. Letztendlich übernahm der Däne Nikolaj Arcel die Regie und Ron Howard wird als Mit-Produzent aufgeführt. Die Entstehungsgeschichte des Films will ich an dieser Stelle auch nicht im Detail aufdröseln. Fest steht allerdings dass diese sehr turbulent, langwierig und schwierig war und zu etlichen Verschiebungen des Kinostarts geführt hat. Die letzten Aufschreie fanden vor Kurzem statt als die Freigabe (PG13 bzw. FSK12) und die Lauflänge des Films (95 Minuten) bekanntgegeben wurden. Auch von Streitereien zwischen Sony und MRC war die Rede, die anscheinend beide gleichberechtigt zu Entscheidungen bezüglich Drehbuch und Schnittfassung des Films waren.

Seit dem 10.08. läuft der Film nun in den deutschen Kinos und die Stimmen sind durchwachsen... Ist der Film nun die heraufbeschworene Totalkatastrophe? Aus meiner Sicht nicht. Jedoch ist er auch weit davon entfernt das von mir erhoffte Meisterwerk zu sein. Die Geschichte des Films fokussiert sich auf Jake Chambers der Visionen von Mittwelt, Roland, dem Mann in Schwarz, Kindern in seltsam anmutenden Apparaturen und dem dunklen Turm hat. Jakes Vater ist bei einem Feuerwehreinsatz gestorben und er muss sich mit dem ungeliebten Stiefvater herumschlagen der versucht Jake als verrückt abzustempeln und loszuwerden. Als Jake schließlich von Mitgliedern des SOMBRA-Instituts abgeholt werden soll, flüchtet er in ein Haus, das er in seinen Visionen gesehen hat, findet dort ein Portal nach Mittwelt und begegnet dort Roland Deschain. Ich werde nicht weiter auf die Geschichte eingehen da diese Besprechung spoilerfrei sein soll. Was als erstes auffält ist der extreme Fokus auf Jake, der sich missverstanden und alleine fühlt, Probleme mit seinem Stiefvater und seinen Mitschülern hat. Hier sollen wohl Teenager ins Kino gelockt werden, die nach mehr Hunger Games/Maze Runner/Divergent-Stoff dürsten. Damit habe ich erstmal kein Problem. Womit ich ein Problem habe ist folgendes: die Bücher bieten einen derart großen Topf an besseren Ideen an die man anknüpfen hätte können, dass ich nicht verstehe warum man ein belangloses Familiendrama gewählt hat. Auch der Aufritt der Tierwesen (Taheen), den Handlangern des Mannes in Schwarz, kommt aus meiner Sicht viel zu früh. Diese und auch die Idee dass die Energie von übernatürlich begabten Kindern genutzt wird um den Turm zu Fall zu bringen, kommen in den Büchern erst sehr spät vor. Auch der Background von Roland (Tod seiner Mutter, Tod seiner Kameraden) wird hier wenn überhaupt leider nur angeschnitten und macht es dem Kinobesucher schwer Emotionen aufzubauen und den Hass auf den Mann in Schwarz nachzuvollziehen. Hier hätten ein paar Rückblenden zur Schlacht von Jericho Hill und zur Kindheit von Roland relativ einfach Abhilfe schaffen können.

Die Schauspielerriege ist dagegen vollends überzeugend! Zu der Castingentscheidung von Idris Elba gab es ja auch einen Riesenaufschrei im Internet. Dieser war aber, meiner Meinung nach, völlig unbegründet. Idris Elba als Roland ist charismatisch wie eh und je und gibt den stoischen, vom Tod des Mannes in Schwarz besessenen Revolvermann sehr gut. Matthew McConaughey als Walter o'Dim aka Mann in Schwarz ist schön fies und gnadenlos und auch Tom Taylor als Jake Chambers spielt seine Rolle sehr sympathisch und hat eine gute Chemie mit Idris Elba. Es gibt sogar einige witzige Szenen durch die beiden fish-out-of-water-Szenarien (Jake in Mittwelt, Roland in New York). Erwähnen will ich noch Katheryn Winnick als Jakes Mutter, die als verzweifelte und hin- und hergerissene Mutter eine gute Figur macht. An der Darstellerfront gibt es aus meiner Sicht überhaupt nichts auszusetzen. Einzig die Rolle von Jackie Earle Haley hätte etwas größer ausfallen können.

An den visuellen Effekten gibt es auch nichts zu mäkeln. Ich hätte mir hier aber mehr von Mittwelt und weniger vom altbekannten und totgenudelten New York erwartet. Gut fand ich allerdings die Inszeniuerung und Gestaltung des Hauses in dem Jake das Portal (und einen Wächterdämon) findet. Die Querverweise auf Es und The Shining gehen für mich in Ordnung. Der dunkle Turm hat ja auch in den Büchern viele Bezüge zu anderen Geschichten von Stephen King (Rose Madder, Schlaflos, Die Augen des Drachen etc.). Die musikalische Untermalung von Junkie XL hat mich nicht gestört, hat jedoch auch keinen bleibenden Eindruck hinterlassen. Ein musikalisches, wiederkehrendes Thema habe ich leider nicht mehr im Kopf. 

Was also ist das Fazit zur Verfilmung des dunklen Turms? Ich tue mich hier wirklich schwer. Zum einen finde ich den Film für sich selbst stehend nicht schlecht, wenn auch etwas zu beliebig in Richtung Young-Adult-Fantasy schielend. Böser Zauberer, guter Held und ein Junge von dem das Schicksal der Menschheit abhängt. Wenn man allerdings bedenkt was für Möglichkeiten man gehabt hätte und aus welch riesigem Blumenstrauß an Ideen man sich hat bedienen können, macht einen das Ergebnis schon weitaus weniger versöhnlich gestimmt. Mit ein paar Rückblenden mehr, ein paar Erklärungen mehr und mehr Handlung (also mehr Lauflänge) hätte ein guter Film herauskommen können. So ist leider nur ein leicht überdurchschnittlicher, leicht verdaulicher Fantasyfilm. Und das ist eindeutig zu wenig wenn man die Volage kennt und mag. Mit der FSK12-Freigabe habe ich übrigens kein Problem. Es gibt noch ein paar härtere Szenen im Film und da man das Massaker von Tull aussen vor gelassen hat, sehe ich auch keine Veranlassung für Blutbäder. Ich bin gespannt wie der Film an den Kinokassen abschneidet und hoffe dass die für 2018 geplante TV-Serie umgesetzt wird. "Der dunkle Turm" verdient eine angemessene Umsetzung und da das Ende von "Game of Thrones" absehbar ist, hoffe ich dass sich findige Produzenten dem Stoff annehmen. Das Publikum würde es ihnen danken.

6/10

 

6/10
mehr reviews vom gleichen autor
die neuesten reviews
Logan
tschaka17
7/10
Man
JasonXtreme
3/10
El
Ghostfacelooker
5/10
Nackt
Punisher77
8/10
School
kokoloko
Boston
JasonXtreme
8/10
Santa
naSum
8/10

Kommentare

12.08.2017 15:46 Uhr - Ghostfacelooker
2x
User-Level von Ghostfacelooker 14
Erfahrungspunkte von Ghostfacelooker 3.048
Das ist doch mal eine auch für King Fans neutral gehaltene, emotional nachvollziehbare Sicht der Dinge die, fast alle Wünsche der Fans und die Enttäuschung darüber wie es schlussendlich nun verfilmt ist gut in Worte zu fassen weiß.

Wobei ich immernoch behaupte das man mit der Wahl von Roland schon in der Assoziation im Kampf gegen den Schwarzen Mann falsch lag und er auch im Buch immer wieder von Susannah über Rassenkonflikte in ihrer Welt hingewiesen wird, was also, so gern ich schwarzes Kino und seine immer mehr im Kommen stehenden Schauspieler sehe, hier einfach nicht passt.

12.08.2017 17:21 Uhr - TheRealAsh
1x
User-Level von TheRealAsh 6
Erfahrungspunkte von TheRealAsh 451
Sehr gute und faire Kritik. Ich bin auch noch hin und hergerissen, ob ich ihn im Kino ansehen soll oder auf die Scheibe warte. Aber du hast mich eigentlich überzeugt, ein "nicht schlechter" Film für King-Fans ist eigentlich schon mal okay. Und es bleibt tatsächlich nur abzuwarten, ob irgendwann vielleicht mal was weiteres kommt. Jetzt können wir uns ja noch auf ES freuen

12.08.2017 17:42 Uhr - TheUn4givenII
1x
User-Level von TheUn4givenII 3
Erfahrungspunkte von TheUn4givenII 182
@Ghostfacelooker: Danke dir. Aus meiner Sicht ist es halt kein Totalausfall und auch kein schlechter Film. Man muss ja auch als King-Fan objektiv bleiben. Ich sehe es nicht so dass sich durch Idris Elba in der Hauptrolle später dramaturgische Probleme im Hinblick auf Susannah ergeben. Die (Entstehungs-) Storyline von Susannah/Odetta/Detta findet ja in "unserer Welt" im Jahre 1959 statt, Rolands Geschichte dann viel später. Die Hautfarbe spielt, zumindest für mich absolut keine Rolle (auch wenn ich auch erst skeptisch war).

@TheRealAsh: das Problem ist halt das auch ein "nicht schlechter" Film erstmal eine Enttäuschung ist. Ich bin zuversichtlich dass das mit der Serie klappt. Zumindest ist sie schon mal bei imdb gelistet. Fürs erste war ich froh wenigstens überhaupt was vom dunklen Turm auf der Leinwand zu sehen. Du kannst dir ja ein paar andere Kritiken im Internet durchlesen und dann entscheiden ob du einen Kinobesuch wagst oder auf die Scheibe wartest...

12.08.2017 18:12 Uhr - Ghostfacelooker
1x
User-Level von Ghostfacelooker 14
Erfahrungspunkte von Ghostfacelooker 3.048
12.08.2017 17:42 Uhr schrieb TheUn4givenII
@Ghostfacelooker: Danke dir. Aus meiner Sicht ist es halt kein Totalausfall und auch kein schlechter Film. Man muss ja auch als King-Fan objektiv bleiben. Ich sehe es nicht so dass sich durch Idris Elba in der Hauptrolle später dramaturgische Probleme im Hinblick auf Susannah ergeben. Die (Entstehungs-) Storyline von Susannah/Odetta/Detta findet ja in "unserer Welt" im Jahre 1959 statt, Rolands Geschichte dann viel später. Die Hautfarbe spielt, zumindest für mich absolut keine Rolle (auch wenn ich auch erst skeptisch war).

@TheRealAsh: das Problem ist halt das auch ein "nicht schlechter" Film erstmal eine Enttäuschung ist. Ich bin zuversichtlich dass das mit der Serie klappt. Zumindest ist sie schon mal bei imdb gelistet. Fürs erste war ich froh wenigstens überhaupt was vom dunklen Turm auf der Leinwand zu sehen. Du kannst dir ja ein paar andere Kritiken im Internet durchlesen und dann entscheiden ob du einen Kinobesuch wagst oder auf die Scheibe wartest...


Mir geht es nicht um Hautfarben. Es ist eher so, das es ein Fakt ist und man über acht Bänden hinweg auch wegen seinen Stahlblauen Augen immer ein anderes Bild vor Augen hatte als z.b Denzel Washington oder Mr. Elba. Aber im Nachhinein hoffe ich das es nicht nur dieser Film bleibt und jemand daraus doch etwas wie die Herr der Ringe Saga macht. King selbst und die Fans hätten es verdient.

12.08.2017 22:58 Uhr - dicker Hund
1x
User-Level von dicker Hund 10
Erfahrungspunkte von dicker Hund 1.478
Zu einer Zeit, als ich noch viel Romane gelesen habe, waren auch "Schwarz", "Drei" und "Tot" dabei. Der von Dir erwähnte Zug blieb haften, sonst nur das Gefühl, eine überladene Geschichte mit unterdosiertem Horror vorgesetzt bekommen zu haben. Von der Verfilmung verspreche ich mir deshalb schon wenig, Dein Review macht das trotz unstreitbarer Qualität nicht besser.

12.08.2017 23:32 Uhr - tschaka17
1x
User-Level von tschaka17 5
Erfahrungspunkte von tschaka17 406
Ich bin ganz ehrlich: Der dunkle Turm hat mich nicht gereizt und auch diese gute Rezension ändert daran nichts. Dein Fazit ist da sehr treffend.

Im Heimkino zu gutem Preis gerne nen Blick, aber dafür geh ich nicht ins Kino. Der dunkle Turm wird ein nächster mässiger Franchise-Startversuch sein, im Gegensatz zu anderen Versuchen aber nicht so hart finanziell bomben (Grüße an Assassins Creed), da man hier beim Budget von knapp 60. Mio. $ auf dem Teppich gelieben ist.

13.08.2017 19:19 Uhr - jrtripper
2x
muss dir ein dickes lob aussprechen, hast dir viel mühe gegeben den film so objektiv wie möglich darzustellen.
werde dem film später mal auf disk eine chance geben, weiß aber jetzt schon das er in der langen ahnenreihe der schlechten king verfilmungen landen wird.
die turm saga, ist für mich die zweit beste geschichte vom herrn king.
meiner meinung nach ist der film total fehlbesetzt und viel zu kurz, egal ob er eine art vorgeschichte oder eine zusammenfassung darstellen soll.
normal bin ich nicht unbedingt ein freund von serien aber den turm sollte man besser in eine serie packen, 8 staffeln, folgenzahl abhängig von der buchstärke.
und ja, ich bin der meinung, das roland nicht schwarz sein sollte, genau so wenig, wie ein axel foley weiß sein sollte.

kommentar schreiben

Um Kommentare auf Schnittberichte.com veröffentlichen zu können, müssen Sie sich bei uns registrieren.

Registrieren (wenn Sie noch keinen Account hier haben)
Login (wenn Sie bereits einen Account haben)
SB.com