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Eintrag: 19.08.2017

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Fremde Schatten

(Pacific Heights)
Herstellungsland:USA (1990)
Genre:Thriller

Bewertung unserer Besucher:
Note: 8,00 (2 Stimmen) Details
inhalt:
Carter ist der unerwünschte Untermieter in Pattys und Drakes neuem 750.000 Dollar-Haus. Er zahlt keine Miete, ekelt die Nachbarn raus, terrorisiert seine beiden Vermieter, bis Drake durchdreht und der Staatsanwalt ihm Hausverbot erteilt - in seinem eigenen Haus. Jetzt ist Patty dran. Carter nutzt alle seine Rechte als Mieter und treibt sie zur Verzweiflung. Als endlich der Räumungsbefehl kommt, hat Carter alles mitgenommen, alles. Doch jetzt dreht Patty den Spieß um...
eine kritik von nocutsplease:

Anfang der 90er Jahre gab es mit Filmen wie Todfreunde - Bad Influence, Weiblich, ledig, jung, sucht... oder auch Die Hand an der Wiege, eine kleine aber feine Reihe von Thrillern, in denen eine scheinbar integre Person die pure menschliche Boshaftigkeit in die vier Wände der Protagonisten transportiert und deren bisheriges Leben nicht nur mittels geschickter Manipulationen auf den Kopf stellt, sondern ihre gesamte Existenz  gefährdet. Einen weiteren Vertreter jener Zunft bildet der 1990 unter der Regie von John Schlesinger (1970 Oscar für Asphalt-Cowboy, 1966 bzw. 1972 Nominierung für Darling und Sunday Bloody Sunday) entstandene und auf einem Drehbuch von Daniel Pyne (Auf die harte Tour, Das perfekte Verbrechen, An jedem verdammten Sonntag) fußende Pacific Heights, der im deutschsprachigen Raum unter dem Namen Fremde Schatten veröffentlicht wurde.


Worum geht es konkret? Patty und Drake haben sich in San Francisco den Traum vom eigenen Haus erfüllt. Damit das Finanzierungskonzept des jungen Paares aufgeht, brauchen sie allerdings noch ein paar zahlungskräftige Mieter. Unter den diversen Interessenten befindet sich auch der mysteriöse Carter Hayes, über den der Zuschauer bereits während des Vorspanns erfährt, dass dieser mächtig Ärger im Gepäck hat. Alsbald entwickelt sich der Alltag zu einem Albtraum, der einfach kein Ende nehmen will. Getreu der Spielregeln des Subgenres baut sich die Spannung langsam auf und das menschliche Böse hält Schritt für Schritt Einzug in die anfangs so idyllische Umgebung. Da Hayes den Hauseigentümern juristisch immer einen Schritt voraus zu sein scheint, kann man die Story durchaus als satirische Spitze gegen das US-amerikanische Justizsystem empfinden. Einen weiteren Pluspunkt bildet der Umstand, dass die realistische Note mit wohldosiertem Nervenkitzel gegenüber einem allzu konstruiertem Plot favorisiert wurde. Dies dürfte auch der Tatsache geschuldet sein, dass Daniel Pyne einst selbst äußerst unangenehme Erfahrungen in der Rolle des Vermieters machen musste und diese als Inspirationsquelle für das Drehbuch nutzte.  


Die Darstellerriege wird von Melanie Griffith (Fegefeuer der Eitelkeiten, Cecil B., 1989 Oscar-Nominierung als Beste Hauptdarstellerin in Die Waffen der Frauen) als Patty und Matthew Modine (Full Metal Jacket, Memphis Belle, The Dark Knight Rises) in der Rolle von Drake angeführt. Während Patty eher der emotionale Familienmensch ist und die Mieter nach Sympathie auswählt, zählen für den von Yuppie-Allüren beseelten Drake lediglich die harten finanziellen Fakten. Das mimische Highlight bildet zweifellos Michael Keaton (Batman, Jackie Brown, 2015 Oscar-Nominierung als Bester Hauptdarsteller in Birdman), der den berechnenden Soziopathen Carter Hayes überzeugend verkörpert. In den Reihen der Nebenakteure tummeln sich markante Gesichter wie Mako (Crying Freeman, Conan, der Barbar, 1967 Oscar-Nominierung als Bester Nebendarsteller in The Sand Pebbles), Dorian Harewood (Full Metal Jacket, Sudden Death, Gothika) und Tippi Hedren (Die Vögel, Marnie). Ergänzend sei noch zu erwähnen, dass Regisseur John Schlesinger einen Cameoauftritt im Fahrstuhl hat. 


Auf audiovisueller Seite wird dem Zuschauer an Schauplätzen in San Francisco, Los Angeles und den Culver Studios kompetente Arbeit serviert. In manchen Dialogszenen rotiert die seitens Amir Mokri (Bad Boys II, Lord of War, Blue Steel) geführte Kamera mit geradezu dramatischer Hartnäckigkeit um die Protagonisten. Was bei Titeln wie Transformers 3 mitunter als aufdringliche Überstilisierung empfunden werden kann, verleiht diesem vorwiegend ruhig erzählten Thriller eine dynamische Note. Gleiches gilt für die beschwingten Kamerafahrten durch die verwinkelten Räumlichkeiten des altviktorianischen Wohnhauses. Die auf spezielle Schlüsselmomente verstreuten Härten bewegen sich auf mittlerem Intensitätslevel und waren der FSK von Anfang an das blaue Siegel wert. Den akustischen Part übernahm Hans Zimmer (1995 Oscar für Der König der Löwen, insgesamt neun weitere Nominierungen, u.a. für Inception und Rain Man), dessen Kompositionen hier zwar nicht allzu deutlich aus der Masse an Thrillerscores hervorstechen, aber der Spannung durchaus dienlich sind.


Fazit: Fremde Schatten ist ein sehr gelungener Genrebeitrag aus den frühen 90ern, der dank ausgefeilter Storyline, bewährter Darsteller und sicherer Inszenierung auf sauberem Niveau überzeugt. Wer die eingangs genannten themenverwandten Filme mag, sollte sich auch diesen Titel nicht entgehen lassen. 

8/10
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Kommentare

19.08.2017 15:21 Uhr - Ghostfacelooker
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Todfreunde war einer meiner ersten Filme auf den ich durch Youngblood ebenfalls mit Rob Lowe stieß. Ein Leckerbissen des Reviews gleichzusetzend.

19.08.2017 15:23 Uhr - Tom Cody
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Eine wie gewohnt makellose, fundierte Rezension zu einem sehr guten Thriller von Schlesinger, den ich damals sogar noch im Kino gesehen habe. Und ja, Michael Keaton war in seiner ersten "Bad Guy"-Rolle wirklich mehr als überzeugend.
Schlesinger hat ja mit "Marathon-Mann" 1976 auch eines meiner persönlichen Thriller-Highlights gedreht. Wobei mir gerade einfällt, dass ich ja vor einiger Zeit im TV erst nochmal "Das Ritual" aufgenommen habe. Der wird jetzt ebenfalls erneut geschaut.

19.08.2017 16:26 Uhr - TheRealAsh
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Ein schattenspendendes Review an einem sonnigen Tag. Ich schätze Schlesinger auch sehr, kenne aber leider bisher nur die bekannteren. "Das Ritual" finde ich übrigens auch sehr genial, obwohl der von der Kritik zu unrecht ob des brisanten Themas geschmäht wurde.

Schade, dass es den auch noch nicht auf Bluray gibt, den merke ich mir aber vor 8 Punkte von Herrn NCP sind immer einen Kauf wert!

19.08.2017 18:32 Uhr - NoCutsPlease
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Ein sonniges Danke an alle miteinander. :)

@ Ghost:
"Bad Influence" habe ich vor gut zwei Jahren hier besprochen und der kommt bei mir ähnlich gut weg.

@ Tom Cody:
Keatons erste Rolle als Bad Guy und nach "Das Traum-Team" seine zweite als psychisch gestörter Typ. In "Desperate Measures" ging er meiner Meinung nach aber noch ein Stück besser ab.
"Der Marathon-Mann" hast du hier ja schon kompetent besprochen.

@ Ash:
"Das Ritual" habe ich wiederum noch nicht gesehen.

19.08.2017 18:53 Uhr - cecil b
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Schon die Einleitung ist ein Genuss!

Film: Keaton beeindruckt mich schon auf dem Cover, ernsthaft. Da bestätigt sich ja schon deine Einschätzung: " Das mimische Highlight bildet zweifellos Michael Keaton". Muss ich gucken. Aber das Regal ist voll, auch mit ungesehenen Filmen. Aber ist ja nicht weg. :)

19.08.2017 23:02 Uhr - dicker Hund
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Achtung Spoiler!


Ist das der, wo der Mieter nach der Fehlgeburt mit einem Blumenstrauß anrückt?


Spoiler Ende

Sichtung dürfte 20 Jahre her sein, aber DIE Szene - Holla die Waldfee! Schön, wie Du mal wieder meine Erinnerung aufgefrischt hast, NCP, diesmal angenehm kompakt und wie immer gut geschrieben. Die Preise auf Ofdb für die alte DVD sind übrigens gesalzen...

19.08.2017 23:02 Uhr - naSum
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Haha, der perfekte Film für mich, denn ich stecke gerade mitten im Umzug... Bisher aber ohne Psychopathen. ;)

Der Film reizt aber darüber hinaus mit den Schauspielern, wobei ich nach seiner grandiosen Schauspielleistung in Birdman besonders auf Keaton gespannt bin. Die einleitend erwähnten Filmgeschwister kenne ich zwar nicht, aber von der Machart klingt es auch ein wenig nach Kap der Angst.

19.08.2017 23:49 Uhr - NoCutsPlease
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Herzlichen Dank in die abendliche Runde.

@ cecil:
Einfach im Hinterkopf behalten und zur Not gibt es meinen jährlichen Reminder wie kürzlich bei "Der Fänger". :)
Keaton ist hier auf jeden Fall wirklich gut bei der Sache.

@ Lumpi:
Was den Spoiler angeht, bist du auf der richtigen Fährte. Habe den Film auch in den 90ern im TV gesehen und für meine kürzliche Neusichtung 3€ via Streaming investiert. Eventuell erscheint auch endlich bald mal eine Blu-Ray.

@ Jack:
Vielleicht macht sich der Psychopath ja bemerkbar, nachdem du deinen ersten Drink an der Bar hattest. ;)
"Kap der Angst" ist noch einmal eine ganze Liga besser, aber das Grundprinzip der perfiden Infiltration in anderer Leute Leben ist ähnlich.

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