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dicker Hund
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Happy Face Killer

Annabelle

Herstellungsland:USA (2014)
Standard-Freigabe:FSK 16
Genre:Horror

Bewertung unserer Besucher:
Note: 6,17 (18 Stimmen) Details
inhalt:
Vor „Conjuring – Die Heimsuchung“ war Annabelle!
Das Spin-Off zum erfolgreichen Schocker erzählt die Vorgeschichte der Horror-Puppe, die schon in Conjuring das Blut in den Adern gefrieren ließ.
Die Puppe verfügt über unheimliche Mächte und existiert auch in Wahrheit. Sie wird in einem Museum des Okkulten in Connecticut unter Verschluss gehalten – ihr einziger Besucher ist ein Geistlicher, der sie alle zwei Wochen segnet. Vergebens…in Annabelle entwickelt die Puppe ein brutales Eigenleben.
John Form hat das perfekte Geschenk für seine schwangere Frau Mia gefunden – eine schöne, seltene Puppe im Vintage-Stil, bekleidet mit einem schneeweißen Hochzeitskleid. Aber Mias Freude an Annabelle hält nicht lange an. In einer schrecklichen Nacht dringen Mitglieder eines satanischen Kultes in ihr Haus ein und greifen das Paar an. Terror und Blutspritzer sind nicht das einzige, das sie zurücklassen. Die Satanisten beschwören ein Wesen, das so viel bösartiger ist als alles, was sie selbst tun und das sich ein teuflisches Medium sucht … Annabelle.
eine kritik von dicker hund:

Bei "Annabel" von 2014 handelt es sich um ein Spin-Off von James Wans "The Conjuring" aus dem Vorjahr. Die Regie übernahm John R. Leonetti, der schon erprobt darin war, Fortsetzungen zu suboptimalen Vorlagen zu kreieren. Wer erinnert sich gerne an "The Butterfly Effect 2" oder "Mortal Kombat 2"?

Eben: keiner, und das ist kein gutes Omen.

Genausowenig vielversprechend ist das Protagonistenpaar einzustufen. Da hätten wir Mia, die häusliche, schwangere Puppensammlerin, und ihren Mann John, der bevorzugt zum weißen Hemd die Krawatte und das Sacko in brauner Farbe trägt. Man könnte fast meinen, in diesem Aufzug wolle er sich auf Rekrutierungstour für die Zeugen Jehovas begeben. Der Begriff "konservativ" ist für diese Eheleute grob untertrieben. Derart spießige Charaktere hätten die meisten Zuschauer schon in den 50er Jahren als Karikatur empfunden. Sie winden sich in ihren Groschenromandialogen mit niedrigschwelligen Harmlos-Konflikten und lullen kräftig ein. Wenn dann die erste ruppige Eskalation vonstattengeht, bietet das einen punktuell recht deftigen Kontrast, der viel verspricht.

Nur leider pendelt die Dramaturgie dann wieder in ihren Urzustand zurück, verdammt dazu, das einmal gesetzte Härteniveau nie mehr zu erreichen (Gewalt 3/10). Fatalerweise muss man die werdenden Eltern nun noch ausgiebiger kennenlernen. Mia verdient sich das Mutterkreuz in der Küche und mit dem Kinderkriegen. Da fehlt natürlich noch das dritte "K" für "Kirche": Und wie zur Bestätigung solchen Hohns kann tatsächlich noch Tony Amendola als Priester mit seinen frommen Sprüchen den Plot in die Länge ziehen. Da ist eigentlich schon Schluss mit lustig (Humor 1/10). Im Nachgang versucht Leonetti mit Gähn-Garanten wie den von Geisterhand anspringenden Elektrogeräten zu erschrecken, die eigentlich ausgeschaltet sein müssten. Viel gruseliger erscheint da der Umstand, dass eine Frau unter 70 das Lieblingshobby "Nähen" hat:

"Aber das ist doch verrückt!"

- "Verrückte Menschen machen verrückte Dinge."

Tja - und unfähige Schauspieler liefern peinliche Leistungen ab. Ward Horton (kleine Rolle im "Wolf of Wall Street") verpasst John einen immerwährenden Dackel-Blick, der mit Nachdruck danach verlangt, mit einem gezielten Fausthieb entkrampft zu werden. Stattdessen erhält er mit Annabelle Wallis (zuletzt in "Die Mumie" zu sehen) eine gelangweilte Gefährtin, die womöglich das mangelnde Charisma der Mia allzu tiefschürfend erkannt und ihre Performance angepasst hat. Wer will so einem ideenlosen Gender-Stereotyp schon eine Seele einhauchen?

Immerhin: Nach 30 Minuten werden schließlich doch noch Schocks aufgefahren, zwar mit der Pipette dosiert, aber ab und zu zielführend (Horror 5/10). Wenn die Set-Designer dürfen, erhalten sie die seltene Gelegenheit, die durchaus inspirierten Retro-Wohnräume um unheimliche Flure und wahnsinnige Verunreinigungen zu ergänzen, was gar nicht mal übel aussieht. Eine einzige Verfolgungssequenz lässt für die Kamera außerdem die eine oder andere annehmbare Einstellung zu. Dazu ertönt ein krächzender Score, der bei dämonischer Präsenz in Ordnung geht, nur zu gewöhnlich ist, um die ansonsten schlecht brennbare Erzähl-Substanz ausreichend anzufeuern. 

Diese würgt selbst die Höhepunkte dieses Okkulthorrors auf wenig mehr als pures Mittelmaß ab, und das obendrein in Disziplinen, in denen der geneigte Fan schon viel besseres gesehen hat. Dabei hätte die Puppe aus "The Conjuring" doch Potential gehabt! Die dort einschlägigen Szenen hätte man hier prima implementieren können, Leonetti beließ es aber leichtfertig bei einer kurzen Ansicht der Glasvitrine. Das Design des titelgebenden Spielzeugs auf dem Cover schreit förmlich nach schrillen Modellierungen wie in "Child's Play", versumpft hingegen in einem austauschbaren Stillleben noch unter der Messlatte von "Puppet Master". Anstelle der eben nicht kreischenden Puppe ohne die schmerzlich vermissten, entgleisenden Gesichtszüge transportiert eine völlig andere Erscheinung die erforderliche Bewegung in die übernatürliche Bedrohung hinein. Hierzu wurde auf CGI zurückgegriffen, die nicht nur technisch mangelhaft, sondern auch optisch inkompatibel zu der in der Vergangenheit verorteten Szenerie sind, die ja klassisch aussehen will. Wäre doch wenigstens am Ende der Bogen zum Herkunftsfilm gespannt worden, hätte das ja noch versöhnlich stimmen können. Geradezu fassungslos macht hingegen der in seinen hanebüchenen Abläufen nicht ansatzweise nachvollziehbare und inkonsequent ausgespielte Showdown, der jene letzte Chance mit ärgerlicher Patzer-Kontinuität verstreichen lässt. Insbesondere das Timing der schwachbrüstigen Erschreckerlis lässt jedes atmosphärische Rhythmusgefühl vermissen.

Wer eine teuflische Geschichte um Nachwuchs eines gestressten Paares sehen möchte, wird mit dem satte vier Dekaden älteren "Rosemaries Baby" um Längen kompromissloser, kompetenter und vernichtenderweise auch "moderner" unterhalten. Mia Farrow war nicht nur reflektierter als ihre blasse, ungeschickt auf das Vorbild verweisende Vornamensvetterin, sie hatte auch definitiv mehr Sex (1/10). Kaum zu glauben, betrachtet man mal das Bild der Hauptdarstellerin in der OFDB. "Annabelle" hat einige wenige interessante Einzelszenen zu bieten, in denen Schauplatz, Vertonung und die hässliche Fratze des "Bösen" zueinanderfinden. Die beschriebene Liaison bleibt leider nicht konstant, so dass diese spärlich gesähten Stärken für sich stehen und im Schweiße ihres puppenhaften Angesichts versuchen, den Finger des maulig werdenden Nerds vom Ausschaltknopf fernzuhalten. Dafür gibt es 4/10 Punkten, was für Amateurproduktionen noch eine akzeptable Größe sein mag, im Mainstreambereich allerdings schon bemerkenswert schwach ist. Angemessen erscheint indes die eingeschränkte Jugendfreigabe der FSK.

4/10
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Kommentare

25.09.2017 09:36 Uhr - NoCutsPlease
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Wuffi kläfft erbost, aber es liest sich trotzdem wie ein Gedicht. :)

Ich kann die unterdurchschnittliche Wertung gut verstehen. Für mich ersäuft der Streifen auch im Meer der Mittelmäßigkeit und schafft es nur gelegentlich den Kopf aus den Wellen zu heben. Die Horrorkomponente ist da wahrlich noch der gelungenste Aspekt, die allgemeine Umsetzung überwiegend dürftig.

25.09.2017 14:16 Uhr - TheRealAsh
3x
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stimme dir völlig zu, der hat bei mir auch null gezündet, schrecklich enttäuschend

26.09.2017 11:17 Uhr - leichenwurm
1x
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Jupp... kann ich mich nur anschließen. Öde bis ins Mark das Teil. Würd sogar noch nen Pünktchen abziehen... ! Ähnlich ärgerlicher Rohrkrepierer wie der erste "Ouija", den ich letztens ertragen musste ;-)) !

26.09.2017 16:04 Uhr - naSum
1x
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Kräftiger Biss in die untere Hoden...äähm Hosenregion, des klingelnden Zeugen Jehowas. Da ich mich köstlich amüsiert habe (Humor 10/10), solltest du mehr Zerfleischungen aus dem Mainstreambereich konsumieren. Das ist auch positiv für die Figur, da sie nicht nur von den Weight Watchers, sondern auch von dir weniger Punkte bekommen.

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