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Punisher77
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Nackt und zerfleischt

(Cannibal Holocaust)
Herstellungsland:Italien, Kolumbien (1980)
Standard-Freigabe:FSK 18
Genre:Horror, Splatter
Alternativtitel:Nackt und Zerfleischt - Ruggero Deodato's Cannibal Holocaust
Ruggero Deodato's Cannibal Holocaust
Cannibal Massaker
Cannibale Omega
Holocausto Canibal
Jungle Holocaust
Letzten Kannibalen, Die

Bewertung unserer Besucher:
Note: 7,42 (149 Stimmen) Details
inhalt:
Ein TV-Reporterteam hat sich in die "Grüne Hölle" gewagt, um möglichst sensationelle Bilder von den dort lebenden Kannibalenstämmen einzufangen. Ihre Expedition wird zu einer Abfolge schreckerregender tödlicher Erlebnisse, in deren Verlauf die Team-Mitglieder sich zu Brutalitäten hinreißen lassen, die den Eingeborenen nicht nachstehen. Schließlich kommt es zu einer letzten Auseinandersetzung zwischen den Eindringlingen und den Indios...
Diese Kritik enthält Informationen über den späteren Handlungsverlauf der Geschichte.
eine kritik von punisher77:

                                                  CANNIBAL HOLOCAUST

Ruggero Deodatos Kannibalenschocker Cannibal Holocaust (1980), der in Deutschland unter dem Titel Nackt Und Zerfleischt erschien, gehört zu den umstrittensten Filmen des Horrorgenres. Fans des Films feiern ihn als einsamen Höhepunkt der Kannibalenwelle, der nicht nur auf Sex und Gewalt setzt, sondern auch eine sozialkritische Komponente und eine innovative Inszenierung vorweisen kann, während Kritiker des Films und eine Armee von Jugendschützern Ruggeros Film als eines der übelsten und menschenverachtensten Werke bezeichnen, die je auf Film gebannt wurden. In Ländern auf aller Welt war Cannibal Holocaust von Schnitten, Indizierungen und Verboten betroffen. In Deutschland wurde Cannibal Holocaust bundesweit beschlagnahmt – und im Gegensatz zu einstmals beschlagnahmten Genreklassikern wie Blutgericht In Texas (1974) und Tanz Der Teufel (1982) sieht es nicht danach aus, dass der Kannibalenfilm in naher Zukunft rehabilitiert wird. Im Ausland dagegen wird Cannibal Holocaust in unterschiedlichsten Editionen regelmäßig neu aufgelegt.

Eigentlich wollte Ruggero Deodato nach Mondo Cannibale Teil 2 – Der Vogelmensch (1977) keinen weiteren Kannibalenfilm mehr drehen, doch als der Regisseur von deutschen Produzenten kontaktiert wurde, die ihn um einen Film im Stil von Mondo Cannibale Teil 2 baten, änderte Deodato seine Meinung, zumal er ein persönliches Anliegen hatte, das er mit diesem Film ansprechen konnte. Den Regisseur störte die mediale Berichterstattung über die Roten Brigaden; hierbei handelt es sich um eine kommunistische italienische Untergrundorganisation, die zwischen 1970 und 1988 Banküberfälle, Entführungen und 73 Morde verübte. Deodato zufolge konzentrierte sich die italienischen Medien zu sehr auf Gewalttaten und überschritten dabei so manche ethische Grenze. Und genau diesen Missstand wollte Ruggero Deodato mit seinem nächsten Kannibalenfilm anprangern.

Das Drehbuch zu Cannibal Holocaust wurde von Gianfranco Clerici verfasst, der an den Drehbüchern zu den Lucio Fulci-Streifen Don´t Torture A Duckling (1972) und Der New York Ripper (1982) beteiligt war. Das Budget des Films betrug 100.000 Dollar. Gedreht wurde neun Wochen lang in Kolumbien mit einer relativ überschaubaren Crew von 15 Leuten. Vor Ort griff man noch auf einheimische Helfer und Statisten zurück. Zur Besetzung gehörten Robert Kerman, der eigentlich Pornofilmstar (!) war, aber auch in italienischer Genreware wie Airport 80 – Die Concorde (1979), Lebendig Gefressen (1980) und Die Rache Der Kannibalen (1981) zu sehen war. Mit ihm standen Luca Barbareschi (The International, 2008), Francesca Ciardi (Höllentrip Ins Jenseits, 1980) und Carl G. Yorke (Die Killerhand, 1999) vor der Kamera. Yorke stieß erst zwei Wochen nach Drehbeginn zum Team, um den Schauspieler zu ersetzen, der ursprünglich für seine Rolle vorgesehen war. Yorke kannte das Drehbuch nicht und war der einzige, der nicht wusste, auf was er sich da einließ. Seine späte Ankunft hatte jedoch keinen Einfluss auf den Drehplan. Bereits gedrehte Szenen wurden nicht durch neues Material mit Yorke ergänzt, weshalb er in einigen Sequenzen fehlt. Die Dreharbeiten erwiesen sich für alle Beteiligten als äußerst strapaziös. Der Dschungel wimmelte nur so von Schlangen, bis zu den Drehorten mussten kilometerlange Wege zurückgelegt werden und auch zwischen Ruggero Deodato und seinen Schauspielern kam es immer wieder zu Spannungen. Als der Film dann fertig war und seine Premiere feierte, löste Cannibal Holocaust sogleich heftige Kontroversen aus, die weit über das hinausgingen, womit Ruggero Deodato gerechnet hatte …

Eine Gruppe von Dokumentarfilmern unter der Leitung von Alan Yates (Carl G. Yorke) reist an den Amazonas, um einen Film über Kannibalen zu drehen. Als die Gruppe längere Zeit nichts von sich hören lässt, reist der Anthropologieprofessor Harold Monroe (Robert Kerman) hinterher, um nach den Verschollenen zu suchen. Im Dschungel trifft Monroe tatsächlich Kannibalen, aber von dem Drehteam sind nur noch modrige Gerippe übrig. Aber es gelingt Monroe die Filmaufnahmen zu retten, die Yates und seine Leute gemacht haben. Was Monroe und ein paar TV-Produzenten später in diesen Filmen zu sehen bekommen, lässt ihnen das Blut in den Adern gefrieren …

Es dürfte wohl kaum ein Genre geben, das so von Schund, der sich hauptsächlich über seine Shock Values definiert, dominiert wird wie der Kannibalenfilm. Selbst der eingefleischteste Liebhaber dieser kurzlebigen Filmwelle wird wahrscheinlich zugeben, dass man sich Filme wie Lebendig Gefressen (1980), Cannibal Terror (1980), Jungfrau Unter Kannibalen (1980) oder Die Rache Der Kannibalen (1981) nicht ansieht, um komplex-spannende Plots, virtuose Inszenierungen von Meisterregisseuren oder brillante schauspielerische Leistungen serviert zu bekommen. Ich selbst bin da keine Ausnahme, da ich mir Filme wie die oben genannten auch hauptsächlich aus Neugier (oder meinetwegen auch Sensationslust) angesehen habe und ich mir auch gerne mal bewusst Filme anschaue, die die oben genannten Qualitätsmerkmale vermissen lassen. Diese Erläuterung soll nur unterstreichen, wie sehr Cannibal Holocaust seine Konkurrenten überragt und ja, auch für mich ist Deodatos Streifen der einsame Höhepunkt des Kannibalenfilms.

Im Gegensatz zu den meisten anderen Genreproduktionen erzählt Cannibal Holocaust tatsächlich eine spannende, durchaus interessante Geschichte. Hier geht es nicht einfach nur darum, möglichst schnell zu zeigen, wie Mitglieder der „zivilisierten“ Welt von „primitiven“ Menschenfressern abgeschlachtet und verspeist werden, auch wenn der Film weit davon entfernt ist, mit schockierender Gewalt zu geizen. Auch inszenatorisch ist Cannibal Holocaust, vor allem wenn man bedenkt, dass er 1979 gedreht wurde, äußerst raffiniert und innovativ. Nachdem die erste Hälfte des Films konventionell erzählt/inszeniert wurde, bekommt man in der zweiten Hälfte die geborgenen Filmaufnahmen zu sehen, die Deodato auch im Stil einer echten Dokumentation gedreht hat. Hier verwendete der italienische Regisseur 16mm Filmmaterial und arbeitete mit Bildfehlern, Kratzern etc., so dass man als Zuschauer das Gefühl bekommt, echte Dokumentarfilme zu sehen. Streng genommen nahm Ruggero Deodato mit Cannibal Holocaust das Blair Witch Project (1999) und das Found Footage-Genre vorweg. Allein deshalb ist Cannibal Holocaust den anderen Filmen des Genres haushoch überlegen.

Und auch die sozialkritische Komponente des Films macht Cannibal Holocaust deutlich interessanter als all die anderen Menschenfleischfresserfilme, auch wenn diese Komponente ein zweischneidiges Schwert ist. Deodatos Anliegen war es, die sensationslüsterne Berichterstattung der italienischen Medien aufs Korn zu nehmen und das ist ihm in der zweiten Filmhälfte – über weite Strecken – auch gelungen. Dies wird besonders an der Figur des von Carl G. Yorke überzeugend gespielten Teamleiters Alan Yates deutlich, der für eine Sensation buchstäblich über Leichen geht. Schon als seiner Partnerin eine giftige Spinne über den Körper krabbelt, ist er eher an einer „guten“ Aufnahme interessiert und weniger an ihrem Wohlergehen. Und Yates´ Sensationslust steigert sich mit jeder weiteren Minute und gipfelt in weiteren schockierenden Szenen – so schreckt Yates auch nicht davor zurück, seine eigene „Sensation“ zu kreieren, da er das, was er will, partout nicht in der Realität zu sehen bekommt – ein weiterer Seitenhieb auf die sensationslüsterne Presse. Wie weit die Menschenverachtung des „Dokumentarfilmers“ geht, zeigt auch die Szene, in der er zunächst grinsend die gepfählte Frau (Das wohl ikonischste Motiv des Films, das auf zahlreichen DVD-Covern, T-Shirts, Postern etc. Verbreitung fand) betrachtet und von einer Sekunde zur anderen Bestürzung heuchelt, nachdem man ihn darauf aufmerksam gemacht hat, dass die Kamera läuft. Aber auch der Zuschauer wird zum Teil von Deodatos Medienkritik. Durch einen interessanten inszenatorischen Trick wird der Zuschauer selbst zum Kameramann, der begierig das Objektiv auf eine ungeheuerliche Gräueltat richtet, womit Deodato auch den Voyeurismus der Zuschauer anprangert – gäbe es kein Publikum für Yates´ reißerisches, blutrünstiges Material, so gäbe es dieses auch nicht. Cannibal Holocaust ist geradezu gespickt mit solchen Spitzen und das hebt den Film auf eine völlig andere Qualitätsstufe als die anderen Kannibalenfilme.

Auch über die Medienkritik hinaus zeigt Cannibal Holocaust, dass es nur ein kleiner Schritt vom vermeintlich zivilisierten Mensch bis hin zur Bestie ist. Die Kannibalen haben grausame Rituale, aber sie sind nicht die eigentlichen Schurken des Films – auch das ist ein Unterschied im Vergleich zu vielen anderen Kannibalenfilmen; diese hier rächen sich erst grausam, nachdem Yates und sein Team unter ihnen gewütet und sich in einen regelrechten Blutrausch gesteigert haben.

Manche Kritiker gingen sogar noch weiter und wollten in einer der prägnantesten Szenen des Films, in der Mitglieder des Kannibalenstamms in eine Hütte getrieben werden, die anschließend angezündet wird, eine Anspielung auf Verbrechen erkannt haben, die während des Nationalsozialismus begangen wurden, da es häufig vorkam, dass Menschen, die nicht ins Schema der Nazis passten, in Gebäuden zusammengetrieben wurden, die man anschließend anzündete. Außerdem gibt es Fans und Kritiker, die in dieser Szene Anspielungen auf die während des Vietnamkriegs begangenen Verbrechen der US-Armee sehen. Ob Deodato all das im Sinn hatte, als er Cannibal Holocaust drehte, ist allerdings fraglich und ob man diese Deutung mittragen will, muss jeder Zuschauer für sich selbst entscheiden.

Getragen wird Cannibal Holocaust von Darstellern, die zwar allesamt keinen Oscar verdienen, sich aber zum Großteil angenehm von den Nullgesichtern abheben, die den Kannibalenfilm häufig bevölkern. Besonders hervorgehoben werden müssen Robert Kerman und der bereits erwähnte Carl G. Yorke. Yorke verfügt über ein natürliches Charisma und man kann gut nachvollziehen, warum sein Filmteam ihm bis zum bitteren Ende folgt. Außerdem verkörpert er die Hybris des Regisseurs auf der Suche nach der ultimativen Sensation recht überzeugend. Robert Kerman stellt als Professor Monroe den Gegenpol zu Yorkes Alan Yates dar. Auch wenn Kerman ebenfalls kein großer Schauspieler ist, strahlt er doch die Würde aus, die viele Menschen mit dem Titel „Professor“ verbinden und spielt glaubwürdig den kritischen Geist des Films.

Ist Cannibal Holocaust dank all dieser positiven Aspekte ein Kannibalenfilm, den man jedem Filmfan uneingeschränkt empfehlen kann, solange er etliche äußerst brutale und zudem realistisch anmutende Gewaltszenen (wie z.B. die bereits erwähnten Rituale oder die Zerhackstückelung eines Mitglieds der Filmcrew) verträgt?

Bei all den durchaus vorhandenen Qualitäten des Films muss man diese Frage trotzdem mit einem „Nein“ beantworten, denn – selbst wenn viele (Horror)Filmfans es wahrscheinlich nicht mehr hören können – auch Cannibal Holocaust enthält Tiersnuff, wodurch sich der Film ein gutes Stück weit diskreditiert und äußerst zwiespältig erscheint. Natürlich brachte auch Ruggero Deodato das übliche Argument, dass die Tiere nach ihrer Schlachtung (z.B. von den Eingeborenen) verzehrt wurden und sie deshalb ohnehin gestorben wären. Trotzdem ist es nach wie vor verachtenswert, wenn Tiere zu Unterhaltungszwecken – z.B. für einen Film – vor laufender Kamera ermordet werden. Vor allem, wenn es z.T. so unnötig ist, wie hier. So rückt ziemlich zu Beginn des Films ein Darsteller mit einem Nasenbären an, verkündet, dass dieser eine Mahlzeit abgeben würde, und schlitzt ihn grausam auf. War dieser Tiermord wirklich nötig? Hätte der Verweis auf das Essen und ein erlösender Cut auf die nächste Szene nicht ausgereicht? Und warum muss man ausgerechnet ein wehrloses Schweinchen erschießen, nur um die Menschenverachtung des Filmteams unter Beweis zu stellen? Wer bis zu dieser Szene noch nicht begriffen hat, dass Yates und sein Haufen üble Gesellen sind, dem ist auch nicht mehr zu helfen.

Am Widerwärtigsten ist jedoch die Ermordung der Schildkröte, zumal Deodato (nicht nur) hier sein Anliegen der Medienkritik selbst torpediert. Das Tier hat zwar „noch Glück im Unglück“, da man ihm sofort den Kopf abschneidet, so dass es nicht lange leiden muss, aber die anschließende Entweidung des Tiers ist trotzdem kaum zu ertragen, da die Reflexe der Schildkröte noch funktionieren und ihre Gliedmaßen zucken. Und hier tut Ruggero Deodato das, was er eigentlich kritisieren wollte. Indem er die Ermordung und Ausweidung der Schildkröte in quälende Länge zieht und dank zahlreicher Großaufnahmen unerträglich macht, tut der Regisseur genau das, was er der italienischen Presse vorgeworfen hat – er konzentriert sich auf das Auswalzen von Verbrechen und Gewalttaten und bedient damit den Voyeurismus der Zuschauer. Dies gilt auch für andere langgezogene, hauptsächlich gegen Frauen gerichtete Gewaltszenen, was Deodatos kritische Message nicht immer glaubwürdig erscheinen lässt – auch Professor Monroes letzte Bemerkung im Film wirkt etwas aufgesetzt und kommt ein wenig mit der moralischen Abrissbirne daherkommt, damit auch der unbedarfteste Zuschauer merkt, was Ruggero Deodato aussagen wollte.

Was bei der (berechtigten) Tiersnuff-Diskussion etwas untergeht ist, dass in Cannibal Holocaust auch echte Hinrichtungen zu sehen sind. Freilich wurden für Deodatos Film – auch wenn dem Regisseur genau dieser Vorwurf gemacht wurde, weshalb er sich auch vor Gericht verantworten musste – keine Menschen getötet, aber die „The Last Road To Hell“-Sequenz, die eine von Alan Yates´ früheren Arbeiten darstellen soll, enthält Material von echten Erschießungen. Diese unterscheiden sich von den neu gedrehten Szenen, die Deodato der Sequenz beifügte, durch eine wesentlich schlechtere Bildqualität und wurden angeblich von Deodato in Nigeria gekauft. Die Verwendung dieses authentischen Materials soll eine Anspielung auf den Mondo-Film-Regisseur Gualtiero Jacopetti (Mondo Cane, 1962) sein, von dem es u.a. heißt, er habe die afrikanische Truppe des deutschen Söldners „Kongo-Müller“ durch „Alkoholspenden“ dazu gebracht haben, Delinquenten so zu erschießen, dass er gutes Material für seine Shockumentaries bekäme. Auch wenn Deodatos Absicht eine kritische gewesen sein soll, ist die Verwendung echter Hinrichtungsszenen mehr als grenzwertig. Schließlich dienen diese Sequenzen nicht der Aufklärung, sondern werden lediglich dazu verwendet, um zu zeigen, was für ein Badass Alan Yates als Dokumentarfilmer ist – mit anderen Worten: Hier wird lediglich auf den reinen (Schock)Effekt gesetzt.

Cannibal Holocaust ist sicherlich der beste Kannibalenfilm, den es gibt und auch innerhalb der Geschichte des Horrorfilms ist er ohne Frage ein einflussreicher, bedeutender und innovativer Meilenstein, der Maßstäbe gesetzt und so manch nachfolgenden Regisseur beeinflusst hat. Nichtsdestotrotz weist der Film auch abstoßende, fragwürdige Elemente (Tiersnuff, Material von echten Erschießungen, die Inkonsequenz hinsichtlich medialer Gewalt) auf, die es erschweren, den Film uneingeschränkt zu empfehlen. Ein bedeutender Film ist Cannibal Holocaust dennoch und Ruggero Deodatos Schlüsselfilm ist er ebenfalls.

8/10
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Kommentare

18.09.2017 18:29 Uhr - naSum
4x
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Du triffst sowohl den Geist des Filmes, die zwiespältigen Kritiken, als auch meine Meinung zu 100 % . Mit der sozialkritischen Analyse, sowie dem sauber herausgearbeiteten Aspekt der zynischen Doppelzüngigkeit bezüglich der Aussage des Filmes und den Tiersnuff Verfehlungen, prangerst du den hohen Status dieses Filmes zu Recht an! Die Fleißarbeit hinter diesem schriftlichen Erguss ist unverkennbar.

18.09.2017 18:55 Uhr - Ghostfacelooker
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Du machst es selbst einem Zombie und Kannibalenverachtenden Filmkenner wie mir schmackhaft, wenigstens durch dein Werk dem Film einen Hauch einer Chance geben zu können, auch wenn dies mir schon mit Eli Roth schwerfiel. KompliMentos-the Freshwriter^^^^

18.09.2017 19:42 Uhr - TheRealAsh
4x
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eieiei, heute gehts aber brutal zu. Dein ultrainformatives Review ist mal wieder 1A-Punisher-Arbeit und umfasst so ziemlich alles wissenswerte und darüber hinaus. Deine Wertung ist für mich perfekt, da das Ding einfach problematisch bleibt.

Ich selbst bin mir immer auch nicht ganz sicher. Deodatos Herkunft aus dem Neorealismus ist da sicher stilprägend (er war immerhin Regieassistent bei Rossellini). Mit dem Film hat er den Bogen sicher bewusst völlig überspannt.

Ich finde ja sogar den ansonsten genial-süßlich-romantischen Riz-Ortolani-Soundtrack irgendwie eklig, wenn diese elektronischen Schläge reinkommen. Wirklich einer der seltsamsten und gleichzeitig faszinierendsten Filme, die ich kenne.

18.09.2017 20:07 Uhr - JasonXtreme
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Da bleiben nur 10/10 für die Rezi. Ein whrlich widerlicher Film, der genau daraus seine Faszination zieht. Den Tiersnuff klammere ich aus, die Tiere sind leider tot, aber immerhin schon über 40 Jahre. Der von RealAsh angesprochene OST haut nochmal einen aufs Mett, wenn man bedenkt, was man hier zu sehen bekommt. Der eine Trailer der nur Filmszenen mit dem Schnulzensong bringt, sagt genau aus was der Film will. Der einzig wahre Kannibalenfilm bzw. Bestie Mensch Film

18.09.2017 20:40 Uhr - dicker Hund
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Ausgezeichnete Rezi zu einem berüchtigten Film, der bei mir nicht sonderlich gut funktioniert hat. Gerade der "found footage"-Aspekt ging mir gehörig auf den Zeiger. Irgendwann gebe ich dem aber noch mal eine Chance, ohne große Erwartungen...

18.09.2017 23:51 Uhr - Cobretti
2x
Entweder man liebt oder hasst ihn, da gibt es nichts dazwischen!
Deodato war letztens auf der Filmbörse in Neuss, habe mir eine signatur geben lassen. Laut dem Deutschen AK auf der XT Blu ray, hat sich der Film laut Deodato zufällig in richtung medienkritik entwickelt (angesprochen wurde da ein altes interwiev mit Troma chef Kaufman)! Entweder der Mann hat demenz oder aber er labert nur des laberns willen lustige sachen, wie zb die "Tiere wurden eh gegessen"! Bin mir sicher da wurde garnichts gegessen, nur mittel zum zweck. Trotzdem ist er DER Kultfilm schlechthin, ein wegweisender Klassiker, aktuell wie eh und je...Liebe ihn!
Ps: Was habe ich da eben über den "Kongo-Müller" gelesen??? WTF

Super Informative rezi Punisher!!!

19.09.2017 10:58 Uhr - leichenwurm
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Eigentlich müsste man das Teil aufgrund der "Tiersnuff"-Szenen boykottieren. Leider ist Deodatos Film-Monstrum viel zu eindrucksvoll, als das man ihn aufgrund dieser Tatsache verdammt. Ein unglaublich rabiater Hassbatzen von einem Film, der wutschnaubend anprangert. Und auch wenn er in der Wahl seiner Mittel etwas übers Ziel hinaus schiesst... er ist und bleibt auf seine Weise ein Meisterwerk. Geniales Review Punisher !

19.09.2017 11:30 Uhr - NoCutsPlease
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Einer der Filme, die man sich aufgrund ihres berüchtigten Rufes geradezu zwangsläufig irgendwann mal ansieht und einer der Titel, der wohl am schwersten aus der 131er Ecke herauszukriegen sein wird.
Die Punisher-Reviews lese ich auch geradezu zwangsläufig, da sie mich einfach immer wieder überzeugen!

19.09.2017 12:21 Uhr - leichenwurm
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Ach ja... fällt mir Grad noch ein: Angeblich hat ja sogar Regie Legende Sergio Leone, nachdem er "Cannibal Holocaust" gesehen hatte, in einem Brief Deodato prophezeit damit Probleme überall auf der Welt zu bekommen... ! Sollte er woll recht mit behalten... ;-) !

19.09.2017 15:03 Uhr - Punisher77
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Vielen Dank für die tolle, zahlreiche Resonanz, die ich von Euch bekommen habe :-). Habe mich sehr über Eure lobenden Kommentare gefreut.

An diesem Film werden sich auch in weiteren 40 Jahren noch die Geister scheiden und der Tiersnuff-Aspekt wird auch in Zukunft noch eine Rolle spielen. Allein deshalb wird es - wie NoCutsPlease schon sagte - wohl äußerst schwer, wenn nicht gar unmöglich, diesen Film aus der 131er-Ecke zu bekommen und uncut zu veröffentlichen.

@Cobretti:
Laut "Wikipedia" wurde damals behauptet, dass Regisseur Jacopetti afrikanische Truppen des deutschen Söldners "Kongo-Müller" mit Alkohol bestochen habe, damit sie Gefangene "kameragerecht" erschießen. Der Regisseur landete auch vor Gericht, stritt jedoch alles ab und wurde letztlich freigesprochen. Trotzdem bekam er ein Einreiseverbot in die Länder der damaligen "Dritten Welt".
Im "Wikipedia"-Text zu "Africa Addio" steht zudem, dass Jacopetti aufgrund einer Szene, die die Erschießung eines schwarzen Jungen zeigt, in Italien wegen Beihilfe zur vorsätzlichen Tötung vor Gericht gestellt wurde. Der Regisseur wurde jedoch freigesprochen.




19.09.2017 17:18 Uhr - Taran
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Ich konnte mit dem Genre und auch seinem Klassiker nicht warmwerden, trotzdem grandiose Rezi, vor allem weil sie beide Seiten der Medaille aufzeichnet.
Ich merke, daß ich hier im Review-Bereich viel öfter vorbeischauen sollte...

19.09.2017 21:19 Uhr - Dissection78
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Exzellent und absolut nachvollziehbar, Mister Castle. Die Zweischneidigkeit hast Du gut herausgearbeitet. Für mich fiel "Cannibal Holocaust" immer selbst der Sensationslust, die er anprangern wollte, anheim. Trotzdem ein guter Film und meinem Gefühl nach der beste Kannibalenstreifen. Gemessen an solcher Ultrastümperschiete wie "Cannibal Terror", "Jungfrau unter Kannibalen", "Mondo Cannibale 3" oder "Todesschrei der Kannibalen" ist er in der Tat ein Meisterwerk.
Den Titel habe ich mal abgeändert, weil "Cannibal Massaker" kein Bestandteil des offiziellen deutschen Kinotitels war und weil dieses englisch-deutsche Kauderwelsch total unästhetisch wirkt :)

20.09.2017 16:18 Uhr - Necron
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Interessante wie umfangreiche Review. Und vor allem schön fair. Über den Film lese ich immer gerne etwas, da die hier gerade sehr umfangreich beleuchteten Tier Snuff Szenen, sind für mich der einzige Grund den Film auszulassen. Nicht aufgrund politischer Agenda oder aus Empörung oder sowas. Mein Magen ist dafür einfach nicht stählern genug. Masken und Effekte gerne, aber in echt muss nicht sein. Naja, dafür kenne ich wenigstens als Trostpflaster "The Green Inferno" und Ruggero Deodato als Gastauftritt-Kannibale in Hostel 2. ;)

Loser Gedankengang: Wäre der Film auch so ein verruchter Meilenstein des Genre ohne die Tier Snuff Szenen?
Nur mal so laut gedacht...

20.09.2017 22:25 Uhr - Punisher77
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Erfahrungspunkte von Punisher77 2.233
Vielen Dank, Leute!

@Dissection:
"Cannibal Massaker" ist tatsächlich ein furchtbarer Titel...

@Necron:
Die Frage habe ich mir auch schon oft gestellt...und ob der Film die gleiche oder eine andere Wirkung erzielen würde ohne den Tiersnuff. Aber das können nur die Besitzer der "Animal Cruelty Free"-Fassung beurteilen.

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