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kokoloko
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Eintrag: 26.09.2017

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Nerve

Herstellungsland:USA (2016)
Standard-Freigabe:FSK 12
Genre:Thriller

Bewertung unserer Besucher:
Note: 8,33 (9 Stimmen) Details
inhalt:
Bist du Player oder Watcher? Auf Vees (Emma Roberts) Highschool gibt es so gut wie kein anderes Gesprächsthema mehr als die immer riskanter werdenden Challenges, die das illegale Online-Game „Nerve" seinen Spielern stellt. Um einmal so wie ihre Freundin Sydney im Mittelpunkt zu stehen meldet sich die eher schüchterne Vee kurzentschlossen selbst bei „Nerve“ an. Angetrieben vom Kick des Verbotenen bricht Vee mit ihrem ebenso attraktiven wie mysteriösen neuen Game-Partner Ian (Dave Franco) schnell alle Tabus: keine Challenge ist ihnen zu riskant. Über Nacht werden Vee und Ian die Sensation des immer gefährlicher werdenden Spiels! Doch als Vee herausfindet, dass ihre gesamten Social Media Accounts gehackt wurden, und versucht, aus dem Spiel wieder auszusteigen, muss sie feststellen, dass es dafür längst zu spät ist…
eine kritik von kokoloko:

Herzlich willkommen, werte Leserinnen und Leser, bei Kokos Teenie-Special: Denn in letzter Zeit gab es für mich zwei Filme mit jüngeren Protagonisten/innen(gruppen) zu sehen, die unterschiedlicher nicht sein könnten - der eine wurd auf den Wunsch meiner Freundin hin ausgesucht und geguckt, der andere von mir. VIELLEICHT erratet ihr ja, welcher welcher war...

Nerve

Henry Joost, seines Zeichens scheinbar Deutscher oder zumindest in Frankfurt geboren, hat sich vor mittlerweile sieben Jahren mit dem Amerikaner Ariel Schulman zusammengetan, ihr gemeinsames Regie-Debüt "Catfish" zu schaffen - eine scheibar recht unbekannte, aber nicht schlechte Doku über Facebook, falsche Identitäten etc., der Titel gibt es ja schon vor. Hab ich noch nie von gehört bis gerade eben, ist aber scheinbar ganz schönes Foreshadowing, denn das Thema Social Media, Auswirkungen auf die Gesellschaft etc. scheint den Jungs dann ja wohl wichtig zu sein, es zwei Paranormal Activity-Teile (für mich Abschreckung pur, aber okay) und einen wohl recht ordentlichen Horrorstreifen später dann 2016 im großen Stile wieder aufzugreifen: Und mit "im großen Stile" meine ich dann auch Emma Roberts, Dave Franco, Cameos und 20 Mille Budget, aus denen optisch dann auch echt so ziemlich das Maximum rausgeholt wurde: Denn meine Güte ne, das muss man den Jungs lassen, "Nerve" sieht größtenteils schon wirklich extrem schick aus.

Die inzwischen fast schon altbewährte, aber trotzdem immer wieder reizvolle, nächtliche Neon-Ästhetik mit bunten Beleuchtungen und Großstadtfeeling, Lens Flares und Gegenlicht und expressionistisch anmutenden Farbspielereien paart sich mit einigen schönen Kamerafahrten, Plansequenzen und sonstigem Firlefanz und wenn man "Nerve" also in erster Linie für schöne Bilder sieht und das Hirn dabei ausschaltet, dann kann man das Ganze stellenweise wirklich genießen. Beim Soundtrack allerdings kann ich jetzt nur mit weinendem Auge den Sabber vom Mund der nun angefixten 80s-Retro-Synthesizer-Fanschar à la "The Demolisher", "The Guest" etc. wegwischen, zu der ich ja auch gehöre, denn während "Nerve" in einigen Momenten - und das sind die besten Films - die ersehnte Symbiose aus überzeugenden visuellen Reizen mit nem stimmigen Soundtrack gelingt und so zum audiovisuellen Gesamtgenuß wird, lauscht man eine Szene später dann ungläubig absolut unpassendem, modernen Party-Pop-Mist, der unnötig angespielt wird, nervt und genau die Sparte Film bedient, die ich in meiner Skepsis befürchtet hatte: Zielgruppenorientierte, generische und einfallslose Marktforschung mit Popmusik und Neonbildern und Social Media weil das ja in ist bei den jungen Leuten, dazu Emma Roberts und Dave Franco, passt schon.

Irgendwo zwischen den beiden Extremen eines ernsthaft ambitionierten, guten Films und genau dieser Art Mainstreamrotz hängt "Nerve" dann schlußendlich auch, teils von Szene zu Szene wandelt man auf dem schmalen Grad zwischen "Belanglos, aber verdammt cool und unterhaltsam" und "Oh nein, jetzt kommt wieder Romanze mit mülligem Soundtrack." Schuld daran ist dabei fast nie die technische oder schauspielerische Seite, denn Emma Roberts spielt in der Tat ziemlich überzeugend, sympathisch und halbwegs nachvollziehbar ihren Wandel von der Zuschauerin zum tief involvierten Mitspieler, Dave Franco passt auch in seine Rolle - aber das Script selber rast dafür einfach zu gern von einer unlogischen oder -wahrscheinlichen Reaktion in die nächste, nur um es am Ende dann völlig gegen die Wand zu fahren - in lächerlich epischer Breite wird der moralische Zeigefinger herausgeholt und auf so überspitzte Version ein so weitreichender, mangelhaft inszenierter Konflikt oder Gedankengang thematisiert und verurteilt, dass man sich fast doch schon wieder nach dem "normalen" Actionfinale à la Hollywood oder nem erzwungenen Twist sehnt, weil beides vermutlich besser wär, als sich so derart verarscht vorzukommen, den simpelsten und offensichtlichsten Sachverhalt so ungalant über den Kopf gebrettert zu bekommen.

"Nerve" hatte viel Potential, genug Möglichkeiten und vielleicht sogar einiges an Ambitionen, aber ist einfach in so einer rein werkdienlichen, unrealistischen Welt angesiedelt, die sich durch die immer wieder sehr stereotypen, langweiligen Charaktere und Entscheidungen selbst verrät, dass mir als Zuschauer jeglicher Bezug flöten geht - und dabei bin ich, rein alterstechnisch, vielleicht sogar in der Zielgruppe!

Die Idee von "schlimme Challenge" fängt hier bei "lauft in Unterwäsche durch die Stadt, hihi" an, der feingeistige Sinn für Humorist auf dem selben Level und jede zweite oder dritte Szene ist ein reines "Been there, 'dun that"-Abhaken, da man es eben mit Genretropen zu tun hat, was Charaktere, deren Entscheidungen etc. angeht. Realismus gibt es keinen zu erwarten und wäre dieses nervige, unoriginelle und dümmliche Ende nicht, oder wär die Musik dauerhaft so göttlich zu den Bildern passend und bockend, wie in den besten Szenen des Films der Fall, ich würd das Teil einfach für den audiovisuellen Rau(s)ch und kurzweiligen Unterhaltungsfaktor empfehlen - aber man muss eben schon wissen dass man es im Endeffekt doch mit einem allzu zielgruppengerechten Teenie/young adult-Film zu tun hat, der sich seinen Konventionen beugt, um eine möglichst große Zielgruppe anzusprechen.

Wer mit Mainstream-Familienmitglied nach Wahl also was gucken soll/will und Bock auf schöne Bilder hat, kann definitiv schlechtere Entscheidungen treffen, denn es gibt bei Gott ja lieblosere, langweiligere und langsamere Streifen als "Nerve", die deutlich bekannter werden - aber große Kunst sieht, abseits von Beleuchtung, Kamera und teils Schauspiel - wirklich anders aus und das Script dreht sich im Endeffekt um eine aufgepeppte Mutproben-App, die zwar zu lauter Straftaten und Unfällen in der ganzen Stadt sorgt und als virale App gilt, die aber als erste Regel besagt, der Polizei ja nichts von dem Spiel zu erklären, die kommen demnach auch nicht dahinter und sind für die Story weiter egal - klar doch. Da hatte jemand wirklich Nerven, sonen Schwachsinn ins Drehbuch zu schreiben, aber halt auch genug Kulissen und Geld und Lampen, um das wieder auszugleichen. Halbwegs.

5,5/10

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Kommentare

26.09.2017 14:08 Uhr - Ghostfacelooker
1x
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Wahnsinn dein erstes Review das ich ohne geistige Fragezeichenstellung meiner 10 Persönlichkeiten lesen kann!^^^^

26.09.2017 15:40 Uhr - TheRealAsh
1x
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Erfahrungspunkte von TheRealAsh 558
Schöne Rezi, Koko-Loco, zu einem Film, der mir jetzt Lust und Unlust zugleich macht. Schöne Atmo mit super Musik ist ja schon mal gut, aber irgendwie scheints nicht ganz zu zünden. Den Soundtrack werde ich aber mal anchecken, da mir die von "Demolisher" und "Guest" auch extrem gut gefallen:D

26.09.2017 19:38 Uhr - Necron
2x
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Erfahrungspunkte von Necron 231
Knallharte Review ;)
Ich sehe den Film etwas nachsichtiger, so das die Stärken die Schwächen überwiegen und der Film in Summe noch gut funktioniert, trotz dem z.B. harten Logik-Loch mit der App wo die Cops nichts machen...
Würde somit sogar fast auf eine 8/10 hochgehen, was "hey" sogar der Durchschnittsbewertung hier entspricht. Bei Amazon auch 4/5 Sternen mit viel Feedback.
Denke das wirkt ganz rund. :)

Und Emma Roberts fand ich sehr überzeugend, gerade wo sie sich ja eher einen knallharten BIATCH Status mit AHS Coven und Sreem Queens erarbeitet hat, hier dann mal das Kontrastprogramm.

P.S.
Für Amazon Prime Kunden gibt es den Streifen sogar kostenlos.

26.09.2017 20:47 Uhr - kokoloko
1x
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Erfahrungspunkte von kokoloko 759
Freut mich Geistergucker, bin eigentlich zumindest nicht bewusst von meinem Stil abgewichen aber umso besser^^
Danke fürs Lob jedenfalls, Ash, der Soundtrack ist wirklich ziemlich hit 'n miss und könnte filmunabhängig vielleicht auch nicht klappen. Und Necron, ja, dass der Film von der Mehrheit der Mainstreamaudience und Zielgruppe gut aufgenommen wird konnt man sich denken, für solche Maßstäbe ist er ja auch okay.

26.09.2017 21:42 Uhr - Ghostfacelooker
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^^^^^kann nur sagen das ich mich hier weniger im Lesestop befinde als bei dem Rest von dir

29.09.2017 08:40 Uhr - Rayd
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Kann eigentlich nur bei jedem Punkt inklusive Wertung zustimmen. Gute Review zu einem mittelmäßigen zum Mainstream verkommenden Film. Dann doch lieber eine Alternative wie 13 sins oder cheap Thrills. In dem Sinne: Du hast einen Sticker auf dem Helm!

29.09.2017 09:03 Uhr - Taran
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Schön wieder was von Koko zu lesen!
Da unsere Geschmäcker neben einer gewissen Schnittmenge auch einige Differenzen haben, habe ich zwischen den Zeilen doch genug positives gelesen um dem Film mal ne Chance zu geben...

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