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kokoloko
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Eintrag: 26.09.2017

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The Lost - Teenage Serial Killer

(The Lost)
Herstellungsland:USA (2005)
Standard-Freigabe:SPIO/JK geprüft: keine schwere Jugendgefährdung
Genre:Drama, Thriller
Alternativtitel:Killing Apocalypse

Bewertung unserer Besucher:
Note: 6,75 (16 Stimmen) Details
inhalt:
Als Ray Pye (Marc Senter, „Ich weiß, wer mich getötet hat“) vor einem Toilettenhäuschen im Wald der nackten Lisa (Erin Brown, „The Rage“) begegnet, ist er zunächst entzückt. Kurz nachdem er Lisa jedoch eng umschlungen mit ihrer Freundin sieht, wird Lisa erschossen und ihre Freundin Elise fällt durch eine Schussverletzung ins Koma. Vier Jahre später: Elise stirbt, und der Polizei ist längst klar, dass Ray Urheber der brutalen Morde war. Das Problem ist nur, dass die einzigen Augenzeugen eingeschüchtert schweigen. Aber der psychisch labile Ray wird, als er von der hübschen Katherine abgewiesen wird, zu neuen Untaten getrieben...
eine kritik von kokoloko:

The Lost

Hachja, Jack Ketchum - es könnte meine Psyche stellenweile erklären, zu wissen, dass ich mit so 10-12 mit der Lektüre der ersten Richard Laymon & Jack Ketchum-Bücher begonnen habe und in den folgenden Jahren/Monaten auch schnell ein Fan wurde: Und während Laymon, der bei uns ja auch im Heyne-Hardcore-Verlag erschienen ist und wohl gern Mal in gleiche Gefilde wie Ketchum geworfen wird, oft einfach das immer gleiche Buch schreibt und trotzdem gut unterhält weil die Zutaten zwar immer die gleichen sind, aber eben auch "Heiße, halbnackte Protagonistin vs. absolut perversen, gestörten Serienkiller/vergewaltiger auf mindestens 500, lieber mehr Seiten" lauten, hat Ketchum imo schon deutlich mehr literarische Klasse und ein weiteres Register an Ausdrucksmöglichkeiten, bedenke ich nur die fiebertraumhaften, unvermittelten Gewalteinlagen, Träume oder Gedankensprünge der Protagonisten, die untypischen und wiedererkennbaren, oftmals kaputten oder gestörten Verhältnisse zwischen den Charakteren und allgemein seinem verbitterten Bild der amerikanischen Gesellschaft.
 

Für ganze fünf Romanverfilmungen hat es dabei bis heute schon gereicht, mit schwankender Qualität und Schwerpunktsetzung: Sein Segment in "XX" war mysteriös und höchst atmosphärisch, nur eben leider auch zu offen und unpointiert aufgelöst, "The Woman" wird ja hochgelobt und werd ich mir nach der Lektüre der Vorlage auch geben, "Evil" ist mir zu krank und heftig, scheint eben deswegen aber auch geachtet in Genrekreisen, "Red" fand ich wirklich ergreifend, dramatisch, schön gefilmt sowie gespielt und könnte ich mir glatt nochmal geben, "der ultrakurze "Offspring" hingegen konzentriert sich mit starken Effekten und ganz guter Make-Up-Arbeit dann etwas über 70 Minuten lang nur auf Gore, Splatter, Schock und Action, klappt eben darum aber nicht und bleibt merkwürdig leer und egal, weil die poetische Erzählweise und Charakterhintergrundthematisierung des Romans in einem so kurzen B-Movie einfach nicht reingepasst hat.

"The Lost", Regiedebüt von Chris Sivertson, der zuletzt mit "All Cheerleaders die" auf sich aufmerksam gemacht hat, hatte ich dabei noch nicht gelesen, aber Ewigkeiten bei mir rumliegen und mich oftmals drum gedrückt weil ich wusste, dass es sich wohl um ein recht langes (119 Minuten), recht langsames Drama handelt, das erst im Finale dann seine Blutspritzer und Titel verdient. Also mit genau der Prämisse dann auch geguckt und genau das dann prinzipiell auch bekommen, nur eben im Jack Ketchum-Stil und da darf man auch schonmal ordentlich verstört und überrascht werden, sowohl am Anfang als auch am Ende des Films: Denn ja, der gesamte Mittelteil des Films ist eher langsam, ist eher Aufbau und character development und ja, das ist teils nicht perfekt aufgelöst oder so schnell und griffig und fies, wie es sein könnte.

Aber das sind dennoch Kritikpunkte, die "The Lost" ziemlich problemfrei überwindet bzw. wieder wettmachen kann: Einerseits durch full front nudity im ersten Shot und etwas viel heftigeres kurz danach, weil "The Lost" den Zuschauer zu Beginn mit den Charakteren zusammen an die Eier nimmt, verstört und überrascht mit exzellenter Effektarbeit sowie gnadenlosen Einstellungen und wenn man danach dann "nur" noch Auswirkungen sieht, von Ketchum gut geschriebene und im Film überzeugend dargestellte Charaktere in einem ziemlich nihilistisch-untergründigem Bild einer kaputten amerikanischen Kleinstadtjugend, ist das demnach garnicht so schlimm.
Trotzdem wäre The Lost nicht The Lost und Ketchum nicht Ketchum, wenn der Film seinen ungewöhnlichen Aufbau dann nicht aus dem nichts auf die Spitze treiben und völlig eskalieren lassen würde mit einer Geschwindigkeit, Unmittelbarkeit und Konsequenz, von der sich viele Filme eine Scheibe abschneiden können. 

Und obwohl der gesamte Cast sich eigentlich sehr gut schlägt in dem Film, ist es vor allen Dingen diese tickende Zeitbombe, dieser charismatische, leicht heiße Teenie-Soziopath, gespielt von Marc Senter, der eine extrem überzeugende, perfide und nuancierte Performance von sich gibt und es allein wert macht, den Film zu gucken.

Dass dazu dann einige schöne Bilder, Dialoge, ein exzellenter, rockiger und dreckiger Soundtrack mit wahrhaftig "coolen" Momenten - für den umso größeren Kontrast - kommen und die letzten 10-15 Minuten mit zu dem eindringlichsten und verstörendsten gehören was ich in letzer Zeit so gesehen habe, sind nur die blutgetränkten Kirschen auf dem unschuldigen Geburtstagskuchen mit der 16 drauf. - Effektives, grundböses, gelungenes Dramakino mit heftigem Terroreinschlag - also as in Home Invasion, nicht 9/11. 

Starke 8/10

8/10
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Kommentare

26.09.2017 13:06 Uhr - NoCutsPlease
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Cool, wir haben einen ähnlichen Lesegeschmack!
Trotz aller Diskussionen und Meinungsverschiedenheiten findet hier eben doch jeder irgendwann eine gemeinsame Basis. ;)
Starkes Buch, nicht ganz so starker Film. Bei 8/10 bin ich dabei.

26.09.2017 13:48 Uhr - Inferis
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Bin auch ein Ketchum Fan. The Woman solltest du dir wirklich noch anschauen, ich fand den wirklich toll, sogar ein bisschen besser als The Lost und Red. Bei Evil reicht es wenn man das Buch kennt, der Film konnte mich nicht überzeugen, da habe ich An American Crime als besser in Erinnerung (behandeln dasselbe Thema).

Ich sehe In Ketchum auch ganz eindeutig den besseren Schriftsteller, wenn man ihn mit Laymon vergleicht. Während Laymon mehr auf einen schnellen, an Drehbücher erinnernden Stil setzt und dabei recht platt auf die niedersten Instinkte abzielt, dabei aber auch zu unterhalten weiß, versucht Ketchum mehr zu erreichen. Ja beide erzählen ziemlich brutale Geschichten, aber bei Ketchum wird durch Gewalt und Extreme Situationen oft etwas offenbart. Außerdem ist der Aufbau und der Schreibstil bei Ketchum einfach grandios.

26.09.2017 19:35 Uhr - JasonXtreme
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Gute Rezi, ordentlicher Film. Die Kannibalen Reie von Ketchum finde ich in Buchform wesentlich besser als die günstigen Filme dazu. Evil hat als Buch eine hyperperverse Intensität gehabt, das wollte ich schon weglegen! Als Film so lala, American Crime is wirklich besser.

Laymon vs. Ketchum hat sich mir nie gestellt. Laymon ist einfach zu krankhaft sexbezogen in allem was er schreibt, und ich hab sicher die Hälfte seiner Bücher hier stehen. Er macht Laune ohne Anspruch und mit noch weniger Niveau. Da ist Ketchum auf anderem Level, schon vom Satzbau her. Aber ich mag beide! Laymon als Film wäre mal witzig... Nacht oder auch Das Spiel wären meine Favoriten^^

26.09.2017 20:51 Uhr - kokoloko
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Auch im Forum lesen hier scheinbar einige Ketchum etc., ja, ist aber auch einfach überzeugende Horrorliteratur <3 Eure Einschätzungen zu Laymon teil ich, hat als Teenie gut verstört und fasziniert, keine Ahnung wie trashig ich die Teile heute fände aber ja, das Spiel als Film wär ein Hammer, Nacht gehört auch zu meinen Favoriten. Die "Keller"-Trilogie hatte was von einer kurzen Exploitationserie.

Evil werd ich glaub ich einfach nicht genießen können, weder als Buch noch als Film. Und dass American Crime besser und nicht minder grausam sein soll, zumal das Ganze ja wohl auf einem wahren Fall basiert (?), hab ich auch schon gehört, trotz FSK 16.
Danke fürs Feedback jedenfalls!

26.09.2017 21:26 Uhr - JasonXtreme
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Also mit besser wollte ich American Crime nicht positiv als untervaltsam loben. Das ist abscheulichste und ekelhafteste Kost, bei der man den TV einschlagen möchte. In Tradition des Buches von Ketchum eben. Das Buch war für mich als Vater eine emotionale Grenzerfahrung!

26.09.2017 22:09 Uhr - Dissection78
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Schöne Besprechung, kokoloko. Deine Einschätzung von Ketchum und Laymon teile ich, wenn man die beiden denn vergleichen will. Laymon ist bzw. war primitiv, total sexbezogen, beinahe schon pornografisch. Trotzdem (oder gerade deswegen?) finde ich ihn auch heute noch recht unterhaltsam zu lesen, obwohl ich gerne mal so manch ausufernde Passage über "schwitzende, glitschige, fickende Leiber" überspringe, weil's nerven kann. Ketchum ist da anspruchsvoller und disziplinierter in der Sprache, lässt unnötige Sachen weg, weshalb seine Romane meist auch weniger umfangreich als Laymons sind.

Was die Ketchum-Verfilmungen betrifft: Da sind "Red" und "The Woman" meine Favoriten, gefolgt von "The Lost". "The Girl Next Door" (aka "Evil") und "Beutegier" sind schwächer.
Filmische Adaptionen von Laymons "The Woods Are Dark" ("In den finsteren Wäldern") oder "Endless Night" ("Die Jagd") wären übrigens verdammt nochmal zu begrüßen. Mit allem drum und dran natürlich. Würgs! :)

27.09.2017 08:35 Uhr - JasonXtreme
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Weil wir hier aber grad dabei sind, möchte ich für den ollen Lüstling Laymon doch noch ne kleine Lanze brechen^^ Filme gibts von seinen Stoffen ja keine, also wo soll ich das sonst tun^^

Wenn er gewollt hätte, wäre auch anderes bei rumgekommen. Bei DER GAST finde ich hat er über weite Strecken eine wirklich interessante Geschichte präsentiert, die er natürlich durch Sex wieder etwas kaputt macht, aber teils trägt gerade das sexuelle wieder gut zur Handlung bei (die is aber insgesamt auch etwas zahmer). Ebenso bei DIE SHOW, was über weite Strecken ein durchaus gelungenes CoA Buch ist - ok am Ende entgleist Laymon wieder ALLES, aber bis dahin war ich überrascht. Es überkommt den einfach immer, und wenn dann halt richtig assi^^

27.09.2017 21:26 Uhr - Dissection78
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Na, für Laymon breche ich doch ebenfalls eine Lanze. Seine Romane sind zwar (bewusst) primitiv, mögen tue ich sie nach wie vor. Nicht umsonst hab ich 30 Bücher von ihm hier stehen (vier davon - darunter "Der Gast" - noch ungelesen), und da werden noch einige folgen. Nur von Stephen King und Douglas Preston / Lincoln Child (gemeinsame Arbeiten plus jeweilige Solowerke) besitze ich mehr.
Laymon ist quasi das literarische Äquivalent zu rabiatem filmischen Low-Budget-Exploitationschund mit viel Sex und Gewalt. Damit kann ich durchaus was anfangen. Und auf seinen schwarzen Humor und die teilweise eingestreute Selbstironie u.a. in "After Midnight" ("Nacht"), "Resurrection Dreams" ("Das Grab"), "Stake" ("Der Pfahl"), "Island" ("Die Insel", in der deutschen Version übrigens aufgrund des Eingreifens der BPjM inhaltlich abgeändert) oder "Quake" ("Das Inferno") stehe ich ebenso.
Ja, Laymon und Ketchum können verflucht asozial sein, und doch... an "Bighead" von Edward Lee reicht in Sachen "Asitum" und Gewaltpornografie kaum ein anderer Horrorroman heran. So komme ich wieder vom Hölzchen auf's Stöckchen ;D

28.09.2017 08:47 Uhr - JasonXtreme
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Ooh ja Lee und Curran und wie sie alle heißen aktuell - das ist nochmal ne GANZ andere Nummer! ^^

28.09.2017 09:03 Uhr - kokoloko
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Von denen hab ich bisher auch nur Kritiken in der Virus gelsen und Bock drauf, aber zu nichts mehr gekommen leider. Eins meiner Lieblingsbücher ist noch "Fettsack" bzw. "Slob" von Rex Miller - der Rest der "Chaingang"-Reihe sicher auch, aber die fehlen mir auch noch. Unfassbar detailliert und spannend geschrieben, hier und da recht artsy, nichtsdestotrotz drastisch und mit einem Hauptcharakter, wie Laymon ihn als Antagonisten nehmen würde. Genug offtopic, danke, weitermachen^^

28.09.2017 10:06 Uhr - JasonXtreme
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Einer noch, nur einer! Fettsack mochte ich auch, dank Dir weiß ich erst, dass es da noch mehr gibt!!! Ich empfehle Dir hiermit mal Andrew Vachss und seine Reihe um den Ermittler Burke - harte und pulpige Kost at its best! Ebenso wie Lansdales Bücher an sich, oder seine Reihe Hap/Leonard...

Gegen die Sachen von Lee is das alles aber Kinderkacke - mir ist das zu assi, vor allem ermüdend auf Dauer

30.09.2017 13:39 Uhr - Calahan
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Edward Lee und ähnliche Konsorten erscheinen im Festa Extrem Verlag.
Da gibt es inzwischen einige Autoren die über die Grenzen des, naja, guten Geschmacks gehen. Sex,Inzest und Gewalt sind da Konzept.

Ketchum spielt da in einer anderen Liga, seine Werke sind oft realitätsnahe und verstörend echt. Die Kanibalenstorys mal außen vor.

Laymon mal verfilmt zu sehen wäre schön aber bei einer 1:1 Umsetzung kaum bei den Prüfungsgremien durchsetztbar.
Die Insel würde ich gerne sehen.

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