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leichenwurm
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Eintrag: 26.09.2017

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The Windmill Massacre

Herstellungsland:Niederlande (2016)
Standard-Freigabe:FSK keine Jugendfreigabe
Genre:Horror, Drama, Splatter
Alternativtitel:The Windmill

Bewertung unserer Besucher:
Note: 5,67 (9 Stimmen) Details
inhalt:
Nach einem mißglückten Neustart in Amsterdam verlässt die Australierin Jennifer (Charlotte Beaumont) fluchtartig die holländische Grachtenmetropole. Gemeinsam mit einem wortkargen Ex-Marine, einem abgehalfterten Arzt und einer Handvoll anderer seltsamer Touristen landet sie in einem klapprigen Sightseeing-Bus, der die Besucher auf eine Reise in das ländliche, das echte Holland mitnimmt und dann genau dort seinen Dienst verweigert. Die halb verfallene Windmühle in der Nähe, die auf keiner Karte verzeichnet ist, bietet dem zusammengewürfelten Grüppchen mit ihrem morbiden Charme Unterschlupf. Sie erfahren dort von der blutrünstigen Legende, die besagt, dass ein teufelsanbetender Müller damals die Knochen der Einwohner in der Getreidemühle mahlte. Und da sie alle durch dunkle Geheimnisse geeint werden, lauert im dunklen Tann bereits die untote Sagengestalt, um mit Hilfe ihrer mörderisch scharfen Sense an den ahnungslosen Todgeweihten Rache zu üben.
eine kritik von leichenwurm:

Auf der Suche nach neuem Slasher-Futter muss man sich als geneigter Genrefan schon durch so manchen qualitativen Sumpf quälen bis man denn endlich mal auf ein Exemplar stößt, dass halbwegs sehenswert ist. Noch seltener begegnen einem in diesem Morast aus abgeranzten Klischees, ausgetrampelten Storypfaden und filmtechnischer Inkompetenz echte Überraschungen.  Und genau solch eine kleine, aber feine Überraschung stellt der hier besprochene „The Windmill Massacre“ dar, obwohl erst mal alle Alarmglocken beim gebeutelten Slasherfan  amok laufen. Denn der Titel „The Windmill Massacre“ (der schlichtere Alternativtitel „The Windmill“ würde wesentlich besser passen) erweckt erst mal den Verdacht, es hier mit einer Titelkreation für den deutschen Heimkinomarkt zu tun zu haben. Wäre ja nicht das erste Mal, dass mit dem Titelzusatz „Massacre“ versucht wurde miese kleine Shitfilmchen lukrativer zu vermarkten.   Der marktschreierische Werbeslogan,  der hier eine Mischung aus „Freitag der 13.“ und „Jeepers Creepers“  ankündigt schlägt ebenfalls in die selbe, besorgniserregende Kerbe. Allem Anschein nach hat man es hier also abermals mit nem semiprofessionellen Schnellschuss im Deckmantel möglichst reißerischer Vermarktung zu tun.

Doch schon die ersten Momente des Films lassen einen diesbezüglich aufatmen. Denn diese holländische Genreproduktion kann sich sehen lassen. Eine hochwertige Optik, gepaart mit einem angenehmen Soundtrack lassen zumindest die Befürchtung auf filmtechnische Inkompetenz schnell verfliegen. Regisseur Nick Jongerius (bisher eher als TV-Regisseur bekannt) und sein Kameramann Bart Beekman (ist kein Fremder im holländischen Genre-Kino, denn er hatte u.a. "Frankensteins Army“ fotografiert) verstehen ihr Handwerk, und auch inhaltlich bietet der Film ein erfreulich unverbrauchtes, wenn auch nicht ganz neues Szenario. Es geht um eine zusammengewürfelte Protagonisten- Gruppe, die in Amsterdam an einer Bustour für Touristen teilnimmt. Der betagte, alteingesessene Tourguide verspricht ihnen das „echte Holland“ zu zeigen. Auf dem Weg zu den ersten Sehenswürdigkeiten im holländischen Hinterländle kommt es dann wie es kommen muss: der Bus hat ne Panne, Handyverbindung gibt’s selbstverständlich nicht, da weit weg von der Zivilisation und so,  und man erspäht in der Ferne eine mysteriöse Windmühle, die auf keiner der gängigen Karten verzeichnet  ist. Also machen sich unsere Protagonisten auf, um in dieser nach Hilfe zu suchen. Dabei geraten sie selbstredend in Teufels Küche…

Hmmm… hab ich nicht gerade etwas von „erfreulich unverbrauchtem Szenario“ geschrieben? Die Inhaltsangabe klingt aber bestenfalls nach  „08/15 Baukastenslasher“. Doch schnell merkt man als Zuschauer, dass es hier mehr zu entdecken gibt als das übliche Opfergemurkse. Das geht schon bei der anfänglichen Vorstellung der Hauptfiguren los, die erfreulicherweise überraschend wenig mit den üblichen Reißbrett-Klischees anderer Genreproduktionen zu tun haben. Diese Figuren hier schleppen alle ihr eigenes kleines Trauma mit sich herum, wie in der jeweiligen, leider etwas episodenhaft geratenen Einführung der Charaktere deutlich wird. Zwar gibt es auch hier den einen oder anderen Archetypen, den man auch aus anderen Filmen kennt, aber unverbrauchter als die üblichen feierwilligen Hampelmänner ist die Figurenkonstellation hier allemal. Des Weiteren verhalten sich die Figuren zum großen Teil in nachvollziehbarer Art und Weise. Zwar gibt’s auch hier die üblichen gruppeninternen Konflikte, es wird aber nie ärgerlich oder nervig, sondern bleibt durch die kompetente Regie erfreulich nachvollziehbar. Auch unter den Schauspielern gibt’s keinen Totalausfall, und alle machen (im Rahmen solch einer Genreproduktion) einen sehr soliden Job. Außerdem hält das Drehbuch die ein oder andere böse Überraschung, im Hinblick auf die Frage wer die ganze Chose hier heile übersteht und wer nicht, parat. Denn selbstverständlich lauert auch hier eine sinistere Type mit entstelltem Gesicht und Sense (so viel darf ich wohl verraten, denn das Cover nimmt die Erscheinung des hier präsentierten Killers ja auch schon vorweg) im Unterholz und dezimiert den zusammengewürfelten Haufen in schöner Regelmäßigkeit.  Dabei wird diese Horrorgestalt schön bedrohlich und im Hintergrund agierend inszeniert und die von ihm begangenen Morde fallen sogar äußerst drastisch aus. Dabei handelt es sich beinahe komplett um handgemachte Make-Up-Effekte (es wurde nur ein paar mal mit CGI-Blut etwas nachgeholfen), die sich wirklich sehen lassen können (Erik und Rob Hillenbrink, die u.a. für die Make-Up-Effekte bei „The Human Centipede“  zuständig waren leisten hier echt gute Arbeit). Der Bodycount bleibt dabei zwar im überschaubaren  Rahmen, trotzdem dürften auch Splatterfans hier auf ihre Kosten kommen.

Und so offenbart sich mit zunehmender Laufzeit ein kompetent inszeniertes, atmosphärisch gelungenes Slasher-Filmchen, dessen Story im weiteren Verlaufe den ein oder anderen überraschenden Haken schlägt und sich im Endeffekt sogar als cleverer herausstellt, als es anfänglich zu vermuten war. Einige Storyentwicklungen driften gar ins fantastische ab, was leider einige mittelprächtige CGI- Effekte produziert, die etwas am, ansonsten sehr kompetenten Erscheinungsbild nagen. Wirklich ärgerlich wird’s aber auch hier nicht. Abgeschlossen wird der Film dann mit einem feurigen Showdown, der der vom Film bisher eingeschlagenen Linie, mit bösen Überraschungen zu glänzen auch bis zum Schluss konsequent treu bleibt.

„The Windmill Massacre“ hat mich erfreulich positiv überraschen können. Selbstverständlich haben meine sehr niedrigen Erwartungen das Gelingen des Films begünstigt, aber auch abseits dieser Tatsache präsentiert sich der Film als sauber produzierter, kompetent inszenierter, gut gespielter,  stellenweise echt derber und obendrein auch gar nicht mal so dummer Slasherfilm. Der episodenhafte Beginn und die etwas verunglückten CGI-Effekte in einigen wenigen Szenen seien ihm da gern verziehen und machen ihn nicht weniger zu einem echten Geheimtipp.

7,5 Punkte meinerseits, die ich gerne auf 8 aufrunde ;-)

8/10
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Kommentare

26.09.2017 17:06 Uhr - TheRealAsh
3x
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Das ist jetzt tatsächlich meine erste Review, die ich von dir zeitnah mitbekomme und dann posten wir auch noch fast gleichzeitig, sorry. Was ich lese, gefällt mir allerdings hervorragend und ich habe wegen des Baukastens auf den ja bisher verzichtet, weil ich auch bei der Werbung dachte, der ist bestimmt nichts. Du als ausgewiesener Slasher- und Kürbisexperte beschreibst mir diesen Leckerbissen aber sehr gut, sodass ich mir den demnächst wohl doch mal mitnehmen werde.

26.09.2017 17:07 Uhr - Ghostfacelooker
3x
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Bei dem war ich immer zwiespältig da ich ja auf solcherlei Titelcoversätze usw. Vermarktung auch gern mal reinfalle, aber wenn du DEN mit 8 bewertest dann schau ich den gern mal. Danke

26.09.2017 17:55 Uhr - Horace Pinker
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Schön nach so langer mal wieder von dir zu lesen Leichenwurm, besonders wenn die Kritik so lesenswert und informativ ausfällt. Windmill hatte ich bisher nicht auf dem Radar, werde ihn dank deiner positiven Bewertung jetzt aber bei Gelegenheit mal sichten.

26.09.2017 18:21 Uhr - dicker Hund
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Nach so einem Review muss mir ja das Radar blinken. Danke für den Tipp!

26.09.2017 21:21 Uhr - NoCutsPlease
1x
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Insgesamt kommt dieser mir noch unbekannte Film hier ja eher durchwachsen weg. Umso schöner hierzu eine positiv wertende Kritik zu lesen.
Da hast du mal wieder gut mit dem Küchenmesser auf die Tastatur gehauen! :)

26.09.2017 22:08 Uhr - Intofilms
1x
Am meisten hatte mich dieses irgendwie total bescheuerte "This isn't Hell. This is Holland." verschreckt. Da dachte ich nur: Um Himmels willen, bloß die Finger weg! Dass der jetzt bei dir aber doch so gut abschneidet, freut mich richtig. Die meisten aktuellen Produktionen aus der Slasher-Ecke sind ja wirklich nicht besonders gut. Da freut man sich umso mehr über jede positive Ausnahme. Und so landet "The Windmill" jetzt wohl doch noch in meinem Player! ;)

Deine Rezi ist wunderbar locker-flockig formuliert und geizt auch nicht mit profundem Hintergrundwissen. Ein richtiger Leckerbissen ist das. Hervorragend! ;)

27.09.2017 08:33 Uhr - leichenwurm
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Besten Dank für die zahlreichen Rückmeldungen. Und ich hoffe natürlich, dass der Film denen, die sich jetzt vornehmen ihn zu sichten, ebenfalls so gut gefällt wie mir... ! Ich fand ihn wirklich gelungen, vor allen Dingen im Vergleich zu sonstigem B-Slasher-Müll.
Allerdings muss ich glaub ich bei einer Sache wieder etwas zurück rudern: denn wie es scheint ist "The Windmill Massacre" tatsächlich der offizielle Titel des Films und nicht nur eine Titelkreation für den deutschen Heimkinomarkt. So ziemlich alle anderen Reviews zu dem Film (auch international) benutzen diesen Titel und zeigen sogar ein beinahe identisches Cover. "The Windmill" darf man dann wohl eher als Alternativtitel verstehen. Werde ich im Review noch inhaltlich anpassen.
@Ash: Um Gottes Willen... kein Grund sich zu entschuldigen... ;-) !

Edit: So habs nochmal angepasst... jetzt passts glaub ich ganz gut bzgl. des Titelchaos... ;-)


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