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CHOLLO
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XP 146
Eintrag: 29.09.2017

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Monster

Herstellungsland:USA, Deutschland (2003)
Genre:Biographie, Drama, Krimi

Bewertung unserer Besucher:
Note: 9,00 (5 Stimmen) Details
inhalt:
Aileen (Charlize Theron) ist am Ende ihrer Kräfte...den Finger am Abzug.Doch plötzlich landet die Prostituierte in einer Bar und direkt in den Armen einer jungen Frau-Selby Wall (Christina Ricci).Eine heftige Liaison entbrennt zwischen den beiden ungleichen Frauen.Für Aileen ist Selby der Einstieg in ein neues Leben,aber noch fehlt das nötige Geld um durchzubrennen und der Stadt endgültig den Rücken zu kehren...nur noch ein paar Freier,dann ist Schluss.Doch einer von ihnen fällt so brutal über Aileen her,dass sie ihn in Notwehr erschießt.Es sollte nicht der letzte sein...
eine kritik von chollo:

Verfilmungen mit dem Thema Serienmord bzw. Serienmörder sind üblicherweise nach ein und dem gleichen Muster gestrickt. Auf Täterseite bekommt es der Zuschauer zumeist mit einem abgründigen Charakter zu tun, dem Moralische Ansprüche und/oder Soziale Kompetenzen völlig abhanden kommen. Pathologische Persönlichkeiten werden im Medium Film mit oft vordergründigen, effekthascherischen Verhaltensmustern ausgestattet um dem Durchschnittsbürger das Abnorme und Falsche seines Tun's direkt vor Augen zu führen. Die Frage nach der Schuld der betroffenen Person oder zumindest die Suche nach Grautönen zwischen dem Schwarz und dem Weiß werden somit direkt im Keim erstickt. Das solche grobkörnigen Umschreibungen nicht selten klischeebehaftet sondern zudem noch Fern jeglicher Realität beheimatet sind, muss den meisten Menschen wohl nicht erklärt werden. B-Produktionen wie "Bundy" oder "Gacy" stellen im Grunde genommen nur Horror Dutzendware dar, der durch den Verweis auf (vermeintlich) wahre Geschehnisse in Text und Bild ein pseudo-dokumentarischer Anstrich verpasst werden sollte. Das ist in meinen Augen nicht nur ärgerlich da es dem geneigten Zuschauer offensichtlich nicht mehr als eine infantile Unterteilung in Gut und Böse zutraut, sondern sich diesem mit geringstem kreativen Aufwand anbiedert um sein Erzeugnis möglichst leicht konsumierbar und gewinnbringend zu veräußern.

Einen gänzlich anderen und dadurch erfrischenden Weg geht der hier besprochene "Monster". Erzählt wird die Geschichte von Aileen Wuornos -einer Prostituierten aus Florida- die Ende der Achtziger Jahre durch sieben ihr zugerechneten Morde großes Aufsehen erregte, und als eine der schlimmsten Serienmörderinnen Nordamerikas zweifelhafte Berühmtheit erlangen sollte. Das der Serienmord per Definition ein eher männliches Phänomen darstellt, verlieh den Vorkommnissen noch zusätzlich Brisanz.

Der Film macht schon in den ersten Minuten klar welche Richtung er einschlägt. Präsentiert wird hier nicht Strand, Sonne, knackige Körper und eine Wohlfühl Oase in der ein(e) Psychopath(in) ihr Unwesen treibt. Der Sunshine State entpuppt sich hinter seiner Fassade eher als Becken gestrandeter Existenzen die versuchen mehr schlecht als recht um die Runden zu kommen. Perverse Polizisten, zynische Geschäftsmänner und sadistische Freier sind nur ein Auszug des Klientel, mit dem sich das "Monster" hier die Bühne teilt. In einer Kulisse aus versifften Kneipen und dunklen Landstraßen fristet die Hure Wuornos ihr Dasein. Bis ihr eines Tages die große Liebe in Form der minderjährigen Selby, selbst noch auf der Suche nach ihrem eigentlichen Ich, über den Weg läuft. Die Welt in der sich beide hier bewegen wirkt Hoffnungslos und Zerrüttet, doch nie unrealistisch. Ambitionen der Filmemacher das Setting als besonders deprimierend/pessimistisch darzustellen um die Taten der Protagonistin in irgendeiner Form zu entschuldigen und sie 'nur' als Produkt ihrer Umwelt darzustellen, müssen meines Erachtens trotzdem klar verneint werden. Eher erkennt man hier die Absicht, die nihilistische Sichtweise der handelnden Person betreffend ihre Umwelt, dramaturgisch in den Film mit einfließen zu lassen. Zudem lassen die verübten Morde in Sachen Drastik und Kaltblütigkeit gegen offensichtlich Unschuldige Opfer keinen Zweifel an dem Unrecht dieser Taten. Es ist eine Welt in der es nur Verlierer gibt.

Gesondert muss hier natürlich noch die schauspielerische Leistung von Charlize Theron Erwähnung finden. Diese beweist hier Mut zur Hässlichkeit und das nicht nur in Sachen Optik. Die Rolle scheint ihr hier in Fleisch und Blut übergegangen zu sein. Die Körpersprache, den Ausdruck den sie in ihr Spiel und die Figur legt ist schlichtweg atemberaubend. Dafür erhält sie von mir größte Anerkennung, zumal ich Fr. Theron und ihren Leistungen sonst eher ablehnend gegenüberstehe. Auch Christina Ricci als ihre Leidensgenossin macht hier eine gute Figur, trotzdem kann sie ihrer Filmpartnerin zu keiner Zeit das Wasser reichen. Pikante Momente wie Lesbische Liebeleien, die für andere Kollegen wohl schon zum Problem werden könnten, lösen beide hier mit Bravour. Mehr noch man nimmt ihnen die Romanze, die einen ihrer Höhepunkte unter anderem auf der Rollschuhbahn hat, ohne weiteres ab.

Die gezeigten Härten halten sich für die Geschichte die hier erzählt wird im überschaubaren Bereich. Der ein oder andere mag mit Hinblick auf den Backround wohl mehr erwarten, doch es wird zu jeder Zeit überdeutlich das man sich hier eher in einem Drama befindet. Zwar geht es auch nicht gerade zimperlich zur Sache wenn Ms. Wuornos zur Knarre greift, doch beziehen solche Szenen ihre Stärke eher durch Inszenierungstil und schauspielerische Finesse statt durch zelebrierte Tötungsakte. Die eingeschränkte Jugendfreigabe geht somit völlig in Ordnung.

Unterm Strich bleibt ein Film, der einem mindestens noch nach dem Abspann so einiges an Kopfzerbrechen bereitet und sich definitiv von den üblichen (Fließband)-Produktionen dieser Art abhebt. Es gibt eben nicht nur Richtig/Falsch oder Hell/Dunkel. Es ist vielmehr meistens irgendwas dazwischen.

9/10
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Kommentare

29.09.2017 21:42 Uhr - dicker Hund
User-Level von dicker Hund 10
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Das ist zwar nicht "Halloween 6", aber eine vollkommen treffende Vorstellung dieses monströsen Dramas;-)

Am meisten schockiert hat mich das deprimierende Vorstellungsgespräch, an die Gewalt habe ich nur noch blasse Erinnerung.

29.09.2017 22:37 Uhr - CHOLLO
1x
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Danke Hund
Da die letzte Sichtung von Halloween 6 einfach zu lange her ist und sich dieser nicht in meinem Besitz befindet, habe ich vorerst von einem Review abgesehen.Außerdem wurde H20 kürzlich sehr treffend besprochen sodass ich mich entschlossen habe die Reihe für mich nach dem 5 zu beenden;)

29.09.2017 23:17 Uhr - TheRealAsh
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Schön mal wieder von dir zu lesen, chollo. Den Film habe ich auch in extrem guter und intensiver Erinnerung. Das tolle Review regt mich zu einem rewatch an und mir fällt auf, dass ich den seit dem Kino nicht mehr gesehen habe und auch die dvd nicht gekauft habe 😅

Ps: halloween 6 ist auch bei mir der einzige teil, den ich nicht kenne, weil es ihn ja nicht zu kaufen gibt

30.09.2017 13:46 Uhr - CHOLLO
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Danke Ash!
Ich hab's damals verpennt ins Kino zu gehen und hab in mir gleich auf DVD raus gelassen.
Da macht man nix falsch vor allem weil der ja jetzt nur noch ein paar Kröten kostet;)

30.09.2017 15:01 Uhr - NoCutsPlease
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Nachdem du dich nun bereits Action, Horror, Sci-Fi, Abenteuer- und Historienfilm gewidmet hast, überzeugst du auch zu diesem biografisch angehauchten Krimidrama mit einer angemessenen Besprechung. :)
Der blonde Engel Charlize Theron war in dieser Rolle wirklich grandios anders.

30.09.2017 20:24 Uhr - CHOLLO
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Vielen Dank NCP

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