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Ghostfacelooker
Level 14
XP 3.150
Eintrag: 01.10.2017

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El Bar - Frühstück mit Leiche

(El Bar)
Herstellungsland:Spanien (2017)
Standard-Freigabe:FSK 16
Genre:Komödie, Thriller
Alternativtitel:Bar, The

Bewertung unserer Besucher:
Note: 6,80 (5 Stimmen) Details
inhalt:
Eine ganz normale Bar mitten in Madrid und ganz normale Menschen, die durch einen tödlichen Kopfschuss aus der Normalität gerissen werden: Getroffen sinkt ein Gast auf der Straße zu Boden, die herbeigeeilte Hilfe wird ebenfalls Opfer eines offenbar versteckt operierenden Scharfschützen. Ohne Erklärung für das mysteriöse Geschehen verschanzt sich ein Häuflein Schutzsuchender in der Bar. Zwischen Panik, Resignation, Zuversicht und Überlebensinstinkt wird man sich hier bald selbst zum größten Feind - der das Geschehen auf engstem Raum blutig eskalieren lässt.
eine kritik von ghostfacelooker:

Àlex de la Iglesias, ist meiner Meinung nach sowas wie der spanische Terry Pratchatt, denn deren Humor muss man schon fast mögen, um Fan der Filme der beiden sein zu können und nicht kopfschüttelnd, die Fernbedienung klammernd auf dem Powerknopf fixiert auf den Fernseher halten zu wollen. Witching Bitching ist ein Paradebeispiel für solcherlei Vorhaben.

Auch wenn ich besagten Film nicht annähernd leiden konnte, gab ich diesem Werk hier, wie jedem Film den ich mir ansehe, eine faire Chance auf meiner Skala. Als ich Jaime Ordóñez und Terele Pávez darin aus oben genannten Film wiedererkannte, bäumte sich mein Inneres schon leicht auf, ob der enttäuschend scheinenden Erwartung wieder eine Farce an Lebensminuten aufgebürdet zu bekommen.

Aber der Film, hat auf den zweiten Blick mehr zu bieten, als seichte Unterhaltung, denn sieht man mal von der Oberflächlichkeit und dem unterschwelligem Rassismus ab, der fast in jedem spanischen Film den ich bisher sah fester Bestandteil zu sein scheint, bekommt man eine Mischung aus Resident Evil, Blue in the Face und Nicht auflegen.

Zugegeben, nicht in deren Qualität aber die Zutaten sind erkennbar. Im großen und Ganzen ist es eine Art Kammerspiel, denn der Hauptteil spielt sich in titelgebender Bar ab. Pávez ist die Besitzerin und spielt die Rolle der Amparo, was im Deutschen, Schutz oder Schutzengel bedeuten kann und zugleich ein weiblicher Vorname ist. Möge selbiger sie zur ewigen Ruhe betten, denn sie verstarb am elften August diesen Jahres.

Jedenfalls ist ihre Bar Treffpunkt für mehr oder weniger zwielichtige Personen, und zu denen verirrt sich auch die junge, augenscheinlich naiv wirkende Elena, gespielt von einem spanischen Seriensternchen, Blanca Suárez. Sie stolpert mehr oder weniger unbedarft in diese Bar, auf der Suche nach einem Ladegerät.

Zeitgleich finden sich die notorische Zockerin Trini ( Carmen Machi ), eine Inkarnation Richard Nixon´s, dargestellt von Alejandro Awada und Joaquín Climent als verbitterter Ex-Cop Andrés, dort ein.

Das Gespräch der beiden erinnert stellenweise an eine Hommage an DeNiro und Pacino´s Resturantszene in Heat, denn beide Awada sowie Climent, strahlen diese Art Altersweisheit und gleichsames Verständnis füreinander aus.

Davor überschlagen sich, nach dem über sehr lange Strecken konstant surreal bleibendem Auftritt von Jaime Ordóñez als Israel und den oberflächlichen Dialogen, die Ereignisse, als innerhalb von weniger Momente zwei Leute aus der Bar kommend, von einem Schafschützen erschossen werden.

Das folgende Rätselraten und abwägen des Für und Wieders die Bar zu verlassen oder lieber darin zu verweilen, kommt einem aufgeschrecktem Hühnerstall könnte als Spiegelbild der heutig schnelllebigen Gesellschaft, die ohne oder besser gesagt mit Ausfall, der technischen Möglichkeiten sich wie in die Steinzeit zurückgeschleudert zu fühlen scheint, als rational handeln zu können, gewertet werden.

Fehlende Puzzleteile werden von Iglesias, dem Zuschauer genau zu dem Zeitpunkt serviert, als er schon zu ahnen beginnt, was den der tatsächliche Hintergrund der Situation sein könnte. Was aber dann folgt, ist genauso grotesk wie unerwartet, wenngleich es emotional real als Reaktion der Ereignisse gewertet werden könnte, jedoch rational, wie später von Elena treffend erklärt wenig Sinn ergibt, denn es bilden sich zwei Gruppen.

Besser gesagt bilden sich ein Trio gegen Fünf, die aufgrund titelgebender Leiche, die mit selbiger in Kontakt getretenen verstoßen. Glücklicherweise in den darunter befindlichen Lagerraum und ab da beginnt die tatsächliche Wandlung der Handlung und der Protagonisten.

Jene darf getrost als bemerkenswert bezeichnet werden, denn die Charakterentwicklung der Figuren des Films, die von leicht debil bis heroisch aggressiv gesteigert werden kann, dürfte selbst die Überlebenden aus The Descent und Cold Prey neidisch werden lassen.

Es beginnt ein nachvollziehbarer Kampf um die Menschlichkeit, der allen Attributen von egoistischem Selbsterhalt bis hin zur Gruppendynamik zu unterliegen scheint und in dem man als Zuschauer, sogar selbst aufgrund der Sympathie respektive Antipathie der Handelnden eintauchen kann.

Iglesias schafft es für mein Dafürhalten damit, mal mehr mal weniger treffend der Gesellschaft mit ihrem behaftetem Klischeedenken den Spiegel vorzuhalten, was besonders in der überdrehten Performance Ordóñez´als Apokalypsen verherrlichenden Bibelzitat um sich schmetternden Obdachlosen, deutlich wird.

Die Wertung dieses Werks, ist für mich persönlich, es am besten neutral zu belassen, denn einerseits ist es ein Film der nicht nur wegen Iglesias´Stammcrewmitgliedern mehr zu bieten hat, anderseits aber auch ein Film, den, nachdem man ihn einmal gesehen hat auch ein Gefühl von „Einmal gesehen und reicht“ erzeugt.

Da aber Geschmäcker verschiedener Natur sind, und meine Wertung Gott sei Dank nicht dem Credo der Allgemeinheit geltend ist, wird auch dieser Film seine Liebhaber finden.

 

5/10
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Kommentare

01.10.2017 18:21 Uhr - NoCutsPlease
DB-Helfer
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Erfahrungspunkte von NoCutsPlease 10.495
Unterhaltsame Lektüre und der Film könnte mir durchaus zusagen. Die Spanier punkten ja allein schon dadurch, dass die stets schmucke Señoras am Start haben!

01.10.2017 19:57 Uhr - Ghostfacelooker
User-Level von Ghostfacelooker 14
Erfahrungspunkte von Ghostfacelooker 3.150
01.10.2017 18:21 Uhr schrieb NoCutsPleaseUnterhaltsame Lektüre und der Film könnte mir durchaus zusagen. Die Spanier punkten ja allein schon dadurch, dass die stets schmucke Señoras am Start haben!


Naja die eine Seniorita hierbei geht so^^^^ne Emily Brown für dich ^^^^

03.10.2017 09:23 Uhr - leichenwurm
DB-Helfer
User-Level von leichenwurm 5
Erfahrungspunkte von leichenwurm 420
Ja... De La Iglesia ist bei mir auch immer so ne Sache. Manche Filme zünden auf anhieb, andere auch nach mehreren Versuchen nicht. Dieser hier klingt trotz durschnittlicher Wertung aber trotzdem erstmal interessant. Schon allein aufgrund der Tatsache, dass ich den gar nicht aufm Schirm hatte ;-)) ! Besten dank also erstmal für den Tipp...

03.10.2017 11:35 Uhr - Ghostfacelooker
User-Level von Ghostfacelooker 14
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03.10.2017 09:23 Uhr schrieb leichenwurmJa... De La Iglesia ist bei mir auch immer so ne Sache. Manche Filme zünden auf anhieb, andere auch nach mehreren Versuchen nicht. Dieser hier klingt trotz durschnittlicher Wertung aber trotzdem erstmal interessant. Schon allein aufgrund der Tatsache, dass ich den gar nicht aufm Schirm hatte ;-)) ! Besten dank also erstmal für den Tipp...


Gern LW und meine 5 ist der neutrale Aspekt, nicht unbedingt Durchschnitt^^^^

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