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leichenwurm
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Eintrag: 01.10.2017

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Drive Thru

(Drive-Thru)
Herstellungsland:USA (2007)
Genre:Horror, Komödie

Bewertung unserer Besucher:
Note: 6,00 (1 Stimme) Details
Diese Kritik enthält Informationen über den späteren Handlungsverlauf der Geschichte.
eine kritik von leichenwurm:

„Drive Thru“ entstand schon vor ziemlich genau 10 Jahren unter der Regie von Brendan Cowles und Shane Kuhn. 2007 befand sich das Horror-Genre schon längst im festen Würgegriff der von „Saw“ und „Hostel“ initiierten „Torture-Porn“- Filmwelle, die, neben dem zweiten großen (und bis heute andauernden) Horror-Trend, nämlich jedem großen oder kleinen Horrorerfolg aus der Vergangenheit ein Remake zu spendieren, das Genre dominieren sollte. Da dachten sich die beiden Regisseure und Drehbuchautoren in Zentralunion bestimmt sowas ähnliches wie:  „früher war alles besser“ oder „Back to the Roots“ und schrieben kurzerhand den hier besprochenen „Drive Thru“ zusammen. Ein Slasher klassischer Bauart, der den anhaltenden Mainstream- Trends mit „Oldschoolprämisse“ und „Retro-Feeling“ ans Bein pinkeln sollte (witzig, dass auf dem Cover ausgerechnet mit "von den Produzenten von Saw und Saw 2" geworben wurde ;-)). Und so liest sich die Inhaltsangabe auch tatsächlich wie aus der Blütezeit des Slasherfilms:    

Kurz vor ihrem 18ten Geburtstag gerät MacKenzie zusammen mit ihren Freunden in das Visier eines unheimlichen Killers, der sich als Clown-Maskottchen der Fast-Food-Kette "Hellaburger" verkleidet. Doch warum hat es der wahnsinnige Killer-Clown ausgerechnet auf sie und ihren Freundeskreis abgesehen? Haben vielleicht ihre, sich seltsam in die Ermittlungen der Polizei einmischenden Eltern etwas damit zu tun?

Zum Einstieg fällt man gleich mit der Tür ins Haus und lässt den mordenden Killer-Clown, mit dem eindeutig-zweideutigen Namen „Horny“ zackig  zwei prollige Gangster-Rapper-Karikaturen meucheln, wobei ihm, sehr zum Erstaunen des Zuschauers, sogar fiese Sprüche aus der Maske fallen. Jau… wir haben es hier also mit einer zynischen Slasher-Type, die,  anders als berühmte maskierte Kollegen, nicht die ganze Zeit vor sich hin schweigt, sondern mit fiesen und sarkastischen Schmunzel-One-Linern  um sich schmeißt, zu tun. Wer da nicht sofort an ein bestimmtes Pizzagesicht im grün-rot gestreiften Ringelpulli denkt, muss  selbstverständlich nachsitzen und ne Fleißarbeit im Fach „Wes Craven“ ausarbeiten. Und die zynische Selbstdarstellung unserer Killerfigur soll nicht die einzige Parallele zum allseits beliebten (Alb-)Traumdämon bleiben, aber dazu später mehr.

Dieser Einstieg gibt die Marschrichtung dieses Slashers schon vor: hier steht „Spaß haben!“ ganz oben auf der Speisekarte. Und… ich bin ganz ehrlich, das klappt über weite Strecken wirklich gut. Denn „Drive Thru“ bleibt erfreulich unernst und selbstironisch, wird dabei  sogar erstaunlich häufig wirklich witzig. Die dargebotene Opferschaar verhält sich zwar klischeehaft bis ins Mark (Kiffen, Saufen, mit nem Ouija-Brett herumhantieren und Furzwitze zum besten geben), werden aber von sympathischen und, besonders im Falle der weiblichen Hauptfigur, enorm attraktiven und garnichtmal so untalentierten Jungdarsteller(n)-/innen verkörpert.  Einige stoffelige Nebenfiguren und natürlich Killer-Clown-Fiesling „Horny“, der auch recht derbe vor sich hin meucheln darf, runden die spaßbetonte Atmosphäre ab.  Diese spiegelt sich auch in den jeweiligen Mordszenen wieder, die, neben dem üblichen „Hacken und Stechen“, auch einige kreative Ideen zu verbuchen haben (mein Favorit an der Stelle: die Mikrowelle ;-)). Begleitet werden die Attacken unseres Killer-Clowns nicht nur von hysterischem Nu-/Industrial-Metal-Einspielern, sondern auch durch mysteriöse Vorzeichen, wie z.B. sich verselbständigende Alltagsgegenstände die mögliche Hinweise auf potentielle Opfer preisgeben , was schnell deutlich macht, dass man es hier mit einem übernatürlichen Filmbösewicht zu tun hat.

Was uns wieder zurück zum Anfang bringt und mich noch einmal auf die Parallelen zu Freddy Krueger eingehen lassen muss. Denn… tja… genau hier wird’s leider etwas ärgerlich. Positiv zu vermerken ist ja erstmal, dass sich „Drive Thru“ auch als Hommage an den Slasherfilm der 80er Jahre verstanden wissen will. So gibt es den einen oder anderen Querverweis auf Klassiker des Genres (man beachte den Nachnamen der Hauptfigur) die es zu entdecken gilt. Macht Spaß soweit. Wenn sich dann aber herausstellt, dass die komplette Hintergrundgeschichte von  „Horny dem Clown“ beinahe 1:1… sprich „eins zu eins“… sprich „zu hundert Prozent“ … sprich „komplett“… sprich „ganz und gar“ vom ersten „A Nightmare on Elm Street“ (in Kombination mit „Terror Train“) abgeschrieben wurde hält sich der Spaß plötzlich in überschaubaren Grenzen. Hommage hin oder her, hier waren die beiden Regisseure und Drehbuchautoren schlicht und ergreifend zu faul sich was Eigenes auszudenken. Und das kostet dann doch einige der bis dahin aufgebauten Sympathiepunkte. Wie das mit dem zitieren großer Vorbilder besser klappt zeigt „Drive Thru“ dann im Showdown, in dem er ein kurzes Szenario in ähnlicher Weise arrangiert wie es die jeweiligen Schauerhöhepunkte von „Happy Birthday to me“ oder „Madhouse- Party des Schreckens“ getan haben. Obligatorisch natürlich auch die Aussicht auf eine Fortsetzung, zu der es aber bis heute nicht gekommen ist und es wahrscheinlich auch nie wird, denn immerhin hat dieser hier auch schon seine 10 Jahre auf dem Buckel.

Jetzt staun ich grad selber… schon wieder ein recht langer(obwohl bei „Rites…“ konnte ich mich guten Gewissens etwas kürzer fassen ;-)), überwiegend positiv gefärbter Text und dann kommt am Ende wieder „nur“ ne 6 von 10 bei rum. Dabei  darf man diese 6 Punkte aber durchaus als kleine Empfehlung verstehen, denn bis auf die wirklich dreiste Kopie der Killer-Hintergrundgeschichte hat mir „Drive Thru“ eigentlich echt Spaß gemacht. Und hätten die beiden Schreiberlinge/Regisseure  hier auch nur ein kleines bisschen Kreativität in eine eigene Hintergrundgeschichte investiert,  würde hier ne wohlverdiente, grundsolide 7 stehen. Aber diese „Rip-Off- Mentalität“ nagt dann doch recht störend am ansonsten positiven Gesamtbild. Und so bleibt’s dann eben bei…

6 von 10 Punkten  

6/10
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Kommentare

02.10.2017 11:55 Uhr - dicker Hund
1x
User-Level von dicker Hund 10
Erfahrungspunkte von dicker Hund 1.534
Klingt wirklich merklich besser als die "5" aus dem letzten Review. Mit viel Engagement geschrieben, auch ohne ein "Wormface" als Zusatzmotivation;-)

Die Formulierungen mit dem Ringelpulli mochte ich besonders.

02.10.2017 14:10 Uhr - TheRealAsh
1x
User-Level von TheRealAsh 6
Erfahrungspunkte von TheRealAsh 551
schön, dass du grade so aktiv bist, deine genreeinschätzungen sind wirklich sehr cool und ich warte schon so sehr auf deine 10/10 Messerstichen, den ich hoffentlich nicht kenne:D

03.10.2017 09:05 Uhr - leichenwurm
1x
DB-Helfer
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Erfahrungspunkte von leichenwurm 420
Dankesehr dicker Hund... ;-) ! Und Ash, ne 10/10 ist mir zwar im B-Slasher Bereich, in dem ich momentan unterwegs bin, schon länger nicht mehr untergekommen, aber trotzdem hab ich noch die ein oder andere "kleine" Perle für mich entdecken können. Reviews sind in Arbeit ;-) !

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