SCHNITTBERICHTE | # | A | B | C | D | E | F | G | H | I | J | K | L | M | N | O | P | Q | R | S | T | U | V | W | X | Y | Z
Suche:
Dead Island Definitive Edition Uncut AT-PEGI mit superschnellem Gratisversand ab 29,99 bei gameware Bses Spiel mit Zombies Uncut AT-PEGI mit superschnellem Gratisversand ab 39,99 bei gameware

Metropolis

zur OFDb   OT: Metropolis

Herstellungsland:Deutschland (1927)
Genre:Drama, Liebe/Romantik, Science-Fiction,
Stummfilm
Bewertung unserer Besucher:
Note: 9,14 (28 Stimmen) Details
13.05.2011
Odo
Level 11
XP 1.742
Vergleichsfassungen
Restaurierte Fassung (2001) ofdb
LabelUFA / Universum Film, DVD
LandDeutschland
FreigabeFSK 6
Laufzeit118:38 Min. (117:30 Min.) PAL
Restaurierte Fassung (2010) - Teil 1 ofdb
LabelEureka!, DVD
LandGrobritannien
FreigabePG
Laufzeit150:09 Min. (146:37 Min.) NTSC

Besonderer Dank geht an Stummfilmpianist Richard Siedhoff, der mageblich an der Entstehung dieses Schnittberichts beteiligt war. Richard hatte 2009 die Gelegenheit, in der Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung die wiederentdeckte argentinische Metropolis-Fassung zu sichten. Damals, als die Restaurierungsarbeiten noch in vollem Gange waren, postete er im Forum von stummfilm-fan.de ausfhrliche Beschreibungen zu den vormals verschollenen Szenen und den immer noch lckenhaften Stellen. Richard hat uns seine Texte freundlicherweise zur Verfgung gestellt und diese fr den Schnittbericht komplett berarbeitet und um zustzliche Informationen ergnzt. Die Kapitel "Metropolis: Rebuild" und "Musikalische Striche" in der Einleitung stammen ebenfalls von ihm.


Verglichen wurde die restaurierte Fassung von 2001 (in Form der deutschen UFA / Universum Film-DVD) mit der restaurierten Fassung von 2010. Zum Vergleich lag dem Autor die UK-DVD von Eureka! vor (The Masters of Cinema Series). Grund fr das NTSC-Format der UK-DVD ist die Erhaltung der (vermutlich) korrekten Wiedergabegeschwindigkeit des Films.

2001er Restaurierung: 1:58:38 (PAL)
2010er Restaurierung: 2:30:09 (NTSC)

Zustzliches Material in der 2010er Fassung: 1771 Sek. (= 29:31 Min.)
Zustzliches Material in der 2001er Fassung: 5,2 Sek.
60 Umschnitte
1 Montagefehler in der 2001er Fassung

In der obigen Auflistung nicht enthalten, aber im Schnittbericht dokumentiert, sind Laufzeitdifferenzen durch mehrfach verwendetes Material sowie Abweichungen durch unterschiedlich lange Vor- bzw. Abspnne.


Die Story

ber die gigantische, von Wolkenkratzern dominierte und hoch technisierte Grostadt Metropolis, herrscht mit harter Hand und einem Herz aus Stein der mchtige Industriemagnat Joh Fredersen. Die Leidtragenden sind jedoch nicht die Stadtbewohner selbst, denn in Metropolis tobt das pralle Leben. Hier vergngen sich die Reichen und Schnen in den "Ewigen Grten" und fhren in ihren luxurisen Wohnanlagen ein Leben in berfluss und Dekadenz. Doch whrend sich die gesellschaftliche Oberschicht ihren Gelsten hingibt und in den Amsiermeilen der Stadt rauschende Feste feiert, mssen auf Fredersens Gehei tausende Arbeiter in einem unterirdischen Kraftwerk schuften, um die Lichter der Grostadt am leuchten zu halten. Fr diese Menschen ist in der Glitzer- und Glimmerwelt kein Platz, deshalb mssen sie in slum-hnlichen Arbeitervierteln tief unter Tage wie Sklaven hausen. Dort, in der lichtlosen Unterwelt, leisten sie in qulenden, von keiner Pause unterbrochenen 10-Stunden-Schichten Schwerstarbeit bis an die Grenze des Ertrglichen. Einziger Rettungsanker fr ihre geschundenen Krper und Seelen ist Maria, eine Predigerin des Friedens und der Verstndigung. Das Proletariermdchen prophezeit den Arbeitern, dass eines Tages ein Mittler erscheinen wird, der sie von ihrem elenden Dasein befreit. Diese Weissagung scheint sich tatschlich zu besttigen, als sich Freder, Joh Fredersens Sohn, in Maria verliebt und sich gegen seinen Vater stellt. Angesichts einer drohenden Arbeiterrevolte sucht Fredersen seinen alten Rivalen, den genialen Erfinder Rotwang auf. Dessen neueste Schpfung, ein Maschinenmensch, soll die echte Maria ersetzen und den Arbeitern die Hoffnung auf den Mittler nehmen. Doch Rotwang hat noch eine Rechnung mit dem Despoten offen und verfolgt seine eigenen Plne. Nur zum Schein geht er auf Fredersens Weisungen ein, programmiert dem Maschinenmenschen jedoch einen ganz anderen Auftrag ins elektronische Gehirn: Die Vernichtung von Metropolis und Fredersens Sohn


Verrissen & zerrissen

Ich habe gerade den allerdmmsten Film gesehen. Ich glaube nicht, dass es mglich wre, einen noch dmmeren zu machen. Er heit Metropolis und kommt von den groen Ufa-Studios in Deutschland, und dem Publikum wird zu verstehen gegeben, dass er mit einem enormen Budget produziert wurde. Originalitt gibt es keine darin. Auch keinen eigenstndigen Gedanken. Keinen einzigen Moment lang glaubt man irgendetwas von dieser bldsinnigen Geschichte. Man kann nicht einmal darber lachen. Es gibt keine einzige gut aussehende, sympathische oder lustige Figur in der Besetzungsliste. Mein Glaube an das deutsche Unternehmertum hat einen Schock erlitten...Sechs Millionen Mark! Was fr eine Verschwendung!

So aufgeregt uerte sich H.G. Wells, Autor von "Krieg der Welten", im April 1927 ber den deutschen Stummfilmklassiker "Metropolis". Die UNESCO sah das spter ganz anders und nahm Fritz Langs epochales Werk im Jahre 2001 als ersten Film in das Weltdokumentenerbe (Programm zum Erhalt des dokumentarischen Erbes der Menschheit) auf. Fakt ist, dass "Metropolis", dessen Herstellung ca. das Zehnfache der damals blichen Kosten fr eine durchschnittliche Filmproduktion verschlungen hatte, das Science-Fiction-Kino und die Filmkunst im Allgemeinen ber Jahrzehnte hinaus beeinflusst hat. Zahllosen Genre-Filmen, die ihrerseits lngst Kultstatus erlangt haben, diente der Klassiker als visuelles Vorbild. Rotwangs Maschinen-Mensch etwa stand Modell fr das Design von C-3PO in "Krieg der Sterne", whrend Ridley Scott sich fr "Blade Runner" vom metropolis'schen Stadtdesign inspirieren lie. Weitere Bezge finden sich in "Frankenstein", "Superman", "2001: Odyssee im Weltraum", "Batman", "Dark City", "Das fnfte Element" und in vielen weiteren Filmen. Selbst in die Welt der Musikvideos hielt "Metropolis" Einzug: Der Clip zu "Love Kills" von Freddie Mercury erzhlt anhand von originalen Filmausschnitten die Liebesgeschichte zwischen Maria und Freder, in Queens "Radio Ga Ga" und System of a Downs "Sugar" finden sich ebenfalls Sequenzen aus "Metropolis". Auch Madonna verneigte sich in ihrem Video zu "Express yourself" mit einer modernisierten Arbeiterstadt-Szenerie vor dem Monumentalwerk.

Welche Metropolis-Fassung all jene zu Gesicht bekamen, denen der Film einst als Inspirationsquelle diente, kann nur vermutet werden. Sicher ist, dass es sich dabei nicht um die ungekrzte Berliner Premierenfassung gehandelt haben konnte. Mit 153 Minuten (bei einer vermuteten Vorfhrgeschwindigkeit von 24 Bildern pro Sek.) war der Film einfach zu lang, um bei den Verleihern auf Wohlwollen zu stoen. Das amerikanische Publikum bekam deshalb von Anfang an eine um ca. 30 Minuten gestraffte und durch den Theaterautor Channing Pollock stark umgearbeitete Fassung zu sehen. "Metropolis" lief bis dato relativ erfolglos im Berliner Ufa-Pavillon am Nollendorfplatz. Weitere Auffhrungen der Premierenfassung, begleitet mit der Originalmusik von Huppertz, gab es in Wien, Amsterdam, Ungarn und Estland (so haben es Nachforschungen von Aitam Bar-Sagi ergeben). Auch gelangte eine Kopie nach Argentinien. Doch nur wenige Wochen nach der deutschen Premiere wurde der Streifen aus dem Verleih genommen und beschlossen, ihn knftig in einer neuen, sich an der amerikanischen Fassung orientierenden Version zu zeigen. Diese zweite deutsche Schnittfassung diente zusammen mit hnlich gekrzten Fassungen als Basis fr weitere Auslandsexporte. Da das herausgeschnittene Material vermutlich schon bald vernichtet wurde und auch die Kopien aus den genannten Verleihgngen verschollen waren, verlor sich in den folgenden Jahren die Spur zur Urfassung des Films im Nichts. Lang selbst bezeichnete "Metropolis" spter als einen Film, "der nicht lnger existiert".

Der Ufa-Pavillon in Berlin. In diesem Kino lief die Premierenfassung des Films.
Bild: Transit Film GmbH: Die Reise nach Metropolis, Doku, 2010


Metropolis rebuild
von Richard Siedhoff

Nach der Dekonstruktion folgte die Rekonstruktion. In beiden Fllen handelt es sich aber auch immer um eine Neukonstruktion. Kaum ein Film bekam im Laufe der Filmgeschichte so viele verschiedene Gesichter wie "Metropolis".

Bereits zur Zensur am 13. November 1926 gab es genau genommen drei (im besten Falle gleichwertige) "Originalfassungen": In zu Stummfilmzeiten blicher Manier wurde auch bei "Metropolis" jede Einstellung entweder mehrfach oder mit zwei (!) Kameras gleichzeitig gedreht (so zeigen es auch Fotos der Dreharbeiten). Jedenfalls so oft, bis drei verwendbare Takes vorlagen, aus denen drei gleichwertige Originalnegative erster Generation (also direkt ohne umkopieren "aus der Kamera") gefertigt werden konnten: eines fr Deutschland, eines fr die USA und eines fr die Exportabteilung der Ufa fr andere Lnder. In der Regel beinhalteten die Export-Versionen die "schlechtesten" der drei ausgewhlten Takes, whrend die "besten" in das deutsche Negativ einmontiert wurden. Bewegungen der Schauspieler, Timing und auch Kamerawinkel knnen dabei recht unterschiedlich ausfallen.

Bei der Rekonstruktion eines (Stumm)Films hat man zwar oft das Glck, in einem anderen Negativ bzw. einer Kopie desselben jene Szenen und Einstellungen zu finden, die in einem anderen fehlen, jedoch ergibt sich nun ein philologisches Problem, welches "Metropolis" heute ganz besonders beschattet: Der Rekonstrukteur montiert den Film neu, so wie es ihn bis dato noch nie gegeben hat. Die verschiedenen Versionen werden vermischt. Und so ist auch das, was wir heute von Metropolis kennen, nicht nur weiterhin ein Fragment, es ist auch weiterhin ein "Bastard", der selbst jedoch wieder nher an einem "Original" ist, als alle lteren, gekrzten Versionen, auf denen er basiert.

Die wesentlichsten Versionen auf dem Weg zur Wiederherstellung einer "Originalfassung" seien im Folgenden dargestellt.


1. Atlas-Film & Co.

Erstmals wieder grere Verbreitung im deutschen Raum fand "Metropolis" in einer Fassung, die eine indirekte bernahme der Fassung des Museum of Modern Art (MoMA) in New York war. Von der in New York ins englische bertragenen Kopie einer deutschen Vorfhrkopie der 1936 noch in Deutschland liegenden "Originalfassung" (die bereits nur noch ca. 90 Minuten bei 25 B/S ma) gelangte 1938 wiederum eine Kopie nach London ins British Film Library. Davon gelangte nach dem Krieg eine Kopie nach Deutschland, wo sich Erich Johann Anton Pietrek des Films annahm. Anlsslich des 50-jhrigen Jubilums des Berliner "Marmorhauses" im Mrz 1962 wurde "Metropolis" hierzulande erstmals wiederaufgefhrt. Die englischen Titel der MoMA-Fassung wurden ins deutsche rckbersetzt. Der Film misst nunmehr 2.535 Meter, ca. 90 Minuten bei der Kinoauswertung (die Zensur vom November 1926 gab den Film mit einer Lnge von 4.189 Metern frei, ca. 153 Minuten bei 25 B/S). Die musikalische Bearbeitung bernahm Heinrich Riethmller auf Grundlage der Originalmusik von Gottfried Huppertz! und wurde als Tonspur auf den Film aufgebracht. Eine Bearbeitung, die sich passagenweise zwischen einer gelungen Version fr zwei Klaviere und einer sehr "interessanten", freien Variante fr elektronische Orgel und Schlagzeug abwechselt. Einmal die falsche Musik zum richtigen Film dann die richtige Musik zum falschen Film: Die Bro-Sequenz um Fredersen ist stark gekrzt, die Musik hier aber vollstndig - die Pianisten legen dafr ein stattliches Tempo vor, um am Bild zu bleiben. Dennoch ein erster Versuch einer Annhrung an ein verschollenes Original?

Dieselbe Bild-Fassung wurde, vermutlich, um 1965 "Im Rahmen von Erwin Leiser's Programmreihe: Der deutsche Film I, Die 20er Jahre" durch den Atlas-Filmverleih erneut herausgebracht, diesmal mit einer Neukomposition von Konrad Elfers, einer bemerkenswerten Mischung zwischen mittelalterlichen Chorlen und kargem Big Band-Jazz. Die vom Atlas-Verleih seit den 1970/80er Jahren vertriebenen 35mm-, 16mm-, 8mm- und VHS-Kopien gehen auf diese beiden (Musik)Versionen zurck. Die Fernsehpremiere des Films, 1971 auf ARD, drfte ebenfalls auf eine der beiden (Musik)Fassungen zurckgehen.


2. Moskau/Prag - Der erste Schritt

Ebenfalls in den 1960er Jahren erarbeitete das Gosfilmofond in Moskau zusammen mit dem Československ Filmov Archiv in Prag auf Grundlage des in Ost-Berlin wiederaufgetauchten, aber weiter gekrzten Negativs der 1927 durch Channing Pollock ausgefhrten Bearbeitung, fr die Paramount eine erste Rekonstruktion mit einer Lnge von 2.816 Metern, die immer noch krzer war als die erste amerikanische Schnitt-Fassung von 1927.


3. Die FIAF-Fassung

Zwischen 1969 und 1972 bemhte sich Eckart Jahnke unter Mitarbeit von Wolfgang Klaue im Staatlichen Filmarchiv der DDR um eine Rekonstruktion im Rahmen der FIAF (Fdration Internationale des Archives du Film). Erstmals montierte man aus den verschiedensten zugnglichen Fassungen aus aller Welt eine mglichst vollstndige Version. Dabei mussten sich Jahnke und Klaue allein auf das Filmmaterial sttzen, denn weder Drehbuch, noch Klavierauszug oder Zensurkarte standen dem Archiv zur Verfgung, bzw. waren noch nicht wieder aufgefunden. So unterlag man einigen schwerwiegenden Fehlern, lie sich von Umschnitten der 1920er irrefhren oder verwendete "gleiche" Einstellungen aus verschiedenen Ursprungsnegativen "doppelt". Die Zwischentitel wurden aus den verschiedenen (englischsprachigen) Kopien bernommen und wechseln somit Sprachduktus, graphische Gestalt und Rollennamen im Filmverlauf mehrfach. Trotz aller narrativen und photographischen Schwchen misst "Metropolis" in der FIAF-Fassung immerhin wieder 3.241 Meter und wurde erstmals auf dem Internationalen Kongress der Filmarchive in Bukarest 1972 aufgefhrt. Der Erfolg war jedoch bescheiden.

Wohl Anfang der 1980er wurde die FIAF-Fassung vom ZDF bernommen, die Zwischentitel mit der von der Zensurkarte (diese hatte Wolfgang Klaue um 1980 in Stockholm entdeckt und Enno Patalas bergeben) erstmals im originalen Wortlaut, wenn auch oftmals falsch positioniert, wieder eingefgt. Die Huppertzsche Originalmusik wurde von Jiř Kanzelsberger fr zwei Klaviere eingerichtet, aufgrund der langsameren Bildgeschwindigkeit (die TV-Version luft 112 Minuten) mit recht unmusikalischen Takt-Wiederholungen.


4. Giorgio Moroders Pop-Version

Um 1980 beginnt der Filmhistoriker Enno Patalas und damaliger Leiter des Mnchner Filmmuseums mit den Recherchen zu einer umfassenden Rekonstruktion des Films. Etwa Zeitgleich wird der Filmkomponist Giorgio Morodor auf den Film aufmerksam und erstellt seine eigene Interpretation des Films, die 1984 weltweit in den Kinos anluft. Moroder krzte den Film zwar radikal auf ca. 80 Minuten (2.283 Meter), fgte aber jene gerade in Australien aufgetauchten Szenen des Kampfes im Nachtclub oder von Maria am Glockenseil erstmals nach 60 Jahren wieder in den Film ein. Moroder ersetzte aber auch Zwischentitel durch Untertitel, frbte den Film in scheinbarer Stummfilmmanier szenengebunden verschiedenfarbig monochrom ein und unterlegte ihn mit eigener Rock/Pop-Musik und Sounds Revival eines Klassikers als Stummfilm-Rock-Oper, die aber einen gewissen Respekt vor dem Film nicht vermissen lsst. In dieser Version findet der Film nach der Fassung von Pietrek (1962) weltweit bis dato die grte Verbreitung.

Interessant ist, dass Moroder zwar erstmals wieder Georgys Fahrt zum Yoshiwara (mittels Standfotos) und das Denkmal der Hel (in barocker Neugestaltung), also die vermissten Handlungsstrnge, anfangs wieder einfgt, diese aber im Verlauf den Films vllig fallen lsst und das Handlungsmuster der Bearbeiter Pollock & Co. bernimmt. Enno Patalas stand Moroder immerhin als Berater zur Seite und erhielt als Dank eine Kopie der MoMA-Fassung gratis. Dies war jene Kopie, die zur Grundlage der ersten umfassendsten und originalgetreusten Rekonstruktion werden sollte:


5. Die "Mnchner Fassung"

Zwischen 1984 und 1988 konnte Enno Patalas nach internationalen Recherchen im Mnchner Filmmuseum eine Fassung montieren, in der mit Hilfe des Drehbuchs, der Zensurkarte und des Klavierauszugs die Struktur der Originalfassung bis auf die Fehlstellen weitestgehend wieder hergestellt war. Grere Fehlstellen wurden mit schwarzer Schrift auf hellem Grund und unter Zuhilfenahme zweier Standfotos erlutert. Diese erste sowohl wissenschaftliche, als auch kinotaugliche Rekonstruktion von "Metropolis" wurde im Herbst 1987 erstmals in Moskau gezeigt. Berndt Heller unternahm fr diese Fassung die erste Adaption und Auffhrung der Orchester-Fassung der Hupptzschen Originalmusik seit 1927.

In dieser "Mnchner Fassung" ist auffllig, dass die photographische Qualitt der zugrunde liegende MoMA-Kopie gegenber den aus den anderen Kopien "neu" eingefgten Szenen deutlich abfllt. Grund fr die Verwendung der MoMA-Fassung war die Annahme, es handle sich um das authentischste Material der deutschen Originalfassung (da 1936 aus Berlin nach New York gekommen). Doch zeigt das MoMA-Material in sich starke qualitative Abweichungen und hufige Anschlussfehler, was darauf schlieen lsst, dass bereits 1936 das deutsche Originalnegativ nicht nur narrativ stark umgearbeitet wurde, sondern auch (aufgrund von Verschlei?) mit Duplikaten und ursprnglich von Fritz Lang nicht verwendeten Material (sog. Nichtkopierer) durchsetzt war.


6. "Metropolis" im digitalen Zeitalter - Die Fassung 2001

Aufgrund dieser Erkenntnis und der Annahme, dass Lang in jenem fr die USA bestimmten Negativ von "Metropolis", mit dem die Ufa bekanntlich mit amerikanischen Groproduktionen konkurrieren wollte, keine minderwertigen (sondern im besten Fall die besten) Takes verwendete und dieses Material, wenn auch stark gekrzt, als Kameranegativ (den inzwischen kompletten Resten der Paramount/Pollock-Version) in Berlin vorlag, beschloss man 1998 eine neue Restaurierung des Films. Neben der berragenden photographischen Qualitt scheint dieses Material wohl doch jenes zu sein, welches einer Originalfassung (was die verwendeten Takes anbelangt) am nchsten kommen drfte.

In starker Anlehnung an die Fassung von Patalas wurde der Film unter Leitung von Martin Koerber also ein weiteres Mal neu montiert und schlielich digital restauriert. Die digitale Restaurierung wurde anschlieend wieder als Negativ-Film ausbelichtet, um davon in traditioneller Weise Vorfhrkopien zu ziehen. 2001 hatte diese Version (3.341 Meter), damals aus Zeitgrnden noch nicht vollstndig digital bereinigt, auf der Berlinale Premiere aus rechtlichen Grnden mit einer neuen Musik von Bernd Schultheis (147 Minuten bei 20 B/S). In dieser Version nahm die UNESCO den Film als erstes Filmwerk in ihr Dokumentenerbe auf. Erst fr die weitere Kino-Auswertung und DVD-Verffentlichung 2003 wurde die Huppertzsche Originalmusik wiederum von Berndt Heller neu eingerichtete und erstmals in Orchesterbesetzung (zweimal einmal fr DVD und einmal mit leichten Abweichungen fr die Kino-Auswertung) eingespielt (118 Minuten bei 25 B/S). Diese Fassung fand international grte Anerkennung und Verbreitung. Es wurde fr den englischen Markt auch eine Variante mit englischen Zwischentiteln angefertigt, die teilweise englische Inserts und Zwischentitel der Entstehungszeit enthlt.


7. Ambitioniertes Bild eines Torsos Die "DVD-Studienfassung" der UdK

Nachdem Enno Patalas 2001 eine "Leseausgabe" seiner Fassung mit einer Auflistung aller Einstellungen und einer detaillierten Beschreibung der verschollen Szenen verffentlicht hatte ("Metropolis in/aus Trmmern"), konnte er 2004/05 im Rahmen des Projekts "DVD als Medium kritischer Filmeditionen" an der Universitt der Knste Berlin eine neue Edition erstellen, die fortlaufend, orientiert an einer neuen (sehr holprigen und miserabel getimten) Kompletteinspielung der Originalmusik fr zwei Klaviere, alle Fehlstellen mit zuschaltbaren Informationen aus Drehbuch, Klavierauszug u.a. versucht darzustellen. Diese Version verwendet exakt das Bildmaterial der Fassung von 2001 und wurde nur digital, als DVD, produziert. Das engagierte Projekt kam jedoch drei Jahre zu frh:


8. "The complete Meropolis" Die Fassung 2010

Nachdem man 2001 (und 2005) die Rekonstruktiongeschichte von "Metropolis" fr beendet hielt, geschah das Wunder. Im Sommer 2008 ging die Nachricht von einer in Argentinien gefundenen "Originalfassung" um. Nach jahrelangen Bemhungen hatte es Fernando Pea endlich geschafft, einen Blick in die Filmdosen im chronisch unterfinanzierten Museo del Cine in Buenos Aires zu werfen. Seit den 1980er Jahren hatte er den Verdacht, dass hier eine "Metropolis"-Version liegt, die mehr zu bieten hat, als alle anderen. Ein Filmvorfhrer erzhlte ihm damals, er habe vor Jahren "Metropolis" gezeigt und war ber zwei Stunden bemht, den ramponierten Film im Projektor zu halten. Jene ramponierte Kopie, das wusste der Filmvorfhrer wohl nicht, war eine Nitro-Kopie des Export-Negativs der Originalfassung, die 1927 direkt nach der Premiere von einem argentinischen Verleiher von der Ufa abgekauft wurde, spter in den Besitz eines Privatsammlers gelangte und bis in die 1960er Jahre gezeigt wurde. Anfang der 1970er Jahre wurde die feuergefhrliche und sich bereits zersetzende "Metropolis"-Nitrat-Poisitiv-Kopie wie viele andere auf Sicherheitsfilm umkopiert, aus Kostengrnden ungereinigt und nur auf 16mm-Film. Was Fernando Pea 2008 schlielich ausgrub war selbst nur noch ein Fragment, ebenfalls stark gekrzt bzw. verschlissen, mit unzhligen einkopierten Bildfehlern (die nun Bestandteil des Bildes sind) und beschnittenem Bildfenster. Martin Koerber: "Ich habe noch nie in meinem Leben einen so zerstrten Film gesehen!" Die argentinische Fassung (oder das, was von ihr brig ist) misst selbst nunmehr weniger als 120 Minuten bei 25 B/S. Auch diesmal wurde also nicht die Originalfassung gefunden, doch enthlt diese Version den Groteil dessen, was in allen anderen Fassungen bisher fehlte: nmlich fast 25 Minuten Film, einen heiligen Gral!

Nach ausdauernden Verhandlungen gelangte das Material nach Wiesbaden, wo der Film von Martin Koerber, Anke Wilkening und Frank Strobel ein vorlufig letztes Mal neu montiert wurde. Nach schwierigster digitaler Bereinigung des argentinischen Materials hatte der Film in seiner bisher authentischsten Gestalt, live begleitet mit einer weiteren Musikrekonstruktion der ursprnglichen Orchester-Fassung, diesmal durch Frank Strobel, am 12. Februar 2010 auf der Berlinale (zum siebten Mal!) seine Premiere. Auch diese Version wird in ausbelichteter Form in traditioneller Weise als Filmkopie verliehen. In der Fassung 2010 hat "Metropolis" nun wieder eine Lnge von 3.945 Metern (ca. 145 Minuten bei 24 B/S, gemessen ohne Rekonstruktion-Vor- und Abspann). Die zur Zensur-Lnge vom November 1926 (4.189 Meter) fehlenden Minuten erklren sich durch weiterhin zwei kurze fehlende Szenen, Lcken im argentinischen Material und die Verwendung von zum deutschen Negativ abweichenden Varianten des amerikanischen und des Export-Negativs sowie die unbekannte ursprngliche Lnge der Zwischentitel (siehe auch Kapitel "Musikalische Striche").

Vielleicht haben wir Glck, und es wird irgendwann in einer ukrainischen Mlltonne doch noch eine Filmdose gefunden, die Anlass zu einer weiteren Umstrzung aller bisherigen Erkenntnisse fhrt. Wer wei...


Restaurierung und Rekonstruktion

Der katastrophale Zustand des argentinischen Materials stellte die Restauratoren vor eine groe Herausforderung, da die 35mm-Verleihkopie, von der in den siebziger Jahren ein 16mm-Dup-Negativ gezogen wurde (siehe Erluterungen im vorherigen Absatz), stark abgenutzt war (der durch die Formatreduktion verursachte Bildbeschnitt ist in der neuen Restaurierung mit schwarzen Balken gekennzeichnet). Bedauerlicherweise hatte man damals den Kopiervorgang mittels Trockenabtastung durchgefhrt, die sich jedoch nur bei intaktem Ausgangsmaterial eignet. Wird sie hingegen, wie im vorliegenden Fall, bei beschdigtem Material angewandt, werden Kratzer, Laufstreifen, Risse und Verschmutzungen in das Dub-Negativ kopiert. Mit einer so genannten Nassabtastung, bei der der Film durch eine chemische Flssigkeit gezogen wird, htte man das Schlimmste verhindern knnen (Schmutzpartikel werden dadurch entfernt und mechanische Beschdigungen des Films optisch abgemildert).

Da nun aber das Kind schon in den Brunnen gefallen war, mussten sich die Restauratoren mit dem Ist-Zustand arrangieren und mittels digitaler Technik retten, was zu retten war. Die Stabilisierung des Bildstands und die Reduzierung groflchiger heller Flecken (DeFlicker) war hierbei noch die leichteste bung. Problematisch waren die Kratzer, Schrammen und andere Beschdigungen, die sich als so schwerwiegend herausstellten, dass smtliche Testlufe mit diversen Bildrestaurationsprogrammen scheiterten. Es waren einfach zu wenige intakte Bilder vorhanden, als dass mit der bis dato blichen Arbeitsweise (fehlerhafte Stelle wird mit dem Inhalt aus einem unbeschdigten Bild berdeckt) ein positives Ergebnis zu erzielen gewesen wre. Lsung des Problems musste also eine neu entwickelte Software sein, die mit den speziellen Anforderungen des wiederentdeckten Metropolis-Materials umgehen kann. So entstand in dreimonatiger Entwicklungsarbeit "RettMagic", ein Programm, das nicht mit Einzelbildern, sondern mit lngeren Bilderfolgen und der Erkennung von Mustern arbeitete. Nun war es mglich, beschdigte Stellen ohne die bertragung fremder Inhalte auszumerzen. Die Reinigungswirkung musste jedoch sehr sorgfltig auf Materialzustand und Szeneninhalt abgestimmt werden. Sehr fehlerhafte Stellen mit starken Bewegungsanteilen im Bild erforderten z.B. einen geringeren Reinigungsfaktor, da ansonsten digitale Artefakte aufgetreten wren. Manche Szenen konnten deshalb nur zu einem Viertel gereinigt werden, andere wiederum zu zwei Dritteln.

Links: Material im unrestaurierten Zustand | Rechts: Nach der Restaurierung (Bilder: alpha-omega.de)


Zu den Restaurierungsarbeiten gehrte auch die bersetzung spanischer Texte, die in den wiederentdeckten Einstellungen auf Briefen, Zetteln usw. enthalten waren (diese Sequenzen wurden damals extra fr den spanisch-sprachigen Markt produziert). Dazu wurden die einzelnen Bilder vom Text befreit und nach einer grndlichen Reinigung (oder digitalen Neumodellierung) mit deutschen Texten versehen.

Links: Argentinisches Original-Material | Rechts: Restaurierte Fassung mit deutschen Texten (Bilder: alpha-omega.de)


Eine weitere Sisyphusarbeit bestand darin, das neue Material mit den bereits vorhandenen Szenen so zu verknpfen, dass am Ende eine mglichst authentische Rekonstruktion der Urfassung stand. Als sehr hilfreich erwiesen sich in diesem Zusammenhang u.a. berlieferte Notizen in der Partitur und Timing-Vorgaben aus der Filmmusik.


Musikalische Striche in der neuen Rekonstruktion von Metropolis
von Richard Siedhoff

Vorliegend wurde die Neubearbeitung der Huppertz'schen Musik durch Frank Strobel (2009) mit dem Klavierauszug von 1926 verglichen und alle Abweichungen im Notentext bzw. -verlauf vermerkt. Dies soll einen berblick darber geben, wo in der aktuellen Rekonstruktion des Films noch Teile fehlen. Allerdings muss man bercksichtigen, dass die neue Rekonstruktion berwiegend nicht dem Bildmaterial der Premierenfassung entspricht, auf die Huppertz die Musik geschrieben und eingerichtet hatte. Bevorzugt wurde auf Bildmaterial der amerikanischen Fassung zurckgegriffen, da dieses am authentischsten erschien, ergnzt mit Bildmaterial, welches auf die deutsche und die Exportfassung (z.B. das argentinische Material) zurckgeht. Zustzlich kann man bei einer Vielzahl von Einstellungen davon ausgehen, dass sie nicht komplett, sondern bei diversen Umschnitten whrend der Umarbeitungen in den 1920er und 30er Jahren minimal krzer geworden sind, oder Teile durch (spteren) Verschlei verloren gingen. Das hat zur Folge, dass das Timing des Schnitts nicht immer exakt dem der Premierenfassung entspricht und es viele kleinere Abweichungen gibt, obwohl vom Filminhalt her nichts fehlt. Auch die exakte Lnge der Zwischentitel ist nicht genau berliefert. So erklren sich in der Summe, neben den immer noch offensichtlich fehlenden Szenen, die zur Originallnge scheinbar noch vermissten mehr als fnf Minuten. Zustzlich gibt es in der Partitur viele mit vi= =de eingeklammerte Takte. Diese bilden wohl den letzten Bearbeitungsschritt Huppertz, um die Partitur an den endgltigen Filmschnitt anzupassen diese Takte sollen meist weggelassen werden, sind aber in der neuen Bearbeitung oftmals enthalten.

Auffallend sind viele kurze Striche von 1 bis 2 Takten und Verdopplungen anderer Takte. Dies hat oftmals damit zu tun, die Musik exakt an die nun bestehenden Filmbilder anzulegen, welche vom Timing der Premierenfassung abweichen. Es muss also nicht zwangslufig eine Fehlstelle vorliegen. berhaupt ist die Lngenangabe in Takten schwierig nachzuvollziehen, da die zeitliche Lnge der Takte natrlich immer aus ihren unterschiedlichen Tempi resultiert. Bei mehreren gestrichenen Takten kann man aber fast immer von einer Lcke im Filmverlauf ausgehen.

Folgend sind alle gestrichenen Takte aufgelistet und die Szenen kurz beschrieben, in die sie etwa fallen. Darunter sind die entsprechenden Synchron-Stichworte der Partitur vermerkt. Hier muss allerdings angemerkt werden, dass nicht alle benannten Synchronpunkte zwangslufig eine Fehlstelle bedeuten bzw. unbekanntes Bildmaterial beschreiben, sondern in der Umarbeitung der Musik manchmal zwanglufig verschoben werden mussten. In Klammern befinden sich dann jene Synchronpunkte vor oder nach den gestrichenen Takten, die tatschlich keine Entsprechung im berlieferten Bildmaterial besitzen und eindeutige Fehlstellen markieren.

40 (8 Takte vi=de) Takte Walzer
In den ersten Minuten der Garten-Sequenz (sowie Musikalisch transponierte Abschnitte gegenber dem Klavierauszug vermutlich von Huppertz selbst so eingerichtet).
"Wer meine Damen", "Mdchen verbeugt sich", "Mdchen dreht sich"

16 Takte Walzer
Freder am Brunnen mit Mdchen.


14 Takte
Wenn die Diener zu Maria und den Kindern kommen.
"Ganze Gruppe", "Maria", "Diener kommen", "Mdchen lachen"

4 vi=de-Takte
Maschinenexplosion der M-Maschine.


2 vi=de-Takte
Tiefblick in die Straen von Metropolis.

2 vi=de-Takte
Totale von Metropolis.


1 Takt gestrichene Pause
Nach dem Titel "Wie kommt es, Josaphat, dass mir diese Plne"

2 Takte
Freder und Josaphat auf der Treppe, bei "Wissen Sie, was es heisst, von Joh Fredersen so entlassen zu werden?"


1 Takt
Szenenwechsel vom Schmalen am Zeitungsstand zu Georgy und Freder an der Maschine.

2 Takte
Beim Szenenwechsel von Freder an der Maschine zum Parkplatz mit Freders Wagen.
"Zeitungsstand"


10 Takte (4 Takte vi=de)
Zu Beginn von Georgys Fahrt in Freders Wagen.
"Autoinneres", "Licht an" (und "Georgy reckt sich")

8 Takte
Whrend Georgys Fahrt.
"Frau im Auto" (und "Frau lchelt, Mantel fllt", "Cigarette")


8 weitere Takte
Whrend Georgys Fahrt.
"Autofenster Georgy"

12 Takte
Whrend der Yoshiwara-Trickbilder.
"Nackte Frau" (und "Georgy")


8 Takte
Whrend des Dialogs am Denkmal der Hel.
"Ich habe ein einziges Mal", "Fredersen"

Wiederholung eines Taktes
Nachdem Fredersen auf die Armbanduhr geblickt hat, um die Synchronitt der folgenden acht Sekundenschlge des Zeigers zu wahren.





4 Takte
Georgy und der Schmale im Wagen, etwa bei "Nr. 11811, Sie kehren an Ihre Maschine zurck".
"Auto innen"

1 Takt
Noch immer Georgy und der Schmale im Wagen.


1 Takt
Wenn der Schmale Josaphat das Geld hinlegt.

11 Takte
Nach den Aufnahmen, wenn Josaphat auf den Scheck in des Schmalen Hand starrt.
"Schmale auf", "Dieser Mann", "Josaphat in den Sessel"


12 Takte
In der Passage nach der Aufnahme von Freder auf der belebteren Strae.
"Josaphat", "Josaphat an der Tr", "Beide an der Tr", "Josaphat fllt", "Sessel"

3 Takte
Am Ende der Szene mit dem Schmalen und Josaphat an der Tre.
"In drei Stunden" (und "Verbeugung", "Tr abschlieen")





4 Takte
Bei "Der andere am gleichen Abend".
"Tisch"

8 Takte
Vor "Sie wird den Glauben an den Mittler zerstren!".
"Rotwang"


2 Takte
Im Szenenkomplex um "Und zweifach habe ich Joh Fredersen betrogen".
(auch "Rotwang", "und zweifach habe ich") "Maria" (und "Schatten Rotwangs" (sic!))

2 Takte
Unmittelbar darauf, 2 Takte spter.
"Rotwang" (und "Schatten")


2 Takte
Bei "Du sollst die Tore ffnen".

2 Takte
Beim letzten einstrzenden Fahrstuhl.


8 Takte
Wenn Freder und Josaphat die Leiter im Schacht hinaufklettern.
"Freder", "Josaphat"

Wiederholung von 2 Takten
Bei den tanzenden Arbeitern an den Maschinentrmmern. Verglichen mit dem Klavierauszug. Allerdings weichen hier die ersten 4 Takte von der Orchesterfassung ab vielleicht hatte Huppertz die Stelle umgeschrieben.


4 Takte
Im Foxtrott des Yoshiwara-Zuges vor dem Tore des Yoshiwaras.

Wiederholung von 4 Takten
Wenn die Arbeitermenge eine Treppe herunterstrmt, bevor Rotwang erwacht.


2 Takte mit Wiederholung (also 4 Takte)
Nachdem Freder und Josaphat losgestrmt sind.
"Arbeiter zurck"

2 Takte
Im darauf folgenden Yoshiwara-Getmmel mit der falschen Maria.
"Yoshiwara Zug"


4 Takte
Wenn Grot die falsche Maria packt.

12 Takte
Freder im Handgemenge und Josaphat auf der Hochbrcke.
"Hexe", "Freder Handgemenge", "Hochstrae"


19 Takte
Kampf zwischen Rotwang und Freder, bevor Fredersen kommt.
(auch: "gegen das Dach") "Beide am Boden", "Beide auf", "Freder boxt", "Scheiterhaufen", "Domgalerie"

Wiederholung von 2 Takten
Vor "Eure Kinder...gerettet".


Wiederholung von 2 Takten
Bevor Freder von Rotwang den finalen Kinnhaken bekommt.
"Fredersen"



Hinweise zum Schnittbericht

Filmmaterial aus Neuseeland
Kurz vor Beginn der Restaurierungsarbeiten ging der Murnau-Stiftung weiteres Metropolis-Material aus dem Neuseelnder Filmarchiv zu. Bei einigen Szenen fand dieses Material seinen Weg in die aktuelle Rekonstruktion. Besagte Stellen sind innerhalb des Schnittberichts hellblau hinterlegt.

Fehlende Einstellungen
Wie Richard in seinem Beitrag zu den musikalischen Streichungen schon erwhnt hat, ist die neue Metropolis-Fassung nach wie vor nicht komplett. Sequenzen, die noch Lcken aufweisen oder lckenhaft sein knnten, sind im Schnittbericht durch orange hinterlegten Text gekennzeichnet.

Ergnzende Informationen
Zustzliche Informationen zu neu hinzugekommenen Szenen oder Umschnitten werden im Schnittbericht mit einem vorangestellten Symbol kenntlich gemacht.

Zeitangaben
Zeitangaben innerhalb des Schnittberichts folgen immer dem Schema 2001er Fassung [2010er Fassung].
32:14 [35:44 - 38:03] bedeutet also etwa, dass bei Zeitindex 32:14 in der 2001er Fassung die Szene XY fehlt, diese jedoch in der neuen Rekonstruktion enthalten ist und dort von 35:44 bis 38:03 luft. Bei der Dokumentierung von Umschnitten werden nach dem selben Prinzip die Zeitindizes angegeben, innerhalb derer sich in den beiden Fassungen die jeweiligen Szenen abspielen, also z.B. 14:34 - 15:11 [16:15 - 16:54].
Weiterer Schnittbericht:
Restaurierte Fassung (2001) - Restaurierte Fassung (2010) - Teil 2

Meldungen:
Metropolis - Premiere der Langfassung auf der Berlinale (30.01.2010)
Metropolis - US-DVD/BD fr November angekndigt (31.08.2010)

Teil 1


Lngerer Vorspann in der neuen Fassung.
40 Sek.
Restaurierte Fassung (2001)
Restaurierte Fassung (2010)


Nach der letzten Erluterungstafel, vor "Dieser Film wurde im Auftrag der Ufa hergestellt...", fehlt sehr wahrscheinlich immer noch der Filmtitel "Metropolis". Das geht zumindest aus der Zensurkarte so hervor. Mgliche Ursache ist ein Denkfehler der Restauratoren, da der Filmtitel ja immer noch in der Animation nach dem Vorspann gezeigt wird. Vergleicht man aber die Zensurkarte mit anderen Zensurkarten und Filmen, erscheint das Fehlen des Haupttitels hier als durchaus wahrscheinlich. Weiterhin ist es mehr Spekulation als bewiesen, welche Namen im Vorspann auf einer Tafel zusammengefasst wurden. Es ist nicht unwahrscheinlich, dass jeder Name (auer der Darstellerliste) allein auf der Leinwand zu lesen war. In der Zensurkarte gibt es dazu keinen Hinweis.



04:27 [05:14 - 05:18]
Die Aufzugfahrt vor Einblendung des Zwischentitels "Tief unter der Erde lag die Stadt der Arbeiter" dauert merklich lnger. Es handelt sich hierbei um einen alternativen Take aus einem anderen Ursprungsnegativ.
4,7 Sek.


06:52 [07:49 - 07:53]
Der Beginn der Gartensequenz ist mglicherweise immer noch sehr lckenhaft. In der argentinischen Fassung finden sich zunchst zwei weitere Einstellungen des Zeremonienmeisters: Einmal, wie er die Mdchen (halbtotal) heranwinkt, dann eine Einstellung inmitten der Mdchen, sprechend (nah). Wahrscheinlich gehrt diese vor den Titel "Wer, meine Damen, hat heute die Vorzug..." (Verglichen mit der Partitur passt jedoch die komplette Szene an der Grotte in keiner Fassung zur den Stichworten der Musik, selbst die Musikeinspielung der Studienfassung ist stark gekrzt, entspricht aber wahrscheinlich einer von Huppertz umgearbeiteten Version, die in dem dem Verfasser vorliegenden Klavierauszug [noch] nicht bercksichtigt wurde. Somit ist es schwer zu sagen, wie die Szene aussehen msste). In der Rekonstruktion wurde lediglich die zweite Einstellung des Zeremonienmeisters verwendet und offensichtlich falsch montiert, denn der Titel "Wer, meine Damen, ..." folgt hier erst spter, nachdem die ersten Mdchen weggehen. Dann folgt ein Mdchen das sich verbeugt, wieder mit anderen Mdchen im Hintergrund (die eigentlich weg sein mssten) und dann, nach der Aufforderung sich zu drehen, steht es pltzlich ganz alleine da. Lckenhaft.
4 Sek.


07:32 [8:35 - 08:50]
Neu aus Argentinien: Der Zeremonienmeister zckt seinen Schminkstift und schminkt und pudert das Mdchen. Er pudert es so stark, dass eine Staubwolke das Bild kurz in Nebel hllt - eine der wenigen komischen Szenen im Film. Danach folgt die bekannte Totale, wenn Freder ins Bild luft. In der 2001er Fassung ist die Staubwolke noch leicht zu sehen. Direkt vor und nach dieser neuen Szene scheint nichts zu fehlen. Auch, wenn sich in der argentinischen Fassung ein langer Filmriss vor dem Schminken befindet, fgt sich das neue Material synchron zur Musik und ohne Lcken aufzuweisen in das bestehende Material ein.
15,1 Sek.


09:10 [10:33 - 10:38]
Bei der Erscheinung Marias wird eine Einstellung lnger: Ein Mdchen kommt zu Freder ins Bild, bevor dieser in einer nheren Einstellung die Hand schlichtend-beruhigend senkt. Diese Geste bekommt dadurch mehr Bedeutung. Die Gartenszene scheint trotzdem nicht komplett. Der lngere Take stammt aus dem neuseelndischen Negativ und wurde mit dem argentinischen Material zustzlich ergnzt.
5,7 Sek.



Bildqualitt
14:34 - 15:11 [16:15 - 16:54]

Die "Moloch-Szene" (Arbeiter marschieren in das riesige Maul des Maschinen-Molochs) weist in der 2001er Fassung eine deutlich bessere Bildqualitt auf, obwohl fr die neue Rekonstruktion definitiv der selbe Take verwendet wurde. Was ist hier passiert?

17:02 [18:50 - 18:57]
Die neue Fassung gewhrt einen deutlich lngeren Blick auf die Huserschluchten von Metropolis. Von rechts sieht man noch eine Art Zeppelin durchs Bild fliegen.

Diese Sequenz stammt weder aus dem argentinischen, noch aus dem neuseelndischen Material. In der MoMA- und der Patalas-Fassung war dieser Take hingegen schon immer komplett vorhanden.
7,1 Sek.


22:31 [24:38 - 24:47]
Auf die Frage Freders, wo denn die Menschen seien, die Metropolis erbauten, antwortet sein Vater mit "Wo sie hingehren...". Unmittelbar danach sieht man in der 2001er Fassung die Arbeiter mit dem Lift unter Tage fahren. Danach fragt Freder: "...in die Tiefe...?" In der neuen Restaurierung hingegen starrt Freders seinen Vater nach dessen Antwort ("Wo sie hingehren...") noch lnger an und fragt nach: "...wo sie hingehren...?" Erst danach folgt in der neuen Fassung die Szene mit dem Lift. Jedoch werden in der Rekonstruktion die Titel "Wo sie hingehren?" und "In die Tiefe?" in die Fahrstuhl-Einstellung hinein- und aus ihr herausgeblendet. So fand es sich bisher noch in keiner Fassung, wobei es aber nicht unwahrscheinlich ist, dass dies auch in der Original-Fassung so war.
9,3 Sek.


22:42 [24:56 - 25:24]
Nachdem Freder "...in die Tiefe...?" gefragt hat, kommt hinzu, wie Fredersen nickt, kalt bleibt, whrend Freder leicht schwankt, die Hnde an den Kopf fasst, die Doppeluhr aus dem Prolog an der Wand sieht und Fredersen sich hart und kaltherzig von seinem Sohn abwendet.
27,9 Sek.


Alternatives Bildmaterial
22:42 - 22:49 [25:24 - 25:31]

Der zuvor beschriebene Szenenblock luft noch einige Sekunden lnger, wobei dieser Teil auch in der 2001er Fassung enthalten ist. In der neuen Rekonstruktion wurde besagte Einstellung, die den fassungslosen Freder zeigt, komplett durch das argentinische Material ausgetauscht.
Kein Zeitunterschied

Restaurierte Fassung (2001)
Restaurierte Fassung (2010)


25:37 [28:26 - 28:31]
Nachdem Fredersen seinen Angestellten Josaphat gefeuert hat, sieht man in einer weiteren Einstellung Josaphat mit fassungslosem Gesichtsausdruck.
4,8 Sek.


27:01 [29:59 - 30:02]
Eine neue Einstellung, wenn Josaphat nach seiner Entlassung die Treppe hinuntergeht. Durch die neue Perspektive wird das Treppenhaus einprgsamer definiert.
3,3 Sek.


Umschnitt
27:49 - 27:58 [30:20 - 30:30]

Nach Josaphats Entlassung: Fredersen blickt auf die Tre, durch die sein Sohn kurz zuvor den Raum verlassen hat. Dann drckt er auf seinem Steuerpult mehrmals einen Knopf.

28:34 [31:39 - 31:51]
Freder fragt Josaphat nach dessen Wohnort und notiert sich die Adresse. In der 2001er Fassung fehlt die Szene, stattdessen wird eine Texttafel eingeblendet, die die abgngige Sequenz umschreibt.
12,3 Sek.
Restaurierte Fassung (2001)
Restaurierte Fassung (2010)


Umschnitt
28:52 - 29:00 [31:51 - 32:00]

Unmittelbar nach der obigen, in der 2001er Fassung fehlenden Szene, folgt ein Zwischentitel, in dem Freder seinen "Schtzling" Josaphat anweist, zuhause auf ihn zu warten. In der 2001er Fassung wurde besagter Zwischentitel in die Folgeszene hineingeschnitten. Die Korrekturen in der neuen Fassung begrnden sich eindeutig durch die Stichworte in der Partitur.

Umschnitt
30:47 - 31:08 [33:59 - 34:21]

Hier wurden die Zwischentitel (Dialog) innerhalb der Szene, in der Freder sich um den vllig entkrfteten Georgy kmmert, anders platziert (Georgy: "...die Maschine!...Es muss ein Mensch an der Maschine sein!"/ Freder: "Es wird ein Mensch an der Maschine sein..." / Freder: "ICH").

Diese Korrekturen begrnden sich durch die identische Montage in fast allen alten Fassungen, die Stichworte in der Partitur und besonders durch die Dramaturgie der Musik, die 2001 eindeutig nicht stimmte (Freders Erlser-Thema schon bei "Es muss ein Mensch..." anstatt wie richtig bei "Es wird ein Mensch...").

31:22 [34:35 - 34:58]
Der Schmale beobachtet Freders Wagen. Er steht an einem belebten Zeitungsstand, dessen Leuchtreklame flackert. In der 2001er Fassung wird lediglich eine Texttafel eingeblendet.
22,7 Sek.
Restaurierte Fassung (2001)
Restaurierte Fassung (2010)


Korrigierte Position des Inserts
31:38 - 31:42 [35:05 - 35:10]

Der Zettel, den Freder Georgy in die Hand drckt, prsentiert sich in der 2001er Fassung in englischer Sprache und war die bis dato einzige erhaltene Einstellung aus der Fahrt Georgys zum Yoshiwara: Wir sehen den Zettel in der Hand des im Wagen sitzenden Georgy. Die Lichtreflexe kommen von den Straenlaternen und Lichtern, die am fahrenden Wagen vorbeigleiten. Dieses englische Insert gehrt an jene Stelle, bevor Georgy im Wagen das Geld in Freders Anzug findet. Das richtige Insert fr die Maschinen-Szene stammt nun, deutsch bersetzt, aus der argentinischen Fassung. Die Vertauschung der sehr hnlichen Inserts ist mglicherweise auf einen Montagefehler schon in den 1920er Jahren zurckzufhren.

Restaurierte Fassung (2001)
Restaurierte Fassung (2010)


32:14 [35:44 - 38:03]
An dieser Stelle fehlte 2001 ein lngerer Handlungsteil. Zur besseren bersicht erfolgt hier eine Aufteilung nebst separater Beschreibung und Bebilderung. Die Gesamtlaufzeit der hinzugekommenen Szenen betrgt
139,3 Sek.

Georgys Fahrt zum Yoshiwara, jene von Roland Schacht nach Krzungen schmerzlich vermisste Szene, nachdem Georgy seine Maschine verlsst: zunchst fehlt immer noch eine Einstellung des Schmalen (Filmriss in der argentinischen Fassung). Georgy steigt in den Wagen, zeigt dem Chauffeur den Zettel, der Schmale schreibt auf den Zeitungsrand. Der Arbeiter Georgy, mit dem Freder die Rollen getauscht hat, geht zu Freders Wagen und zeigt dem Chauffeur den Zettel mit Josaphats Adresse. Der Schmale, immer noch versteckt hinter seiner Zeitung, beobachtet den Vorgang. Mit einem zufriedenen Lcheln faltet er seine Lektre zusammen, whrend Freders Wagen den Parkplatz verlsst.


Restaurierte Fassung (2001)
Restaurierte Fassung (2010)


Nun eine Lcke (Krzung?) In der Partitur finden sich die Stichworte "Autoinneres", "Licht an" und "Georgy reckt sich" (ca. 8 Takte).



Danach folgt die Einstellung von Freders Zettel, der in der 2001er Fassung in die vorige Maschinen-Szene montiert wurde (Freder bergibt den Zettel an Georgy).



Nun sehen wir Georgy im Wagen sitzen, den Zettel einstecken, Geld aus der Tasche ziehen, die Handbremse wird gezogen, ein Ruck geht durch Georgy, der das Geld an sich drckt, zum Fenster hinausblickt, eine junge Frau im Nebenwagen sieht, sie anstarrt.

Restaurierte Fassung (2001)
Restaurierte Fassung (2010)


Lcke (Zensur?) bei 36:43. Es fehlt eine Einstellung, wie (laut Drehbuch) der Frau der Mantel von den Schultern gleitet, sie sich eine Zigarette anzndet (ca. 8 Takte).



Dann sehen wir wieder Georgy, sichtlich geblendet. Die Fahrt geht weiter, wieder die Handbremse, wieder ein Ruck, Georgy blickt verheiungsvoll auf das Geld.



Nun wirft jemand Flugbltter von einem Eisentrger, Zettel fliegen zu Georgy hinein (Stichwort in der Partitur: "Yoshiwara"). Nun ein Gewirbel von Zetteln, Georgy reit die Arme hoch, es wird surrealistisch bertrieben, es folgt eine eindrucksvolle Tricksequenz: Zettel, Luftballons, die sich berblenden in drei lchelnde Frauen verschiedener Nationalitten (wohl Prostituierte), dann Ksse, Paare, Roulette, hin und her rasende Klaviertasten teilen das Bild diagonal, ein Geiger (Huppertz selbst?), das alles in Mehrfachbelichtungen. Dann in der Bildmitte eine Tnzerin, in den Ecken kssende Paare und ein Roulette-Rad.

Restaurierte Fassung (2001)
Restaurierte Fassung (2010)



Bildsprung (Zensur?). Ansatzweise ist noch zu erkennen, wie der Tnzerin das Kleid von der Schulter rutscht und sie darunter nackt ist (Stichwort in der Partitur: "Nackte Frau", ca. 4 Takte). Nach Aussage von Frau Wilkening gab es in Argentinien damals zwar keine Zensur, trotzdem scheinen alle hier fehlenden Einstellungen offensichtliche Zensureingriffe zu sein, wobei im weiteren Filmverlauf nichts dergleichen gekrzt ist. Vielleicht hat sich ein Filmvorfhrer hier seine Lieblingseinstellungen fr die Privatsammlung herausgeschnitten.



Das Bild setzt wieder ein bei einer Lochblende, die wieder zu Georgy fhrt. Dieser, sichtlich verwirrt und innerlich erregt, zeigt dem Chauffeur den Yoshiwara-Zettel, der wendet das Steuerrad.



33:28 [38:46 - 39:41]
Nachdem wir Rotwang kennen gelernt haben, sehen wir in einer einzigen langen Einstellung (total) folgendes: Fredersen von hinten, vor einem riesigen Vorhang, rechts und links am Bildrand jeweils eine lange Vorhangschnur mit einer dicken Kordel. Fredersen geht auf die linke zu, zieht leicht daran. Langsam ffnet sich der Vorhang nach beiden Seiten, dahinter wird sichtbar, in voller Gre, etwa dreimal so gro wie Fredersen: das Denkmal der Hel. Fredersen, obwohl nur von hinten sichtbar, geht sichtlich innerlich bewegt langsam auf das Denkmal zu. Fast Nahaufnahme, Fredersen im Profil (Musik: Adagio, piano, Thema der Hel), den Blick nach oben gerichtet. Seine Hand greift tief in den Vorhangstoff. Eine schauspielerische Glanzleistung Alfred Abels: Haben wir Fredersen bisher als kalten, harten Monopolisten kennen gelernt, offenbart sich hier in wenigen, ganz und gar nicht expressionistischen, zurckhaltenden Gesichtsregungen ein wahres Gemlde von Gefhlsausdruck. Fredersen senkt den Blick unter tiefem Schmerz, atmet tief durch, zieht die Schultern an, hebt den Blick wieder. Es folgt die Inschrift auf dem Sockel (wie schon 2001 anhand eines Standfotos rekonstruiert).

Bei der Szene, in der Fredersen das Denkmal der Hel enthllt, handelt es sich um eine auerordentlich ausgeklgelte Trickeinstellung: Die untere Bildhlfte ist echt, die obere mit dem Kopf ein eingespiegeltes Modell. Den realen und den eingespiegelten Modell-Vorhang (vermutlich besa zweiterer keine Falten) synchron zu ffnen, ist eine nahezu perfekt gelste tricktechnische Meisterleistung (zumal der Vorhang sich nicht senkrecht bewegt)! Bei genauerer Betrachtung merkt man zum Beginn des ffnens minimale Verschiebungen.
54,8 Sek.
Restaurierte Fassung (2001)
Restaurierte Fassung (2010)


Umschnitt / Alternatives Bildmaterial
34:09 - 34:12 [40:35 - 40:41]

Die in der 2001er Fassung enthaltene kurze Nahaufnahme von Fredersen, wie er vermeintlich auf die Inschrift von Hels Denkmal starrt und ein pltzlicher innerlicher Schauer ber sein Gesicht fhrt, wurde in der neuen Rekonstruktion gegen den kompletten Take aus der argentinischen Fassung eingetauscht und befindet sich nun korrekterweise vor dem Titel "Lass die Tote ruhen...". Was dem Zuschauer bisher verwehrt wurde: Fredersen wendet den Kopf noch langsam zur Seite ab.
3,1 Sek.

Restaurierte Fassung (2001)
Restaurierte Fassung (2010)


34:12 [39:52 - 40:15]
Fredersen hebt den Blick unter starkem innerlichem Zwang. Pltzlich betritt Rotwang forsch den Raum, stockt, sieht, wie Fredersen auf das Denkmal zugeht, Rotwang reagiert blitzschnell, rennt los, zieht den Vorhang zu, der sich von beiden Seiten wie durch den bloen Willen Rotwangs schliet. Dieser schreit Fredersen an, weist ihn fort, greift sich ans Herz und fhrt wieder mit der Hand auf Fredersen los. In der 2001er Fassung werden stattdessen drei Texttafeln eingeblendet. Der fehlende Zwischentitel, der auf der letzten Texttafel rezitiert wird, wird in der neuen Fassung erst etwas spter in 40:18 gezeigt. Zwecks besserer bersicht wird die Dauer dieser Zwischentiteleinblendung (4,6 Sek.) hier mit einberechnet.
27,9 Sek.
Restaurierte Fassung (2001)
Restaurierte Fassung (2010)


Hier muss ein lngeres Stck Film fehlen. Die Rekonstruktion kaschiert die Fehlstelle durch das Vertauschen von Einstellungen (die korrekte Reihenfolge ist nicht genau rekonstruierbar): Fredersen im Profil mit Rotwangs zitternder Hand vor sich (direkt nach dem Titel "Ein Hirn wie das Deine...") ist wahrscheinlich nur ein alternativer Take der Einstellung direkt vor selbigem Titel. Die folgende Einstellung mit Fredersen von hinten und Rotwang tobend vor ihm gehrt wohl auch noch vor den Titel. Die Partitur passt in der kompletten Hel-Sequenz exakt auf die Bildfolge, auer nach dem Titel "Ein Hirn wie das Deine..." - hier mussten 8 Takte gestrichen werden. Was fehlt? Die Stichworte in der Partitur: "Ich habe ein einziges Mal..." (wurde in der Rekonstruktion praktisch vorgezogen und msste 7 Takte spter kommen) und "Fredersen". Das Drehbuch gibt hier an: "Ein grausiges Gelchter erschttert Rotwangs Brust, ohne laut zu werden, es ist, als fiele sein Gesicht in eine ewige, folternde Dunkelheit, in der nur noch die Augen flackern, und diese Augen shen jetzt nicht den Mann, der vor ihnen steht, sondern eine Erinnerung, eine unentrinnbare Erinnerung, whrend er raunt: "Ich habe ein einziges Mal...".



Umschnitt
34:32 - 34:40 [40:26 - 40:35]

Rotwang brllt Fredersen wild gestikulierend entgegen: "Ich habe ein einziges Mal im Leben etwas vergessen: Dass Hel ein Weib war und Du ein Mann..."

34:43 [40:23 - 40:26]
Rotwang streckt Fredersen krampfhaft-verbittert, egoman anklagend seine linke Hand entgegen (Material aus neuseelndischer Fassung).
2,7 Sek.



Alternatives Bildmaterial
35:00 - 35:02 [40:58 - 41:01]

Folgende Szene ist in beiden Fassungen etwa gleich lang, stammt aber wieder aus unterschiedlichen Negativen: Rotwang redet weiter wild gestikulierend auf Fredersen ein, woraufhin Fredersen ihn am rechten Arm packt.
Kein Zeitunterschied

Restaurierte Fassung (2001)
Restaurierte Fassung (2010)


35:02 [41:01 - 41:08]
Bevor Rotwang Fredersen fragt, ob der Verlust einer Hand ein zu hoher Preis fr die Wiedererschaffung der Hel sei, hebt Rotwang grinsend den Blick (hier leider ein heftiger Bildsprung). Pltzlich reit er die Stahlhand triumphierend in die Hhe (so wie nachher vor dem Maschinenmenschen bei dem Titel "Nun...lohnt es sich nicht, eine Hand zu verlieren...?"), demonstriert ihre Beweglichkeit, weist nach oben (zum Labor?).
7 Sek.


37:56 [44:08 - 44:14]
Nachdem Rotwang Fredersen den Maschinenmensch vorgestellt hat, endete die Szene bisher folgendermaen: Rotwang spricht "Noch 24 Stunden Arbeit, und kein Mensch, Joh Fredersen, wird den Maschinen-Menschen von einem Erdgeborenen unterscheiden knnen --!" Rotwang endet triumphierend mit dem Finger auf Fredersens Brust, der (Nahaufnahme) sich mit den Hnden an den Kopf fasst, zu Rotwang und dann zum Maschinenmenschen hinauf blickt. Dann der Kopf des Maschinenmenschen und Abblende. Tatschlich fehlten hier bisher zwei Einstellungen, die uns nun die argentinische Fassung liefert: Zunchst erweist sich die Abblende als eine nachtrgliche Bearbeitung. Es folgt wieder Fredersen in Nahaufnahme, der sichtlich verwirrt und entsetzt wie gleichermaen fasziniert zu Rotwang blickt, die Hnde sinken lsst, und (beide total) - eine entscheidende Einstellung - den Maschinenmenschen (wie einst das Denkmal der Hel) berhren zu wollen scheint. Rotwang, die Arme verteidigend ausbreitend, stellt sich (abermals) dazwischen. Diese zwei Einstellungen verschrfen die Darstellung des Konflikts zwischen Rotwang und Fredersen nochmal entscheidend.
6,2 Sek.


38:08 [44:26 - 44:55]
Nun schliet sich eine Lcke, ber die man sich vor der DVD-Studienfassung offenbar nicht bewusst war. Sehr eindrucksvoll: Rotwang, regungslos, wie ein lauerndes, bses Tier auf Fredersen starrend, hlt den Vorhang fest verschlossen, Fredersen mit dem Rcken zu ihm, sehr konzentriert und nachdenklich. Nah: Rotwang, unglaublich bse und verachtend auf Fredersen starrend. Nah: Fredersen von hinten, sichtlich tiefen Schmerz verarbeitend. Wieder Rotwang, er hebt langsam den Kopf und vergrbt die Hnde in den Manteltaschen, das Verachtende in seinem Blick bleibt. Er fragt: "Und was fhrt dich zu mir, Joh Fredersen?" Fredersen drckt mit einer inneren Verzweiflung, wohl ber das gerade und einst erlebte, eine Hand an den Kopf, lsst dann wieder ab. Es kommen 24,5 Sek. hinzu, wobei der o.g. Zwischentitel ("Und was fhrt Dich zu mir...") NICHT mit einberechnet ist, da dieser in der 2001er Fassung an anderer Stelle eingeblendet wird (siehe nchster Umschnitt).

Diese Szene gehrt, obwohl recht kurz, zu den wohl eindringlichsten wiederentdeckten Passagen. Sie bleibt lange im Gedchtnis haften, selten wurden die Rivalitt und - viel entscheidender - die beiden Figuren im Film besser charakterisiert, als durch diese paar Einstellungen.
24,5 Sek.


Umschnitt
38:12 - 38:17 [44:47 - 44:52]

Umschnitt des Zwischentitels, in dem Rotwang Fredersen fragt: "Und was fhrt Dich zu mir, Joh Fredersen?"

41:17 [48:06 - 48:07]
Nachdem Freder seine 10-Stunden-Schicht beendet hat und erschpft aus dem Bild gewankt ist, sieht man in der Folgeszene Dampf aus den Schornsteinen schieen. In der neuen Fassung dauert diese Einstellung etwas lnger.
1,6 Sek.


Umschnitt
45:47 - 45:53 [52:53 - 53:00]

Maria erzhlt den Arbeitern die Geschichte vom Turmbau zu Babel. Der Zwischentitel "Auf! Lasset uns einen Turm bauen, dessen Spitze bis an die Sterne reiche!" wird in der 2001er Fassung knapp 2 Sekunden frher eingeblendet als in der neuen Fassung. Hier wurde lediglich die Position korrigiert (2001 gab es einen heftigen Bildsprung).

50:13 [57:28 - 57:34]
Die Krypta von oben, die ersten Arbeiter beginnen, sich zu bewegen und sich zu entfernen. Neu: Hinter dem Mauerdurchblick von innen, Fredersen, gerade noch durch den Mauerblick schauend, wendet sich zurck, drckt sich nachdenkend an die Wand.
6,4 Sek.


50:29 [57:53 - 57:55]
Rckenansicht von Rotwang, der von seinem Versteck aus Maria und ihre Anhnger observiert.
1,7 Sek.



Umschnitt
52:00 - 52:02 [57:34 - 57:36]

Kurze Aufnahme von Rotwang, wie er erwartungsvoll zu Fredersen blickt.

52:02 [59:30 - 59:32]
Weitere Einstellung von Rotwang, der immer noch Maria und Freder beobachtet.
1,9 Sek.



Falsche Szenenpositionierung
52:36 - 52:46 [1:00:08 - 1:00:18]

Der folgende Fehler findet sich in beiden Fassungen: Die halbnahe Einstellung mit Maria von hinten vor Freder, wie sie nach links weist, ist falsch positioniert. Sie gehrt tatschlich hinter den Titel "Du Narr! Jetzt sollst Du auch das Letzte verlieren...". So erklrt es sich, warum Freder in der dort folgenden Einstellung in die Richtung blickt, in die Maria gewiesen hatte.

Diese vom Verfasser verfechtete Schnittfolge besttigt sich durch die argentinische Fassung, die australische Fassung, das Drehbuch (hier heit es "Freder und Maria Hand in Hand ... Maria ... sagt ... geh nun, Liebster ...") und das Timing der Musik (das in der neuen Rekonstruktion angegelichen wurde).

Umschnitt
55:04 - 55:06 [1:02:30 - 1:02:32]

Rotwang schlt sich aus der Dunkelheit eines Mauervorsprungs und observiert mit scharfem Blick Maria, die sich gerade von Freder verabschiedet hat.




Wir kennen, wie Freder in den Dom kommt und sich umschaut. Dann die Nahaufnahme, er blickt berrascht nach oben. Was er sieht, ist leider nicht als Filmmaterial berliefert. Es fehlt "Ein leidenschaftlicher Prediger mit phantastischem Gesichtsausdruck" (so laut Drehbuch). Doch wer ist dieser Prediger? Nach jngsten Erkenntnissen des Verfassers handelt es sich um Fritz Rasp (Darsteller des Schmalen). Es gibt Fotos, die ihn auf einer expressionistisch beleuchteten Kanzel zeigen:

Deutsche Kinemathek Museum fr Film und Fernsehen (Hrsg.):
Fritz Langs Metropolis, Belleville, Mnchen 2010


Enno Patalas: Metropolis in/aus Trmmern: Eine Filmgeschichte,
Bertz + Fischer, Berlin 2001

Nach bisherigen Vermutungen stammten diese Fotos aus jener (noch folgenden) Szene, wenn sich der Schmale in Freders Fieberwahn in den Mnch im Dom verwandelt. Doch der Vergleich mit jener nun berlieferten Szene zeigt Fritz Rasp als den Schmalen als Mnch im Dom auf einer anderen Kanzel (reicher verziert und mehr an Freders Bett angepasst)! D.h., das bekannte Szenenfoto stammt sehr wahrscheinlich aus der Domszene und ersetzt ganz genau jene noch immer fehlende Einstellung dessen, was Freder erblickt, denn die argentinische Fassung setzt erst mit dem (spanischen) Zwischentitel "Wahrlich, ich sage Euch: Nahe sind die Tage, von denen die Apokalypse spricht!" ein. Was sagt uns das? Soll der Schmale selbst jener Mnch im Dom sein, der im Roman "Desertus" heit, Anfhrer der "Gotiker" und ein vehementer Gegenspieler Joh Fredersens ist? Mglicherweise spielt Rasp den Mnch auch nur, damit die Verwandlung an Freders Bett eindeutiger wird. Schlielich lie Fritz Lang in "Dr. Mabuse" den richtigen Hotelmanager ebenfalls von Rudolf Klein-Rogge spielen, der sich als Mabuse kurz zuvor als jener Hotelmanager verkleidet hatte. Wie dem auch sei, zumindest die andauernd als Leitmotiv fr den Schmalen und Tod und Unheil eingesetzte mittelalterliche Choralweise "Dies Irae" von Thomas von Celano (12. Jahrhundert) ist dadurch einmal mehr als Leitmotiv des Schmalen gekennzeichnet. Die prophetische Geste, die der Schmale auf dem Standfoto macht, wiederholt er spter am Fuende von Freders Bett und noch einmal im Furioso vor Fredersen, wenn er diesem sagt: "Tausende werden morgen in Wut und Verzweiflung fragen: Joh Fredersen, wo ist mein Sohn?!". An jener Stelle tost Huppertz dem Zuschauer und Zuhrer das Dies Irae noch einmal im vollen Orchesterklang in hnlicher Wucht um die Ohren, wie man es im Dom zu hren bekam. Leider hat man das Foto in der restaurierten Fassung nicht mit eingebunden, wodurch ein wichtiger Schlssel zum intimeren Verstndnis des Films verborgen bleibt. Aber weiter im Film: Der Zwischentitel "Wahrlich, ich sage Euch...", einer der wenigen in der argentinischen Fassung in originaler graphischer Gestalt berlieferten Tricktitel, flackert prophetisch, wie lodernde Glut. Dieses Flackern wurde in der neuen Fassung bedauerlicherweise nicht beibehalten.



59:20 [1:07:13 - 1:07:58]
Danach folgt das Bibelblatt. Laut Drehbuch legt sich die Hand des Mnches darauf, jedoch nicht so in der berlieferten Fassung. Mglicherweise fehlt hier etwas. Wir sehen in alten, aber nicht sonderlich prunkvollen Lettern den Bibeltext aus der Offenbarung St. Johannes: "Und ich sah ein Weib sitzen auf einem scharlachfarbenen Tier, das war..." Oben links eine Abbildung der Hure Babylon, sehr hnlich der falschen Maria, wenn sie nachher mit erhobenem Kelche auf eben jenem siebenkpfigen, scharlachfarbenen Tier empor fhrt. Es folgt nun ein harter Schnitt auf den Maschinenmenschen. Dann Rotwang, wie er vor diesem hockend, den Kopf und den Arm hebt und spricht: "Du wirst Joh Fredersen vernichten. Ihn und seine Stadt und seinen Sohn." Umschnitt auf die Totale im Dom mit Freder. In der 2001er Fassung wurden die fehlenden Szenen durch die blichen Texttafeln ersetzt.
44,7 Sek.
Restaurierte Fassung (2001)
Restaurierte Fassung (2010)

1:00:13 [1:08:11 - 1:08:33]
Nun offenbart sich eine Lcke, derer man sich selbst in der DVD-Studienfassung nicht bewusst war: Nachdem Freder das Bild verlsst, kommen vor der Einstellung, als er auf den Tod mit den sieben Todsnden trifft, noch drei Einstellungen hinzu, die den Raum und die Situation wesentlich deutlicher definieren: Halbtotal, angeschnitten ein Kirchenpfeiler, dahinter eine Wand mit einem Weihwasserbecken. Freder sieht sich um, ein paar Leute gehen vorbei, eine Frau taucht ihre Finger in das Becken und bekreuzigt sich. Freder nah, schaut sich um. Dann wieder halbtotal, geht aus dem Bild und kommt, den Rest kennen wir, zum Tod und den sieben Todsnden etc.
21,6 Sek.


1:01:10 [1:09:31 - 1:17:03]
Nun folgt der lngste neu hinzugekommene Szenenkomplex. Zur besseren bersicht erfolgt auch hier eine Aufteilung nebst separater Beschreibung und Bebilderung. Die Gesamtlaufzeit betrgt
451,4 Sek.

Freder hat den Dom Verlassen, Nahaufnahme der Kappe mit dem Schriftzug "Georgy 11811".



Total: Das Tor des Yoshiwara, wie wir es aus einer spteren Einstellung kennen, doch diesmal am Tage. Luftschlangen und Girlanden zeugen von einer wilden Nacht. Das Tor schliet sich, Georgy kam gerade heraus, bernchtigt. Eine Putzfrau fegt die Treppe (die Musik wiederholt das Thema von Georgys Fahrt in Freders Wagen, jedoch stark verfremdet). Leider ist das Bild so beschnitten, dass man weder die Putzfrau ganz sieht, noch Georgy, wie er die ersten Stufen hinabsteigt. Dann der Blick aus Freders Wagen am Fue der Treppe, Georgy kommt herunter, steigt ein. Eine Hand schiet ins Bild und klammert sich um sein Handgelenk (Musik: Dies Irae, gestopftes Blech, Leitmotiv des Schmalen), zwingt ihn in den Wagen. Es ist der Schmale. Georgy versucht die Hand loszuwerden. "Wo ist der, dessen Kleider Sie tragen?" fragt der Schmale und drckt fester zu. Aus Georgys Hand fllt ein Zettel: "Josaphat, 99. Block..."



Halbtotal. Freder und Josaphat kommen in Josaphats Wohnung an. Freder in Arbeitertracht, Josaphat im eleganten Hausrock. Die Wohnung ist sehr interessant, dekorativ, knstlerisch und deutlich wohlhabend eingerichtet. Die Kamera schwenkt mit. Fr Lang eine relativ harmlos inszenierte Szene. Freder sinkt in einen Sessel, sichtlich ermdet, fragt: "Wollen Sie bitte Georgy wecken? Er muss mich sofort in die Arbeiterstadt fhren" (Musik: Maschinenmusik von Georgys "Paternostermaschine" [so die Bezeichnung im Roman], bedrohlich) Josaphat versteht offensichtlich nicht, wen Freder meint.

Restaurierte Fassung (2001)
Restaurierte Fassung (2010)


Georgy und der Schmale im Wagen. Der Schmale legt den Zettel behutsam in sein Zigarettenetui, wendet sich wieder dmonisch bse blickend zu Georgy: "Sie kehren an Ihre Maschine zurck..." Georgy, wie unter Qualen, nickt, der Schmale nimmt das Autotelefon, gibt eine Anweisung.

Aus der Partitur mussten 5 Takte gestrichen werden ob hier etwas fehlt? Oder liegt die Abweichung nur an der abweichenden Lnge des Exportnegativs, auf das die argentinische Fassung zurck geht?



Restaurierte Fassung (2001)
Restaurierte Fassung (2010)


Freder und Josaphat. Freder im Sessel, springt auf (kurzer Bildsprung zur Nahaufnahme, pltzlich steht er und hat die Hnde auf Josaphats Schultern)? Er spricht auf ihn ein: "Ich muss einen Menschen haben, der mir treu ist..." Josaphat, verheiungsvoll, nimmt die Hnde auf die Brust, sagt "Ich". Freder fasst seine Hand, legt die andere auf dessen Schulter (Musik: eine lngere berleitung zum Freder-Thema, die eine derartige melodische Eigenstndigkeit besitzt, das es bedauernswert ist, dass diese nur einmal im Film vorkommt), wendet sich mit erhobenem, deutlich pathetisch-verklrtem Blick ab: "Ich muss weiter ... muss allein den Menschen suchen, zu dem mir Georgy den Weg weisen sollte" Freder weiter: "Heute Abend, wenn ich wiederkomme." Beide gehen nach rechts aus der Halbtotalen.

Restaurierte Fassung (2001)
Restaurierte Fassung (2010)


Die nchste Einstellung zeigt beide schon, von links ins Bild kommend, am Paternoster (Nr. 7) vor der Wohnung. Es liegt der Verdacht nahe, dass hier ein kurzes Stck fehlt, da beide deutlich schneller am Paternoster sind, als es der Weg zulsst (wir sehen nachher noch ansatzweise einen kleinen Vorraum zur Wohnung, den die beiden htten durchschreiten mssen). Beide verabschieden sich, Freder steigt in die hinunterfahrende Kabine, gleichzeitig erscheint in der herauffahrenden der Schmale (Musik: Dies Irae). Er tritt heraus und luft Josaphat fast zufllig in die Arme, ist darber offenbar erfreut. Josaphat ist geschockt. Der Schmale grt sehr mechanisch gespielt mit seinem Hut, gibt sich sehr hflich. Im Hintergrund fhrt ein Page mit vielen kleinen Paketen und einem Blumenstrau hinauf, eine junge Frau im allerneusten "20er-Look" fhrt hinab. Der Schmale geht in Richtung Josaphats Wohnung, ohne von Josaphat die Erlaubnis dafr erhalten zu haben. Josaphat geht unsicher hinterher (in der Musik ein Neues, hoch interessantes, lngeres Thema, es wird nun innerhalb der Szene drei Mal auftauchen. Es unterstreicht auf kongeniale Weise den Charakter des Schmalen, es hat einen leicht tnzerisch-verspielten Duktus, jedoch eine etwas verfremdet-qulende harmonische Struktur. Es unterstreicht im filmischen Kontext besonders die Charakterzge des Schmalen, die man gut und gern als latente Bsartigkeit bezeichnen kann, etwas sadistisch, raffiniert, gefhrlich aber mit viel eigener Freude dabei).

Restaurierte Fassung (2001)
Restaurierte Fassung (2010)


Beide kommen in die Wohnung, der Schmale hngt seinen Hut im Vorraum an die Wand, Josaphat lscht dort das Licht, der Schmale schreitet in den Raum, schaut sich um, zieht langsam seine schwarzen Lederhandschuhe aus. Nah: Er schaut sich um, wird pltzlich sehr aufmerksam, er sieht: Die Kappe mit der Schrift "Georgy 11811". Der Schmale von hinten, grinst ber die Schulter. Josaphat wendet sich ihm fragend zu. Der Schmale reagiert nicht, grinst weiter. Josaphat steckt die Hnde irritiert in die Taschen. Der Schmale rennt pltzlich los, greift die Kappe, Josaphat wollte grade noch reagieren. Der Schmale hebt die Kappe auf, liest das Etikett. Er hlt sie Josaphat fragend hin (In der Musik wieder das lngere Schmale-Thema). Josaphat tut gespielt verwundert, hflich, ahnungslos, tut es als belanglos ab, blickt aber zuletzt den Schmalen aus dem Augenwinkel sehr nervs-ngstlich-fragend-erwartungsvoll an. Dieser hlt Josaphat die Kappe mit Nachdruck entgegen. Josaphat, seine Nervositt bezwingend, macht 'tja, ich wei auch nicht, aber das hat doch nichts zu bedeuten', bietet dem Schmalen schlielich ablenkend aus einer Zigarrenkiste an. Der Schmale reagiert kaum, greift langsam in seine Brusttasche, holt sein Zigarettenetuis heraus, ffnet es, scheint Josaphat daraus anzubieten, doch dieser stockt. Nah: Der Zettel mit Josaphats Adresse im Etuis. Josaphat will scheinbar auf den Schmalen zu, stockt. Beide stehen sich hart gegenber. Der Schmale blickt triumphierend-bse, Josaphat sichtlich nervs, der Schmale macht eine Geste: 'Ach? Sie wollen nicht rauchen? Aber Sie gestatten doch, wenn ich...' Der Schmale nah, nimmt sich selbst eine Zigarette (Wieder das lngere Schmale-Thema), zndet sie sich gelassen berlegen grinsend an, raucht voller Genuss (der stark beleuchtete Qualm nimmt schon vergleichbare Szenen aus "M" vorweg).



Der Schmale wendet sich schlielich wieder an Josaphat, spricht: "Also - Welchen Preis verlangen Sie, um diese Wohnung und Metropolis heute Abend verlassen zu haben?" (Wieder Dies Irae) Josaphat sttzt emprt die Hnde in die Seiten, redet erzrnt auf den Schmalen ein, dieser, indes, zieht seelenruhig zwei Bndel Banknoten aus der Manteltasche und legt diese auf den Tisch. Der Schmale blickt Josaphat gespielt erwartungsvoll an, dieser reit das Geld vom Tisch und schleudert es dem Schmalen ins Gesicht. Diese Bewegung wird von der Musik punktgenau illustriert (in der neuen Musikaufnahme wurde dies leider nicht bercksichtigt). Josaphat weist dem Schmalen wtend die Tr, dieser wischt sich behutsam - 'na na na!' - Fussel vom Gehrock und setzt sich seelenruhig in den Sessel. Josaphat schreit ihn hemmungslos an. Der Schmale holt ein (Scheck-)Heft aus seiner Brusttasche. Nah: Der Schmale, davor Josaphats Hnde, die sich verkrampfend zu Fusten ballen, als wrde er den Schmalen erwrgen wollen. Dieser achtet jedoch gar nicht darauf. Josaphat schreit 'Raus!' Der Schmale, nun deutlich bser blickend, spricht: "Sie scheinen noch nicht begriffen zu haben, in wessen Auftrag ich hier bin!" (Musik: Das Fredersen-Thema, dominant und wuchtig). Der Schmale hlt Josaphat das Scheckheft hin. Josaphat blickt auf den Scheck mit Fredersens Unterschrift, dahinter Der Schmale. Josaphat reit die Augen auf.

Restaurierte Fassung (2001)
Restaurierte Fassung (2010)


Und wieder einmal ist dem Filmenthusiasten das Schicksal nicht hold, denn der Rest der Szene ist nur ein loses Fragment (Filmriss): An der Musik gemessen folgt eine zunchst sehr lange Lcke, nach einigen Takten folgt das Stichwort "Schmale steht auf" in der Partitur, dann der (nun wieder enthaltene) Titel "Dieser Mann wnscht nicht, dass sein Sohn Sie heute noch hier findet!" Weiterhin fehlt: Josaphat schwankt in den Sessel, der Schmale schreibt einen zweiten Scheck aus, legt ihn auf den Tisch. Musikalische Streichungen: 10 Takte.



Nun sehen wir wieder: Josaphat im Sessel, geschockt und getroffen, blickt zum Schmalen auf. Der Schmale, stehend mit der Kappe in der Hand, berlegt, wirft diese auf den Tisch. Josaphats Blick folgt der Kappe. Scheck und Kappe auf dem Tisch. Josaphat, verkrampft sitzend, als wolle er gleich aufspringen (Musik, volles Orchester: Dies Irae).



1:01:52 [1:17:09 - 1:17:51]
Der Schmale zieht schnell seine Handschuhe an. Josaphat nutzt die Gelegenheit, reit die Kappe vom Tisch, rennt zur Tr, der Schmale reagiert blitzschnell. Beide ringend um die Kappe an der Tr, Josaphat fllt aus dem Bild, der Schmale in Angriffshaltung.

Restaurierte Fassung (2001)
Restaurierte Fassung (2010)


Lngerer Filmriss (Stichworte u.a. "Josaphat fllt"). Es fehlt, wie Josaphat einen Sessel greift und ihn gegen den Schmalen schleudert. Der Sessel geht dabei zu Bruch, in einer der nchsten Einstellungen liegen seine Trmmer am Boden. Josaphat klammert sich an die Trklinke. Musikalische Streichungen: 15 Takte.



Das Bild setzt wieder ein: Beide ringend an der Trklinke, Josaphat schon fast am Boden, der Schmale ihn losreiend. Nah: Die ringenden Hnde, Josaphats schmerzverzerrtes Gesicht, wieder die Hnde usw. Schlielich (untersetzt mit vielen Bildsprngen) reit der Schmale eine Hand Josaphats los, verdreht diesem den Arm. Total: Josaphat bricht zusammen, der Schmale steht auf, nimmt seine Handschuhe, beugt sich zu Josaphat, der sitzt am Boden und hlt sich sein schmerzendes Handgelenk. Der Schmale spricht: "In drei Stunden hole ich Sie ab!"
41,8 Sek.


Direkt im Anschluss an die oben beschriebene Szene fehlt: Der Schmale geht hinaus, seine Hand dreht den Schlssel der Tr um.



Doppelt verwendete Szene in der neuen Fassung
1:10:25 [1:26:40 - 1:26:43]

Wenn Freder nach der Erschaffungssequenz zu Rotwang hinauf (in den Raum der Hel mit geschlossenem Vorhang) kommt, folgt nach Freders Frage "Wo ist Maria - ?!" in der 2010er Rekonstruktoin eine Einstellung von Maria, wie ihr, im Labor liegend, (nah) der Kopf zur Seite fllt. Diese Einstellung (welche durch das Stichwort "Maria" in der Partitur vermerkt ist) ist in der neuen Fassung ein Duplikat jener, die in allen bisher bekannten Fassungen nach der Erschaffung positioniert ist, wenn die falsche Maria die Augen ffnet (in der 2010er Fassung bei 1:25:54). Ob die Einstellung in der argentinischen Fassung auch dort ist/war, ist nicht festzustellen, da diese Passage durch Verschlei verloren gegangen ist. In der 2001er Fassung wurde nach dem Titel "Wo ist Maria - ?!" nur das letzte Stck der Einstellung des sich neigenden Kopfes vom Ende der Erschaffungssequenz dupliziert (der Kopf ist bereits geneigt). Wrde man probeweise die Einstellung vom Ende der Erschaffungssequenz entfernen, ergibt sich ein ungnstiger Bildsprung, der aber auch durch die einstige Verwendung verschiedener Einstellungen aus verschiedenen Fassungen in der 2001er Rekonstruktion begrndet sein knnte.
3,2 Sek.
Restaurierte Fassung (2001)
Restaurierte Fassung (2010)


1:10:56 [1:27:15 - 1:27:47]
Nachdem Rotwang Freders Frage nach dem Verbleib von Maria beantwortet hat ("Ich sage Dir, sie ist bei Deinem Vater---!"), folgt eine fr das Handlungsverstndnis unentbehrliche kurze Szene, welche den (noch folgenden) Tanz der falschen Maria vor der High Society erst richtig begrndet. Nun, nach besagtem Titel "Ich sage Dir...": Fredersen im Bro, ffnet einen Brief. Text laut Zensurkarte (in der Rekonstruktion ist nicht alles sichtbar): "Sie ist das vollkommenste und gehorsamste Werkzeug, das je ein Mensch besa! Heute Abend sollst Du sehen, wie sie vor den Augen der oberen Hundert besteht! Du sollst sie tanzen sehen und wenn nur ein einziger in ihr die Maschine erkennt, will ich ein Stmper heien, dem nie etwas gelungen ist!" Fredersen schiebt mit der rechten Hand eine Karte ins Bild: "C. A. Rotwang bittet Herrn Joh Fredersen heute Abend sein Gast zu sein." Es folgt wieder Fredersen, wie er die Augen bedenklich hebt, schlielich zur Tr blickt. Dort sieht er, das ist wieder bekannt, die falsche Maria.

In lteren Fassungen wurde diese Szene durch einen Zwischentitel ergnzt, gesetzt an jene Stelle, wenn Rotwang im Frack Fredersen mit ausgestrecktem Arm den aufsteigenden Schalen-Deckel zeigt: "Jetzt werden wir sehen, ob die Leute glauben, dass der Roboter ein Geschpf aus Fleisch und Blut ist." Da hatten die Bearbeiter in den 1920er Jahren ausnahmsweise mal mitgedacht. In der 2001er Fassung wurde besagter Zwischentitel nicht bercksichtigt.
32,1 Sek.


Alternatives Bildmaterial
1:11:51 - 1:11:53 [1:28:44 - 1:28:47]

Freder ertappt seinen Vater zusammen mit der falschen Maria. In der Annahme, es handele sich um die echte Maria, ruft er entsetzt ihren Namen. In der 2001er Fassung ist der entsprechende Zwischentitel "statisch", in der neuen Fassung wird der Name mit einem animierten Effekt hinterlegt.

Besagter animierter Zwischentitel ist gleichermaen in einer englischsprachigen Fassung berliefert (grafisch und namentlich der Pollock-Adaption gleich: "Mary").
0,8 Sek.
Restaurierte Fassung (2001)
Restaurierte Fassung (2010)


Umschnitt
1:13:33 - 1:13:37 [1:30:35 - 1:30:39]

Aufnahme der geschlossenen Schale, aus der kurz darauf die falsche Maria entsteigt. Rauch quillt aus dem Behltnis.

Umschnitt
1:13:46 - 1:13:47 [1:31:04 - 1:31:05]

Eine kurze Einstellung der Zuschauer, die gebannt auf das sich anbahnende Spektakel warten, wurde umgeschnitten.

1:13:53 [1:30:51 - 1:30:53]
Hier wurde eine Einstellung des sich im Bett hin- und herwlzenden Freder ergnzt.
2,3 Sek.


Umschnitt
1:13:53 [1:31:05]

Umschnitt einer ultrakurzen Einstellung (< 1Sek.), in der ein Gast seinen Nebenmann am Arm packt, um ihn auf die Tanzdarbietung aufmerksam zu machen.

Umschnitt
1:14:12 - 1:14:20 [1:31:15 - 1:31:24]

Die falsche Maria beginnt mit ihrer Tanzauffhrung.

1:14:55 [1:31:57 - 1:32:05]
Der Schmale aus Freders Sicht am Ende des Bettes hat den rechten Arm vors Gesicht gehoben, wendet sich wieder langsam zurck zu Freder. Es folgt eine unglaublich perfekte berblendung, wie sich der Schmale in der Drehung zum Mnch im Dom verwandelt. Das Gesicht wird noch in der Drehung vom rmel der Mnchskutte verdeckt. Interessant ist, wie nahtlos sich das Bettende in eine reichverzierte Kanzel und der Hintergrund sich in kirchliche Verzierungen verwandelt. Der Schmale hebt beide Hnde.
8 Sek.
Restaurierte Fassung (2001)
Restaurierte Fassung (2010)


1:15:01 [1:32:07 - 1:32:16]
Der Schmale hat nur die rechte Hand erhoben, so wie auf dem bekannten Bild aus der Dom-Szene und spter, wenn er vor Fredersen steht. Er spricht: "Wahrlich, ich sage Euch, nahe sind die Tage, von denen die Apokalypse spricht!" Ob dieser Titel, identisch mit jenem der Dom-Sequenz, auch hier prophetisch flackern msste, verrt das argentinische Material aufgrund eines Filmrisses nicht.
9,7 Sek.
Restaurierte Fassung (2001)
Restaurierte Fassung (2010)


1:15:09 [1:32:17 - 1:32:18]
In der neuen Fassung sieht man noch eine kurze Einstellung von der tanzenden, falschen Maria, die sich 2001 vor der Einstellung fand, in der der Schmale an Freders Bett tritt.
1,3 Sek.


1:15:30 [1:32:42 - 1:32:43]
Ein junger Herr, beide Hnde im Mund den Unterkiefer festklammernd, dann die tanzende Maria von hinten, die Arme nach rechts und dann nach links streckend.
1,8 Sek.


1:15:35 [1:32:48]
Zwischen der Einstellung mit den vielen Augen in Mehrfachbelichtung und dem bildfllendem Auge: Eine Einstellung des tanzenden Maria-Doppelgngers von vorn halbtotal, die Arme in den Hften.
0,2 Sek.


1:15:35 [1:32:49]
Nach dem bildfllendem Auge: Die tanzende Maria nah, die Augen in die Kamera gerichtet, grinsend.
0,3 Sek.


1:15:36 [1:32:52 - 1:32:54]
Nun folgen zwei Einstellungen, die in der DVD-Version von 2001 fehlen, jedoch in der Kino-Version von 2001 paradoxerweise enthalten sind: Freder im Bett und die tanzende, in die Knie gehende Maria.
1,9 Sek.


1:15:47 [1:33:05 - 1:33:19]
Der Schmale als Mnch, haut mit den Fusten auf die Bibel, reit sie hoch. Nah: jene Seite der Bibel ber die Hure Babylon aus der Dom-Szene. berblendung auf die Zeichnung oben links auf der Bibelseite: Die Hure Babylon auf dem siebenkpfigen Tier.
13,6 Sek.
Restaurierte Fassung (2001)
Restaurierte Fassung (2010)


Umschnitt
1:15:58 - 1:16:00 [1:32:35 - 1:32:37]

Diverse berblendungen von den Menschen, die vllig weggetreten die falsche Maria beim Tanzen beobachten.

Umschnitt
1:16:00 - 1:16:07 [1:33:27 - 1:33:32]

Umschnitt des Zwischentitels "Alle sieben Todsnden um ihretwillen!"

Umschnitt
1:16:07 [1:32:16 - 1:32:17]

Kurze, wenige Einzelbilder umfassende Einstellung von Freders erschrockenem Gesicht.

Umschnitt
1:16:07 - 1:16:20 [1:33:32 - 1:33:46]

Einstellungen von dem auf einem Knochen fltenspielenden Tod und die neben ihm zum Leben erwachenden (und sich anschlieend in Luft auflsenden) sieben Todsnden.

Umschnitt
1:16:20 - 1:16:22 [1:32:49 - 1:32:51]

Ansicht vom im Bett sitzenden, entsetzten Freder.

1:16:25 [1:33:23 - 1:33:24]
Als die Hure Babylon hochfhrt, ist in der neuen Fassung noch eine kurze Ansicht der geifernden Zuschauer zu sehen.

In der 2001er-Fassung finden sich hier noch Einstellungen von Freder. Es handelt es sich wie in den lteren Bearbeitungen mglicherweise um Duplikate, die dort die Einstellungen der beiden jungen Mnner, wie wir sie nun kennen, ersetzen.
1,1 Sek.


1:16:28 [1:33:27]
Weitere kurze Ansicht der Zuschauer.
0,7 Sek.


1:16:28 [1:33:46 - 1:33:52]
Die schwarzen Sklaven unter der Schale, nah, verwandeln sich in die sieben Todsnden.
5,8 Sek.




>> Weiter zu Teil 2 <<

Kommentare

13.05.2011 00:05 Uhr - Nightmareone
1x
Der Klassiker

13.05.2011 00:06 Uhr - rotwang
2x
Danke!

13.05.2011 00:07 Uhr - wolf1
2x
Ein meisterhafter Schnittbericht zu einen einmaligen Meisterwerk!

13.05.2011 00:08 Uhr - Asgard
1x
User-Level von Asgard 2
Erfahrungspunkte von Asgard 98
Zeitlos!

13.05.2011 00:13 Uhr - GamingEconomist
1x
GEILER SB

13.05.2011 00:18 Uhr - Guinness
1x
super schnittbericht *thumps up*

13.05.2011 00:47 Uhr - Superstumpf
1x
Wahnsinns-SB! Der Film luft ja seit diesen Donnerstag in ausgewhlten Kinos. Bei uns glcklicherweise auch in einem kleinen Kino! Wird auf jeden Fall noch mal auf der groen Leinwand geschaut :)

13.05.2011 04:14 Uhr - Freak
1x
Einzigartiger zeitloser (wie Asgard schon schrieb) Film,
und ein exzellenter SB!
Wusste gar nicht, dass der wieder im Kino luft. Hoffentlich auch bei uns...

13.05.2011 07:43 Uhr - gen78
1x
DB-Co-Admin
User-Level von gen78 8
Erfahrungspunkte von gen78 843
Was fr ein Schnittbericht. WOW.

Ein wahres Kleinod, welches den weg auf BD unbedingt noch in die Sammlung finden muss.

Vielen Dank fr diesen tollen Schnittbericht, Odo!

13.05.2011 07:43 Uhr - Lykaon
1x
User-Level von Lykaon 1
Erfahrungspunkte von Lykaon 23
episch!

ich habe, als ich die Arte-Fassung letztes Jahr gesehen habe, geweint. Es hat mich wirklich von unserem Planeten gerissen.

13.05.2011 09:22 Uhr - KielerKai
1x
Ein beeindruckender SB zu einem beeindruckendem Film! Vielen Dank!

13.05.2011 09:57 Uhr - deNiro
1x
DB-Helfer
User-Level von deNiro 5
Erfahrungspunkte von deNiro 312
13.05.2011 - 07:43 Uhr schrieb Lykaon
episch!

ich habe, als ich die Arte-Fassung letztes Jahr gesehen habe, geweint. Es hat mich wirklich von unserem Planeten gerissen.


ging mir hnlich, vorallem die lang beschrieben und vermisste Szene mit dem "Schmalen" zu sehen war einfach toll.

13.05.2011 11:15 Uhr - Kerry
2x
Technisch und stilistisch sicherlich ein Meilenstein, keine Frage. Seiner Zeit weit voraus.
Inhaltlich jedoch? Nun ja, aus meiner Sicht liegen die inhaltlichen Aspekte hinter Stil und Technik weit zurck. Wrde heute ein Film hnlichen Inhalts verffentlicht, wre der Kommentar: Kitsch. Rein fr den gebotenen Inhalt ist die Laufzeit zudem einfach zu lang. Dies ndert jedoch nichts daran, da die Bilder nach wie vor eine regelrecht magische Anziehungskraft ausben.

13.05.2011 11:25 Uhr - Venga
1x
Ja ja, die Murnau-Stiftung...

Im gleichen Gebude schauen sich brigens unsere Freunde von der FSK ihre Prffassungen an.

Im Murnau-Kinosaal werden sogar die Sonderflle gescreent, die es nicht durch die erste Instanz geschafft haben.

Das aber nur am Rande.

Danke fr diesen epischen SB, sehr genial gemacht.

13.05.2011 11:56 Uhr - JLepping
1x
Hchsten Respekt fr diese akribische Arbeit!

13.05.2011 14:24 Uhr - TheHutt
1x
SB.com-Autor
User-Level von TheHutt 6
Erfahrungspunkte von TheHutt 592
Eine wahrlich titanische Arbeit. Vielen Dank!

13.05.2011 17:17 Uhr - peda
1x
Groartiger SB - vielleicht der beste auf dieser Seite. Spannend auch die Schnitzeljagd anhand der Partitur.

Metropolis vermag bis heute zu faszinieren und begeistern, sein Einfluss auf folgende Filmemacher ist offensichtlich. Aber perfekt ist der Film dann doch nicht. Die Message rund um den Mittler ist etwas merkwrdig, und einige Szenen dauern vor allem in der 2010er Fassung zu lange, beispielsweise Maria und die Kinder am berfluteten Gong.

13.05.2011 20:27 Uhr - mikes254
1x
Wow! .

13.05.2011 21:25 Uhr - JakkieEstakado
1x
Bin 35 und habe diesen Klassiker immer noch nich gesehen !!!....peinlich,peinlich, ich weiss.....
Wird langsam Zeit ihn zu sichten. Wird sobald wie mglich nachgeholt.
Als Filmfan sollte man diesen Film gesehen haben, denke ich.

brigens: Sehr schn gemachter SB. Mein Respekt, sehr interessant und informativ.
Mfg JJ

13.05.2011 21:58 Uhr - Critic
Ein Meisterwerk, aber ich krieg mich einfach nicht dazu sowas mehr als 10 Minuten lang zu sehen.

13.05.2011 23:27 Uhr - Phileas
1x
Sensationeller Schnittbericht zu einem ganz wichtigen Klassiker. Imho der beste Schnittbericht bisher!

Von der MoC Blu-ray war ich allerdings etwas enttuscht. Der Hauptfilm ist super, da hatte ich nicht mehr erwartet, aber etwas mehr Extras wre dem Film wrdiger gewesen.

14.05.2011 14:41 Uhr - Xaitax
1x
Boah...was fr ein Hardcore-SB.
hat lange gedauert ihn durchzukauen.

14.05.2011 18:10 Uhr - timokloy
Langweiliger, unntig gehypter Film; aber ein wirklich sensationeller Schnittbericht, Respekt!

15.05.2011 13:05 Uhr - triple6
@ timokloy
Wie kann man so einen Klassiker nicht mgen ???

15.05.2011 13:37 Uhr - RhyCon
@ triple6
Wieso sollte man etwas automatisch mgen, nur weil es ein Klassiker ist?

15.05.2011 14:16 Uhr - triple6
Ich sage nicht das man ihn mgen muss. Ich sagte das nur weil ich niemanden kenne der diesen Film schlecht findet. Ausser vielleicht die junge Generation von Heute.

18.05.2011 01:02 Uhr - Domme
Heute endlich zum ersten Mal in den Genuss dieses Meisterwerks gekommen. Sehr, sehr toller Streifen.

30.12.2011 11:41 Uhr - schmierwurst
DB-Helfer
User-Level von schmierwurst 8
Erfahrungspunkte von schmierwurst 947
Diese Fassung luft heute wieder auf Arte!!!

21.11.2012 15:07 Uhr - Bazooka
Metropolis ist wirklich ein Stck deutsches Kulturgut! Wurde auch langsam mal Zeit die verschollenen Szenen wieder zu finden und der Urfassung von 1927 nher zu kommen. Jedoch finde ich, muss es nicht sein, sich die Mhe zu machen und eine neue Rekonstruktion anzufertigen, bei der die Fassung von 2001 nochmal ergnzt wird. Man knnte genauso gut die komplette argentinische Fassung nehmen und diese digital subern. TOP SB! Glckwunsch!

Metropolis ist brigens auch eines der wenigen Filme, die fast alle FSK-Freigaben hatten.
In den 1960er-Jahren bekam der Film eine Freigabe ab 16 (bei einer alten Videoverffentlichung von VVL ist sogar die blaue Plakette noch mit drauf!!)
In den 80ern wurde der Film pltzlich ab 12 und nun ist er schlielich ab 6.

25.04.2014 15:39 Uhr - burzel
DB-Helfer
User-Level von burzel 8
Erfahrungspunkte von burzel 858
21.11.2012 15:07 Uhr schrieb Bazooka
Metropolis ist wirklich ein Stck deutsches Kulturgut! Wurde auch langsam mal Zeit die verschollenen Szenen wieder zu finden und der Urfassung von 1927 nher zu kommen. Jedoch finde ich, muss es nicht sein, sich die Mhe zu machen und eine neue Rekonstruktion anzufertigen, bei der die Fassung von 2001 nochmal ergnzt wird. Man knnte genauso gut die komplette argentinische Fassung nehmen und diese digital subern. TOP SB! Glckwunsch!



Wenn du das Intro genau liest, erfhrst du, das auch die argentienische Kopie aufghrund des Umkopierens auf 16mm-Material gelitten hat und dadurch auch nicht mehr vollstndig war. Glcklicherweuise waren aber die Szenen, die bisher noch nie als Fimmaterial vorlagen, einigermassen erhalten und so beschlo man, e nur diese auch zu restaurieren und mit dem bisher vorliegendem Material zusammenzukopieren


Zitat im Intro: " Auch diesmal wurde also nicht die Originalfassung gefunden, doch enthlt diese Version den Groteil dessen, was in allen anderen Fassungen bisher fehlte"

kommentar schreiben

Um Kommentare auf Schnittberichte.com verffentlichen zu knnen, mssen Sie sich bei uns registrieren.

Registrieren (wenn Sie noch keinen Account hier haben)
Login (wenn Sie bereits einen Account haben)




Amazon.de


Cutie Honey - Tears



Die Insel des Dr. Moreau
Blu-ray/DVD Mediabook
Cover A 36,66
Cover B 36,66
Cover C 36,66



Versus - The Final Knockout
Blu-ray 6,49
Amazon Video 11,99

SB.com