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Kennwort 'Schweres Wasser'

zur OFDb   OT: Heroes of Telemark, The

Herstellungsland:Großbritannien (1965)
Genre:Action, Krieg
Bewertung unserer Besucher:
Note: 7,33 (6 Stimmen) Details
06.06.2009
Peda
Level 9
XP 1.199
Vergleichsfassungen
deutsche Kinofassung ofdb
FSK 12 DVD ofdb
Neben den allgegenwärtigen Western waren die Kriegsactionfilme eine weitere Modeerscheinung der 60er Jahre. Lange, bevor man sich in Antikriegsfilmen mit den Gräueln und Tragödien des Kriegs beschäftigte, waren die Fronten hier noch klar verteilt: die Nazis als klischeebehaftete Schurken, denen die heroischen Alliierten das Handwerk legen müssen, vorzugsweise an einem prägnanten Schauplatz. Erst Ende der 60er Jahre wagten sich die Filmemacher aus der reinen Schwarz-Weiss-Malerei heraus, und die Helden bekamen dunkle Seiten, wie in Robert Aldrichs "Das dreckige Dutzend" (1967) oder John Guillermins "Die Brücke von Remagen" (1969).

Bis dahin jedoch beherrschten verhältnismäßig seichte WW2-Scharmützel die Kinoleinwände, wie "Die Kanonen von Navarone", "Tobruk" oder "Geheimaktion Crossbow". Nicht nur aus den USA kamen Genrevertreter: 1965 entstand in England mit "Kennwort: Schweres Wasser" ("The Heroes of Telemark") ein Kriegsactioner, der sich in mancherlei Hinsicht von der Konkurrenz abhob.

So beschäftigt sich die Handlung des Films ungewöhnlich kritisch mit dem Thema der zivilen Opfer, und versucht, die Akteure vielschichtig darzustellen. Genretypisch sind dagegen die eindimensionalen deutschen Besatzer, und der häufige Einsatz der pathetischen (gleichwohl höchst gelungenen!) Musikuntermalung.

Wo "Kennwort: Schweres Wasser" jedoch massiv punktet, das sind die beeindruckenden Aufnahmen des Handlungsschauplatzes Norwegen. Die kargen, schneebedeckten Gebirge und Fjorde werden geschickt eingefangen, und tragen maßgeblich zur gelungenen Optik des Films bei.

Nun zur deutschen Kinofassung, die in ihrer gekürzten Form bereits häufig auf RTL2, Das 4. sowie vielen dritten Programmen lief. Überwiegend entfernte man Lagebesprechungen, und auch über die Beziehung zwischen Rolf und Anna erfährt man kaum mehr etwas. Dies vermindert das Konfliktpotential zwischen den Figuren immens, strafft den Film jedoch auch, was wohl das Ziel des Verleihs war. Die deutsche Fassung wirkt deutlich dynamischer und actionbetonter, wenngleich so mancher Szenenablauf etwas holprig erscheint. Für die deutsche DVD-Auswertung wurden die fehlenden Szenen im Originalton belassen, allerdings auch an einigen Stellen, wo durchaus deutscher Ton vorliegen würde.

Wo der Film jedoch etwas weiter geht, als die Konkurrenz, wird er von der deutschen Bearbeitung wieder zurückgestutzt. An mehreren Stellen des Films erteilt der Nazi-Reichskommissar Befehle zur Exekution von Zivilisten als Vergeltung für die Anschläge. In der deutschen Fassung ist nichts dergleichen mehr enthalten. Eine drastische Abschwächung, die aber, wie man aus vielen Filmen weiß, keine Seltenheit darstellt.

Verglichen wurde die gekürzte deutsche Kinofassung (FSK 12), vertreten durch eine Ausstrahlung auf Das 4., mit der ungekürzten DVD von Kinowelt (FSK 12).

Laufzeit DVD (ohne Produktionslogos und Abspann): 124 Minuten, 5 Sekunden.

Es fehlen ca. 17 Minuten und 31 Sekunden bei 17 Schnitten und/oder Änderungen. Die Laufzeitangaben beziehen sich auf die ungekürzte Fassung.

mehr Informationen zu diesem Titel

0:00
Während die deutsche Fassung direkt mit dem Film beginnt, schickt die DVD noch zwei Produktionsfirmenlogos voraus.
19 sec, nicht in Gesamtsumme mitberechnet


02:12
Während die Soldaten weiter auf die Norweger schießen, ruft der Reichskommissar den Major zu sich. Als Reaktion auf den Anschlag befiehlt er, 15 Zivilisten aus der Region Telemark zu exekutieren.
16 sec


07:01
Mehrere deutsche Soldaten führen die Exekution durch. Man hört die Schüsse auch in der Hydro-Fabrik. Darauf sagt der Reichskommissar zu Nielsen, dass ihm dies eine Warnung sein solle, und dass Major Frick nun für die Sicherheit in der Fabrik zuständig sei.
16 sec


08:07
Als die norwegischen Widerstandskämpfer den Mikrofilm weitergeben, sagt einer noch aus Tarnungsgründen zu Knut "Stupid fool!". Die deutsche Fassung weist dadurch einen deutlichen Jump-Cut auf.
2 sec


31:31
Nachdem Rolf und Knut nach oben gegangen sind, sagt der Onkel noch zu Anna, dass ihre Beziehung zu Rolf immerhin zwei Jahre gedauert habe.
In der Nacht schleicht sich Rolf ins Zimmer von Anna und sie unterhalten sich etwas über die überraschende Zusammenarbeit im Widerstand. In bester Flirtstimmung, legt er sich zu ihr ins Bett, doch ihr gelingt es, ihn abzuwimmeln. Im Anschluss wurden einige Aufnahmen aus der Hydroanlage ebenfalls entfernt.
208 sec


39:28
Die Szene, in der sich Rolf und Anna in der Hütte verstecken, wurde in der deutschen Fassung stark verkürzt. Man sieht nur kurz, wie Major Frick aus dem Wagen aussteigt. Dann fehlt, wie sich Rolf und Anna küssend auf eine Bank legen, um wie ein Liebespaar zu wirken. Der (überraschend höfliche) Major tritt ein, und überprüft Rolfs Personalien. Rolfs Gebetsbuch mit dem Mikrofilm im Leseband fällt herunter. Der Major bemerkt jedoch nichts, reicht es ihm zu und verabschiedet sich. Als Rolf und Anna erleichtert zur Türe gehen, setzt die deutsche Fassung wieder ein.
101 sec


53:55
Knut plädiert dafür, den Angriff auf die Fabrik auch ohne die Pionierseinheit durchzuführen. Rolf hält den Plan für aussichtslos, und weigert sich, daran teilzunehmen. Der Kollaborateur belauscht das Gespräch. Nachdem Knut darauf hinweist, dass sie noch immer das Überraschungsmoment auf ihrer Seite haben, und die Pioniere umsonst gestorben wären, lassen sich die Männer überzeugen, auch Rolf gibt seine Bedenken auf.
122 sec


1:13:35
Nach der Flucht aus der Hydrofabrik scherzt Knut, dass man sich als nächstes über Schwedens Neutralität und die Frauen dort informieren müsse.
7 sec


1:16:54
Beim Waffenappell in der deutschen Garnison blafft der Reichskommissar Major Frick an. Er habe als Sicherheitsbeauftragter der Anlage versagt und solle alle verfügbaren Leute auf die Suche nach den Saboteuren schicken. Sollte es sich dabei um Norweger handeln, so befiehlt er, dass 100 Zivilisten hingerichtet werden sollen.
48 sec


1:18:34
Kurz bevor die Bombe das Haus trifft, sieht man Knut und Rolf etwas länger beim Davonlaufen.
1 sec


1:21:44
Nun zwei seltsame Mikro-Schnitte, die wohl auf ein fehlerhaftes Master zurückzuführen sind. Rolf fährt bei der Skiabfahrt einen Rechtsschwung, das Ende der Einstellung ist minimal verkürzt.
0,5 sec


1:21:47
Als der Kollaborateur kurz darauf an der selben Stelle vorbeifährt, fehlt erneut das Ende der Einstellung.
1 sec


1:24:21
In der deutschen Fassung verabschiedet sich Rolf von dem deutschen Unteroffizier und sagt noch, er werde sofort zum Arzt gehen. Es fehlt nun, wie der Deutsche ihn zurückhält und zum Militärarzt schiebt. Rolfs Tarnung fliegt schnell auf.

Rolf sitzt im Bus mit den anderen gefangenen Saboteuren. Eine Frau erkennt ihn und nennt ihn bei seinem Namen, was den deutschen Unteroffizier sofort hellhörig macht. Als er beginnt, die Frau zu schlagen, hält ihn Rolf zurück und gibt seine wahre Identität preis. Der Unteroffizier setzt sich wieder und beginnt, in seinen Unterlagen nach Rolfs Namen zu suchen. Der nutzt die Gelegenheit, um Verwirrung zu stiften, und es gelingt ihm, aus dem Bus zu springen. Die Eskorte eröffnet zwar das Feuer, doch Rolf verschwindet aus der Schusslinie.

In der Nacht schleppt sich Rolf in ein Krankenhaus. Der Arzt erklärt sich bereit, ihn zu behandeln, doch von Rolfs Hintergrund will er nichts wissen.

Anna versucht, London per Funk über Rolfs Verschwinden zu informieren. Ein deutscher Abhörwagen wird gezeigt. Knut kommt ins Zimmer und blafft sie an, dass sie Funkstille zu halten habe. Darauf entwickelt sich ein (für die 60er Jahre sehr verblüffender) Dialog über Beziehungen und Sex. Als Knut das Zimmer verlässt, geht Anna zum Funkgerät zurück, dabei setzt die deutsche Fassung wieder ein.

315 sec

1:37:37
Wieder wurde eine Lagebesprechung um belanglosen Dialog verkürzt.
14 sec


1:38:07
Knut und Rolf beobachten die Fähre und berechnen den optimalen Zeitpunkt zur Sprengung. Dann sprechen sie noch kurz davon, dass sie nichts anderes als Mord planen.

Nun basteln Rolf und Knut Zünder. Pummelchen Anna macht Rolf Vorwürfe wegen der vielen Kinder, die bei dem Anschlag ertrinken werden. Rolf erklärt ihr, dass dieses Opfer das Leben von weitaus mehr Menschen retten wird. Anna widerspricht ihm weiter, darauf meint Rolf, sie solle die norwegische Regierung von dem Plan in Kenntnis setzen, um ihr Gewissen zu beruhigen. Knut stellt kurz darauf fest, dass die Zünder funktionieren.

159 sec

1:44:15
Knut und Rolf steigen aus dem Auto aus. Knut sagt noch zu Anna, dass sie nicht länger als zwei Stunden auf sie warten solle. Rolf fügt hinzu, dass sie bei Schüssen sofort verschwinden solle.
Anmerkung: Die Szene ist in der DVD-Fassung vollständig deutsch synchronisiert.
9 sec

1:54:27
Bevor Rolf mit dem Fahrrad losfährt, spricht er noch etwas länger mit Knut.
12 sec


2:03:44
Die letzte Szene des Films, eine Panoramaaufnahme des Fjords, wird in der deutschen Fassung deutlich schneller abgespielt. Die Begleitmusik wird bereits mit der vorigen Aufnahme des Rettungsboots verschnitten. Die folgenden Bilder zur Einordnung:
20 sec


2:04:23
Den Abspann sucht man bei Das 4. vergeblich.
40 sec

Kommentare

06.06.2009 00:37 Uhr - Evil Wraith
Ob der olle Grishnack den Streifen mag? Spielt immerhin in seiner Heimat.

06.06.2009 01:41 Uhr - frankie89
An den Verfasser des Schnittberichtes: Die Brücke,1959 ist auch ein Anti-Kriegsfilm.
1959,also Ende der 50er!!

06.06.2009 12:09 Uhr - ~ZED~
User-Level von ~ZED~ 1
Erfahrungspunkte von ~ZED~ 25
Die Schauplätze der Handlung, also die Berge und so, sieht wirklich schön aus..

06.06.2009 12:15 Uhr - DieRed
Cool das solche alte Filme auch mal unter die Lupe genommen werden.

06.06.2009 15:23 Uhr - commandertaylor
Noch cooler wäre es wenn es heutzutage viel mehr Leute geben würde, die "solche alten Filme" anschauen.

Danke für den SB. Wusste bis dato nichtmal, dass der geschnitten wurde.

06.06.2009 20:17 Uhr - PoliWanKenobi
@frankie89:
Ja, aber "Die Brücke" war ein deutscher Film. Einen Kriegsactioner zu drehen war hierzulande logischerweise nie drin.

07.06.2009 16:55 Uhr - SergioSalvati
Schon beschämend, dass man Nazis noch 1966 nicht allzu negativ in den deutschen Kinos darstellen durfte. Gab schon mal ein ähnliches Beispiel auf schnittberichte.com. Der Titel ist mir aber leider entfallen.

08.06.2009 21:29 Uhr - Underground Werewolf
@ evil wraith
Der Heini ist doch mittlerweile wieder auf freien Fuß, oder?

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