Die Donald Duck-Geschichte Ein Zombie geht durch die Stadt, original "Voodoo Hoodoo", von 1949 zählt wohl zu den dunkleren Geschichten von Barks. In ihr wird Donald von Bombie dem Zombie verfolgt, der aber abgesehen von einer längst wirkungslosen Voodoo-Puppe, völlig harmlos ist. Es stellt sich heraus dass ursprünglich Onkel Dagobert das Ziel war, weil ein Medizinmann sich für die Zerstörung ihres Dorfes rächen will...
Die Geschichte ist noch ein Frühwerk von Barks und zeigt, dass Dagobert früher ziemlich skrupellos war (von Don Rosa feiner herausgearbeitet) und die Geschichte wirkt sehr ernsthaft, trotz der vielen komödiastischen Einlagen, die Barks einstreut.
Allerdings gab es ein Problem. Das allgemeine gesellschaftliche Klima Ende der 40er schlug sich darin nieder, dass alle Schwarzen ziemlich klischeehaft bis rassistisch dargestellt wurden. Dafür kann man Barks keinen Vorwurf mach, es war halt das gesellschaftliche Klima. In den 60ern ging das natürlich nicht mehr. Also sah sich Barks genötigt, Änderungen vorzunehmen, um die stereotype Darstellung zu entschärfen. Im Original wurde auch viel Dialog geändert, was leider nicht geprüft werden kann.
Verglichen werden die Originalfassung von 1949 mit der Neuauflage, welche in Deutschland in der Barks Library - Donald Duck #10 erschien (aber auch in vielen anderen Publikationen vorher, es ist einfach die am besten greifbare Fassung)
Verminderung von rassistischen Vorurteilen
Zuerst muss hier gesagt werden, dass nicht jede Änderung aufgelistet wird, es wären einfach zu viele. Von daher werde ich mich auf die beiden wichtigsten Personen beschränken und am Ende noch kurz einige andere Beispiele aufzählen, wo die Retusche ebenfalls deutlich wird.
Bombie Bombie der Zombie ist der Schwarze, den man in der Geschichte am Häufigsten sieht. Von daher ist is wenig verwunderlich, dass sein Design verändert werden musste. Bombies riesige Nase wurde durch eine deutlich besser proportionierte ersetzt. Dabei wurde auch gleich sein stereotyper Nasenring entfernt.
Originalfassung
Neuauflage
Der Medizinmann Der Medizinmann wurde im Original mit seinem riesigen, dicklippigen mit messerscharfen Zähnen bewehrten Mund und seiner übergroßen Nase besonders klischeehaft und rassistisch dargestellt. Für die Neuauflage wurde sein Gesicht völlig neu gestaltet, um den Rassismus zu entfernen, und er sieht nun nebenbei auf gleich weniger comichaft und mehr bedrohlich und ernsthaft aus.
Originalfassung
Neuauflage
Sonstiges Es gibt noch eine Reihe von anderen Veränderungen. So wurde z.B. gleich auf der ersten Seite ein schwarzer Jazz-Trompetenspieler durch einen Weißen ersetzt, und auch die diversen Eingeborenen haben nun weit weniger klischeehafte Gesichter.
Bei dem letzten Bildvergleich kann man zudem sehen, dass die Handlung ursprünglich in Südafrika spielte (Kapstadt wird erwähnt) und dass dies wohl bei der Übersetzung entfernt wurde, da es wohl zu heiß war.
Originalfassung
Neuauflage
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Finde ich schade, dass es umgeändert wurde. Ein Kunstwerk sollte unangetastet bleiben, schließlich repräsentiert es auch den Zeitgeist und ist daher auch eine Form eines historischen Dokumentes.
Das ganze erinnert mich an die Diskussion, ob man "Tim & Struppie im Kongo" verbieten soll. Das ist, zumindest in Deutschland, wohl vom Tisch, aber in Frankreich wird da ja noch geklagt.
Man sollte ein solches Comic einfach mit einem Kommentar versehen und es so belassen wie es einmal war.
Ui, das ist ja ulkig...
Naja ich hab mir vor einigen Monaten das Buch ''Onkel Dagobert - Sein Leben, seine Milliarden'' gekauft und hab gerade mal eben nachgeschaut; der Bombie und der Medizinmann sind tatsächlich verändert worden...
Wär mir nie in den Sinn gekommen...
13.07.2010 - 00:31 Uhr schrieb srgeo
Dieser Trend der political correctness geht mir hier zu weit.
Diese Änderungen fanden in den 1960ern statt, da gab es noch nicht diesen PoCo Trend wie wir ihn heutzutage bis zum erbrechen beobachten können.
Damals ging es einzig darum das Bild des Schwarzen in ein, dem Weißen gleichwertiges Licht zu rücken und ihm die gleichen Rechte einzuräumen.
Es wurde gerade erst mal durchgesetzt das Schwarze, respektive Afro Amerikaner die selben Schulen besuchen dürfen wie weiße, in den selben Läden essen durften, auf Ämtern keine extra Warteschlangen für schwarze benutzen müssen usw.
In dieser Hinsicht und im positiven Umbruch der damaligen Zeit, sind diese Änderungen vollkommen nachvollziehbar und haben überhaupt nichts mit einer (übertriebenen) Political Correctness, wie wir sie heutzutage erleben gemein.
BTW
Sehr interessante Zensur Beleuchtung -Mein Tribun-.;)
ich glaub bei disney sind alle zombies.... barks steht da sicher auch noch rum, neben walt und peitscht seine angestellten aus.. *lol
aber der comic ist kult, witzig was so alles an ihm geändert wurde.
Man kann ja alles übertreiben, auch die sog. Political Correctness. Ich finde, die Originalzeichnungen sollten unangetastet bleiben. Daß man einige Textpassagen etwas modifiziert hat, ist ja noch okay. Aber es macht doch gerade den Reiz eines Comics aus, daß alles etwas übertrieben bzw. persifliert dargestellt wird. Und daß Neg..., äh.., ...Schwarze nun mal wulstige Lippen haben ist doch Tatsache. Auch Nasenringen haftet in der heutigen Zeit der Piercings schon längst nichts Diskriminierendes mehr an.
Ich finde es schade, daß selbst vor harmlosen Comics nicht Halt gemacht wird zu beweisen wie korrekt wir doch sind!
Ich glaube außerdem nicht, daß sich ein Afrikaner, Schwarzer, Farbiger oder Negroider (daher kommt das Wort Neger) an der ursprünglichen Darstellung des Zombies bzw. der Eingeborenen gestört hätte. So kleinkariert sind DIE nämlich nicht!
''wanna go back to africa, bombie? wanna go back to your voodoo people?'' hätt man *eigentlich* anders übersetzen müssen...
''you're an expert on ghost stuff'' hätt das bei nem weißen nicht mehr gepasst? warum wurde der überhaupt eingeweißt?
außerdem hätte ''a man that wouldn't stay done fer'' *grob* übersetzt doch eigentlich ''jemand, der nicht tot bleibt'' lauten müssen?
und ''capetown'' zu ''whambo jambo'' zu übersetzen?! im original was normales, im geänderten rassistisch (meine meinung)?! LOL
naja, es ist bekannt das der Herr Walt Disney ein bekennender Rassist(vor allem gegen dunkelhäutige)und extrem Rechtskonservativer war der sich auch nicht davor scheute Kollegen ans Messer zu liefern.
sind die eigentlich in der neuauflage komplett neu gezeichnet wurden? ich find diese alten zeichnungen haben grade durch dieses leicht fehlerhafte einen gewissen charme.. ich hab auch noch irgendwo ein LTB rumliegen das halb schwarz-weiss halb farbe ist..
Das ist eines der dunkelsten Kapitel der Political correcness. Kunst die seit Jahrzehnten existiert wird zensiert.
Donald Duck ist ja nicht der einzigste. Auch Astrid Lindgren,die ja bekannt für ihren ausgelebten Rassismus (Satire!) ist bleibt nicht verschohnt. Dort wurden in der Neuauflage 2009 alle bösen N***r und Z*****r Wörter elliminiert. So wurde beispielsweise aus dem dem Negerkönig der Südseekönig.
Also, ich könnte meinen Hintern dafür verwetten, dass ich als Kind die unbearbeitete Version gelesen habe, besonders an den Nasenring und die spitzen Stummelzähne der Neg..-pardon-Afrikaner erinnere ich mich genau. Das muss so um 1980 herum gewesen sein.
Mir geht es da genauso wie guilstein: Auch ich glaube aus meiner Kindheit (ebenso Ende der siebziger Jahre) nur die unzensierte Fassung zu kennen. Ich werde mal in den alten Comics forschen ...
13.07.2010 - 11:46 Uhr schrieb guilstein
Also, ich könnte meinen Hintern dafür verwetten, dass ich als Kind die unbearbeitete Version gelesen habe, besonders an den Nasenring und die spitzen Stummelzähne der Neg..-pardon-Afrikaner erinnere ich mich genau. Das muss so um 1980 herum gewesen sein.
Das Wort Afrikaner ist viel rassistischer, als Neger. Nicht jeder Neger kommt auch aus Afrika. Du sagst ja auch nicht Europäer zu Amerikanischen Staatsbürger mit weißer Hautfarbe oder?
Das Wort Afrikaner ist viel rassistischer, als Neger. Nicht jeder Neger kommt auch aus Afrika. Du sagst ja auch nicht Europäer zu Amerikanischen Staatsbürger mit weißer Hautfarbe oder?
Je nach Auslegung sind beide Worte in etwa gleich rassistisch bzw. verallgemeinernd. Aber bitte... wenn es den Leuten Spass macht Menschen nach Hautfarben zu kategorisieren dann legt mal los (bin mal gespannt wie ihr dann ``Mischlinge`` nennt: Halbneger, Mulatten, Zambos oder was ?). Die Meisten von euch haben doch nicht mal nen Plan was genau political correctnes bezeichnet und dass es dafür keine einheitlich Definiton gibt.
ich finde es gut, dass hier das rassistische etwas entschärft wurde... hier wurden von afrika stammende leute klischeehaft als dumme buschmänner dargestellt und das war im amerika vor einiger zeit ganz normal, aber das geht doch nicht! gut so, dass sie es entschärft haben, wäre ich schwarz, würde ich mich absolut ausgegrenzt usw. fühlen und immer diese "weißen" enten... eigentlich sind enten ja nicht weiß^^
13.07.2010 - 10:58 Uhr schrieb Manhunt
Das ist eines der dunkelsten Kapitel der Political correcness. Kunst die seit Jahrzehnten existiert wird zensiert.
Donald Duck ist ja nicht der einzigste. Auch Astrid Lindgren,die ja bekannt für ihren ausgelebten Rassismus (Satire!) ist bleibt nicht verschohnt. Dort wurden in der Neuauflage 2009 alle bösen N***r und Z*****r Wörter elliminiert. So wurde beispielsweise aus dem dem Negerkönig der Südseekönig.
Diese Art von Zensur ist extrem gefährlich.
Nicht nur diese Art...
Außerdem gibt's genügend Filme in denen das Begrifflein "fucki'n Nigger" oder "fucking XY" gebraucht wird, oft verbunden mit exzesiver Gewalt.
Na, wer sieht die Kontroverse... genau... ZENSUR IST DIKTATUR.
Einerseits ist Zensur natürlich NICHT gewünscht, vor allem nicht, wenn sie sich anstelle der hier sonst üblich diskutierten Gewaltzensur, auf einmal in Form einer manupilativen politischen Meinungsbildung zeigt.
Andererseits darf an dieser Stelle nicht vergessen werden, dass diese Comics vornehmlich von Kindern gelesen werden. Ich kann und will den pädagogischen Mehrwert, dieser versimpelten, klischeehaften und vor allem teilweise bösartigen Darstellung der schwarzen Bevölkerung einfach nicht erkennen.
Ein Dilemma!
Im Übrigen finde ich es teilweise recht bedenklich, wie unreflektiert hier gegen diese spezielle Zensur ins Feld gezogen wird. Wenn nicht hier, wo sonst lässt sich bestens aufzeigen, dass es mitunter durchaus Entscheidungen gibt, über die man zumindest diskutieren kann.
Auch Deine Formulierung, lieber '-Der-Tribun':
''Dafür kann man Barks keinen Vorwurf machen, es war halt das gesellschaftliche Klima.''
ging voll in die Hose.
Rassismus ist in jeder Gesellschaft schon immer latent vorhanden gewesen, genauso gab es aber auch immer schon Menschen, die sich dagegen aufgelehnt haben. Es ist schon traurig, dies mit einem gesellschaftlichen Klima schönreden zu wollen.
Das haut Barks jetzt sicherlich nicht von seinem Thron, aber Du solltest auch den Mut haben, das Kind beim Namen zu nennen.
Man muss nicht alles gutheißen, selbst wenn es von Meistern wie Barks kommt...!
13.07.2010 - 11:46 Uhr schrieb guilstein
Also, ich könnte meinen Hintern dafür verwetten, dass ich als Kind die unbearbeitete Version gelesen habe, besonders an den Nasenring und die spitzen Stummelzähne der Neg..-pardon-Afrikaner erinnere ich mich genau. Das muss so um 1980 herum gewesen sein.
Das Wort Afrikaner ist viel rassistischer, als Neger. Nicht jeder Neger kommt auch aus Afrika. Du sagst ja auch nicht Europäer zu Amerikanischen Staatsbürger mit weißer Hautfarbe oder?
Und nicht jeder Afrikaner ist schwarz! Zur weissen Hautfarbe sagt man Kaukasier!
Diese Zensur ist gefährlich, weil man dadurch die Umstände der damaligen zeit leugnet! Die jungen Leute sollen ja nie erfahren, wie schlimm es wahr *rollseyes*
Bei der Bezeichnung besonders rassistisch musste ich irgendwie lachen, wahrscheinlich weil es hier ein Donald Duck Comic ist!
Schade, immerhin wurde hier Kulturgut und Kulturgeschichte grob verändert.
Was wäre das für eine Welt wenn selbst Nazis in Computerspielen zu nem harmlosen Kult umgeändert würden, nur weil es der Gesellschaft so angenehmer ist.....huch.....das gabs ja auch.
Die Gesellschaft sollte sich der Kunst beugen und nicht anders herum!
Würde mal gern wissen, wie z.B. eine zensierte Geschichte von Wilhelm Busch aussehen würde. Dessen Werke strotzen teils ja nur so vor rassistischer und antisemitischer Bildsprache.
13.07.2010 - 14:13 Uhr schrieb superboingo
Mir geht es da genauso wie guilstein: Auch ich glaube aus meiner Kindheit (ebenso Ende der siebziger Jahre) nur die unzensierte Fassung zu kennen. Ich werde mal in den alten Comics forschen ...
Hier, ich kann mich auch an die typischen dicklippigen Afrikaner erinnern. Das war in so einem riesigen Hardcover-Buch, das hieß glaub ich "Ich, Donald Duck". Riesig natürlich deswegen, weil ich da grad erst 6 Jahre alt war oder so und das Buch etwa halt so groß war ich wich damals.
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