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Kagemusha - Der Schatten des Kriegers

zur OFDb   OT: Kagemusha

Herstellungsland:Japan (1980)
Genre:Drama, Krieg
Bewertung unserer Besucher:
Note: 8,86 (7 Stimmen) Details
19.11.2006
Imbor Ed
Level 10
XP 1.565
Vergleichsfassungen
FSK 16 ofdb
Freigabe FSK 16
Japan Fassung ofdb
Die amerikanischen Regisseure George Lucas (Krieg der Sterne) und Francis Ford Coppola (Apocalypse Now) waren von Akira Kurosawas Arbeiten so begeistert, dass sie ihm zum Ende der 70er Jahre dabei halfen, die Finanzierung für sein neuestes Historienepos Kagemusha sicherzustellen. Der schaffte es nämlich 10 Jahre nach seinem größten Erfolg „Die sieben Samurai“ nur noch alle paar Jahre ein neues Werk in die Kinos zu entlassen, was sich aber aufgrund des geringen finanziellen Erfolgs von Kagemusha auch im darauffolgenden Jahrzehnt nicht ändern sollte in dem er nur noch für RAN ein größeres Budget erhielt und sich in den 90ern nur noch kleineren Projekten widmete, bevor er 1998 starb.

Kagemusha stellt im Oeuvre Kurosawas sicherlich ein einmaliges Highlight dar. Entstanden zu einer Zeit, in der er sich auch ausgiebig der Malerei widmete, entfernt sich der Film bewußt von den Massenschlachten anderer Historienfilme ab (zeigt sie später aber wieder in RAN) und präsentiert meist nur ihre Vorbereitung, ihre Folgen (das Meer aus Leichen am Ende) oder die Reaktionen, die bei den Beobachtern hervorrufen. All das geschieht mit unglaublicher Präzession und Geduld. Vielleicht etwas zuviel Geduld für das westliche Publikum, weswegen es Lucas und Coppola wohl nicht verhindern konnten, oder wollten, dass der Film für die internationale Auswertung stark gekürzt werden sollte.

Anders als der 5 Jahre später entstandene RAN stellt Kagemusha zweifelsohne den am schwersten zugängliche Film Kurosawas dar, weshalb er Anfängern absolut nicht zu empfehlen ist. Die gekürzte Fassung des überlangen Film macht es dem Zuschauer etwas leichter, aber wie so oft und zuletzt bei Wu Ji – Die Reiter der Winde stellt sich die Frage, ob das den unbedingt der Fall sein muss.

Wer sich aber zum Beispiel die perfekt ausgestattete Criterion DVD aus den USA gönnt und auf die vielen Details in Tatsuya Nakadai präzisen Darstellung des Fürsten und seines Doubles achtet, kann sich der hypnotischen Wirkung dieses Meisterwerks nicht entziehen, das in einem vom törichten Kriegsherren heraufbeschworenen Finale voller Tragik und Elegie seinen Höhepunkt findet.

Verglichen wurde die internationale Version, in Deutschland mit einer FSK 16 Freigabe versehen und durch die ARTE Ausstrahlung vertreten, mit der japanischen Originalfassung der Criterion DVD.

Insgesamt fehlen 18 Minuten und 40 Sekunden bei einer Gesamtzahl von 42 Unterschieden. Die internationale Fassung beinhaltet eine zusätzliche Einleitung mit 25,5 Sekunden.

mehr Informationen zu diesem Titel

0:00
Unterschiedliche Logos.
27,5 sec

Arte 6:23
Criterion 7:06
Die Arte Fassung hat einen Einleitungstext gleich nach dem Kagemusha"-Titel: "Im 16. Jahrhundert war Japan ein von Machtkämpfen zerissenes Land. Die Territorialfürsten boten alle Kräfte auf, um die Hauptstadt Kioto einzunehmen. Die drei mächtigsten dieser Fürsten waren Shingen vom Hause Takeda, Nobunaga vom Hause Oda und Ieyasu vom Hause Tokugawa. 1572 marschiert Shingen auf Kioto zu. Nachdem er die Armeen seiner beiden Rivalen geschlagen hat, belagert er nun Ieyasus Festung Noda."
25,5 sec


7:14
Der Soldat rennt länger durch die Lagerstätten.
12 sec


7:47
Zu Beginn verlängerte Einstellung des Raumes, durch den der Bote geht.
3 sec

8:32
Der General links sagt noch: "Indeed. We breach their outer and inner perimeters, and they calmly hole up in the keep."
9,5 sec


9:25
Masakage Yamagato steigt vom Pferd und läuft durch den Hof zu Shingen. Dort kündigt ein Diener dessen Ankuft an.
30,5 sec


14:12
Wie Ieyasu Togukawa von einem Boten erfährt, dass Shingen angeschossen wurde und unter Umständen tot ist ist erst bei 15:28 zu sehen, nachdem man sieht wie Nobunaga vom Vofall erfährt. Dadurch fehlt dann wie Ieyasus Generäle kurz die Situation im Land mit ihren 4 Krisenherden erläutern und dass man unbedingt dem Verbündeten Nobunaga Oda bescheid sagen muss. Ieyasu ist sich aber sicher, dass der schon vom scheinbaren Tod Shingens weiß.
51,5 sec


15:23
Nobunaga reitet noch zweimal wütend um den Platz herum, nachdem er von Shingens Tod erfahren hat.
18,5 sec


16:25
Ein Möch erfährt von Shingens Tod.
99 sec


17:34
Ein Blick auf die Raststätte für die Nacht.
3 sec


18:50
Shingen wiederholt noch einmal mit Nachdruck, dass sein Sohn und seine Generäle auf keine Fall die Heimat für einen Krieg verlassen sollen: "Do not move."
3 sec


20:07
Am Ende des Vortrags ist Shingen noch einen Moment länger zu sehen.
8 sec


24:34
Masakage Yamagato reitet mit Shingen in einer Sänfte über einen Berg. Der Arzt rät ihm zu einer Pause, da sich sonst Shingens Zustand verschlechtern könnte.
47 sec


26:20
Masakage Yamagato schaut den Arzt nach Shingens Ausfall länger teils wütend, teils entsetzt an.
4,5 sec


26:53
Die Soldaten reiten etwas weiter.
3,8 sec


Arte 28:01
Criterion 34:21
Nur in der Arte-Fassung ist ein Sonnenuntergang zu sehen.
4 sec


31:10
Als einer der Spione den Zug der Takeda Soldaten beobachtet, gibt es die Szenen, in der ein einzelner Soldat mit einem Pferd vorbei reitet in einem anderen Ausschnitt, in der man den Spion unten nicht sieht, dafür rechts oben viel mehr. Allerdings fehlt wie der Spion zu Beginn durch den Wald angerannt kommt und auch am Ende mehr vom Marsch. Außerdem ist in der Criterion Fassung die ganze einminütige Szene in einer Einstellung zu sehen, während es in der Arte Fassungen einen recht stümperhaften Schnitt gibt, der zusammen mit dem verschobenen Bild eigentlich nur auf einen Fehler der Arte Fassung hinweist.
28,5 sec

Das verschobene Bild der Arte Fassung



31:54
Der Marsch geht etwas länger, nachdem der Spion weitergelaufen ist.
1,5 sec


34:49
Das Double reitet einen Moment länger an den Männern vorbei.
1 sec


40:05
Man hat eine lange Einstellung zerlegt und dabei aus der Mitte rausgeschnitten, wie das Double etwas länger das Tongefäß auseinander baut.
15 sec


51:51
Das Double bleibt noch etwas länger vor den Generälen knien.
7 sec


Arte 51:51
Criterion 60:04
In der Szene, in der das Schild über das angeblich versenkte Fass Sake zu sehen ist, gibt es in der Arte Fassung eine Nahaufnahme. In der Criterion Fassung dagegen, ist dafür die darauffolgende Einstellung zu Beginn länger.
kein Zeitunterschied
links Arte, rechts Criterion



52:19
Die Spione setzen sich an den Baum.
4,5 sec


52:59
Fast schon nicht anders zu erwarten, fehlt ein großer Teil des No Theaters. Kurz davor noch ein paar Sekunden mit den Spionen am Baum.
116 sec


70:22
Wie auch zuvor der echte Shingen bei 20:07, wurde das kopierte Sitzen des Double am Ende etwas verkürzt.
3 sec













Änderung der Reihenfolge

Nachdem das Double seine beiden Konkubinen von seiner Echtheit überzeugt hat, wurde in beiden Fassungen die Reihenfolge der folgenden Szenen umgestellt.

Criterion

Arte


  • Ieyasu Tokugawa spricht mit einem seiner Generäle über die Shingen und beschließt einen Angriff auf Suruga

  • Der Kampf in Suruga

  • Katsuyori Takeda in der Burg Suwa spricht über seine Enttäuschung von seinem Vater nicht akzeptiert geworden zu sein

  • Das Double spricht mit seinem Enkel




  • Katsuyori Takeda in der Burg Suwa spricht über seine Enttäuschung von seinem Vater nicht akzeptiert geworden zu sein

  • Das Double spricht mit seinem Enkel

  • Ieyasu Tokugawa spricht mit einem seiner Generäle über die Shingen und beschließt einen Angriff auf Suruga

  • Der Kampf in Suruga




81:03
Am Ende der Katsuyori Takeda Szene in der Burg Suwa fehlt auf Arte noch eine Szene, in der der andere Mann aufsteht, aus dem Fenster schaut und einen Boten am Strand sieht.
10 sec


87:09
Bei der Versammlung werden von Dienern Kerzen aufgestellt.
27,5 sec


Arte 91:43
Criterion 104:25
Nachdem das Double die Versammlung verlassen hat, fehlt in der Criterion Version eine weitere Szene mit Nobukado und dem wütenden Katsuyori.
4 sec


91:43
Dafür fehlt in der Arte Fassung, wie Tatsuyori und seine Leute wütend davon reiten und die ersten 3 Sekunden der kleinen Versammlung danach.
30 sec


93:14
Nobukado sagt am Ende der kleinen Versammlung noch etwas über das Double: "And all because ... one brief meeting with the late lord won his heart and he was saddened by his death. You have to feel sorry for him."
33 sec


93:33
Shingen steht in der Traumseqeunz einen Moment länger da, nachdem er sich aus dem Tonkrug befreit hat.
1,5 sec


Die Szene, in der Shingen weiter auf das Double zugeht - genau vor dem nächsten Schnitt - ist in der Arte Fassung etwas später bei 93:51 zu sehen.

93:36
Shingen läuft weiter auf das Double zu, während der entsetzt zurückweicht.
11 sec


93:51
Da hier eine Szene von vorher wiederholt, fehlt Folgende der Criterion ganz.
2,5 sec


Arte 93:59
Die Arte Fassung hat eine zusätzliche Eintellung, in der das Double zurück schreckt. Aufgrund der Szenenverschiebung ist die Zuordnung zur Criterion Fassung nicht möglich, da es sich um eine alternative Szene handelt, die nicht in die Criterion Fassung passt.
2,5 sec


94:34
Das Double irrt noch wesentlich länger durch die Traumlandschaft, bevor er niederkniet. Die kurze Jump Cut Sequenz bevor er zum Fluss geht, wurde auch anders angeordnet.
50,05


94:54
Er irrt etwas noch länger durch den Traum, bevor er zum Fluss geht.
5,5 sec


95:24
Er läuft länger durch den Fluss.
7,5 sec


97:41
Nachdem Nobunaga die portugiesischen Priester gegrüßt hat, fehlt folgender Dialog.
Nobunaga: "I didn`t know the priests were still here."
Diener: "They return to Sakai today."
Nobunaga: "Wait, one of them was a man of medicine. Send him to pay Shingen a sympathy visit."
Diener: "A visit from an enemy camp might be difficult."
Nobunaga: "Idiot. You think I don`t know that? Use Nobutora. The geezer`s at loose ends in Kyoto since his own son Shingen banished him. They can`t turn away a mesenger from him. He has servants who know Shingen well. With one of them along, we can learn the truth.
44 sec


100:26
Der Priester, den Nobunaga geschickt, erscheint am Hofe von Shingen. Nobukado und auch die Generäle sind nicht sehr begeistert, müssen ihn aber empfangen, da er ja scheinbar von Shingens Vater geschickt wurde. Sie glauben zwar, dass der Feind hinter dem Besuch steckt, hoffen aber auch, dass die beiden Besucher deren Zweifel über Shingens Tod vertreiben könnten, wenn sie das Double sehen.
107,5 sec


100:39
Das Double empfängt den Priester, während draußen noch einmal Shingens Pferd wild durch die Gegend springt und nur schwer von Stallburschen gebändigt werden kann. Der Diener von Shingens Vater wird, während der Priester das Double untersucht, etwas frech und fordert ihn mit Fragen über die Vergangenheit heraus. Nobukado kann aber alle Versuche das Double zu enttarnen abfangen.
210 sec


118:44
Beim Treffen zwischen Nobunaga und Ieyasu sieht man zu Beginn noch kurz den Priester und den Diener, die Shingen besucht hatten und Nobunaga berichtet hatten, dass es Shingen einwandfrei geht.
26,5 sec


137:45
Die drei Generäle, die "Feuer", "Wald" und "Wind" repräsentieren, betrachten die Palisaden der Oda etwas länger.
27,5


In den Szenen nach der Schlacht wurden die Einstellungen mehrmals umgestellt.

Weiterhin fehlen:

148:33
Weitere Pferde versuchen wieder aufzustehen und auch ein paar verwundete Soldaten irren über das Schlachtfeld.
31 sec


148:52
Wieder mehr sich windende Pferde und tote Soldaten.
66,5 sec


150:10
Der Abspann fällt auf Arte kürzer aus.
80 sec

Kommentare

19.11.2006 04:11 Uhr - peacekeepa
Kagemusha war einer der ersten Kurosawa Filme, die ich gesehen hatte. Schwer zugänglich fand ich ihn weder damals und finde ich auch heute nicht. In meinen Augen sehr wohl für Einsteiger empfehlenswert, im Gegensatz zu RAN, aber das ist wohl Ansichtssache. Dank gebührt dem Autor des Schnittberichts. Der Kauf der Criterion DVD ist damit beschlossene Sache.

19.11.2006 12:27 Uhr - Doc Idaho
User-Level von Doc Idaho 27
Erfahrungspunkte von Doc Idaho 18.927
Das hängt natürlich auch davon ab, wie sehr man sich (unabhängig von Kurososawa) mit dem japanischen Kino vor 1980 auskennt, der behandelten Historie und den auftretenten Kunstformen. Ansonsten verpasst man zuviel von Kagemusha, ohne das man es merkt. Ich gehe weiter davon aus, dass der Großteil, der sich mit diesen Themen beschäftigt irgendwann mal einen der bekannteren Kurosawa gesehen hat muss.
Du bist vielleicht die Ausnahme.
Aber in meinen Augen ist Kagemusha weiterhin ein deutlich sperriger Film als z.B die Sieben Samurai oder Yojimbo.
ciao

21.11.2006 14:10 Uhr -
dem kann ich nur zustimmen, aber soooo
schwer isser dann nun auch nich.
zählt aber mM nach nicht zu den Besten Kurosawas.

RAN, Das Schloss im Spinnwebwald und die Sieben Samurai
sind meine absoluten Favs.

25.09.2007 22:05 Uhr -
Kleine Korrektur in den Links zur OFDB:
Der Film ist FSK 12 und nicht FSK 16.
Ansonsten: Top Schnittbericht.

11.10.2008 11:20 Uhr - goof
Wer keine Geduld hat, hat Pech gehabt. Da gibz nix zu kürzen, der Film is geil.

24.10.2008 01:02 Uhr - Blutgericht
Großartiger Film.

10.05.2012 15:57 Uhr - Der Streber
Wird in den Extras der Criterion eigentlich gesagt auf wessen Bestreben hin der Film gekürzt wurde? Oder ob Kurosawa irgendwelchen Einfluss auf die internationale Fassung hatte?

16.05.2012 18:32 Uhr - Phileas
10.05.2012 15:57 Uhr schrieb Der Streber
Wird in den Extras der Criterion eigentlich gesagt auf wessen Bestreben hin der Film gekürzt wurde? Oder ob Kurosawa irgendwelchen Einfluss auf die internationale Fassung hatte?
Nicht dass es mir aufgefallen wäre. Weder Lucas noch Coppola verlieren ein Wort darüber. Ich tippe mal darauf, dass Fox dafür verantwortlich ist.

Meiner Meinung nach einer der schwächeren Kurosawa. Ich habe fast alle bis auf drei oder vier gesehen. Die meisten mehrfach. Ich glaube spontan finde ich - von allen nach 1945 entstandenen - nur Rhapsody in August noch schwächer als Kagemusha. Der Film ist eigentlich nur eine Aneinanderreihung von schönen Gemälden in Filmform, denn die Bilder waren Kurosawas Ausgangspunkt für den Film.

Die Story ist zu simpel und hat für 3h Laufzeit einfach keinen Tiefgang. Das Spiel des Hauptdarstellers ist eine der weiteren Schwächen. Die Musik ist manchmal plump eingesetzt - abgesehen vom Anfang, wo sie exzellent funktioniert. Ich habe nichts gegen Langatmigkeit - im Gegenteil, es kann ein Stilelement sein. Ozu hat eine ganze Reihe von japanischen Filmen gemacht, die allesamt sehr langatmig sind. Die Kamera bewegt sich fast nie, die Schnitte sind extrem lang, aber langweilig wird es nie. Nicht so Kagemusha.

Lucas und insbesondere Coppola deuten in den Interviews schon einiges an. Während sie die wichtigen Kurosawa Filme positiv werten und loben, fällt nichts dergleichen über Kagemusha - und das, obwohl es in den INterviews ja um diesen ging. Im Gegenteil: Beide sind sich einig, dass Hauptdarsteller nicht der richtige ist. Ursprünglich war Shintaro Katsu vorgesehen, den beides besser gefunden hätten. Dann sagt Lucas etwas wie: "Auch wenn es kein neues Meisterwerk wird, ist es wichtig, dass Kurosawa mehr Filme macht. Wir können davon lernen." (frei aus dem Gedächtnis übersetzt). Copola, der auf eine Frage antwortet, die wir nicht kennen (wieder frei übersetzt): "Nur wenige Künstler schaffen es sich neu zu erfinden" (es folgt eine Aufzählung und Kurosawa ist nicht dabei). Da liegt das Problem. Kurosawa kehrt zu einem Genre zurück, das er selbst mit definiert hat... in dem er die Messlatte weit nach oben geschoben hat (auch wenn ich persönlich "Seppuku" für den besten Samurai Film halte). Toho hatte offenbar seine Gründe, warum man den Film nicht komplett allein finanzieren wollte.

Mein Fazit: Grandiose Bilder, aber leider nicht so viel dahinter, wie erwartet. Kein schlechter Film, aber auch kein Meisterwerk.

p.s.
Schwer zugänglich finde ich eigentlich keinen Kurosawa. Nicht ohne Grund wird er als der "westlichste" japanische Regisseur bezeichnet. Zum einen hat er sich nicht selten am Westen orientiert, zum Anderen hat man im Westen schon viel von Kurosawa assimiliert, so dass man im Allgemeinen ohne Probleme seine Filme schauen kann. Auch Naruse und Ozu sind auch ganz gut verdaulich. Für Mizoguchi, Kobayashi oder Ichikawa bedarf es schon ein wenig mehr. Wie dem auch sei... Kurosawa ist und bleibt einer meiner Favoriten neben Kobayashi und Imamura.

13.06.2012 12:00 Uhr - Der Streber
@Phileas
Danke für die Antwort! Ich hatte ja vergangenes Jahr das unbeschreibliche Glück, alle Kurosawas im Kino zu sehen. Deiner Meinung bezüglich "Kagemusha" muss ich mich leider anschließen. Nur mit "Der Idiot" und "Nachtasyl" konnte ich weniger anfangen. Selbst der Propagandastreifen aus den 40ern ("Am allerschönsten") hat mich mehr mitgerissen. Was die Besetzung der Hauptrolle angeht, so kann ich nur sagen, dass ich den beeindruckend wandlungsfähigen Nakadai für eine Idealbesetzung halte (besonders die Anfangsszene hat mich sehr beeindruckt), aber die Aussage von Kurosawa, dass "Kagemusha" eine reine "Kostümprobe" für "Ran" gewesen wäre, macht irgendwo Sinn. Wie du schon gesagt hast: zu aufdringliche Musik (bei der ich dann auch noch dauernd an "Takeshis Castle" denken musste, weil die da rauf und runter gespielt wurde), zu wenig Tiefgang bei zu langer Laufzeit. Schade, man hätte sicher mehr daraus machen können.

"Seppuku" halte ich auch für den besten Samuraifilm. Da hat mich Nakadai WIRKLICH umgehauen! Der war damals 29 und man nimmt ihn den alternden, würdevollen und kampferprobten Samurai zu jeder Sekunde ab. Die Musik von Takemitsu ist auch genial - die Biwa wird so schroff gespielt, dass sie schon nach E-Gitarre klingt. Die langsamen, hypnotischen Bilder können mit jedem Kubrick-Film mithalten. Ich hoffe sehr, dass demnächst noch mehr Sachen von Kobayashi erscheinen. Hab mir schon überlegt, ob ich mir "Black River" aus Frankreich importieren sollte, auch wenn mein Französisch nicht gerade das beste ist...

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