DF = 95:40 Min. (Pal)
US = 101:06 Min. (NTSC)
Differenz = 75 Sekunden bei 14 Unterschieden
Definitiv in den oberen Bereich der Actiongülle ist CAGE anzusiedeln. Vordergründig als stumpfer Klopper vermarktet, handelt es sich eigentlich um ein Drama über zwei befreundete Vietnamkriegsveteranen, mit einer ansatzweise erzählten Geschichte.
Prolog 1969: während eines Einsatzes kommt ein Trupp GIs unter feindlichen Beschuß und wird in letzter Sekunde von einem Hubschrauber aufgesammelt. Billy wird bei der Rettung seines Freundes Scott schwer am Kopf getroffen und behält einen bleibenden geistigen Schaden zurück. 20 Jahre später führen beide eine Bar und geraten in finanzielle Schwierigkeiten. Während einer Schlägerei wird ein Mafiosi, der durch Wetten bei illegalen Cagefights ebenfalls reichlich Geld verloren hat, auf Billy aufmerksam und bringt ihn dazu, in den Käfig zu steigen....
Zwiespältig wird der Fan den Streifen aufnehmen. Als Hauptdarsteller sind Lou Ferrigno und Reb Brown gelistet, die wahrlich nicht zu den großen Akteuern zählen. Aber Ferrigno als geistig behinderter Billy bringt hier vermutlich die beste Leistung seiner zugegeben eher mauen Karriere. Reb Brown nimmt sich zurück und agiert ebenfalls recht ansprechend. Die Kämpfe sind im Prinzip nur Sahnehäubchen, wenig brutal und zeichnen sich durch recht realistische Aktivitäten aus (denn es reicht wirklich, zwei deftige Schläge an den Schädel zu bekommen, um Ko zu gehen!). Auf jeden Fall ein Pluspunkt ist die kaum zu überblickende Schar von bekannten Gesichtern, die hier zu sehen ist und teilweise auch überzeugende Charaktere bildet: als leicht trottelige und von Pech verfolgte Kleinganoven sind Michael Dante (Rollenname "Lucky"!) und Mike Moroff gesetzt, beide mit reichhaltig Erfahrung gesegnet. Als gewissenloser Initiator der illegalen Kämpfe brilliert James Shigeta, den meisten Filmfans bekannt als Takagi aus "Die Hard". Den sarkastisch großmäuligen Mafiosi gibt Al Ruscio mit erkennbarer Spielfreude. Auch er hat mehr als 160 Filmrollen in seiner Biographie gelistet. In weiteren, teils eindrucksvollen Nebenrollen entdecken wir Branscombe Richmond, Matthias Hues, Al Leong und Jimmy Skaggs sowie als uncreditierter Bodyguard Danny Trejo. Da bekommt der Fan doch feuchte Augen. Ebenfalls bemerkenswert die unaufdringliche Regie von Lang Elliot (der auch produzierte und augenscheinlich etwas Geld zur Verfügung hatte), die ordentliche Kameraarbeit von Jacques Haitkin und das unprätentiöse Drehbuch von Hugh Kelley (der nach der Fortsetzung einzig noch Ronny Yu's Hollywood-Debüt WARRIORS OF VIRTURE skripte). Als Schwachpunkt gelten dennoch die wenigen Kämpfe, die leider nicht so flashig choreographiert wurden, wie man sie als Güllefan sehen möchte (auch hier war Kelley verantwortlich). Auch sind Ferrigno und Brown als Fleischklopse denkbar ungeeignet, um glaubhaft unbesiegbare Cagefighter abzugeben. Trotzdem war ich angenehm überrascht und habe mich gut unterhalten lassen.
Die deutsche Fassung von Ascot-Video (FSK 18, indiziert) ist natürlich auch nicht ungeschnitten. Zwar sind die Cuts wirklich gut gesetzt (manchmal sogar nur Einzelbilder!) und fallen bis auf eine Ausnahme überhaupt nicht auf, aber im Vergleich zur ungekürzten US-Laserdisc (Image, Rated R) fehlen doch einige Details:
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0:00 Min.
Das Logo der Produktionsfirma.
( 13,5 Sek. )
4:21 Min.
Vietnam 1969. Bei der Flucht mit dem Hubschrauber bekommt Billy einen Treffer in den Schädel. In der DF wird diese Einstellung verkürzt und man sieht nicht mehr, wie Blut daraus hervorsprudelt.
( 4,5 Sek. )
11:14 Min.
Der erste Cage-Fight. Der schwarze Kämpfer zieht sich am Gitter hoch und bekommt einen Faustschlag ins Gesicht. Der folgende Gegenschnitt ist nach 7 Einzelbildern gekürzt: der Schwarze bekommt noch 'nen Hieb in die Nieren und schreit auf.
( 1,5 Sek. )
11:35 Min.
Eine Zuschauerin bekommt Blut ins Gesicht und beginnt zu würgen.
( 6 Sek. )
12:48 Min.
Eine weitere, nähere Einstellung, in der der Schwarze einen Schlag gegen den Hals bekommt.
( 3 Sek. )
58:35 Min.
Mono geht in Flammen auf. Nach dem Gegenschnitt auf Scott fehlen weitere Einstellungen des Brennenden nebst Zwischenschnitten, bis mit dem Umfallen die DF wieder einsetzt.
( 12 Sek. )
78:18 Min.
Chang vs. Billy. Die beiden umkreisen sich, dann tritt Chang Billy in den Unterleib.
( 6 Sek. )
78:28 Min.
Billy bekommt vier weitere Schläge in den Leib.
( 6 Sek. )
78:40 Min.
Billy kriegt einige weitere Faustschläge auf die Schläfe, alle im Close-Up, gefolgt von Rückblenden des Kopfschußes und Zwischenschnitte der Zuschauer.
( 18 Sek. )
79:31 Min.
Nur in der ungeschnittenen Version bricht Billy seinem Gegner in einer näheren Einstellung das Genick.
( 1,5 Sek. )
88:53 Min.
Scott bricht seinem Gegner in zwei Naheinstellungen das Genick.
( 1 Sek. )
90:00 Min.
In der DF schießt einer von Costellos Leuten zweimal und Tony zuckt in einer Frontansicht zusammen. Im Original ballert der Typ aber dreimal und trifft Tony bereits blutig in den Rücken.
( 0,5 Sek. )
90:09 Min.
Auch Mario wird länger getroffen.
( 1 Sek. )
90:12 Min.
Ebenfalls die ersten Einzelbilder des Kopfschusses wurden entfernt.
( 6 EB )
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Cover der deutschen VHS:
Der folgende Schnittbericht wurde ausschließlich für die Präsentation auf www.schnittberichte.com hergestellt.
Jede Veröffentlichung (auch nur auszugsweise) ohne ausdrückliche Genehmigung des Autoren und Copyright-Inhabers verstößt gegen das Urheberrecht und wird gegebenenfalls straf- und zivilrechtlich verfolgt!
Copyright 2009, Matthias Mathiak
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