Packender und blutiger Horror in der Tradition der "Hostel"- und "SAW"-Reihe.
Nur für Hartgesottene!
Alle paar Tage wieder kommt ein weiteres Folterhorrorfilmchen in die Videothekenregale geschlichen, und wenn man so eine vielversprechende Tagline auf dem Backcover lesen darf und vorne den dazu vermeintlich passenden, roten FSK-Flatschen noch obendrauf bekommt, kann ja grundsätzlich schon nichts mehr schiefgehen. Nein, dann weiss man: Drinne ist garantiert ein mal mehr, mal weniger sinnfrei gekürzter Gurkenstreifen, genau wie auch in diesem Fall oftmals nur FSK 16-geprüft, "optisch" dank höher eingestuftem Trailer-/Bonusmaterial dafür auf eine die gewisse Härte versprechende KJ-Freigabe getrimmt und auch sonst in fast allen Belangen nur ärgerlicher Beschiss.
In Sachen Kameraarbeit & Musikuntermalung noch halbwegs ansprechend eingefangen, spielt schon Antagonist Michael Madsen seinen sicken Schablonenpsycho lediglich eingermassen routiniert bis zuweilen eher gelangweilt, den "armen Opfern" wünscht man, doofer Dialoge und noch blöderer Handlungsweisen sei Dank, schon bald den grausamen Tod herbei und wird auch dabei viel zu lange enttäuscht. Womit wir auch schon beim Script wären, dass den schnitzertechnsichen Vogel abschiesst, denn: Der Grund dafür, dass wieder mal kein Handy Empfang hat, man in einem leerstehenden Gebäude zwar den Keller & das Dach, aber keinen einzigen Ausgang und wohl auch kein Fenster zum Hilfe rufen mehr findet, sich trennt, obwohl man gescheiterweise besser zusammengeblieben wäre usw. sind der Verlust der besagten Immobilie und die damit verbundene Scheidung vom Ehepartner dank der finanziellen Misere. Na klar, da holt man sich die Baggage, die das Objekt hinterher von der Bank erworben hat, selbstredend auf die Krankenbahre und fängt das Körperteile abschnibbeln an, geht ja auch nicht sowas.
Wenn das drehbuchtechnisch die Zukunft des Torture Porn sein soll, weil den Autoren selbst die schlechten Ideen schon ausgehen, dann wird es im Genre in Zukunft vermutlich vermehrt sozialkritisch, politisch und/oder moralisch korrekt zugehen. Etwa wenn der fiese Vermieter, der nach etlichen offenen Monatsmieten gemeinerweise die Zwangsräumung in Auftrag gegeben hat, eines schönen Morgens mit einer umgedrehten Bärenfalle auf dem Kopf aufwacht oder sich die ob einer dreisten Falschparkerei den Abschleppdienst verständigt habende Politesse plötzlich unter einer Autopresse wiederfindet.
Und am meisten freuen sich die österreichischen Landesnachbarn, die uns den Schmock regelmässig voller Stolz gänzlich unzensiert und im schicken Mediabook für schlanke 25 Euronen aufwärts präsentieren dürfen, weil man hierzulande freigabentechnisch lieber auf Nummer sicher geht und, wie auch im vorliegenden Fall, eine Handvoll zu drastisch erscheinender Szenen ausspart. Wohl bekomms.
Ach so: Als Nyktophobie bezeichnet man die Angst vor der Dunkelheit (plagt sich im Film zwar keiner der Charaktere mit, macht aber nix, weil klingt toll), und der Brazen Bull ist ein aussen aus Bronze bestehender, von innen hohler Metallbulle mit einer Tür an einer Seite. Im alten Griechenland hat man da ab & an ein armes Würstchen reingesteckt und darunter ein Feuerchen entfacht, was dann Tod durch Röstung zur Folge hatte. Hat mit dem Film selber in etwa genauso viel zu tun wie auch schon die Nyktophobie.
7 Geschnittene Szenen = 1 Min. 38 Sec.
1 Dialogzensur
39:31 Brazen Bull trennt Tyler mit der Handkreissäge eine weiteren Finger ab.
1 Sec.
39:58 Brazen Bull trennt nun die komplette Hand mit der Handkreissäge ab, während Lauren & Ashley fassungslos am Fernsehbildschirm zuschauen müssen.
16 Sec.
40:20 Tylers blutiger Armstumpf ist kurz auf dem Bildschirm zu sehen.
1,5 Sec.
41:00 Tylers blutiger Armstumpf in Nahaufnahme.
2,5 Sec.
42:42 Brazen Bull versiegelt Tylers blutende Armstumpfwunde mit der Flamme des Bunsenbrenners. Daran hat er offensichtlich grossen Spass und fragt zwischendurch, ob er noch etwas mehr davon möchte. Tyler wird schliesslich ohnmächtig vor Schmerzen.
18 Sec.
44:24 Brazen Bull zieht mit der Zange ein Stück Fleisch aus Tylers Armstumpf und zwangsverfüttert es an ihn. Tyler spuckt es allerdings alsbald wieder aus, Brazen Bull amüsiert sich. Tyler fragt, was mit ihm nicht stimmt, Brazen Bull erwidert, dass er es nicht weiss und entfernt das Stück Fleisch mit der Zange von Tylers Brust.
27,5 Sec.
53:49 Ashley spuckt Blut, während Brazen Bull ihr unter Laurens Geschrei die Kehle komplett durchschneidet. Dann lässt er von Ashley ab, die kippt tot nach vorne. Lauren fragt, was er von ihnen will, Brazen Bull erwidert, sie soll etwas Respekt für die Toten zeigen und geht aus dem Bild.
31 Sec.
83:50 Dialogzensur Ob man in der deutschen Synchronfassung das nun wirklich so rein gar keinen Sinn ergeben wollende, nach dem Abspann eingespielte offene Ende zumindest ETWAS abschwächen wollte? Nachdem Lauren am Telefon gefragt hat, wer am anderen Ende der Leitung ist, antwortet der (eigentlich mausetote) Richard mit seiner obligatorischen Frage "Weisst du, was ein Brazen Bull ist?". In der deutschen Fassung wurde die Dialogzeile dagegen weggelassen.
Kein Zeitunterschied
Frontcover der ungeschnittenen US R-Rated DVD:
Cover der gekürzten Keine Jugendfreigabe DVD:
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Erstmal in Tarantino's "Reservoir Dogs" ganz groß rauskommen, dann auf einmal in so einem Schund mitwirken. Aber Michael Madsen braucht wohl das Geld, wie es scheint.
Wie können besonders namhafte Schauspieler nur so tief sinken? David Carradine (Gott hab' ihn seelig) in einer The Asylum-Produktion, Steven Seagal in Actionfilmen, welche jeden Bud Spencer-Film weit unterbieten und jetzt sowas.
Und die Beschreibung erst. "Nur für Hartgesottene". Ich denke, nach Saw und Hostel müsste man bereits als hartgesotten gelten, wenn nicht schon vorher.
28.05.2012 01:16 Uhr schrieb Psy. Mantis
Erstmal in Tarantino's "Reservoir Dogs" ganz groß rauskommen, dann auf einmal in so einem Schund mitwirken. Aber Michael Madsen braucht wohl das Geld, wie es scheint.
Aufeinmal? RD ist vor 100 Jahren gedreht worden und Madsen hat seitdem in viel größerem Bockmist mitgewirkt als in diesem :D
@Mantis: Willkommen in der Realität. Wer nicht irgendeinem Produzenten unterwürfigst die Stiefel leckt, oder alternativ Schlauchbootlippen und Silikonmöpse hat, der kann sich heutzutage seine Rollen eben nicht mehr so ohne weiteres aussuchen...
UPS ,,Hand mit kreissäge ab ,und dann mit dem Schweißbrenner ran. Hornbach lässt grüßen :)
Naja, Michael Madsen war schon mal besser..Diese Folterfilmchen gehen mir langsam auf n Keks..wer s mag.
Ja, Michael Madsen bekam seit Reservoir Dogs sogut wie nur noch Rollen die auf Mr.Blue zugeschnitten sind! Schade,dass Travolta ihm den Part bei Pulp Fiction ausgespannt hat, sonst würde Madson nun bei Face/Off, Swordfish, Kuck wer da spricht, Broken Arrow, Ect... nun die Hauptrollen brillieren.
Wäre sogar besser für uns alle.
28.05.2012 13:50 Uhr schrieb Xaitax
Ja, Michael Madsen bekam seit Reservoir Dogs sogut wie nur noch Rollen die auf Mr.Blue zugeschnitten sind! Schade,dass Travolta ihm den Part bei Pulp Fiction ausgespannt hat, sonst würde Madson nun bei Face/Off, Swordfish, Kuck wer da spricht, Broken Arrow, Ect... nun die Hauptrollen brillieren.
Wäre sogar besser für uns alle.
Ausgespannt hat Travolta garnix!!! Travolta heisst in Pulp Fiction "Vincent Vega" und Madsen in Reservoir Dogs "Vic Vega". Die zwei sind Brüder.Das war ein Running Gag von Tarantino. Ausserdem war Madsen im genialen "Kill Bill" zu sehn.
Gut das es Schnittberichte gibt. Hätte mir sonst schon so viel bescheuerten Müll angeschaut. Danke für die Info, werd mir den Film nicht anschauen, geschweige den kaufen. Hammer Intro, hat mich sehr amüsiert.
28.05.2012 07:04 Uhr schrieb tobi44
Uii. Ein Folterfilm.
Zum Glück gibt es ja noch nicht genug ;)
Uii. Ein "Nicht noch ein Folterfilm"-Kommentar.
Zum Glück gibt es ja noch nicht genug ;)
Nein das war ein "Nicht noch ein SCHLECHTER Folterfilmkommentar"du lauch
Sag' ich doch, den "schlechten Folterfilmkommentar" hast du aber doch höchst selbst geschrieben ;)
Ich habe 4 Likes auf meinen Kommentar bis jetzt. Das heißt das ich nicht der einzige bin der so denkt. Ausserdem sollte mein Kommentar einen gut dosierten Hauch an Ironie beinhalten du Lappen.
Wenn du das nicht verkraften kannst geh zu Juliensblog und schick ihm eine Seelsorge Nachricht
28.05.2012 07:04 Uhr schrieb tobi44
Uii. Ein Folterfilm.
Zum Glück gibt es ja noch nicht genug ;)
Uii. Ein "Nicht noch ein Folterfilm"-Kommentar.
Zum Glück gibt es ja noch nicht genug ;)
Nein das war ein "Nicht noch ein SCHLECHTER Folterfilmkommentar"du lauch
Sag' ich doch, den "schlechten Folterfilmkommentar" hast du aber doch höchst selbst geschrieben ;)
Ich habe 4 Likes auf meinen Kommentar bis jetzt. Das heißt das ich nicht der einzige bin der so denkt. Ausserdem sollte mein Kommentar einen gut dosierten Hauch an Ironie beinhalten du Lappen.
Wenn du das nicht verkraften kannst geh zu Juliensblog und schick ihm eine Seelsorge Nachricht
Ich kann gut verkraften, dass hier irgendwelche Poser zu jedem Artikel den gleichen Senf geben müssen, auch mit Beleidigungen kann ich durchaus umgehen. Die Ironie in deinem Kommentar springt einem ins Gesicht, sonst hätte ich mich nicht zu meiner Antwort genötigt gefühlt. Und deine vier Likes beeindrucken mich wahnsinnig doll, fast so sehr wie deine Fähigkeit, die Feinheiten unserer Sprache zu ignorieren ;)
Aber wer oder was um alles in der Welt ist ein "Juliensblog"?! Und steht die 44 in deinem Namen für deinen IQ oder die Anzahl der Schüsse, die du nicht gehört hast?
28.05.2012 01:17 Uhr schrieb Quastenflosser
"Brazen Bull zieht mit der Zange ein Stück Fleisch aus Tylers Armstumpf und zwangsverfüttert es an ihn."
Wie kommt man eigentlich auf so einen wahnsinnigen Käse?
Indem man die Hirnszene mit A. Hopkins und Ray Liotta in "Hannibal" gesehen hat. Vielleicht hatte der Drehbuchschreiber aber auch die Fleischwolfszene in der dt. Produktion "La petite mort" gesehen. Oder die Brustwarzenszene in "Chaos".
In jedem dieser Filme werden den Opfern Teile ihrer eigenen Körper "zwangsverfüttert". Wirklich neu ist also auch dieser "Käse" nicht mehr!
Wenn dieser laaangweilige Teeniefilm nur für Hartgesottene sein soll, dann sollte ich mich wohl zwangseinweisen... Hostel war ja schon zum Gähnen, aber diesen "Kinderfilm" mit der Saw-Reihe zu vergleichen, natürlich spreche ich über die unrated Fassungen, ist eine absolute Frechheit. Na ja, zum Glück gibt es noch wahre Slasher, die halten, was sie versprechen oder zum Teil sogar noch überraschen.
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