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Internationale Kinofassung / Keine Jugendfreigabe
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Momentum, Blu-ray |
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Großbritannien |
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BBFC 18 |
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Indonesische Originalversion
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Momentum, Blu-ray |
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Großbritannien |
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BBFC 18 |
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Der Film
The Raid ist in vielerlei Hinsicht ein Ausnahmefilm. Für Filme, die nicht in den USA oder anderen Filmhochburgen entstehen und nicht schon vor dem ersten Drehtag mit immer neuen Newshäppchen bedacht werden, ist Mundpropaganda ein elementarer Bestandteil. Ein Actioner aus Indonesien hat normalerweise schon Glück, wenn er von einem kleinen deutschen Label ein Release erfährt und dann in der Videothek neben den großen Major-Filmen steht, um so das Interesse von neugierigen Kunden zu wecken. Und selbst da entscheidet auf den ersten Blick eher, ob er einen catchy Titel und ein anziehendes Coverartwork hat. Es sind Ausnahmen wie The Raid, die das Ganze auf den Kopf stellen.
Wenn Expendables die Stars und die coole Grundidee hat, hat The Raid die inszenatorischen Eier. Hier wird nichts mit lustigen Sprüchen abgeschliffen, kein überstilisierter CGI-Overkill veranstaltet oder in letzter Sekunde in auswegloser Situation mit heldenhaftem Pathos der Tag gerettet. Stattdessen dreht man mit gnadenloser Härte an der Realismusschraube. Die Auseinandersetzungen sind dreckig, die Aktionen fies. In den Kämpfen ist auch der Hauptcharakter kein moralisch korrekter Engel, der über der scheinbaren Unmenschlichkeit seiner Gegner schwebt. Auch er tut seinen Widersachern Dinge an, bei denen man als Beobachter schon mal das Gesicht verzieht. Es wird geschlagen, geschossen, gestochen und Knochen brechen mit zuverlässiger Regelmäßigkeit. Anders gewinnt er dieses Duell aber auch nicht. Der Kampf ums Überleben ist hier kein elegantes Zeitlupenballett, sondern eine packende Tour de Force, eine Nahkampfschlacht, in der jedes Mittel recht ist.
Nachdem man in Hollywood Wind von dem kleinen Filmchen bekam, machte man sich flugs daran, sich die Auswertungsrechte zu sichern. Man hatte offenbar auch das Potential des Films erkannt, denn brutale Actionklopper kommen ansonsten fast jeden Monat neu in die Videotheken. Aber nein, hier fertigte man einen neuen Soundtrack an, für den Linkin Park-Mitglied Mike Shinoda verantwortlich zeichnet. Darüber hinaus plant man ein US-Remake des Films. Ob diese Idee gut oder schlecht ist, muss wohl jeder für sich entscheiden, eine neue Praktik ist es jedenfalls nicht. Schon bei dem spanischen Horrorfilm [REC] fühlte man sich dazu bemüßigt, ein überflüssiges Remake zu machen, das auf den Namen Quarantine hört. Man darf da schon eher Gareth Evans, dem walisischen Regisseur des Originals, zutrauen, nochmal so abzuliefern. Er entdeckte nicht nur Hauptdarsteller Iko Uwais und drehte mit ihm den bereits 2009 in Deutschland erschienenen Merantau , sondern arbeitet bereits am Sequel zu The Raid mit dem Titel Berandal, das den zweiten Teil einer geplanten Trilogie darstellen soll.
Die Fassungen
Dass der amerikanischen Freigabebehörde MPAA die in The Raid an den Tag gelegte Zeigefreudigkeit nicht gefallen konnte, war abzusehen. Die internationale Kinofassung beruht auf der R-Rated-Fassung (for strong brutal bloody violence throughout, and language ) und lief so auch in vielen Ländern im Kino, u.a. auch in Deutschland. Wurde der Film zunächst von der FSK abgelehnt, gelang es Koch Media, den Film bei erneuter Vorlage ohne Schnitte mit „Keine Jugendfreigabe“ durch die Prüfung zu bekommen. Auch bei der späteren Prüfung für die Heimkinoreleases gab das Gremium der internationalen Kinofassung ihren Segen. Doch so erfreulich diese Tatsache sein mag, es bleibt eine zensierte Fassung.
Deswegen war es umso interessanter, in welcher Form die indonesische Originalversion ihren Weg auf die DVDs und Blu-rays dieser Welt finden würde. Auch da herrscht mittlerweile Klarheit. In den USA erscheint sie als „Unrated“-Fassung und in Großbritannien sind beide Fassungen auf der Blu-ray enthalten. Deutschland kommt da schlechter weg, denn die hiesigen Releases werden nur die int. KF enthalten, doch wie wir von Koch Media erfuhren, wird ausschließlich die 6-Disc Ultimate Edition des Films, die aufgrund fehlender FSK-Prüfung der Originalfassung gänzlich ungeprüft erscheint (Amazon), auch eben jene härtere Version beinhalten und sicher nicht die Verbreitung finden wie die KF, die sonst die dominierende Fassung sein wird.
Die Kürzungen fallen hier jedoch überraschend gering und moderat aus. Alle Kämpfe blieben unangetastet und auch explizitere Aufnahmen waren kein Problem. Es verwundert schon ein bisschen, warum die MPAA sich gerade an diesen beiden Momenten störte, denn Kopfschüsse und Messereinsatz gibt es ansonsten auch zuhauf. Da die FSK den Rest auch ohne jegliche Schnitte passieren ließ, darf man sich schon mal vorsichtig fragen, warum in Deutschland nicht gleich die indonesische Fassung erscheint, denn ob diese beiden Szenen das Fass tatsächlich zum Überlaufen gebracht hätten, könnte man diskutieren.
Verglichen wurde die internationale Kinofassung mit der indonesischen Originalversion (beide enthalten auf der britischen Blu-ray von Momentum Pictures).
2 Schnitte = 10,24 Sekunden
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0:05:18: Der zweite Gangster kippt nach dem Kopfschuss noch etwas länger auf den Boden. Danach fehlt die Nahaufnahme des blutigen Kopfschusses beim dritten Opfer. Das ist ein simpler Schnitt in der internationalen Kinofassung.
2,88 Sec.
0:48:34: Das Messer steckt länger im Hals des Schergen. Dann ist Andi zu sehen, der es fast schon angewidert langsam aus dem Hals zieht.
7,36 Sec.
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Cover der britischen Blu-ray mit beiden Fassungen von Momentum Pictures.
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Kommentare
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20.
07.10.2012 16:50 Uhr -
Jason
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07.10.2012 00:47 Uhr schrieb Jack Bauer
Zum Film selbst: das größte Actionmeisterwerk seit Jahren! Ich weiß nicht, wann ich zuletzt einen derart herausragenden Actionfilm gesehen habe. Da stimmt wirklich alles. In der Vorstellung, die ich besucht habe, ist so nach und nach der komplette Saal ausgerastet. :-)
Komisch, bei uns haben jede Menge gestandender Actionfans den Saal nach und nach kopschüttelnd, "facepalmend" oder einfach nur lachend verlassen. Da war uns auch nach, wir haben aber tapfer bis zum Ende durchgehalten. Und das war nicht eben leicht.
Nach all dem Hype haben wir uns in der Tat ebenfalls "das größte Actionmeisterwerk seit Jahren!" versprochen. Geblieben sind Martial Arts-Einlagen, die sich größtenteils zwar durchaus sehen lassen konnten, aber a) arg überinszeniert/-choreographiert und b) auf Dauer schwer ermüdend wirkten, weil Innovationen mehr oder weniger komplett fehlten und es gegen Ende hin nur noch diesselben Moves zu sehen gab - was in dem Kampf von diesem Hauptdarstellerpolizeihampel und seinem Bruder gegen den "fiesen Mad Dog" (uiuiui!) seinen Höhepunkt fand. Tritt hier, Schlag da, Schulterwurf, nächster. Schlag dort, Tritt hier, Schulterwurf, nächster. Tritt da, Schlag hier, Schulterwurf....usw. usw. usw., ne gefühlte halbe Stunde lang, in den letzten fünf Minuten noch mit der Guten von Osram im Hals. Satte Leistung.
Davon ab hatte es dann eigentlich nur noch das billigste Schimmelpilzsetting, in das man den "größten, mächtigsten & reichsten Drogenbaron Jakartas" hineinsetzen konnte (uneinnehmbar für Polizei und verfeindete Syndikate, hängt aber nicht mal ein Schloß vor dem zusammenfallenden Eingangsgitter und hilfsbereite Mieter lassen die Spezialeinheit freundlicherweise rein, Himmel hülf!), Schauspieler & Dialoge ein gutes Stück über die Schmerzgrenze hinaus (Macheten-Kalli! Wann ploppen ihm wohl die Augen aus den Höhlen bei dem angestrengten Geglubsche...? "Sie werden doch wohl ein Messer im Haus haben, sie Arschloch!" / "Nein, ich habe nur diesen Löffel....oder Eßstäbchen!" Hip-hip-hooray, Leslie Nielsen hätte es nicht besser gekonnt ;-), eine finstere Bärenarschinszenierung, die die anfänglichen Schußwechsel schonmal komplett entwertet hat - und all das zusammengehalten von einem letztlich unlogischem Nichts an Story, dass viele erste Reviews einem ernsthaft als "intelligente Hintergrundgeschichte mit vielen, spannenden Wendungen!" verkaufen wollten.
Nö, liebe Actionfans, da gibbets nix, was man als Kenner bei WAHREN Actionmeisterwerken à là Hard Boiled, Ong Bak oder Tom yum goong nicht schon zur Genüge minimum zweimal besser gesehen hat.
Interessanterweise verfielen in der Folge einige Filmfans, die einen bei dem einen oder anderen Sinnlos-Actionblockbuster Marke Hollywood noch fleißig missionieren wollten, man solle seinen Anspruch doch bitte nicht auf den eines Brötchens reduzieren, um das Ganze schönzureden, bei The Raid eben genau DIESER Argumentationsgrundlage ("...während ich mich immer noch an dem wüsten Geballer und den wilden Kloppereien ohne großartigen Sinn und Verstand erfreue...").
Manchmal muß man wohl in der Tat "Prioritäten" setzen. Bei nebenher weiterlaufender Gehirnmaschinerie & stabiler Geschmacksgrundlage war das jedenfalls eher grenzwertig.
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23.
07.10.2012 17:43 Uhr -
Jack Bauer
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@Jason:
Deine Meinung in allen Ehren, aber dass die Leute bei euch angeblich reihenweise den Kinosaal verlassen haben, kann ich Dir beim besten Willen nicht glauben, sorry. Ich glaube, da übertreibst Du etwas, um Deine Meinung hier zusätzlich zu untermauern bzw. zu bestätigen.
Bei uns war jedenfalls das genaue Gegenteil der Fall: das Publikum hat den Film buchstäblich abgefeiert, spätestens beim absolut irren Schlusskampf zwischen den beiden Brüdern und Mad Dog war kaum noch jemand zu halten, weil es einfach unglaublich war, wie der Typ nicht kaputt zu kriegen war und selbst mit einer abgebrochenen Halogenleuchte im Hals noch wie ein Tornado abgegangen ist.
Ansonsten kann ich mich nur wiederholen: die Action war durchweg fantastisch, von Langeweile keine Spur, gerade weil da von ausufernden, brachialen Shootouts über spektakuläre Stunts bis hin zu perfekt choreographierten, ausgewalzten Kampfsequenzen alles geboten wurde.
Dazu dann immer wieder gnadenlos heftige Gewalteruptionen, die doch fast durchweg noch zu überraschen vermochten, obwohl man mit der Zeit zu wissen glaubte, welche Gangart hier eingeschlagen wird - das war schon klasse in Zeiten dieser weichgespülten Big-Budget-Kinderactionfilme.
Ich denke, es hat lange keinen Actionfilm gegeben, der eine derart breite Palette von Actionsequenzen in derartiger inszenatorischer Perfektion geboten hat.
Dazu kommt ein Umstand, der angesichts der spektakulären Actionsequenzen leider immer etwas in den Hintergrund rückt: der Film war überdies nämlich auch noch enorm spannend, was gerade bei einem solchen (oberflächlich betrachteten) Prüfelstreifen sicherlich keine Selbstverständlichkeit ist.
Über Filme wie HARD-BOILED oder TOM YUM GOONG brauchen wir nicht diskutieren, das sind auch meiner Meinung nach absolut herausragende Actionfilme (ONG-BAK dagegen steckt THE RAID locker in die Tasche), aber wer beim Ansehen von THE RAID (gerade auch auf der großen Kinoleinwand) bei diversen Actionsequenzen wie der Ein-Mann-gegen-viele-Machetenschwinger-auf-engstem-Flur oder besagtem Schlussfight nicht zumindest ein leichtes Zucken in der Hose verspürt, der ist vermutlich auch kein richtiger Fan von Actionfilmen. ;-)
P.S. Dass da nicht mal ein Schloss an dem Eingangsgitter hing, wird vermutlich einfach daran gelegen haben, dass keines nötig war - weil sich sowieso niemand außer diesem Himmelfahrtskommando (und nicht anderes war es ja, was im Film auch nach einiger Zeit ans Tageslicht kommt, was ich wiederum sehr schön und überhaupt nicht dumm fand) einen Angriff getraut hätte.
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27.
07.10.2012 22:58 Uhr -
Isegrim
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07.10.2012 05:15 Uhr schrieb Critic
07.10.2012 00:18 Uhr schrieb Evil Wraith
Netter Film, hat mich aber insgesamt ziemlich kalt gelassen. Mit Dredd hatte ich weitaus mehr Spaß.
Ist ja im Grunde der gleiche Film *hust*
Ja, die Storyline ist fast die selbe, nur Cop's Gegen Dredd's ausgetauscht, amerikanisch anstatt asiatisch und das ganze in die Zukunft verlagert!!!
Erst sollte man sich informieren und dann klugscheissen!!! ^^
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