Wenn man den Namen Cameron Romero trägt, der Vater ein Wegbereiter des modernen Horrorfilms ist und in dessen Fußstapfen treten möchte, sind die Erwartungen natürlich groß. Und ja... Junior hat gute Arbeit geleistet.
Inhalt & Meinung
Welch filmisches Vorbild Little Romero im Auge hatte, wird schnell klar: 5 junge Leute im Jahr 1969 ziehen übers Land und fallen einer degenerierten Familie in die Hände - die auch noch ein gemütliches Schlachthaus ihr eigen nennt. TCM, wohin das Auge blickt! Klar, leicht abgewandelt (hier sind die weiblichen Familienmitglieder die Oberhäupter), aber die Nachkommenschaft ist gewohnt geistig zurückgeblieben und macht den Schlachter oder hinterlistig-charmant, um die Opferschar in die Falle zu locken. Hier und da kleine Anspielungen auf Big-Daddy ("Habt ihr Night of the living dead gesehen?"), auch der Drehort rund um Pittsburgh ist der selbe wie beim alten Herren. Die Darsteller haben was auf der Pfanne, besonders Charlie Bodin entzückt als zwielichter Charakter. Aber auch die 5 Jungspunde gefallen, wobei die Erfahrungen in TV-Serien sicherlich zugute kamen. Der Kameramann macht 'nen Klassejob (Andrew Mclean, der seine erste Erfahrung im australischen Outback bei Mulcahys Regiedebüt RAZORBACK sammelte), Composer Jesper Kyd (normalerweise für Videogames zuständig) einen passenden Score und die Special-F/X-Crew um Dustin Heald (zuletzt bei AVATAR angestellt) steuert einige realistisch aussehende Effekte bei. Und im Hintergrund zieht Romero die Fäden und entwickelt eine ansehnliche Atmosphäre. Es hätte ein guter Terrorfilm entstehen können... wenn nicht das übelst schwache Drehbuch wäre. David Rountree (auch Darsteller des Cole) schafft es nicht, eine halbwegs plausibele Geschichte zu erzählen (den absurden Grund für die ganzen Schweinereien, der mal eben bröckchenweise in Form von irritierenden Rückblenden dazwischengeworfen wird, ist nicht nur völlig hirnrissig, sondern wird auch nicht weiter verfolgt.), geschweige denn einen soliden Spannungsaufbau hinzubekommen. So vergeht fast eine Stunde, bevor der Streifen Fahrt aufnimmt und sein von Beginn offensichtliches Ziel ins Auge fasst. Bis dahin wird geplappert (laaangweilig) und kleine, überflüssige Andeutungen gemacht - und besondere Charaktertiefe in keinster Weise hergestellt. Besonders schlimm ist auch das plötzliche Verschwinden einer nominellen Hauptfigur. Weil so ein Drehbuch aber durchaus wichtig ist, bleibt dem geneigten Fan leider nur ein handwerklich sauber hergestellter Torso, der den anspruchslosen Zuschauer aber sicherlich kurzweilig die Zeit vertreiben könnte.
Vergleichsfassungen & Vermutungen
Im Prinzip gilt das zuletzt gesagte sogar für die deutsche Fassung, die trotz aller gezeigten Härten auch noch mit einer FSK-16 ausgestattet wurde. So jedenfalls der Datenbank-Eintrag bei fsk-online. Und hier ist schon die erste Augenbraue in die Höhe geschnellt: denn die gezeigten Details (Erschlagen mit dem Hammer, menschliche Körper als Schlachtvieh mit blutspritzenden Wunden, das Vorwerfen überflüssiger Teile den Schweinen zum Fraß) rechtfertigen in meinen Augen durchaus eine FSK-18. Die zweite Braue zuckte hoch, als der Vergleich mit der US-Unrated-Fassung gemacht wurde. Denn die deutsche Fassung ist durchaus zensiert - aber mit nur wenig Schnitten, die nicht nötig waren. Hätte man den Film komplett vorgelegt (oder etwas subtiler geschnitten), wäre vielleicht eine FSK-18 drin gewesen. Vielleicht.... aber der Vertrieb ging wahrscheinlich auf Nummer sicher, schnitt die unten angeführten Szenen und hatte dann die unglaubliche (unerwarte?) niedrige Freigabe erhalten. Und weil FSK immer teuer ist... schmiss man halt ein paar Trailer auf die DVD, um mit dem roten Siegel die Gorehounds anzulocken. Also, um es mal übersichtlich zu halten: verglichen wurde die deutsche DVD (Splendid, FSK 18 - Hauptfilm: FSK 16) mit der unzensierten US-DVD (Anchor Bay, Unrated), die folgende Unterschiede aufzeigt:
49:40 Min. Eine weitere Einstellung der ausblutenden Trish auf dem Tisch.
( 7 Sek. )
50:06 Min. Nach der letzten Einstellung von Boone und Raina in der Box fehlt der gesamte Rest des Schlachtens, in dem Buddy Trish' Körper komplett zerlegt und häutet. Die Sequenz endet mit Flashbacks auf die noch lebende, frisch aussehende Trish, unterbrochen von dem blutigen Tisch.
( 58 Sek. )
58:16 Min. Buddy zieht Raina die Kopfhaut vom Schädel. Dies ist in der DF merkwürdigerweise enthalten. Allerdings fehlt die letzte Einstellung der skalpierten Frau, die ihr Leben aushaucht sowie ein Gegenschnitt auf Boone.
( 13 Sek. )
58:33 Min. Raina wird in Großaufnahme ausgeweidet, Gegenschnitte auf Boone, zuletzt schüttelt sich Buddy das Blut von den Händen.
( 24,5 Sek. )
Der folgende Schnittbericht wurde ausschließlich für die Präsentation auf www.schnittberichte.com hergestellt.
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Copyright 2010, Matthias Mathiak
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Ist das jetzt Etikettenschwindel oder nicht?
ROMERO´S Staunton Hill...ist halt der Sohnemann...und verstehe man noch diese Freigabepraktiken...und wie üblich klasse SB!
Kann dem Intro vom Schnittbericht nur zustimmen...ein Horrorfilm der sein Potenzial nicht ausgeschöpft hat und zu viel Leerlauf hat. Dass der eigentliche Film FSK 16 ist wundert mich jetzt ein bisschen. Fazit: Kann man sich ansehen, aber es gibt wirklich bessere (Horror-)Filme.
06.01.2010 - 00:06 Uhr schrieb KillBilly
Also langsam glaube ich es ist kein Witz dass die Damen und Herren von der FSK die Freigaben auswürfeln. 6 seitiger Würfel, anstelle 1-6 Punkte gibts hier: FSK 0, 6, 12, 16, 18, Durchgefallen...
Genau an sowas hab ich auch letzten gedacht. Ich glaub ich bastel mir auch mal so einen. Uned dann greif ich der FSK/USK ein bisschen unter die Arme und würfel schonmal die Ergebnisse für die anstehenden Veröffentlichungen aus.
Hui, schaut ja nett aus, aber die Schnitte sind verständlich. Ich denke, dass ohne einen gang zur JK, die Uncut-Version keine Chance gehabt hätte.
Schaut schon ziemlich derb' aus das Ganze, auch wenn sich die Schnitte in Grenzen halten.
Trotzdem ist die deutsche Version zu meiden , cut ist cut !
Aber ich liebäugle schon mit einer Import-Version *g*
06.01.2010 - 01:50 Uhr schrieb Melvin-Smiley
Hui, schaut ja nett aus, aber die Schnitte sind verständlich. Ich denke, dass ohne einen gang zur JK, die Uncut-Version keine Chance gehabt hätte.
Schaut schon ziemlich derb' aus das Ganze, auch wenn sich die Schnitte in Grenzen halten.
Trotzdem ist die deutsche Version zu meiden , cut ist cut !
Aber ich liebäugle schon mit einer Import-Version *g*
Wenn man aber bedenkt das in dem Film noch einige andere heftige Szenen enthalten sind,wirken die Schnitte gerade für eine FSK 16 vollkommen willkürlich.
@Kill Billy
Genau das habe ich gerade auch gedacht für härtere Filme gibt es halt nen Spezial Würfel.
4x Geht zur Spio! und + 1xFSK 16 und 1x KJ.
Hähä zwei doofe ein Gedanke.;)
Eher weniger, da der Rest sich doch relativ in die Länge zieht und leider kaum mit einr so knackigen Synchro wie in den guten, alten 70-er/80-er Jahre Backwoods-Krachern zu rechnen ist, die doch ab und dann so manchen Cut wett gemacht hat.
solange der terror herrscht und vieleicht noch die spannung da ist ist alles horror :-)
hauptsache ist doch das sein sohn etwas von seinem papa gelernt hat . abwarten vieleicht bringt er ja auch mal ein zombie kracher raus.
kann mann sich den die cut fasung noch antun ? oder ist das was cut ist alles was der film an blut zu bieten hat ? und noch wichtiger taugt der film den überhaupt was ? aussehen tut er ja mal auf den ersten blick gut.
[edit Moderator: Keine Beleidigungen. Bitte nochmal die Regeln lesen], packen irgendwelche Trailer drauf, nur um eine FSK:18er zu kriegen.
Ansonsten fand ich den Film extrem 08/15 Gurke,die ausser paar drastischen Szenen nix tolles mehr zu bieten hat. Und auch die hat man(n) schon bessser gesehen!
Ich finde es generell unlogisch, Trailer auf eine DVD zu packen, die die Altersfreigabe anheben. Und einen Film dann auch noch zu schneiden um erst eine niedrigere Freigabe zu bekommen, dann aber wieder die FSK anzuheben ist totaler Schwachsinn. Wofür macht man das? "Um die Gorehounds anzulocken" wohl kaum -> ein echter Gorehound wird sich keine amputierte Fassung kaufen. Und überhaupt zerstören sich die Labels alle potentiellen 16-17 jährigen Käufer, wenn sie so einen Scheiß machen.
Kenn den Film zwar nicht, aber der Name Romero steht für mich eh nicht so für Qualität.Seit land of the... und dann diary of the...werden die filme für mich immer langweiliger.am blödesten find ich bruiser-würg.trotzdem bin ich neugierig was der sohnemann so dreht.falls er uncut in ösi-land kommt,riskier ich vielleicht mal nen blick.
Also harmlos sieht das ganze nicht aus. Naja die Filme des Vaters waren hammer.
Ich finde man sollte das aber nicht unbedingt immer vergleichen, aber das wird wohl
auch mit den anderen Filmen passieren!
Hat der Schwarze Darsteller nicht mal bei der Serie "CSI - Den Tätern auf der Spur " mitgespielt bis er gestorben ist ???? Sieht ihm jedenfalls verdammt ähnlich selbst der Haaransatz :D
Wie der Vater so der Sohn heisst es ja.Mal noch ein paar Filme abwarten,das sieht hier gar nicht schlecht aus.Werde ich mir vielleicht mal uncut besorgen.
Sieht echt heftig aus und wenn die 16er auch Szenen dieser Kategorie hat, wundere ich mich auch. Kommt halt immer auf's Prüfungsgremium an und ob dort ältere Damen und Herren sitzen, oder jüngere, medienbewandertere.
Fetter Film, aber bei meiner FSK 16 Fassung mit 87 min fehlt noch mehr. Zum Beispiel ist zum Schluss Buddys Mutter weg als die alle in der Scheune sind. Was passiert mit der?
16.01.2010 - 12:51 Uhr schrieb 2fastRobby
Fetter Film, aber bei meiner FSK 16 Fassung mit 87 min fehlt noch mehr. Zum Beispiel ist zum Schluss Buddys Mutter weg als die alle in der Scheune sind. Was passiert mit der?
Tja, das weiß kein Mensch, was mit der passiert. Ist die im Intro angesprochene Hauptfigur, die einfach so verschwindet ^^
Das FSK-Casino ist wieder eröffnet.
Vielleicht wäre sogar die Uncut-Fassung unglaublicherweise ab 16 durchgekommen. Auf die drei Szenen kommt es wirklich nicht an. Im Voraus hätte ich allerdings auf JK getippt. Und selbst da wäre ich mir nicht sicher gewesen, ob die nicht noch Schnitte verlangen. Man fasst es nicht ...
Vielleicht sollte man mal den Verbraucherschutz auf solche Verarschungs-Parktiken ansetzen (wobei die sich sicher ungern mit den 'Schmuddelfragen' der Horrorfilmfans befassen). Eine '18' auf einem ab 16 freigegebenen Film ist genauso Täuschung wie 'Director's Cut' auf den Cut-Versionen von Halloween II. Wenn Butter nun im 200 Gramm Paket kommt statt 250, regen sich alle Verbraucherschützer auf, obwohl es fett auf der Packung steht. Nur mit uns Filmfans können die Labels scheinbar machen, was sie wollen.
'DVD ab 18, Hauptfilm ab 16' o.ä. wäre ja wohl das Mindeste, was man da angeben muss. Und Cuts öffentlich machen, wie in England auf der bbfc.co.uk Seite. (Was geschnitten, warum, welche Version etc. Das ist da vorbildlich, weil man offenbar nicht ganz selbstverständlich dort in Filmen herumfuhrwerkt). Hierzulande fehlt jeglicher Respekt, sowohl vor dem Film selbst, als auch vor den mündigen Konsumenten, deren Geld man will.
Ich finde den Film als sein Erstlingswerk ganz interessant, auch wenn viele nun versuchen an Hostel und Co ran zureichen. Hostel ist wohl Maßgebend für viel viele viele Filme, was ich nicht verstehen kann, da die Story sowie die Handlung echt schlecht gemacht sind.
Doch der Schock war so neu, das wohl alle nachziehen mussten.
Romero hat sich hier ein feines kleines Filmchen gemacht, welches zwar sehr viele Schwachstellen hat, gerade was die Story angeht, dennoch mal wieder zeigt, das Brutalität auch anders gezeigt werden kann.
Ich fühlte hier mal nicht mit, denn da die Spannung so mies aufgebaut ist, waren mir die Opfer egal.
Er ist brutal und krank gemacht, doch nichts im vergleich zu den großen Schock Filmen "Grotesque - und Meat Grinder"
So schlecht wie der Film bewertet wurde, ist er im Großen und Ganzen nicht. Vielleicht habe ich mich ja gerade davon auch leiten lassen und eine Gurke erwartet, aber eine gewisse Grundatmosphäre und -spannung kann ich nicht verleugnen.
Gemessen an Scarce, Carver (für 1x schauen ok), Wicked Lake (neben Carver noch der beste Film meiner Aufzählung) oder gar BreadCrumbs, Fight To The Death und Demon Kiss, ist Staunton Hill schon fast überdurchschnittlich. Aber nur fast, da in den letzten Jahren einfach zu viele Backwood-/Survival-/Terror-/oder-was-auch-immer-Filme rauskamen. Nur als Torture-Porn würde ich den Streifen nicht bezeichnen.
Fazit ist, wenn man anspruchslose Unterhaltung sucht, kann man sich das Teil auf jedem Fall mal reinziehen. War unterhaltsam.