Das ist mal 'n Leitspruch, der hervorragend zum vorliegenden Güllefilmchen passt. Mark Gregory, bekannt aus THE RIFFS und THUNDER, spielt hier einen supertollen "Green Beret" (steht zumindest auf dem Cover), der in altbekannter "Rambo"-Manier irgendwelche Aufträge im Alleingang in feindverseuchten Ländern durchzieht. Apropos Rambo...die Italiener waren ja schon immer schnell, wenn es ums Plagiatieren ging, aber mit WARBUS 2 haben sie sich selbst übertroffen. Fast zeitgleich zum Kinostart des dritten RAMBO-Flicks schickten sie Gregory nach Afganistan, um dort die bösen Russen aufzumischen. Hm...da fällt mir ein, das Mark immer auf der Matte steht, wenns um den italienischen Rambo geht (siehe THUNDER) - das aber nur am Rande. John Hondo heißt der Held hier und nach einem kurzen Auftritt zu Beginn, in dem er einen amerikanischen Spion aus Afganistan rausboxen darf, trifft er seinen sterbenskranken Vater (total herzergreifende Szene), dem er die Erfüllung eines letzten Wunsches verspricht. Daddy ist gerührt, Hondo auch, Knarre vererbt, schon gehts wieder zurück nach Afganistan. Einen Schulbus suchen, eventuell Kriegsgefangene befreien...sowas in der Art.
Der weitere Verlauf des Filmes besteht dann im Wesentlichen darin, das Hondo aus Hubschraubern springt, tiptop angezogen mit einer Reisetasche durch die Wüste spaziert und alles abballert, was sich ihm in den Weg stellt. Dabei kann auch schon mal ein feindlicher Hubschrauber mit 'ner handelsüblichen Schrotflinte vom Himmel geholt werden. So mit fetter Explosion, auf eine Entfernung von 200 Metern..... gleich danach trifft er einen knuffigen Jungen namens Kadir, der nur gebrochen Deutsch (englisch) spricht, aber sofort das Herz des Helden erobert ("Jetzt ich sein ganz alleine auf Welt" ...heul... *legArmumSchulter* ... "Keine Sorge, ich bin doch auch noch da!") und für die witzigen Momente zuständig ist. Ist klar, dass Hondo alles schafft, was er sich vorgenommen hat: unverletzt aus der Sache rauskommen, Schulbus & Kriegsgefangene finden, allerlei Feinde eliminieren. Dabei ist die Schlußszene zum Niederknien.....
Tja, was soll man von dem Film halten? Neben Mark Gregory ist einzig John Vernon noch relativ bekannt, der hat allerdings nur ein paar kleinere Szenen, in denen er nichts reißen kann. Die Ballersequenzen sind mit Zeitlupe aufgelockert, somit sind diese auch halbwegs unterhaltsam anzuschauen. Der Blutfaktor ist sehr gering, was ich persönlich etwas schade finde. Positiv hervorzuheben wäre noch, das die beiden einzigen Frauen im Film so gut wie nichts zu sagen haben - und auch sonst nicht sonderlich zu Einsatz kommen. Auf die obligatorische Liebesszene wird dankenswerterweise verzichtet. Erotische Momente sind somit nicht zu verzeichnen. Für das Skript war übrigens Dardano Sacchetti verantwortlich, der dem Italo-Horrorfan ein Begriff sein sollte. So schrieb er neben Argento die Drehbücher zu der DÄMONEN-Reihe sowie reichlich Fulci-Stoff: NEW YORK RIPPER, DAS HAUS AN DER FRIEDHOFSMAUER oder ÜBER DEM JENSEITS. Nebenbei ziert seine Vita auch THE RIFFS, THUNDER 1-3 oder JÄGER DER APOKALYPSE. Und über seine Anfänge in der Poliziotto-Szene reden wir mal nicht - die sind noch ertragreicher. Leider hat er dann in den späten 80ern eine flaue Phase gehabt, nur so kann man sich den vorliegenden Mumps erklären. Schaut man sich aber den Regisseur Pierluigi Ciricaci an, weiß man, wem der Actionfan das Dilemma zu verdanken hat. In seiner gerade einmal 5 Filme umfassenden Biographie sind nur solche Güllefilmchen zu finden!
So, abschließend sei erwähnt, dass die deutsche Videofassung von UFA (FSK 18, indiziert) im Vergleich zur finnischen VHS etwas gekürzt ist. Die Qualität der FIN-Fassung ist eher unterirdisch, deshalb verzeiht die eher schwachen Bilder. Außerdem haben beide Versionen unterschiedliche Jumpcuts, die aber auf Masterfehler zurückzuführen und nicht zensurbedingt von Bedeutung sind.
42:25 Min. Im Lager der Mudschahedin. Hondo bekommt noch einen Tritt ins Gesicht.
( 1,5 Sek. )
43:41 Min. Zum Abschluß fehlt noch ein Tritt in Hondos Leib.
( 1 Sek. )
44:26 Min. Interessant zensiert wurde die DF, nachdem Kadir den Sicherungsstift der Handgranate abgezogen hat und der Mudschahedin entgeistert nach unten schaut. Im Original gibt es eine extreme Großaufnahme vom explodierenden Leib, in der DF hingegen eine Einstellung von einem Typen, der nach hinten sackt. Einen Lauflängenunterschied gibt es nicht!
Original:
DF:
44:34 Min. Die vorher in der DF teilweise eingefügte Einstellung wurde jetzt entfernt! Rawa erschießt den Mudschahedin, plus Gegenschnitt.
( 2 Sek. )
72:56 Min. Hondo bringt die Fässer zur Explosion, dahinter taucht ein Typ in Flammen auf. Diese Einstellung endet in der DF nach einer Sekunde. Im Original läuft der Kerl noch viel länger als lebende Fackel umher.
( 11 Sek. )
Cover der deutschen VHS:
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Copyright 2009, Matthias Mathiak
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Und mal wieder ein genialer Sb mit super Einleitung.
Den Mark Gregory mochte teilweise recht gern, also bei den Riffs ging der Kerl schon ab, das muss man ihm lassen, aber das Ding sieht ja eher bescheiden aus.
Klasse SB, bzw. wieder mal klasse Einleitung! Da freut sich das Trashherz! :-D
Kleine Klugscheisserei am Rande, weil ich das immer wieder lesen muss: Das Genre des italienischen Polizeifilms heißt nicht "Poliziotto" (wie sich das leider hierzulande nach einem fiesen Fehler von Christian Kessler in einer uralten Ausgabe von Splatting Image "eingebürgert" hat), sondern eigentlich "Poliziesco". Poliziotto ital.= der Polizist/Poliziesco ital. = der Polizeifilm.
Mehrere Polizeifilme am Stück (Plural)heißen allen Ernstes "Polizieschi", nicht "PoliziottOS". Mehrere Polizisten (Plural) sind im italienischen eh "PoliziotTI".
Kleine Klugscheisserei am Rande, weil ich das immer wieder lesen muss: Das Genre des italienischen Polizeifilms heißt nicht "Poliziotto" (wie sich das leider hierzulande nach einem fiesen Fehler von Christian Kessler in einer uralten Ausgabe von Splatting Image "eingebürgert" hat), sondern eigentlich "Poliziesco". Poliziotto ital.= der Polizist/Poliziesco ital. = der Polizeifilm.
Wo du recht hast, hast Du recht :) Dennoch: ich bin ein glühender Verehrer von Kessler und sicherlich habe ich den Begriff ebenfalls nach der Lektüre seiner vortrefflichen Artikel aufgeschnappt. Und als Verbeugung vor einem gottgleichen Vorbild (und weil es in Deutschland einfach bekannter ist), werde ich es einfach mal beim "Poliziotto" belassen.