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FSK 16
| Label |
Screen DVD / FilmConfect, DVD |
| Land |
Deutschland |
| Freigabe |
FSK 16 |
| Laufzeit |
100:20 Min. (95:13 Min.) PAL |
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Keine Jugendfreigabe
| Label |
FilmConfect, Blu-ray |
| Land |
Deutschland |
| Freigabe |
FSK keine Jugendfreigabe |
| Laufzeit |
103:27 Min. (98:21 Min.) PAL |
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Vergleich zwischen der gekürzten FSK 16-DVD aus dem "Screen DVD"-Magazin 4/2012 und der ungekürzten Keine Jugendfreigabe-BD aus dem Trilogie-Steelbook
- 2 Schnitte
- Differenz: 187,7 sec (= 3:08 min)
Der Film
Nicolas Winding Refn dürfte spätestens seit den letzten Monaten jedem Filmfan ein Begriff sein, denn sein 2011 entstandener Thriller Drive wusste Kritiker und Publikum gleichermaßen zu begeistern. Neben Walhalla Rising machte der Däne sich in seinem Heimatland zuvor jedoch vor allem mit der Pusher-Trilogie einen Namen, welche sich um die Unterwelt Kopenhagens dreht und in Genrekreisen schon länger Kultstatus genießt.
Refn selbst sagte in Interviews, dass die Story im Grunde langweilig ist und er lediglich den Alltag von interessanten Charakteren zeigen wollte. Seine Werke sind somit oft eher beunruhigende Psychogramme als typische Gangsterstreifen. Wie in dem oben genannten Hollywood-Hit mit Ryan Gosling nimmt er sich deshalb viel Zeit für ruhige Szenen und lässt uns tief in die kaputten Persönlichkeiten abtauchen, nur um dann abrupt das Tempo anzuziehen und kurze Gewaltausbrüche zu zelebrieren.
Die Hauptfiguren wurden alle in dem 1996 entstandenen Erstling eingeführt, in jedem Film liegt der Schwerpunkt auf einem anderen Gangster. In Teil 1 gerät Kleindealer Frank (Kim Bodnia - In China essen sie Hunde) in einen Strudel neuer Schulden, nachdem ein Heroindeal schief läuft und er innerhalb kurzer Zeit eine Menge Geld auftreiben muss. Teil 2 aus dem Jahre 2004 konzentriert sich auf Franks Freund Tonny (Mads Mikkelsen - Casino Royale, Adams Äpfel), der nach einem Knastaufenthalt hauptsächlich mit einer von ihm schwangeren Bekannten und der Frage nach dem auf seinem Hinterkopf definierten Lebensmotto "Respect" konfrontiert ist. Im 2005 produzierten Abschluss der Trilogie geht es um Gangsterboss Milo (Zlatko Buric - 2012), Franks Hauptgläubger aus dem Erstling, dem auch Tonny in Teil 2 wieder begegnet ist. Über die Jahre hinweg scheint er vom Alter und den mit seinem Lebensstil verbundenen Drogenexzessen gezeichnet und gerät ausgerechnet am Geburtstag seiner Tochter in eine verzwickte Situation mit mehreren aufstrebenden Dealerbanden.
Pusher 3 stellt hierbei tatsächlich in gewisser Weise den Höhepunkt der Reihe dar, denn kompromissloser denn je wird mit romantisierten Gangster-Klischees gebrochen, konsequent der Absturz der Hauptfigur im familiären sowie "beruflichen" Umfeld inszeniert und mit nahezu unerträglichem Nihilismus Konflikte gelöst. Letzteres mündet dann in einer kühl und abstoßend inszenierten, ausgiebigen Ausweidungsszene am Ende, bei der Milo mit seinem alten Kollegen Radovan, der eigentlich schon aus dem Geschäft ausgestiegen ist, aber immer noch ohne sichtbare Gefühlsregungen die Drecksarbeit erledigen kann, einen Konkurrenten beseitigt.
Die Fassungen
Der Film trägt als einziger der Reihe das rote FSK-Siegel und erschien in den Kaufhäusern bis jetzt lediglich unzensiert - auf DVD einzeln und in einer Box inklusive Bonusdisc, auf Blu-ray zumindest bis jetzt nur zusammen mit den anderen beiden Teilen pünktlich zur deutschen Kino-Auswertung von Drive im Februar 2012. Zu letzterer HD-Veröffentlichung gibt es weiter unten noch einen kurzen Kommentar.
Grund für diesen Schnittbericht ist, dass in der am 15. März 2012 erschienenen Ausgabe 4/2012 des Magazins "Screen DVD" eine FSK 16-DVD des Films beiliegt, womit erstmals eine gekürzte Fassung ins Spiel kommt. Es fehlen rund 3 Minuten und erstaunlicherweise blieben viele psychisch harte Szenen wie die rund um den Menschenhandel-Subplot sowie die Folterung von Muhammed mit Tüte über dem Kopf völlig unangetastet. Es musste aber natürlich die Ausweidung gegen Ende unter der Schere leiden. Angedeutet wird diese hier zwar auch noch, durch einen großraumigen Schnitt jedoch alle expliziten Details (nur ein wenig Blut zu Beginn sieht man noch) entfernt.
Die Szene an sich ist auch so noch gut verständlich und die gekürzte Fassung somit für unsichere Interessenten prinzipiell zum Reinschnuppern noch brauchbar. Im Sinne des Gesamtwerks stört der Schnitt jedoch definitiv, denn gerade diese schonungslose Auflösung des menschlichen Körpers zieht sich ja wie ein roter Faden durch die Werke Refns und die Szene hat so wesentlich mehr Sinn, als den Zuschauer mit Gewaltdarstellung bei der Stange zu halten.
Was die Scheibe aus dem "Screen DVD"-Magazin jedoch völlig unabhängig von den Schnitten zu einer absolut unbrauchbaren Angelegenheit macht, ist die Tatsache, dass man allen Ernstes keine deutschen Untertitel für die zahlreichen fremdsprachigen Szenen mit auf die 16er-DVD gepresst hat! Rund ein Drittel bzw mehr als 30 Minuten über den ganzen Film verteilt bekommt man dank zahlreicher Sprachbarrieren zwischen den Charakteren nur im jeweiligen O-Ton zu sehen. Neben viel warmherziger Balkan-Mentalität wie "Ich ficke die Fotze deiner Mutter!" fallen hier auch diverse für das Handlungsverständnis notwendige Zeilen. Auf der ab 18 freigegebenen DVD/BD gibt es dafür natürlich optionale Untertitel, bei der 16er-DVD fehlen diese jedoch ärgerlicherweise. Hier hat man die übliche Prämisse, auf abgespeckte Heft-DVDs nur den deutschen Ton zu packen, definitiv etwas zu streng ausgelegt, denn in diesem Fall wären zumindest diese Subs für fremdsprachige Szenen logischerweise wichtig gewesen.
Ein Wort noch zu der zum Vergleich als ungekürzte Fassung vorliegenden VÖ im Rahmen des Trilogie-Steelbooks auf Blu-ray. Es handelt sich allem Anschein nach um richtige HD-Master und eine Verbesserung zur DVD ist durchaus festzustellen. Dennoch sollte man aufgrund der Low-Budget-Bedingungen beim Dreh und dem zugunsten von Realitätsnähe bewusst grobkörnigen Look inklusive viel Handkamera-Einsatz nicht allzu viel erwarten. Der dritte Teil sieht am besten aus, dies war allerdings schon auf DVD so. Schade ist noch, dass man auf das Material von der Bonus-Disc aus der DVD-Box verzichtet hat - das Bonusmaterial der Einzel-VÖs (Audiokommentare, Making-Of) ist allerdings auch hier enthalten.
Laufzeitangaben sind nach dem Schema
FSK 16 DVD / Keine Jugendfreigabe
angeordnet
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90:27 / 90:27-93:27
Ein längerer Eingriff bei der Ausweidung, kurz nachdem Radovan den ersten Schnitt an der Kehle gesetzt hat. Nach einer Ansicht von Milo geht es in der 16er gleich damit weiter, dass Radovan die Elektrosäge nutzt.
Der Kerl läuft langsam aus bzw die Wanne füllt sich mit Blut, Milo und Radovan beobachten.
Radovan: "Wie das stinkt! Verdammter Scheißdreck!"
Milo: "Eklig."
Radovan: "Ja, du sagst es, Mann."
Milo schaut angewidert, Radovan hingegen klopft gleichgültig einige Male auf den Körper und meint dann: "So, das reicht. Los jetzt. Nimm dir die Wanne. Schütte sie aus und bring sie zurück. Wir machen weiter."
Milo geht in den Nebenraum und gießt das Blut in einen Abguss, dann stellt er die Wanne wieder hin.
Radovan sticht nun fester in den Oberkörper und Gedärme purzeln heraus.
Radovan kommentiert, die ersten Worte auf Serbisch: "Fick dich! Alter, das stinkt vielleicht! Nimm das weg und lass es verschwinden, verdammte Scheiße! Los, weg damit!"
Milo nimmt erneut die Wanne und geht ins Nebenzimmer zum Waschbecken. Mit einem Messer verkleinert er die Innereien und versucht mit eher mäßigem Erfolg, die Schweinerei durch den Abfluss verschwinden zu lassen.
Radovan kommt hinterher; "Milo! Milo!"
Milo: "Was ist?"
Radovan: "Hast du zufällig eine Elektrosäge?"
Milo: "Sieh mal unten beim Tresen nach."
Radovan tut dies sogleich und wird fündig, dann kommt er jedoch wieder zurück; "Milo!"
Milo: "Was ist denn jetzt schon wieder?"
Radovan: "Ich habe sie gefunden, aber ich weiß nicht, wo ich sie reinstecken soll. Wo stecke ich die rein, Mann?"
Milo zeigt auf die Tür; "Da ist irgendwo 'ne Steckdose."
Radovan findet den Stecker und geht zurück zur aufgehängten Leiche.
179,6 sec
90:30 / 93:30-93:38
Von den Auswirkungen der Elektrosäge gibt es auch in der ungekürzten Fassung nicht mehr zu sehen, dafür folgt hier jedoch noch ein weiterer Blick ins Nebenzimmer, in dem Milo die Innereien entsorgen will. Mit einem Fleischstampfer drückt er auf dem Abfluss herum, es wird dann noch heruntergefahren.
Im Hintergrund stets noch laut das Geräusch von Radovans Elektrosäge.
8,1 sec
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