![]() | Ultima VI - The False Prophet
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Die Ultima-Serie ist sicher eine der bekanntesten Rollenspielserien die es gibt. Insgesamt 14 Teile sind erschienen, wobei allerdings über den völlig misratenen letzten Teil immer der Mantel des Schweigens gelegt wird. In Ultima VI muss man als der Avatar, Held von Britannia und tugendhaftes Vorbild für die Bevölkerung, zuerst einer Invasion der scheinbar bösartigen Gargoyles gegenübertreten. Dabei kommt allerdings im laufe des Spiels heraus, dass die Dinge ganz anders liegen, und sich ein tragisches Geheimnis offenbart.
Ultima VI wurde neben dem PC, Amiga, Atari ST und C64 auch für das SNES umgesetzt. Da allerdings zu der Zeit Nintendo of America sehr strenge Zensurvorgaben hatte, wurde das Spiel gründlichst "gereinigt". Zudem krankt die SNES-Version auch an den üblichen Problemen von komplexen Rollenspielen auf Konsolen, nämlich der Steuerung. Diese ist extrem umständlich ausgefallen. Auch leidet diese Fassung unter der neuen Form, Gespräche zu führen und dem Verschwinden der Charakterportraits.
Es wird die unzensierte PC-Fassung mit der zensierten SNES-Fassung verglichen.
| PC Version | SNES Version |
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Die Charaktererstellung
Hier wurde definitiv zensiert, denn die Charaktererstellung von Ultima VI hat viele Elemente, die auf der schwarzen Liste stehen. Daher wurde die Charaktererstellung auf dem SNES komplett fallen gelassen. In der PC-Version bekommt man von einer Zigeunerin einen Zaubertrank gemixt, indem sie einem nach den acht Tugenden von Britannia Fragen stellt, bei denen man grundsätzlich nie reinen Gewissens sein kann. Wenn das geschafft ist, trinkt man, und es wird erklärt, dass das der Moment war, wo man zu Avatar wurde.
Die wahrscheinlichen Gründe warum dieser Abschnitt komplett fehlt:
| PC Version | SNES Version |
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Zusätzlich sei noch vermerkt, dass man auf dem PC sein Geschlecht auswählen kann, auf dem SNES jedoch nicht, was auch eine Form der Zensur darstellt.
Das Intro
Das Intro wurde an mehreren Stellen zensiert (Dass einige Szenen umgestellt wurden, ist nicht Bestandteil dieses Berichtes). Zudem wurde im gazen Intro, wie auch in der Endsequenz, den Gargoyles die Hörner entfernt, um sie weniger teuflisch wirken zu lassen.
Als der Text beschreibt, wie der Avatar auf der Erde in Frieden lebt, heißt es auf dem PC "But television supermen cannot take the place of friends who died at your side". Auf dem SNES heißt es nur "Life in your world is peaceful and quiet".
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Der Obergargoyle bei der Opferungsszenemonie wird auf dem PC als "priest" also Priester bezeichnet. Daraus wurde auf dem SNES "leader" also Anführer.
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Als der Priester zustechen will, steht im Text "A dying scream, certainly your own, curdles the air". Auf dem SNES heißt es nur "You close your eyes, fearing the worst...".
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Hier wurde ein Teil des Intros komplett entfernt. Das Bild wird dunkel, und der Avatar denkt, er/sie sie tot. Dann jedoch die Überraschung, der Tod ist nicht eingetreten, und er/sie sieht wie sich ein Armbrustbolzen durch den Schädel des Priesters gebohrt hat (und es wird sehr drastisch beschrieben). Das SNES springt direkt zum Auftauchen der Gefährten.
Als der Gefährte Iolo das Buch aufhebt, das der Priester verloren hat, wird auf dem PC dies deutlich gemacht. Auf dem SNES liegt das Buch einfach nur so herum.
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Kampfzensuren
Leichen
Wenn man die Gegner im Kampf tötet, so bleiben ihre Leichen zurück, welche man dann fleddern kann. Die Leichen wurden auf dem SNES komplett entfernt, so dass die Gegenstände automatisch fallen gelassen werden und der Gegner sich in Luft auflößt. Die betrifft nur Kampfleichen, Dekoleichen (wie beim Leichenpräperator) gibt es auch weiterhin.
Blutspuren
Auch die Blutspuren, die beim Kampf entstehen können, wurden auf dem SNES restlos getilgt.
Kampfbericht
Die Kampfberichte wurden sprachlich auf dem SNES verharmlost. "X barely/lightly/severly/heavily wounded" wurde zu "X gets Y points of damage". "X killed" wurde zu "X is defeated".
| PC Version | SNES Version |
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Angriffe auf Zivilisten
Bei der Ulimaserie war es immer das wichtigste, dass man volle Handlungsfreiheit hatte, und auf seinen Verstand und Gewissen hören mußte. Es war ohne weiteres möglich Zivilisten anzugreifen und zu töten. Allerdings mußte man dann auch die Folgen tragen, welche sogar das Spiel versauen konnten. In der SNES-Version kann man die Zivilisten nicht angreifen, es kommt nur ein "Can't attack". Man kann auch nicht einmal manuell den Kampfmodus einschalten, wie es auf dem PC möglich ist.
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Zensur bei den Zaubersprüchen
Der "Trap" (Falle) Zauber wurde entfernt. Mit diesem Zauber kann man eine fiese Bärenfalle aufstellen, in die der Gegner hereintappen kann. Wohl der Grund für das Entfernen des Zaubers.
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Der Zauber "Kill" (Töten) wurde in "Destroy" (Zerstören) umbenannt.
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Erstaunlicherweise wurde "Death Wind" (Todeswind) nicht umbenannt. Dafür wurde "Mass Kill" (Massenmord) zu "Mass Destroy" (Massenzerstörung). Der "Summon" (Beschwörungs) Zauber zum Herbeirufen von Dämonen fehlt ganz, ebenso der "Slime"-Zauber zum Verwandeln von Gegenern zu Schleim und "Eclipse" zum heraufbeschwören von einer Sonnenfinsternis.
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Dialogzensuren
Die Dialoge des Spiels wurden leicht gestrafft, wohl wegen der Anpassung auf die Konsole. Dabei hat man gleich ganze Arbeit geleistet, und sehr viele Zensuren vorgenommen. Das originale Ultima VI hat sehr offene Dialoge, gewürzt mit viel morbiden und schwarzen Humor sowie Vulgärsprache. Also ein Fest für Zensoren. Da es fast 200 NPC gibt die alle sehr viel Text haben, ist es völlig unmöglich, jede Dialogzensur aufzuzählen. Dennoch lassen sich folgende drei Grundregeln erkennen:
Ein schönes Beispiel für Regel Drei ist der Leichenpräperator bei Empath Abbey. Auf dem SNES kann man seinen Namen erfahren, und was er so berufsmäßig macht, und das war es auch schon. Auf dem PC fabuliert er auf Anfrage hingegegn noch sehr ausführlich über seinen Beruf, futtert nebenbei Weintrauben, stellt seine Ansichten dar und ärgert sich über seinen inkompetenten Totengräber, was eine Nebenaufgabe öffnet. All dieser Dialog, da er sich wohl zu sehr mit diesem Thema beschäftigt, wurde auf dem SNES völlig entfernt (und mit ihm die Aufgabe).
Die Endsequenz
Der Text in der Endsequenz wurde an einer Stelle abgeschwächt. Als Gargoylekönig Draxinusom wütend erscheint, droht er dem Avatar auf dem PC mit "Thy time hath come, Thief!" mit dem Tod. Auf dem SNES sagt er hingegen "To have known that your surrender was false!".
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Karte von Britannia.
Bilder der C64-Version zum Vergleich
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Wie immer guter SB! Ich wünschte es gäbe mehr SBs zu Spielen!
Mit Ultima 7 der beste Teil der Serie. Schade dass solche Spiele heute kaum noch produziert werden.... waiting for Dragon Age :)
Gruß
Vittras :)

1. 19.07.2008 - 00:25 Uhr schrieb Vittras
Wie immer guter SB! Ich wünschte es gäbe mehr SBs zu Spielen!
Ich wünschte, SBs wären nicht nötig ;). :D

2. 19.07.2008 - 02:28 Uhr schrieb Lyncher
Ich wünschte, SBs wären nicht nötig ;). :D
Stimmt auch wieder, aber dann hätten wir weder was zu meckern noch diese wunderbare Seite :D

Bei der Beschreibung des Intros sollte man evtl. noch erwähnen, dass den Gargoyles in der SNES-Version die Teufelshörner auf dem Kopf fehlen.

Kann es nicht sein das die Avatarerstellung aus
Speicherplatzgründen nicht existiert bei der Snes-
version. ...naja
zensur ist es aber so oder so. Könnte man trotzdem aber nochmal erwähnen.

Ich habe das mit dem Teufelshörnern nachgetragen. Danke.
Übrigens were ich KEINEN Schnittbericht zur SNES-Fassung von Ultima VII machen. Denn im Grunde ist die SNES-Fassung ein völlig neues Spiel, und jeder Vergleich daher zum Scheitern verdammt.

@ Curtis
Nun, Zensur wäre es bloß dann wenn es wirklich nicht aus technischen Gründen fehlen würde... Die Hinweise auf Zensur ergeben sich aber auch schon bei den deutlich dahingehend gekürzten Texten. Technische Unzulänglichkeiten hatte das SNES Aber allemal - immerhin war Ultima VI Bereits ein VGA-Spiel unter MS-DOS.
Ansonsten hervorragender Bericht!

@Pyri: Jein, eine Textkürzung kann auch am Speicherplatz der Moduls liegen... Modulspeicher war verdammt teuer und Text brauche auf Konsolen wie dem SNES erstaunlich viel Speicherplatz.
Wenn statt Kill Destroy benutzt wird ist das natürlich NOA typische Zensur, aber das bei den NPC Dialog gekürzt wurde kann auch technische Gründe haben.
Charaktererschaffung ditto.
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